ES IST OKAY, WÄHLERISCH ZU SEIN

In meinem Beitrag What I want to see more of in YA books habe ich euch ein paar Punkte aufgezeigt, die ich sehr gerne öfter in Jugendbüchern sehen würde. Für den Beitrag habe ich einerseits viel Lob geerntet und viel Zuspruch gefunden, allerdings gab es auch ein paar Stimmen, darunter auch Autoren (Namen werde ich keine erwähnen), die mir vorwarfen, mich in Dinge einzumischen, die mich nichts angingen; es gab jene, die mich scherzhaft als „Verfechterin der Minderheiten“ bezeichneten und sich im gleichen Atemzug über mich lustig machten. Wie kann ich mir als Blogger denn auch überhaupt anmaßen, laut auszusprechen, was in meinen Augen, gerade in Jugendbüchern, problematisch ist und was ich mir persönlich mehr für die Bücherwelt wünsche? Ich bin ja immerhin nur ein Blogger … Das wir Blogger immer mehr an Wichtigkeit erlangen, gerade für Autoren, Verlage, etc. pp. ist an manchen wohl vorbeigegangen.

Es ist okay, wählerisch zu sein. Es ist okay, Ansprüche zu stellen, sie sogar höher zu schrauben und eben nicht alles zu mögen, was man vorgelegt bekommt.

In meinem aktuellen Buch bedient sich die Autorin bereits in den ersten paar Kapiteln an so vielen typischen Jugendbuchklischees, dass ich aus dem Augenrollen fast nicht mehr herauskomme. Ich weiß, man kann das Rad nicht neu erfinden, doch wie wäre es hier und da mal mit ein bisschen mehr Originalität? Muss man bestimmte Klischees bedienen, um überhaupt eine Chance auf dem (deutschen) Buchmarkt zu haben? Wenn das so ist, werde ich mit meinen Geschichten wohl nie auf dem Buchmarkt erfolgreich werden …

Wenn ich ein Buch lese und bereits nach noch nicht einmal einhundert Seiten das Gefühl habe, die Geschichte schon einhundert Mal gelesen zu haben, nur etwas anders verpackt, vergeht mir die Lust am Lesen und ja, es ist vollkommen okay diese Klischees nicht zu mögen, nur weil sie gefühlt alle anderen lieben. Ich habe in letzter Zeit immer häufiger von Lesern gehört, dass sie sich teilweise gar nicht mehr trauen laut auszusprechen, wenn ihnen ein Buch nicht gefallen hat, das andere vergöttern oder eben ein Buch lieben, das alle hassen. Manchmal lese ich auch, dass viele Leser und Rezensenten, insbesondere dann, wenn sie ein Buch als Rezensionsexemplar von einem Autor oder einem Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, dazu tendieren, die Rezension positiver ausfallen zu lassen, als sie das Buch letztendlich tatsächlich empfunden haben. Aus „Angst“ belügen sie nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen. Dabei ist doch gerade unsere Buch Community dazu da, Bücher zu diskutieren.

Ehrlichkeit sollte immer an erster Stelle stehen, solange man den Respekt wahrt und Niemanden angreift, beleidigt, bedroht oder gar attackiert. Glaubt es oder nicht, es ist möglich negative Rezensionen zu schreiben, ohne den Autor oder das Buch regelrecht durch den Dreck zu ziehen. Es ist vollkommen okay und das normalste der Welt, unterschiedlicher Meinung zu sein und verschiedene Dinge zu mögen.

Traurig ist es allerdings, wenn Autoren einem erzählen, dass sie nur aus einem Grund keine schwarzen, asiatischen oder türkischen, homosexuelle, asexuelle, etc. pp. Charaktere in ihren Geschichten mit einbauen: weil sich damit weniger Geld verdienen lässt; weil die Bücher einfach nicht so erfolgreich werden, wie eben solche Bücher, die wir alle schon mindestens gefühlte einhundert Mal gelesen haben. Es ist traurig und schockierend. Liegt es an den Verlagen, an den Autoren oder an uns Lesern? Ich denke hauptsächlich liegt es an uns Lesern, da wir es sind die darüber entscheiden, welche Bücher wir lesen und welche wir bewerben; welche Bücher wir hypen und groß an die Glocke hängen und welche wir in unseren Rezensionen negativ bewerten.

Damit möchte ich allerdings nicht sagen, dass Bücher, wie oben beschrieben, die von Klischees nur so strotzen, schlecht sind. Das sind sie ganz und gar nicht! Wann ist ein Buch überhaupt gut und wann ist ein Buch schlecht? Jeder Leser hat andere Vorlieben, Vorstellungen und Erwartungen. Jedem steht es frei, das zu lesen, was er lesen möchte und man sollte sich niemals für die Bücher schämen, die man liest und die man gerne mag. Aber ebenso ist es okay, auszusprechen, was einen stört; dass einem die ewigen Klischees, derer sich die Autoren bedienen, auf die Nerven gehen.

ES IST ABSOLUT OKAY, WÄHLERISCH ZU SEIN! GANZ GLEICH IN WELCHER HINSICHT AUCH IMMER.

Leben und leben lassen bzw. in unserem Fall wohl eher: lesen und lesen lassen!

Zum Abschluss gibt’s hier noch ein paar – meiner Meinung nach – ausgelutschte Klischees, über die man insbesondere in Jugendbüchern immer mal wieder stolpert (eventuell vorhandenen Sarkasmus bitte nicht zu Ernst nehmen. Danke!)

 

DIE VISION

Meist beginnt die Geschichte mit einer Vision, einem Traum oder einem Rückblick; eine vage, kryptische Szene, die meist kaum zur eigentlichen Geschichte beiträgt, die Neugierde von uns Lesern lediglich schüren soll. Wie dem Prolog zu entnehmen ist, erwartet uns immerhin etwas Großartiges, Gewaltiges und Geheimnisvolles … oder vielleicht doch nicht?

LOVE TRIANGLES

Oh, wie sich meine Nackenhaare zwischenzeitlich immer aufstellen, wenn ich merke, dass sich da eine Dreiecksbeziehung anbahnt. Meist vorhersehbar und doch von vielen geliebt. Interessant wird es meiner Meinung nach erst dann, wenn die Autoren es schaffen, dass der Leser alle drei Charaktere liebt, sprich es weder den/das Bad Boy/Bad Girl noch ein Good Girl/Good Boy gibt. In der Infernal Devices Reihe war dies meiner Meinung nach der Fall. Cassandra Clare hat es geschafft, dass man sich sowohl in Will als auch in Jem verliebt und es war alles andere als vorhersehbar, für wen Tessa sich am Ende letztendlich entscheidet.

INSTA LOVE

Zwei Charaktere begegnen sich zum ersten Mal. Beide fühlen diese unglaublich starke Anziehungskraft. Sie schauen sich tief in die Augen und BÄÄÄÄÄM zwei Sekunden später schwören sie sich die große und ewige Liebe. Romeo & Julia? Nichts da, die beiden können einpacken. Darf ich mal mit den Augen rollen? Ich sag ja nichts gegen Liebe auf den ersten Blick, das mag selbstverständlich zu Genüge vorkommen, doch wieso spricht man immer gleich von einer unsterblichen Liebe? Von irgendeiner Bestimmung? Gebt den Jungs und Mädels doch einfach mal Zeit, sich kennenzulernen. Manchmal ist es spannender, dabei zuzusehen, wie die Liebe wächst und sich entwickelt als sie direkt fertig verpackt auf einem Silbertablett serviert zu bekommen.

DER BAD BOY

Er ist super hot, hat mit 16 bereits stärker ausgeprägte Bauchmuskeln als Brad Pitt, ist geheimnisvoll, mysteriös und so cool, dass er sogar im Dunkeln eine Sonnenbrille trägt. Meist behandelt er sein Love Interest wie Dreck, trotzdem stehen irgendwie alle auf ihn. Wieso?

UNENTDECKTE SUPERKRÄFTE

Der Held bzw. die Heldin entdeckt im Laufe bzw. meist bereits zu Beginn der Geschichte ganz plötzlich, dass er/sie kein normaler Mensch ist, sondern über unfassbar starke übernatürliche Fähigkeiten verfügt, die meist erst dann zu Tage befördert werden, wenn besagte Person ein bestimmtes Alter erreicht. Been there, done that. Next!

ZERRÜTTETE FAMILIENVERHÄLTNISSE

Die Eltern geschieden, ein Elternteil verstorben, der Vater trinkt, die Mutter kümmert sich nicht … wo sind all die glücklichen Familien? Die sich kümmernden und liebenden Eltern? Wo sind all die „happy families“?

DER/DIE AUSERWÄHLTE

Der/Die Auserwählte ist ebenfalls ein Klischee, dessen sich einige Jugendbuchautoren immer mal wieder gerne bedienen. Bei dem/der Auserwählten handelt es sich meist um die einzige Person, die – aus welchem Grund auch immer (womöglich aufgrund der erst kürzlich entdeckten Superkräfte) – in der Lage ist, die Welt und am besten gleich das ganze Universum vor dem absolut schrecklichem Bösen zu retten. Wer macht die Person zur/zum Auserwählten? Meist eine uralte Prophezeiung deren Herkunft kaum bis keiner kennt. Immerhin muss es ja spannend und geheimnisvoll bleiben.

DER/DIE NEUE

Ein neues Mädchen/ein neuer Junge kommt in die Stadt/auf die Schule und verdreht allen – ungewollt natürlich – den Kopf . Wie könnte es auch anders sein?

DER HOMOSEXUELLE BESTE FREUND

Seit wann ist es „in“ jedem, meist weiblichen, Protagonisten einen homosexuellen Freund an die Seite zu stellen? Weil man irgendwie schon sogenannte „diverse Charakters“ inkludieren, sie aber dennoch nicht zur Hauptfigur machen möchte? Dreht die Sache doch einfach mal herum. Macht den homosexuellen besten Freund zur Hauptfigur und die nervige Protagonistin zum unscheinbaren Sidekick.

DAS HÄSSLICHE ENTLEIN

„Mein Name ist XY. Ich habe rotbraune Haare und große blaue Augen. Meine Nase ist mit winzigen Sommersprossen übersäht und ich bin ein bisschen zu dünn und viel größer, als die meisten aus meiner Klasse. Meine Brust ist viel zu flach. Kaum ein Junge beachtet mich. Ich möchte sterben.“

BABY, YOU’RE A FIREWORK

Warum führt jeder Kuss, besonders DER erste Kuss, zu einem Feuerwerk; einer inneren Explosion, bei der einem Hören und Sehen vergeht? Vielleicht habe ich bisher ja nur Frösche geküsst, aber bei mir hat noch kein Kuss dazu geführt, dass mir Flügel wuchsen, die mich auf Wolke Sieben hoch in den Himmel geleiteten, wo eine Traumwelt voller Einhörner, Glitter, Feuerwerk und Feenstaub auf mich wartete. Vielleicht mach ich aber auch einfach irgendwas falsch? Gänsehaut ist möglich, eine Millionen Schmetterlinge im Bauch überaus wahrscheinlich, aber wieso muss immer gleich die ganze Welt stehen bleiben? Wegen eins Kusses? Is klar.

DER BESTE FREUND, DER SICH ALS DIE WAHRE LIEBE ENTPUPPT

Jahre haben sie in inniger Freundschaft verbracht, nicht nur ihr Mittagessen in der Schule miteinander geteilt, sondern auch ihre Geheimnisse und gelegentlich ihre Betten. Nichts kann sie auseinanderbringen; eine Freundschaft, wie sie perfekter nicht sein könnte. Und dann passiert es. Irgendetwas verändert sich und plötzlich wird ihr klar, dass ihre wahre Liebe nicht der Captain des Footballteams ist, für den sie bereits seit Jahren schwärmt, sondern ihr unscheinbarer bester Freund. Sie hat es all die Jahre nur nicht bemerkt …

DIE BÖSE BEDROHUNG

Erinnert ihr euch noch an Super Mario? Dort gab es bei den verschiedenen Welten immer einen Endgegner, den es zu vernichten hieß, um Prinzessin Peach zu befreien. Bei Jugendbüchern habe ich mittlerweile das Gefühl, ist es nicht anders. Es gibt immer diese eine Bedrohung; dieser eine Bösewicht, der alle Fäden zieht und für alles Böse auf der Welt verantwortlich ist. Meist schafft es nur der/die Auserwählte den Bösewicht zu vernichten und somit die Welt von allem Bösen zu befreien.


Bedeutet dies nun, dass sich meiner Meinung nach an vorgenannten Klischees nie wieder bedient werden sollte? Nein! Wie gesagt, man kann das Rad nicht mehr neu erfinden und dank der Unmengen an Bücher (wir sprechen hier immerhin nicht nur von einem gelesenen Buch pro Monat, sondern von 5-10), die wir lesen, erscheint Einiges ganz automatisch irgendwie klischeehaft und man wird mit der Zeit von Natur aus wählerischer was die Bücher angeht, die man lesen möchte. Es ist schwer, heute noch Originalität an den Tag zu legen, allerdings ist der Unterschied meiner Meinung nach hier immer die Umsetzung. Viele meiner Lieblingsbücher bedienen sich ebenfalls einiger Klischees, allerdings auf eine andere Art und Weise. Ich denke die Originalität kommt daher, sich eben diese Klischees zu Nutzen zu machen. Regeln sind da, um gebrochen zu werden und warum nicht einfach mal die Klischees umdrehen, ein bisschen verbiegen, vielleicht völlig weg lassen oder einfach nur abändern? Für manche Geschichten sind Klischees natürlich manchmal von Vorteil, für manche gar unerlässlich, um die Geschichte in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken. Die Umsetzung macht’s. Einfach mal gegen den Strom schwimmen, wer weiß, vielleicht landet man genau damit einen Hit?

Gibt es Klischees, die euch so extrem nerven, dass ihr bestimmte Bücher sogar meidet? Fallen euch noch welche ein, die oben in meiner ganz persönlichen Liste nicht enthalten sind? Stören euch Klischees vielleicht auch gar nicht? Mögt ihr sie und seid ihr Fan davon, empfindet ihr solche als notwendig, um ein gutes Buch zu schreiben?

 

24 thoughts

  1. Liebe Ivy,

    Ein wirklich toller Beitrag, mit dem du mir einfach aus der Seele sprichst.
    Wobei ich bei deinen ersten Ansätzen und den geschilderten Reaktionen echt sprachlos war. Wie kann Mensch sich bitte zu solchen Aussagen erdreisten?
    Wer, wenn nicht die Leser hätten denn ein Mitspracherecht?
    Solche Äußerungen gehen einfach gar nicht. Sollte ich mal über so etwas stoßen, platzt mir wohl der Kragen.

    Und ja, das „auslassen“ von Charakteren, die zu einer vermeintlichen „Randgruppe“ gehören, geht mir mächtig auf den Sender, hatte mich schon gewundert, wieso es bei den Luna Chroniken keinen Aufschrei gab.
    Ich habe damals zu „Lady Midnight“ bei einer Leserunde auf Lovelybooks teilgenommen und in einem Beitrag einer anderen Leserin hieß es doch tatsächlich „Cassandra Clare übertreibt einfach mit dieser Homo-Sache“.
    OH MY GOSH! Mir sind fast die Augen aus dem Kopf gefallen, als ich diesen Beitrag gelesen hatte.
    Ich finde es gerade erstrebenswert uns unsagbar wichtig, dass verschiedene sexuelle Orientierungen, Ethiken & Co. als „normal“, gerade in Jugendliteratur, behandelt wird. Es ist keine Charaktereigenschaft. Es macht Menschen nicht anders.
    Aber ok, dir muss ich da wohl nichts erzählen.

    Bei den Klischees kann ich mich dir demnach nur anschließen. Und ich möchte auch einfach keine Geschichten mehr lesen, in denen das arme Mäuschen von ihrem „Chauvi-Freund“ errettet wird, weil sie ohne ihn einfach hilflos ist. Zurück in die Steinzeit.
    Auch ich habe kein Problem mit Storys, die es schon gegeben hat, aber wie du so schön sagst, auch diese können neu verpackt werden.

    Danke für diesen wirklich tollen Beitrag! #mademyday

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo liebe Jill,

      erst einmal vielen Dank für dein super ausführliches Kommentar!

      Das mit Cassandra Clare habe ich mit bekommen, nicht in der Leserunde, allerdings hatte sie wohl auch eine ähnliche Nachricht bzw. E-Mail erhalten, in welcher sich eine Person ebenfalls aufgeregt hat darüber, dass sie es mit der „Homo Sache“ übertreibt und es doch alles total unwahrscheinlich ist. Ihre Antwort hierauf ist ein absoluter Genuss. Es kann sein, dass ich den Link bzw. noch ein Screenshot davon habe, wenn du magst, kann ich dir diesen mal zukommen lassen 🙂

      Aber ich stimme dir sowas von in allen Punkten zu!!! Ich finde es auch einfach unglaublich toll zu sehen, wie sich die Welt der Bücher immer weiterentwickelt und wie viele Autoren so langsam auf den Dreh kommen, dass sie mit der Zeit mitgehen müssen und die Leser mittlerweile etwas ganz anders wollen als das, was sie schon gefühlte hundert Mal gelesen haben.

      Was die diversen Aussagen von damals zu meinem letzten Beitrag angehen kann ich heute nur drüber lachen. Seinerzeit jedoch ist mir auch der Kragen geplatzt und ich konnte nicht fassen, wie viele ignorante Menschen es doch gibt. Es ist schockierend und traurig. Da lob ich mir doch Autoren wie Leigh Bardugo, Cassandra Clare, Derek Landy, Tim Federle, Mackenzie Lee & Co. die eben genau diese Regeln brechen, sich etwas trauen und damit erfolgreicher sind als alle anderen!!

      Ich freue mich jedenfalls riesig, dass wir da gleicher Meinung sind ❤

      Liebste Grüße
      Ivy ❤

      Gefällt 1 Person

  2. Das YA-Genre kann ich nicht beurteilen, weil ich es nicht lese, aber in anderen Genres geht es mir ähnlich.

    Nehmen wir als Beispiel einfach mal: Historischer Roman. Das war früher eines meiner Lieblings-Genres. Dann kam Iny Lorentz mit „Die Wanderhure“ daher. Seitdem spielt fast jeder historische Roman im Mittelalter und hat immer eine Protagonistin, die ihr eigenes Schicksal beklagt – meist, weil sie unfreiwillig verheiratet werden soll – sodass sie sich gegen ihr Schicksal auflehnt, sich die Haare abschneidet, in Männerkleidung gewandet und loszieht um ihr Leben, wahlweise auch die ganze Welt, zu retten. Und das, obwohl die Protagonistin realistisch betrachtet, spätestens auf Seite 22 ins Gras gebissen hätte. Ich mag starke Frauenfiguren, aber ein bisschen in den historischen Kontext passen sollten sie dann schon!

    Oder auch die Fantasy. Seit Stephenie Meyer wird das Genre von einer skurrilen Vampirart nach der anderen überschwemmt. Oder zumindest von dem, was die Autoren und Innen in ihrer Märchenwelt voller Elfen, Zwergen und Eskimos als Vampire betrachten. Dabei hatte das Genre vorher schon Probleme mit der immer wieder auftauchenden „Wir gut – die böse“-Thematik, ihren „auserwählten“ Protagonisten, die immer auch gleich die gesamte Fantasy-Welt retten müssen, weil es im kleineren Maßstab wohl nicht mehr geht und den blassen Antagonisten, die meistens abgrundtief böse sind, weil – weil, halt!

    Oder die Thriller/Psychothriller. Vor einigen Jahren noch ein Genre, in dem die Handlung in erster Linie durch psychologische Spannung überzeugte. Als Film-Beispiel sei hier mal „The Game“ mit Michael Douglas genannt. Hochspannend, obwohl unblutig. Heute zeichnet sich das Genre nur noch dadurch aus, dass eine Reihe von Schlagworten in fast jeden Klappentext auftauchen. Meistens taucht dort ein „Serienmörder“ auf, der seine Opfer „bestialisch zugerichtet“ hat. Seine „Ritualmorde“ versetzen die Bewohner der Stadt häufig „in Angst und Schrecken“.

    Mir würden noch weitere Beispiele einfallen, aber ich will nicht übertreiben. 😉 Entschuldige die „wall of text“.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallöchen,

      und erst einmal vielen Dank für dein super ausführliches Kommentar. Zu historischen Romanen kann ich leider nichts sagen, da ich bisher noch keinen gelesen habe (bis auf ein Jugendbuch, das im 18. Jahrhundert spielt) aber ich kann dich sehr gut verstehen und auch nachempfinden, warum dich diese „Klischees“ nerven.

      Bei Fantasy stimme ich dir absolut zu. Wenn man etwas neues schreiben will, muss man etwas neues erfinden, was heutzutage ja kaum noch möglich ist, also „erfindet“ man einfach das Vorhandene neu, in diesem Fall eben Vampire oder andere Fantasiewesen. Solange es gut umgesetzt und ausgearbeitet ist, finde ich das vollkommen in Ordnung und teilweise richtig gut und spannend und auch wirklich beeindruckend, allerdings kann so etwas natürlich auch mal nach hinten los gehen.

      Mit dem/der Auserwählten sind wir uns dann ja offensichtlich einig haha

      Was Thriller etc. angeht lese ich diese zwar zwischendurch sehr gerne, aber viel zu wenig, als das ich hier wirklich beurteilen könnte, ob es sich nun um ein Klischee handelt oder nicht. Dann müsste ich erst noch einige mehr Bücher dieses Genre lesen, um dies persönlich für mich beurteilen zu können.

      Aber es ist super spannend deine Meinung zu hören bezüglich Genres, die ich zum Beispiel kaum bzw. gar nicht oder einfach nur sehr selten lese! Und es freut mich natürlich sehr, dass ich mit meiner Meinung nicht ganz alleine bin 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt 2 Personen

  3. Hallo,
    zum Thema Klischees hatte ich mich ja schon geäußert, aber als ich das gerade gelesen habe musste ich doch irgendwie schlucken. Ich bin davon überzeugt, kein Freund von Klischees zu sein, aber musste nach deiner Aufzählung feststellen, dass 90% dessen, was du geschrieben hast von mir gelesen/geschrieben wird. Das hat mich im ersten Moment wirklich nachdenklich gemacht. Andererseits hatte ich bei meinem letzten Kommentar ja schon gesagt, dass derartige Dinge einfach nett zu lesen sind, weil alles andere sonst alltag wäre, und davon habe ich ja genug.

    Ich möchte hier nich die 1000fach verbrauchten Klischees verteidigen, aber ich bin der Meinung, dass manche Klischees vielleicht gar keine sind. Z.B. der erste Kuss und das Feuerwerk. Mal ehrlich… ein Teenie voller Hormone hat nunmal die Erwartung, dass er erste Kuss total romantisch ist. Also entweder wird er ein absolutes Desaster – weil er/sie/es einfach nichts gefühlt hat – oder es wird der totale Oberknall. Wer bitte analysiert denn seine Gefühle in so einem Moment?! Das ist einfach wie ein Feuerwerk – ich hab es selbst erlebt und das mit über 25 Jahren ^^

    Das bringt mich zu dem Klischee der Insta Love. Sich sehen und der Meinung sein, dass ist es! erscheint mir auch völlig normal. Übertrieben mag es klingen, dass die Liebe für immer und ewig hält, aber auch da würde ich sagen: Teeniehormone. Die denken eben so. Alles dreht sich nur um den Geliebten, da denkt man nicht über den Tellerrand hinaus oder weiter als bis nächste Woche. Man ist eh der Meinung sich bereits perfekt zu kennen, denn man ist ja Seelenverwandt. Für mich also auch völlig verständlich.

    Zerrüttete Familienverhältnisse verwende ich auch gerne bei meinen Geschichten. Aber nicht, um die Tragik des Protas zu verdeutlichen, sondern weil es einfach beschissen ist Eltern in einer Jugendgeschichte unterzubringen. Die nerven, stören, wollen ständig etwas von dir und als Jugendlicher versteht man die sowieso nicht. Also müssen sie weg. Und das geht am besten, indem sie gar nicht erst auftauchen 😉 Problem gelöst.

    Und auch die übrigen Klischees finden in meinen Geschichten Verwendung. Die Superkräfte (die aber nicht neu entdeckt werden, sondern bereits von Anfang an da sind) der Badboy, der in diesem Fall aber schon Erwachsen ist, der Homofreund (den ich später wieder rausgeworfen habe, weil es mir doch wirklich zu blöd war) die mysteriöse Vision (die auch wieder weichen musste) die Auserwählte (spielt ausnahmsweise keine Rolle) und das hässliche Entlein ist ein feiges Drecksstück (wird nicht benötigt). Der beste Freund und die wahre Liebe finde ich auch doof, aber selbst das soll es tatsächlich geben und die böse Bedrohung… wenn nicht alles auf ein Finale hinausläuft, was bleibt dann noch?
    Dreicksbeziehungen finde ich hingegen spannend, aber auch sehr schwer als solche zu führen, weshalb es wohl meistens darauf hinausläuft, dass sich am ende für ein Paar entschieden wird. Auch da kann ich aus Erfahrung sprechen :p

    Okay, laber, laber. Jetzt habe ich fertig.
    Klischees, die mich stören…? Ich würde es nicht als Klischee betiteln, aber ich mag es gar nicht, wenn besondere Themen groß angepriesen werden und man am Ende nur enttäuscht wird. (50 Shades war so ein Fall.) Und wie gesagt, ich dachte immer ich mag keine Klischees, aber witzigerweise hast du mir gerade das Gegenteil aufgezeigt. Ja, es kommt halt irgendwie auf den Blickwinkel und die Schreibweise des Autors an, ob das Klischee gut oder schlecht rüberkommt.
    Und den Autor dafür zu zerreissen, was er mühevoll geschrieben hat – ob es uns Leser nun gefallen hat, oder nicht – finde ich wirklich unterste Schublade. Da hat man vielleicht Jahre in dieses Buch gesteckt, und dann reichen einige Worte und man ist unten durch.
    Das geht gar nicht.
    In diesem Sinne. LG

    Gefällt mir

    1. Hallöchen,

      erst einmal vielen Dank für dein Kommentar 🙂 Von „Autor zerreißen“ und das schlecht zu machen, woran er jahrelang gearbeitet hat, ist hier nicht die Rede. Wie in meinem Beitrag beschrieben unterstütze ich ein solches Verhalten nicht und bin der Meinung, dass negative Kritiken auf jeden Fall respektvoll verfasst werden können und auch sollten. Wenn man ein Buch nicht mag, soll man es auch sagen dürfen, in dem man begründet warum. Der Autor muss damit zurecht kommen, ansonsten darf er keine Bücher schreiben, denn es gibt wohl kein Buch, dass jedem Menschen gleich gut gefällt. Nur wie gesagt, Respekt sollte gewahrt werden und höflich bleiben sollte man ebenfalls, trotzdem sollte man nicht davor zurückschrecken, eine negative Kritik zu schreiben. 🙂

      So wie du es beschreibst muss ich leider sagen, dass ich deine Bücher dann tatsächlich nicht lesen würde. Das ist nicht böse gemeint, aber für mich sind das tatsächlich alles Klischees, die ich überall lese, die es viel zu häufig gibt und die mich mittlerweile einfach nur noch langweilen.

      Was das Teenieverhalten angeht, kann ich ja nur mit mir selbst vergleichen. Vielleicht stößt mir daher einiges eher negativ auf als vielleicht anderen, aber ich persönlich war als Teenager nicht so 🙂

      Die Insta-Love ist für mich eines der schlimmsten Klischees und das stößt bei mir definitiv immer sehr negativ auf da es manchmal den Anschein hat, als glaubt der Autor, das Buch wird weniger erfolgreich, wenn nicht irgendeine super tolle Romanze mit beinhaltet ist, dabei kommen Bücher (sofern die Story gut ist etc. pp.) auch sooo unglaublich gut ohne „die ewige Liebe“ aus.

      Aber wie oben auch in meinem Beitrag geschrieben, sind Geschmäcker und Vorlieben unterschiedlich. Manche sind genervt von diesen Klischees, andere empfinden es nicht mal als solche und lieben sie. Jeder sollte das lesen und schreiben, was er mag und das ist ja auch völlig okay so 🙂 in meinem Beitrag vertrete ich lediglich meinen persönlichen Standpunkt und der sieht eben so aus, dass ich absolut für mehr Vielfalt und Originalität bin. Immer dasselbe zu lesen wird irgendwann langweilig 🙂

      Liebe Grüße
      Ivy

      Gefällt 3 Personen

  4. Hey Ivy,

    DANKE. Genau das finde ich auch immer total blöd, wenn ich das so sagen darf. Ich bin ein Liebhaber von Klischees, da bin ich ehrlich. Aber es muss passen. Es gibt einfach Geschichten, da kommt du aus dem Augenrollen gar nicht mehr raus und dann gibt es Storys, bei denen genau diese Klischees so gut verbaut sind, dass man sagt: Ja, das gefällt mir.
    Es wird immer unterschiedliche Meinungen geben und das ist ok. Die einen mögen die Klischees, die anderen halt nicht, aber jeder sollte so erwachsen sein und genau diese Meinung akzeptieren, denn nur so kann in meinen Augen eine gute Diskussion funktionieren.
    Egal, ob man es jetzt mag, oder nicht, ob man die Klischees mag, oder nicht, es gibt für alles immer eine Gruppe und auch Autoren sollten die Wünsche der Leser respektieren, ohne direkt ausfallend zu werden. Wenn sie es schreiben wollen,bitte, aber man muss auch mit Kritik rechnen, wenn man nur jedes erdenkliche Klischee hinteinander wegschreibt….

    Die Mischung macht es in meinen Augen. Es gibt Bücher wie die von Cassandra Clare oder Magie der Namen, die die Homosexualität unfassbar toll aufgreifen und ENDLICH als etwas normales darstellen, es weder überhöhen, noch so tun, als gäbe es sie nicht. Und dann gibt es Bücher, die mit den typischen Dreiecksbeziehungen oder heterobeziehungen spielen, was mir dann in dem Moment aber auch wieder gut gefallen kann, wenn es gut umgesetzt ist.
    Es muss halt irgendwie immer zur Geschichte passen, denn manchmal habe ich das Gefühl, dass gewisse Elemente einfach nicht zur Story, oder der Person passen und ich dann nur noch genervt auf diese klischeehaften…. Klischees reagiere.

    Ich kann mich deinem Beitrag nur anschließen…. wie sagt man so schön, der Ton macht die Musik.

    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Anna,

      ganz genau das ist es, was ich mit diesem Beitrag ausdrücken wollte. Nicht nur, dass es unterschiedliche Meinungen gibt und jeder diese zu akzeptieren und respektieren hat, aber auch, dass Bücher dadurch, dass sie z. B. klischeebehaftet sind nicht schlecht sind. Die persönliche Meinung und die Vorlieben spielen hier eine ausschlaggebende Rolle. Manche Bücher brauchen Klischees, um zu funktionieren, bei anderen wirken sie Fehl am Platz, man muss eben einfach wissen, wie man sie an richtiger Stelle richtig einsetzt, was jeder Leser natürlich auch noch einmal ganz anders interpretiert. Der eine oder andere ist zum Beispiel auch viel schneller genervt von besagten Klischees, als andere.

      Eigentlich gibt es kein gut oder schlecht, es gibt immer nur die persönliche Meinung, entweder es gefällt oder es gefällt eben nicht. Das ist ja auch das schöner am Lesen und am Diskutieren der Bücher. Wie langweilig wäre es, wenn wir alle dieselbe Meinung hätten 🙂 ❤

      Danke für dein ausführliches Kommentar (und fürs Folgen ;-)) ❤

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt mir

  5. Liebe Ivy,

    du sprichst mir aus der Seele.
    Ich habe als Bloggerin selbst das Gefühl, bestimmte Themenbereiche unzählige Male gelesen zu haben, so dass ich das Buch entweder gar nicht mehr weiter lesen möchte oder aber es zu ende lese – und wenn es nicht einen enormen Sprung gibt der mich nochmal ins Boot zieht und mich vor Begeisterung umstimmt – und es dementsprechend auch Bewerte.

    Ich habe nichts dagegen wenn viele das Thema Vampire aufgreifen, aber dann bitte nicht Ala Twilight. Sowas kann ich ja gar nicht leiden. Ich mag Vampire und auch Trolle, Elben, Elfen ect. Aber ich mag es einfach nicht wenn die Geschichten sich wiederholen.

    Deine Beschreibung der Charakteren die in den Geschichten auftauchen.
    Jepp, das habe ich auch erlebt. ABER ich muss sagen, wenn mir die Geschichte richtig gut gefällt, dann akzeptiere ich den schwulen besten Freund eines weiblichen Charakters.

    Was das Kribbeln im Bauch angeht, mit dem Feuerwerk… Ich verdrehe auch immer die Augen. Mittlerweile ist das dass größte Klischee das es gibt. Langweilig und macht die Geschichte wieder super uninteressant.

    Danke für den tollen Beitrag.
    Lg Lea

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Lea,

      vielen Dank für dein Kommentar! Es freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt und wir einer Meinung sind ❤

      Ich stimme dir zu, wenn mir das Buch gefällt und einfach alles passt, sowohl Story und Charaktere, dann habe auch ich nichts gegen den schwulen besten Freund oder andere Klischees. Wie gesagt, brauchen manche Bücher eben solche Klischees um zu funktionieren, bei anderen Bücher wiederum wirken sie Fehl am Platz, übertrieben und viel zu oberflächlich und vor allen Dingen langweilig. Ich glaube das größte Problem ist wirklich, dass es einen einfach nur tierisch langweilt, wenn man immer und immer wieder dasselbe liest und das ist so schade. Als müsste man tatsächlich diese eine bestimmte Richtung einschlagen, um überhaupt als Autor zumindest teilweise erfolgreich zu werden.

      Aber wie man ja momentan beobachtet, verändert sich die Welt der Bücher immer mehr, dank Autoren wie Tim Federle, Adam Silvera, Angie Thomas, Mackenzie Lee, etc. pp.

      Ganz liebe Grüße
      Ivy

      Gefällt 1 Person

  6. Liebste Ivy,

    klasse Post! Das mal vorneweg.

    Zum ersten Teil deines Posts: Vielleicht hat das mit meinem Studium zu tun, mit meiner Erziehung, mit was auch immer … aber ich lasse mir von niemandem vorschreiben, wie meine Meinung auszusehen hat. Auch nicht, wenn es sich dabei um ein begehrtes Rezensionsexemplar handelt. Oder wenn dir der Autor nach 5 Bild-Posts plötzlich auf Instagram folgt und das Cover zwar himmlisch ist – der Inhalt jedoch eher teuflisch … Ich bin ehrlich, den Fall habe ich selbst schon erlebt. Der erste Gedanke war: „Oh mein Gott … ich wurde gesehen. Aber das Buch war wirklich schlecht. Was mach ich den jetzt?“ Nun ja. Einfach weitermachen wie bisher. Was kann denn schon passieren? Ich bin hundertpro nicht die einzige Person auf dieser Welt, die das Buch nicht gut fand. Aber ich gebe es zu. Und da bin ich dann schon minimal stolz drauf 😀

    Nun zum Klischee-Teil.
    Wie du so schön schreibst: „Lesen und lesen lassen“. Ich hab etwas Ähnliches gestern Jill von Letterheart geschrieben. „Fremde Bücherregale gehen uns herzlich wenig an“. Finde ich. Mein Beispiel war gestern auch „Paper Princess“. Lieben oder hassen. Die Rezensionen, die ich zu diesem Buch gelesen habe, waren entweder schwarz oder weiß. Und was ist mit grau? Klar, Klischees gibt es in diesem Buch en masse! Gelesen habe ich es trotzdem. Wie schon einige vor mir geschrieben haben: Ich liebe Klischees – solange sie „gerechtfertigt“ sind und gut reinpassen.
    Zum Klischee „Insta Love“ fällt mir spontan „The Sun is also a star“ ein. Ich fand das Buch schön – keine Frage! Aber … genau, aber. Ernsthaft?! Die Liebe des Lebens und das innerhalb von Minuten? Es war teilweise schon etwas creepy … Vielleicht bin ich auch die Einzige, die diese Meinung vertritt. Aber es war schon komisch.

    Nun gut. Lange Rede, kurzer Sinn.
    Ich lese deinen Blog furchtbar gerne und deine letzten Posts sind, meiner Meinung nach, tiefgründig, gut argumentiert und fallen einfach auch mal aus der Reihe. Im positiven Sinne. Nicht nur reine Rezensionen (zu der Sorte zähle ich mich momentan), sondern einfach auch mal über die Bloggerwelt sinnieren. Und ich rede von deinen letzten Posts, da ich dir noch gar nicht so lange folge 😉

    Liebste Grüße,
    Wiebi

    Gefällt mir

    1. Hallo Wiebi,

      vielen Dank erst mal für dein ausführliches Kommentar und deine lieben Komplimente! Es freut mich sehr, dass dir meine Posts gefallen 🙂 ich schreibe sie auch unheimlich gerne. Ich gehöre zur eher nachdenklicheren Sorte Mensch und finde es hilft manchmal sich selbst auch etwas besser zu verstehen, wenn man es einfach zu Papier bringt – und wenn ich diesen Blog schon mal habe, wieso meine Gedanken dann nicht auch mit anderen teilen? 🙂 Es bedeutet mir sehr viel, dass du meine Beiträge magst, danke dafür!

      Ich stimme dir absolut zu. Zu Paper Princess kann ich nichts sagen. Ich kenne natürlich diese extrem gegenteiligen Stimmen und von dem was ich gehört habe, ist es wohl auch eher ein Buch, das mir nicht gefallen würde, aber ich habe es geschenkt bekommen und überlege hin und her es zu lesen, um mir selbst eine Meinung zu bilden.

      Ich finde es übrigens toll, dass du immer deine Meinung sagst und diese auch vertrittst. Und was du oben beschreibst, kenne ich haha Man bekommt ein neues Buch, das Cover ist toll, man postet Fotos, der Autor sieht und liked, kommentiert vielleicht sogar (Fangirl Momente) und dann hat man es gelesen und die Enttäuschung ist groß… Natürlich ist es für Autoren nicht angenehm zu hören, dass jemand das Buch nicht mochte, aber ich denke das gehört zum Autorenleben dazu. Wahrscheinlich gibt es ebenso viele, vielleicht sogar mehr, die das Buch lieben ❤ Auf jeden Fall sollte man niemals Angst davor haben, seine Meinung zu sagen, egal ob positiv oder negativ und im Gegenzug hat niemand das Recht, einen anderen dafür zu verurteilen, nur weil man z. B. Paper Princess mochte, obwohl es so viel gibt, was dagegenspricht (Um das Beispiel noch mal aufzugreifen) Geschmäcker sind eben verschieden und das ist auch gut so.

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt 1 Person

  7. Ich finde den Artikel toll ! Ich habe schon öfter auf Instagram zu hören bekommen, dass ich zu wählerisch sei, wenn ich ein Buch nicht gut fand und dann negativ rezensiert habe, ich finde es ist genau, wie du sagst, man hat das Recht darauf das zu lesen, was man will und es gut oder schlecht zu finden, egal ob es jetzt ein super gehyptes Buch ist, das halb Bookstagram in den Himmel lobt. Deswegen sagen ich trotzdem meine Meinung, wenn ich es nicht mag 🙂
    Liebe Grüße, Mo

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Mo,

      ganz genau so! Diese Kommentare habe ich auch schon häufig zu hören bekommen oder Sätze wie „Waaaas, wie kannst du das nicht mögen? Das ist doch eines der besten Bücher der Welt und Klischees kommen da auch gar kein drin vor bla bla blubb“ Alles schön und gut, aber jeder empfindet Klischees ja auch ganz anders, jeder hat andere Vorlieben, Interessen und Erwartungshaltungen und das ist auch gut so. Es wird wahrscheinlich niemals ein Buch geben, das jedem gefällt. Erst kürzlich habe ich zum Beispiel eine negative Kritik zu The Hate U Give gelesen (eines der für mich besten Bücher, die jemals geschrieben wurden) und ich konnte diese Kritik einfach absolut nicht nachvollziehen; nicht mal ein Satz daraus. Aber trotzdem habe ich diese Meinung natürlich akzeptiert und vor allen Dingen respektiert. Leute empfinden Dinge eben unterschiedlich; deshalb finde ich es blöd zu sagen „Dieses Buch ist schlecht“ sondern finde Aussagen wie „Für mich persönlich war dieses Buch ein Fehlgriff“ oder „Ich persönlich mochte das Buch überhaupt nicht“ viel treffender.

      Ganz liebe Grüße und viele Dank für dein Kommentar!

      Ivy

      Gefällt mir

  8. Amen! Danke für diesen tollen Beitrag, Ivy . Wie kann man sich überhaupt solche Aussagen anmaßen… Tzzz… 😝😝😝🙅
    Jeder hat das Recht wählerisch zu sein und genauso seine persönliche Meinung zu äußern!☝️💞
    Ganz liebe Grüße 💞

    Gefällt mir

    1. Hallo Stella,

      ganz genau 🙂 jeder sollte ein Buch lieben und nicht mögen dürfen und jeder sollte auch das Recht haben, das kund zu tun, dafür gibt es diese tolle Community ja ❤

      Freut mich wirklich sehr, dass dir der Beitrag gefällt ❤

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt 1 Person

  9. Liebe Ivy!
    Ich glaube, dass es für viele Autoren mittlerweile „ungemütlich“ wird, sich mit uns Bloggern auseinanderzusetzen und immer mal wieder neue Forderungen an den Kopf geknallt zu bekommen, womit ich nicht sagen möchte, dass diese Forderungen unangemessen sind. Meistens sind sie ja eher als Idee formuliert, als Wunsch. Und das finde ich super. Schließlich legen wir ja auf einem Silbertablett dar, was wir uns wünschen würden. Mehr nicht.
    Selbst ich bekomme manchmal Nachrichten a la „Oh Gott, ich hatte so Angst vor deiner Meinung zu meinem Buch“ und ich gehöre ja überhaupt nicht zu der Heugabel-Moralapostel Fraktion sondern bin einfach ehrlich 😀

    Mich stören Klischees grundsätzlich nicht total, jedoch sollte ein Buch nicht überladen davon sein und quasi von klischeehaften Personen und Handlungen triefen. Letztendlich kommt es halt auf die Erwartungen des Lesers an und auf den Nutzen, den das Buch für jemanden hat.

    Die Auflistung der Klischees finde ich total witzig 😀
    Das Rad neu erfinden kann man nicht, das stimmt. Aber ich glaube es hilft schon, wenn man sich als Leser einfach mal anderer Genres bedient und dadurch Abwechslung und Weitblick erhält.

    Ein wirklich toller Beitrag – mal wieder 🙂

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Nicci,

      ohja solche Nachrichten bekomme ich auch ziemlich häufig haha aber ganz häufig erhalte ich auch Anfragen von Autoren, die meine Ehrlichkeit zB schätzen und unbedingt möchten, dass ich ihr Buch bewerte um zu sehen, wie ich es finde, gerade weil ich ja teilweise schon höhere Ansprüche habe was manche Thematiken angeht und das freut mich immer riesig. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man als Autor auch Angst hat vor Kritik, aber ich denke damit muss man sich auseinandersetzen und auch klar kommen, insbesondere in unserer heutigen Zeit wo quasi jeder im Internet irgendetwas bewertet. Deshalb ist es wichtig, Respekt zu wahren. Ich habe letztens auch von einer Autorin was gelesen die schrieb, dass sie nur negative Kritiken liest, weil sie das Gefühl hat, davon zu lernen (hasserfüllte Rezensionen sind damit natürlich nicht gemeint).

      Ich bin auch nicht komplett gegen Klischees oder verurteile sie, nur wie gesagt, wenn ich immer dasselbe lese, dann wird mir langweilig und die Freude am Lesen geht verloren.

      Ganz liebe Grüße
      Ivy

      Gefällt 1 Person

      1. So ist es. Der Umgang mit Kritik ist immer so eine Sache, aber ich finde es toll, dass es doch zahlreiche Autoren gibt, die Wert auf eine ehrliche Meinung legen. Letztendlich haben sie davon ja mehr als tausend platte 5 Sterne Rezensionen.
        Hasserfüllte Rezensionen finde ich unangemessen, ebenso Rants. Auch, wenn sie mich komischerweise neugierig auf das Buch machen.

        Klar, irgendwann wird es langweilig. Ich freue mich auch immer, wenn Themen mal neu und erfrischend sind.

        Gefällt mir

      2. Ich stimme dir zu, Rants machen mich auch teilweise neugierig, hasserfüllte Rezensionen und Kommentare meist so aggressiv, dass ich die Autoren ganz automatisch in Schutz nehme, ganz gleich ob ich sie oder das besagte Buch kenne oder nicht. Negative Publicity ist eben auch Publicity und ich kenne sehr viele, die nur wegen solcher Rants schon ganz viele Bücher gekauft und auch gelesen haben. Was ich hingegen ganz übel finde sind die Leute, die ein Buch nur lesen, weil sie am Ende richtig darüber herziehen wollen. Sowas hasse ich wie Bauchweh. Leute die Freude daran haben, negative Kritiken zu schreiben und damit meine ich nicht höflich formulierte und gut argumentierte Rezensionen, sondern solche, die zu richtigen Online-Hetzjagten aufrufen. Ganz gleich wie wenig mir ein Buch gefallen hat, es gibt mir NICHT das Recht, den Autor in irgendeiner Art und Weise anzugreifen oder öffentlich bloßzustellen. Absolutes NO-GO. Das gibt’s ja auch bei Serien ganz häufig, bei Shadowhunters zum Beispiel ist das ganz auffällig, obwohl die Leute ständig betonen, wie sehr sie die Serie „Hassen“, schauen sie jede Folge um hinterher online darüber herzuziehen, Cast und Crew fertigzumachen und die Fans zu beleidigen nur weil sie Bock auf Streit haben und sich daran erfreuen, wenn jemand wegen ihnen sich aufregt oder gar traurig wird … Grauenvoll sowas.

        Gefällt 1 Person

      3. Ach weißt du.. manchmal glaube ich wirklich, dass Menschen keinen Sinn am Leben sehen, wenn sie nicht mehr meckern und kritisieren könnten. Vielleicht müssten sie sich dann mehr mit sich selbst auseinandersetzen, was sie wiederum vielleicht gar nicht aushalten können.
        Bücher zu lesen, um später über sie herzuziehen bedeutet für mich, dass betroffene Personen schlimm unzufrieden mit sich und ihrem Leben sind, keinerlei Themen haben mit denen sie sich angemessen beschäftigen können und lieber über Dinge herziehen, statt sich an anderen zu erfreuen. Die Menscheit ist manchmal echt grenzenlos beknackt.
        Das Problem liegt nicht bei den Büchern, sondern bei den Menschen die sie lesen obwohl sie wissen, dass es nichts für sie ist. Da habe ich wirklich besseres zu tun.
        Wenn man den Fokus auf andere legt ist der auf das eigene Leben halt weg. Arme Leute eigentlich.

        Gefällt mir

      4. Jaa, das sage ich auch immer wieder. Wenn mir was nicht gefällt, dann lese/schaue/tue ich es nicht, ganz einfach. Das Leben ist zu kurz um seine Zeit mit unschönen Dingen zu verbringen, die einen nur traurig, missmutig oder wütend stimmen. Aber wie du sagt, die Leute sind wahrscheinlich einfach nur unzufrieden mit sich selbst und wollen das kompensieren, indem sie andere fertig machen. Da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s