10 Gründe, weshalb Grey’s Anatomy nach wie vor eine der besten TV-Serien ist

Titelbild: © ABC

Es gibt einige Serien, die in meinem bisherigen 31-jährigen Serienjunkie-Dasein mein Herz im Sturm erobert haben. Serien, die mich auf gewisse Art und Weise auch geprägt haben. Serien, die ich – egal wie häufig ich die einzelnen Folgen bereits gesehen habe – mir auch heute immer und immer wieder anschauen kann. Manche Serien begleiten uns über Jahre hinweg. Wir fiebern mit den Charakteren mit, wir lachen und weinen, wir ärgern uns, wir verlieben uns, wir schmachten, wir leiden … nicht alle Serien schaffen es letztendlich auf die Liste unserer Lieblingsserien, doch ein paar (wenige) schon. Je länger eine Serie läuft, desto größer ist die Gefahr, dass sie irgendwann an Qualität verliert. Wie sagt man so schön, man soll aufhören wenn es am schönsten ist? Doch bei manchen Serien funktioniert es einfach. Für mich ist eine dieser Serien Grey’s Anatomy, die neben Emergency Room vermutlich die erfolgreichste und bekannteste Arztserie der Serienwelt ist. Aktuell läuft die 16. Staffel in den USA, 16 Jahre, in denen wir Meredith & Co. auf ihrem Weg von unbeholfenen Assistenzärzten und regelrechten Stars begleitet haben. Nachdem ich erst kürzlich die 15. Staffel beendet habe, wurde mir mal wieder klar, weshalb ich diese Serie so liebe und wieso sie einfach so unglaublich gut und fesselnd ist. Resultat hieraus ist dieser Beitrag: 10 Gründe, weshalb Grey’s Anatomy nach all den Jahren noch immer zu den besten Serien der Welt gehört – zumindest meiner Meinung nach.

1. Starke Freundschaften

In Grey’s Anatomy ging es schon immer und geht es auch heute noch hauptsächlich um die Beziehungen, allerdings nicht nur um die romantischen Beziehungen, sondern auch um die Freundschaften. “In guten wie in schlechten Zeiten, durch Krankheit und Armut …” passt hier meiner Meinung nach ziemlich gut. Okay, auch in Bezug auf die Liebesbeziehungen, doch vor allem auch in Bezug auf die Freundschaften, denn seien wir ehrlich, Grey’s Anatomy hat ein paar der tollsten TV-Serien-Freundschaften zu bieten, die die Serienwelt je gesehen hat. Egal ob Meredith und Christina, Meredith und Alex, Amelia und Maggie, Bailey und Miranda, Teddy und Owen, etc. pp. sie stärken sich immer gegenseitig den Rücken und sind füreinander da. Das in meinen Augen Beste allerdings: sie schmieren sich keinen Zucker ums Maul, sondern sprechen es auch aus, wenn der andere Mist gebaut hat. Gleichzeitig versuchen sie aber auch immer gemeinsam eine Lösung zu finden. Niemand steht jemals wirklich alleine da und genau das liebe ich so sehr. Zugegeben, während der Hauptaugenmerk bei Emergency Room tatsächlich auf der Medizin und deren Dramen lag, so ist Grey’s Anatomy definitiv eine von “Charakterdramen” getriebene Serie. Ein Drama jagt das Nächste und doch … und doch kann man einfach nicht aufhören. Vielleicht sind es auch gerade diese Dramen, die uns so süchtig machen, süchtig nach mehr. All diese Freundschaften sind der Grundstein dieser Serie. Ohne sie, wäre Grey’s Anatomy sicherlich nur halb so gut (und auch nur halb so emotional).

2. Lebensweisheiten

Wisst ihr, was ich sehr clever gelöst finde? Dass wenn ein Charakter des “Main Cast” ein Problem hat, er oder sie für gewöhnlich auf einen Patienten trifft, der/die genau das richtige sagt, obwohl sie keine Ahnung davon haben, womit die Person gerade zu kämpfen hat. Diese Serie enthält jede Menge Lebensweisheiten; Lebensweisheiten, die man selbst für sich dann und wann mitnehmen kann, weil sie gar nicht so realitätsfern sind, wie man vielleicht denken mag, geht es in dieser Serie immerhin um Götter in Weiß, erfolgreiche Ärzte, die ganz andere Probleme haben, als wir “Normalos”. Doch im Grunde sind auch sie nur Menschen und haben mit denselben Ängsten und Problemen zu kämpfen. So zum Beispiel auch mit psychischen Erkrankungen, mit Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken etc. pp.

3. Powerfrauen & Diversity

Wie bereits erwähnt ist Grey’s Anatomy eine Serie, deren Handlungen getrieben ist von (den Dramen der) Charaktere(n), Charaktere, die vielfältiger und unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer hätte gedacht, dass eine “einfache Arztserie” – was Diversity angeht – die Nase mal so weit vorne haben würde? Zunächst einmal ist die Serie auf das Leben einer Frau mittleren Alters ausgerichtet. Ich liebe es, dass Shonda in ihren Serien immer wieder Platz schafft für starke und mächtige Frauen. Doch Meredith Grey ist natürlich nicht die einzige. Sie fühlt sich wahnsinnig wohl in Gesellschaft all dieser anderen großartigen weiblichen Vorbilder und Heldinnen, denn die Mehrheit der behandelnden Ärzte im Krankenhaus und auch der Hauptdarsteller der gesamten Serie sind Frauen, egal ob Chefin der Kardiologie, der Neurologie, der Allgemeinchirurgie oder Chefin des gesamten Krankenhauses. Doch von “starken weiblichen Figuren” mal ganz abgesehen, sind einige davon afro-amerikanischer und asiatischer Abstammung oder auch lesbisch. Zwischenzeitlich gibt es mit Dr. Nico Kim auch den ersten offen homosexuellen Chirurg in der Serie. Und erfreulicherweise gibt es mittlerweile sogar eine Figur, die transgender ist. Auch Charaktere mit Krankheiten und Behinderungen spielen eine große Rolle. Und das Beste? All das ist einfach selbstverständlich. Es ist einfach selbstverständlich und völlig normal, genau so, wie es auch im wahren Leben sein sollte.

Allerdings verabsäumt die Serie trotzdem nicht, auf Missstände, wie sie noch heute in unsere Welt herrschen, z. B. Homophobie, Rassismus, etc. pp. aufmerksam zu machen. Diese Serie bietet einfach wahnsinnig viel zum Nachdenken und genau das liebe ich so wahnsinnig an ihr.

4. Die herzzerreißenden Patientengeschichten

Ich denke ich kann mit 100%iger Sicherheit sagen, dass ich bisher noch bei jeder einzelnen Folge geweint habe, manchmal waren es nur ein paar wenige Tränen. Manchmal saß ich aber auch da und habe Sturzbäche geweint, weil es mich innerlich so zerrissen hatte, dass ich kaum noch atmen konnte.

Neben dem ganzen Ärzte- und Charakter-Drama investieren die Serienmacher und Drehbuchschreiber wahnsinnig viel Zeit in die Geschichten der Patienten. Ich liebe es, wenn ein paar der Patienten für ein paar Episoden bleiben, wenn sie wirklich Teil des Lebens der Ärztinnen werden und man Zeuge davon wird, wie sie – zwar langsam aber stetig – eine Verbindung zu ihnen aufbauen und dadurch hier und da immer mal wieder selbst an ihre (emotionalen) Grenzen geraten wenn es darum geht, ihnen das Leben zu retten. Wir fiebern ebenso mit, wie unsere Lieblingsärzte. Wir hoffen und bangen, wir weinen und manchmal schreien wir uns auch das Herz aus dem Leib, wenn wir Shonda’s Grausamkeit nicht ertragen können, wenn sie sich wieder und wieder aufs Neue entscheidet, ein Menschenleben zu nehmen. Doch genau das macht es auch so real. Manch einer mag sagen, dass all diese Patientengeschichten teilweise eher over the top sind. Bei manchen Geschichten mag es vielleicht auch genau so sein, allerdings nimmt dies diesen Geschichten nicht ihre Emotionalität. Immer wieder lassen wir uns das Herz brechen und fiebern trotzdem Tag für Tag auf die neuen Folgen hin.

5. Unsere Lieblingscharaktere, die seit Folge 1 dabei sind

Ja, es gibt sie wirklich, die Figuren, die bereits seit Folge 1 dabei sind. Daran zu denken mag unsere Angst schüren, dass einer von ihnen in Zukunft gehen muss, immerhin sind sie bereits so lange dabei und es besteht immer die Möglichkeit, dass einer den Serientod stirbt oder sich anderweitig dazu entscheidet, die Serie zu verlassen und doch sind es genau diese Figuren, die uns ein Gefühl von zu Hause geben. Ich meine, könnt ihr euch diese Serie ohne Meredith Grey, Alex Karev, Miranda Bailey oder Richard Webber überhaupt vorstellen? Ich mir nicht.

Spannend ist in diesem Zusammenhang natürlich auch die Entwicklung der Charaktere. Erinnert ihr euch noch an die Staffel 1 Meredith und den Staffel 1 Alex? Seither hat sich so viel verändert und das nicht nur äußerlich. Manche von ihnen haben geheiratet, sind zwischenzeitlich Eltern geworden. Ein paar mussten sich von liebenden Menschen verabschieden. Sie haben Preise gewonnen, alte Forschungen beendet und neue begonnen, sie haben Fehler gemacht aber auch jede Menge dazu gelernt. Eine Katastrophe jagte die nächste und doch, doch sind sie stark geblieben, mit ein paar Einbrüchen natürlich, doch im Grunde sind sie an all dem nur gewachsen. Die Entwicklung der Figuren, insbesondere wenn sie eine gewisse Zeit dabei sind, ist für mich eines der Highlights der Serie.

6. Binge Watching Potential

Natürlich gibt es einige solcher Serien. Serien, deren neue Staffel man beginnt und sich erst dann wieder vom Sofa weg bewegt, wenn man sie beendet hat. Man inhaliert die Folgen praktisch, suchtet sie weg und Grey’s Anatomy ist definitiv eine davon. Mein Freund und ich brauchen meist nicht einmal eine Woche, um eine neue Staffel zu schauen. Nachdem wir die neueste Staffel auf DVD gekauft haben ist das erste, was wir machen, was leckeres zu kochen und dann 3-4 Folgen zu schauen und das jeden Abend nach der Arbeit, bis die Staffel schließlich zu Ende ist.

Doch nicht nur die neuen Staffeln lassen sich natürlich wahnsinnig gut weg suchten, sondern auch die alten Staffeln. 15 Staffeln ist ziemlich viel Material und 15 Jahre eine lange Zeit. Wenn man nach einiger Zeit wieder von Neuem beginnt, ist es wegen all dieser Folgen; wegen all dieses Inputs, fast so, als würde man eine völlig neue Serie beginnen, denn es gibt so viel, an das wir uns vielleicht nicht mehr erinnern können.

7. Plötzlich werden wir selbst zum Chirurg

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, nach so vielen Folgen Grey’s Anatomy, ein halbes Medizinstudium absolviert zu haben? Okay, diese Aussage dürft ihr jetzt natürlich nicht zu Ernst nehmen, immerhin wissen wir alle, dass es sich nur um eine Serie handelt und mit Sicherheit nicht alles der Wahrheit entspricht, was dort gezeigt wird und es sehr wahrscheinlich auch nicht unbedingt in jedem Krankenhaus so abläuft, doch ein bisschen Wahrheit steckt immer zwischen all diesen Dialogen und Bildern und wenn wir nur aufmerksam zuhören und aufpassen, können wir sogar noch etwas lernen. Ich bin mir sicher, dass wir nicht alle wussten, was ein CT oder MRT war, bevor wir mit dieser Serie begonnen hatten oder?

Erinnert ihr euch noch an die ersten paar Folgen, als sämtliche Ärzte wie aufgeschreckte Hühner durch die Notaufnahme liefen und irgendwelche medizinischen Begriffe durch die Gegend schmetterten und keiner außer ihnen wirklich eine Ahnung hatte, was dort gerade passierte? Aber jetzt, nach 15 Staffeln, sind wir es vor dem Fernseher die sagen “Warum hat noch niemand ein CT angeordnet? Wo ist die Schwester mit der Thoraxdrainage? Wieso intubiert niemand? Vielleicht sollte jemand den Neurochirurgen anpiepen.”

Und wenn ein medizinischer Begriff fällt, den wir noch nicht gehört haben, dann googeln wir. Wir googeln, lesen und lernen und auch das führt dazu, dass man hier und da noch etwas dazu lernt. Im Prinzip lernen wir also tatsächlich etwas. Zumindest ein bisschen.

8. Wohlfühlfaktor

Sich eine neue Folge Grey’s Anatomy anzusehen, fühlt sich an, als würde man mit einem alten Freund einen Kaffee trinken. Wir sehen immer wieder dieselben, altbekannten Gesichter, die wir schon seit so vielen Jahren begleiten und es fühlt sich einfach an wie nach Hause kommen, besonders wenn man wieder ein Jahr (oder vielleicht noch länger, je nach dem in welchem Land man wohnt) auf die neue Staffel warten musste. Die Serie läuft bereits seit so vielen Jahren, es fühlt sich einfach an, als wäre dieser gesamte Cast eine große, wunderbare Familie. Klar, im Grunde geht es immer nur um dasselbe: unsere Lieblingsärzte setzen sich mit ihren Patienten und deren medizinischen Problemen auseinander, doch vielleicht ist es auch gerade diese Routine, die diese ganze Serie so spannend macht. Es fühlt sich vertraut an und heimelig. Wir wissen einfach, was passiert. Wir müssen uns nicht ständig an neue Gesichter gewöhnen. Es ist einfach Grey’s und das ist toll.

9. Die bombastische Musik

Wenn irgendetwas das Öffnen meiner Tränendrüsen begünstigt, dann ist es sicherlich diese bomben Musik, die mir Folge für Folge jedes Mal wieder aufs Neue Gänsehaut bereitet. Der dramatische Soundtrack ist einfach die perfekte Hintergrundmusik für all die Emotionen, die wir jedes Mal aufs Neue durchlaufen. Die verschiedenen Situationen und Momente werden jedes Mal ganz wunderbar von der Musik untermalt und – keine Ahnung wie sie das hin kriegen – es passt einfach jedes Mal wie die Faust aufs Auge.

10. Eyecandy

Okay, nennt es oberflächlich, ABER wenn wir alle mal ganz tief in uns gehen und ehrlich zu uns sind, müssen wir zugeben, dass an dieser Serie ziemlich viele ziemlich schöne Menschen arbeiten, egal ob männlich, weiblich, beides oder nichts davon. Diese Menschen sind so schön, dass es einem schwer fällt, sich für ein Team zu entscheiden. McSteamy? McDreamy? Wieso hat Jackson Avery eigentlich nie einen Mc Namen bekommen? Egal ob Dr. Kim oder Dr. Deluca, Amelia oder Jo, sie sind alle der reinste Augenschmaus und man weiß gar nicht, in wen man sich verlieben soll bzw. in wen man gerade verliebt ist.

Und jetzt seid ihr dran? Mögt ihr die Serie? Seid auch ihr eingefleischte Grey’s Anatomy Fans? Erzählt es mir gerne in den Kommentaren!

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