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Rezension: Wonder Woman at Super Hero High – Lisa Yee

Das Leben einer Superheldin, bevor sie zu einer solchen wurde – mit Höhen und Tiefen, die der Alltag einer High School so mit sich bringt.

 

Wonder Woman ist eine Prinzessin und Amazonen-Kriegerin. Doch an der Super Hero High kämpft sie nicht gegen fiese Superbösewichte, sondern vor allem mit neuen Trainingsmethoden, neuen Freundinnen (und Feindinnen) – und sie muss lernen, mit einigen peinlichen Niederlagen fertigzuwerden.

[Quelle: www.goodreads.com]

 

Mittlerweile hat es mit Sicherheit jeder mit bekommen, dass ich Superhelden LIEBE und dass ich Wonder Woman tatsächlich als meine Superhelden Queen bezeichnen würde. Diana ist mein absoluter Liebling und momentan inhaliere ich einfach alles, was ich in die Finger bekommen kann, seien es nun Filme, Comics oder Bücher. Als ich dann zufällig gesehen habe, dass es eine Middle Grade Buchreihe zu den weiblichen DC Superheldinnen gibt über ihre Zeit als Jugendliche an der Super Hero High war ich Feuer und Flamme. Ach nö Kinderbücher, denkt ihr euch? Nichts da, denn eigentlich macht die Tatsache, dass es eben Kinderbücher sind, diese Reihe noch viel interessanter und spannender, denn jetzt haben junge lesebegeisterte Mädchen endlich (Super)heldinnen, die in gewisser Weise genau wie sie sind, zur Schule gehen, etc. pp., zu denen sie aber dennoch aufschauen können. Starke, selbstbewusste junge Frauen, die genau wie all die anderen Mädchen dort draußen dabei sind herauszufinden, wer sie eigentlich sind und was ihnen im Leben wichtig ist. Sie sind auf dem Weg der Selbstfindung, stolpern dabei immer wieder über große und keine Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden und finden trotzdem immer wieder zurück zu ihrem Mut; zu ihrem Willen, trotz der Niederlagen, denen sie sich stellen müssen.

Da ich nicht nur Fan von Superhelden bin, sondern zwischendurch auch immer mal wieder sehr gerne Kinderbücher lese, hüpfte der erste Teil der Reihe wie von selbst in meinen Warenkorb. Jetzt stellt sich nur noch eine Frage: konnte das Buch meine Erwartungen erfüllen?

POSITIV

Wenn wir an Superhelden denken, stellen wir uns meist übermenschlich starke Personen vor, die schon beinahe an Perfektion grenzen. Dass auch unsere Helden von diversen Problemen heimgesucht werden, vergessen wir dabei meist völlig. In diesem Buch jedoch stehen eben auch solche typischen Probleme von Teenagern im Fokus, wie wir sie alle kennen; im Fall unserer Superhelden zum Beispiel Leistungsdruck. Die Beste, die Stärkste, die Beliebteste sein und dabei auch noch einen guten Superhelden abgeben, der ab und zu mal die Welt rettet. Ist es wirklich so, dass unsere Helden niemals jemanden enttäuschen dürfen? Müssen sie wirklich so perfekt sein, wie wir sie uns immer vorstellen, wie wir sie gerne hätten? Fragen wir uns nicht alle irgendwann mal, ob wir überhaupt gut genug sind? Gut genug für die Schule, gut genug für den Job, gut genug für Familie und Freunde? Wem das bekannt vor kommt, wird sich in gewisser Weise sehr gut mit Wonder Woman identifizieren können. Sie möchte niemanden enttäuschen und die beste Version ihrer selbst sein, dass sie sich selbst dabei unter Druck setzt und sich ihr genau deshalb hier und da immer mal wieder kleine Problemchen in den Weg stellen, macht sie nicht nur liebenswürdig, sondern auch absolut relatable. Es macht sie eben nicht zu dieser übermenschlichen Gottheit, die sie irgendwann mal sein wird, sondern es zeigt, dass selbst unsere geliebten Superhelden/innen auch mit diversen Problemen zu kämpfen haben, besonders auf ihrem Weg der Selbstfindung. Denn auch sie sind irgendwann einmal klein gewesen, junge Erwachsene, die erst einmal ihren Weg gehen mussten bevor sie zu eben den Helden wurden, den sie heute sind. Dies ist ein Grund, weshalb man sich in gewisser Hinsicht unglaublich gut mit den verschiedenen Heldinnen in diesem Büchlein identifizieren kann und wieso es einem so unglaublich leicht fällt, ein Verbindung zu ihnen aufzubauen. So hat jede Superheldin zum Beispiel auch andere Eigenschaften, die eine interessiert sich für Mode, eine andere hängt ständig an ihrem Handy und ist immer online, wieder eine andere ist sportbegeistert oder interessiert sich für Nahkampf.

Wo wir auch schon bei den unterschiedlichsten Figuren wären. Mein Herz hat jedes Mal einen Schlag schneller geschlagen, wenn ein anderer Superheld und/oder Bösewicht erwähnt wurde, die/den ich in den letzten Jahren lieben gelernt habe. So spielt zum Beispiel die aufgeweckte Harley Quinn ein sehr große Rolle, doch auch Katana lernt man unglaublich gut kennen, ebenso Hawkgirl. Und auch Bösewichte wie Captain Cold haben hier ihren Auftritt. Besonders gefallen hat mir auch, dass Superhelden erwähnt wurden und teilweise sogar eine sehr große Rolle spielten, von denen man sonst nicht so viel hört, wie eben z. B. Hawkgirl oder auch Bumblebee. Jemand, der sich vielleicht nicht so intensiv mit den DC Comics beschäftigt, wird wohl einige Zeit ins Googeln investieren. So ging es mir zumindest, denn sobald ein neuer Superheld erwähnt wurde, musste ich wissen, um wen es sich handelt. So bin ich auf jede Menge interessanter DC Comic Figuren gestoßen, die ich zuvor nicht kannte und über die ich jetzt ganz dringend mehr erfahren möchte. Jede einzelne Figur hat ihre eigenen Macken, was sie liebeswert machen und zu eben solchen Personen, zu denen man nicht nur aufblicken kann, sondern mit denen man sich auch identifizieren kann. Unsere Heldinnen sind so menschlich, wie wir es sind und dennoch mit übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattet.

Was uns auch schon zu dem nächsten Punkt bringt: Superkräfte. Was wären unsere Superhelden auch schon ohne ihre interessanten Superkräfte? Schnelligkeit, Fliegen, die Fähigkeit seine Gestalt zu verändern oder auch Gegenstände/Menschen gefrieren zu lassen. In dieser Geschichte lässt jeder Held und Bösewicht seinen Superkräften freien Lauf, insbesondere auch bei einem Superhelden Triathlon, bei dem unterschiedliche Schulen gegeneinander antreten, so natürlich auch unsere Super Hero High, die ebenfalls vier Athleten bzw. Helden in den Kampf schickt.

Es ist nicht nur unglaublich spaßig, den Helden bei ihrer Entwicklung und der Entwicklung ihrer Kräfte und z. B. auch beim Designen ihres Superhelden-Kostüms zuzusehen, sondern es ist auch unfassbar interessant und man möchte einfach mehr davon, besonders von der lieben Wonder Woman die manchmal einfach so herrlich naiv und unwissend ist.

Doch neben dem Triathlon und den alltäglichen Problemen, denen sich unsere Helden stellen müssen, gibt es natürlich auch noch andere Aspekte, die diese Geschichte zu einem angenehmen und unterhaltsamen Leseerlebnis machen, z. B. ist auch ein Hauch von Romantik zu spüren, die zwar keinen sonderlich großen Teil der Geschichte einnimmt, dennoch so unglaublich süß und unschuldig ist, dass man besagte Personen einfach die ganze Zeit über nur Knuddeln möchte. Ebenso gibt es natürlich auch jene Schüler, die mit Eifersucht und Niederlagen so gar nicht gut klar kommen und ihren Mitschülern, insbesondere Wonder Woman, das Leben so richtig zur Hölle machen. Wonder Woman setzt sich daher nicht nur selbst unter Druck, sondern hat auch damit zu kämpfen, dass manche Leute sie nicht auf dieser Schule haben möchten und dass obwohl sie sich die ganze Zeit über so bemüht, freundlich zu allen zu sein und Anschluss zu finden.

NEGATIV

Wonder Woman’s Naivität, die ich eben noch als herrlich bezeichnet hatte, könnte man teilweise tatsächlich als leicht übertrieben ansehen. War sie in einigen Situationen einfach nur süß und liebeswürdig, gleichzeitig auch tollpatischig, wollte man sie in anderen Situationen einfach bloß an den Schultern packen und so richtig durchschütteln. Sozial inkompetent ist hier wohl noch höflich ausgedrückt. Manchmal kam mir ihre Naivität schon fast wie Dummheit vor, war es einfach unfassbar nervig mit anzusehen, dass sie fast jedem, den sie kennenlernte, die Hand zerquetschte oder einige sogar halb durch den Raum schleuderte weil sie glaubte, eine nette Begrüßung stelle ein Angriff dar. Sie erkennt nicht einmal, wenn man sich über sie lustig macht oder sie ganz offensichtlich beleidigt. Nicht einmal, nachdem sie schon eine Weile Teil dieser Schule war. Von Charakter Development war hier bei Wonder Woman leider kaum die Spur, was sehr schade ist, da gerade sie das Potential hatte, sich unglaublich weiter zu entwickeln, nicht nur was ihr Dasein als Superheldin angeht, sondern auch was ihre Persönlichkeit betrifft. Es wirkte tatsächlich etwas zu kindisch, insbesondere für ihr Alter und trotz dessen, dass es ein Kinderbuch ist, denn selbst für die Zielgruppe von ungefähr 10 Jahren war das doch etwas over the top.

Während so ziemlich sämtliche Figuren in diesem Buch ihre Ecken und Kanten haben, so scheint Wonder Woman tatsächlich ein Wunder schlechthin zu sein. Sie ist IMMER die Beste, ganz gleich was sie tut. Auch wenn sie hier und da mal auf die Nase fällt, liegt dies nur daran, dass sie aufgrund ihrer Naivität zu leichtgläubig ist und nicht, weil sie etwas nicht kann. Sie ist stark und selbstbewusst, loyal und freundlich, höflich und nett, immer gut gelaunt und unglaublich klug, selbst zu denjenigen, die sie wie Dreck behandeln, ist sie immer nett, was ihren Charakter etwas ungläubig erscheinen lässt. Zwar ist es super einfach sich auf die eine und andere Weise mit ihr zu identifizieren, dennoch hätte ich mir für sie persönlich ein paar mehr Macken, Ecken und Kanten eben, gewünscht. Hier haben mir einfach kleine Fehler gefehlt, die ihr weiß Gott nicht geschadet hätten und der Sympathie unserer Protagonistin sicherlich beigetragen hätten.

Was mir ebenfalls etwas fehlte war die Action. Zu viel ist blöd, zu wenig ist auch blöd, gar nichts ist am blödsten … Die Action und Spannung wird hier schnell abgehandelt. Es gibt zwar hier und da mal einen Streit, dann wie gesagt den vorgenannten Wettbewerb und vielleicht tatsächlich auch einen winzigen Kampf, doch wurde alles recht emotionslos und lieblos dahingeschrieben, was unglaublich schade ist, gerade da auch die Thematik Mobbing recht häufig aufgekommen ist. Wie bereits erwähnt wollten besagte Personen Wonder Woman von der Schule und hier hätte ich definitiv etwas mehr erwartet. Etwas enttäuschend war es schon. Zwar handelt es sich um Jugendliche, dennoch sind es nach wie vor alle Superhelden mit übermenschlichen Fähigkeiten. Mit einem Streit zwischen unreifen Jugendlichen, der etwas ausartet, hätte ich dann doch gerechnet, bzw. hätte ich mir so etwas eventuell gar gewünscht, um das Buch und den Plot etwas aufzupeppen.

Teilweise wurden mir manche Dinge dann doch auch zu sehr ins Lächerliche gezogen. Zum Beispiel gab es bei dem Superhelden Wettbewerb die Disziplin Sackhüpfen und ähnliche „sterbliche“ Spielchen, die wir alle wohl aus dem Kindergarten und aus der Grundschule kennen. Den Sinn und Zweck davon habe ich bis dato nach wie vor nicht wirklich verstanden

LOHNT SICH DAS BUCH?

Auch wenn es hier und da einige Punkte gab, die mich nicht überzeugen konnten, Dinge, die man eventuell hätte besser umsetzen können, hatte ich doch jede Menge Spaß mit diesem Büchlein. Es ist ein niedliches Kinderbuch für zwischendurch, dass mit Sicherheit nicht nur Kindern, insbesondere jungen Mädchen, sondern auch dem ein oder anderen Erwachsenen gefällt, besonders jenen, die ohnehin eine Schwäche für Superhelden haben. Die Naivität jedoch könnte dem einen oder anderen zu schaffen machen. Mich hat sie teilweise wirklich sehr gestört, weshalb Wonder Woman hier und da auch etwas unsympathisch bzw. einfach nur dümmlich wirkte, was sie ja eigentlich gar nicht ist. Die Darstellung diverser Figuren war etwas Fehl am Platz. Dennoch ist es ein nettes Buch für zwischendurch, gut geeignet für Fans von Wonder Woman.

INFOS ZUM BUCH


Autor: Lisa Yee
Titel: Wonder Woman at Super Hero High
Deutscher Titel: Wonder Woman auf der Super Hero High
Verlag: Random House Books for Young Readers
Seiten: 240
Erscheinungsdatum: 01. März 2016
Preis: 9,99 [D]
Buch bei cbj: Deutsch

 

KATEGORIE

[Die Erklärung zu meinen Bewertungs-Kategorien kannst du HIER nachlesen.]

 

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