REVIEW: THE UPSIDE OF UNREQUITED – BECKY ALBERTALLI

Nachdem ich auf Anraten hin einiger Bloggerkollegen/innen und Bookstagram Freunde endlich Nur drei Worte von Becky Albertalli gelesen habe konnte ich die Veröffentlichung ihres neuen Romans, The Upside of Unrequited, kaum noch erwarten. Schnell wurde Becky’s zweiter Roman zu einem meiner am meist ersehnten Bücher in diesem Jahr. Wie wir es aber sicher alle kennen, haben sich ständig andere Bücher dazwischen gemogelt. Jetzt, wo die Frankfurter Buchmesse allerdings kurz bevorsteht und ich das Glück und die Ehre habe, Becky Albertalli persönlich zu treffen und zu interviewen, habe ich alle anderen Bücher erst mal über Bord geworfen und mich The Upside of Unrequited gewidmet. Anderthalb Tage später habe ich das Buch bereits beendet. Wie es mir gefallen hat? Das erfahrt ihr in meiner nachfolgenden Rezension, also bleibt dran, wenn ihr neugierig seid!

Autor: Becky Albertalli
Titel: The Upside of Unrequited
Verlag: bisher nicht auf Deutsch erschienen
Erscheinungsdatum: -/-


Seventeen-year-old Molly Peskin-Suso knows all about unrequited love—she’s lived through it twenty-six times. She crushes hard and crushes often, but always in secret. Because no matter how many times her twin sister, Cassie, tells her to woman up, Molly can’t stomach the idea of rejection. So she’s careful. Fat girls always have to be careful.

 

Then a cute new girl enters Cassie’s orbit, and for the first time ever, Molly’s cynical twin is a lovesick mess. Meanwhile, Molly’s totally not dying of loneliness—except for the part where she is. Luckily, Cassie’s new girlfriend comes with a cute hipster-boy sidekick. Will is funny and flirtatious and just might be perfect crush material. Maybe more than crush material. And if Molly can win him over, she’ll get her first kiss and she’ll get her twin back.

 

There’s only one problem: Molly’s coworker Reid. He’s an awkward Tolkien superfan with a season pass to the Ren Faire, and there’s absolutely no way Molly could fall for him. Right?

 

[Quelle: http://www.goodreads.com]


Nachdem ich Nur drei Worte absolut geliebt habe (meine Rezension habe ich euch oben verlinkt), zweifelte ich keine Sekunde daran, dass mir auch dieses Buch gefallen würde. Vorab ganz kurz: ich würde auf jeden Fall empfehlen Nur drei Worte vor The Upside of Unrequited zu lesen. Es ist nicht zwingend notwendig, doch es gibt einige Anspielungen auf Nur drei Worte, was das Leseerlebnis noch einmal zu etwas ganz Besonderem machen, sofern man Nur drei Worte denn vorher gelesen hat. Wenn nicht, auch nicht schlimm – wie gesagt, es ist nicht von Nöten Nur drei Worte zu lesen, um dieses Schmuckstück hier zu verstehen, dennoch würde ich es empfehlen.

The Upside of Unrequited ist eine so unglaublich bezaubernde, hinreißende und so süße Geschichte, die euch auf jeden Fall „all the feels“ geben wird. Dieses Buch ist einzigartig und anders als all die Bücher, die ich bisher gelesen habe. In diesem Buch geht es um Charaktere mit verschiedenen, meist viel zu selten repräsentierten, Körpertypen, -formen, etc. pp. Unsere Protagonistin Molly ist, wie sehr häufig üblich in Jugendbüchern, kein gerstenschlankes Supermodel. Außerdem leidet sie unter Angstzuständen und Panikattacken, welche sie mit Hilfe diverser Medikamente im Griff hält. Ihre Zwillingsschwester Cassie, ist, zumindest was das Äußere betrifft, das absolute Gegenteil von Molly. Außerdem interessiert sich Cassie, entgegen ihrer Schwester, nicht für Jungs, sondern für Mädchen, ganz konkret für ein koreanisch-amerikanisches, pansexuelles Mädchen. Sie haben zwei Mütter, die durch eine Samenspende in der Lage waren, Kinder zu bekommen. Ich habe sehr häufig die Erfahrung gemacht, dass Eltern, Geschwister, überhaupt ein familiäres Zusammenleben in Jugendbüchern häufig weggelassen wird; vorzugsweise über zerrüttete Familienverhältnisse geschrieben wird, weil es einfacher ist und gleichzeitig ein bisschen Drama verursacht. Hier ist das anders. Familie wird in diesem Buch sehr groß geschrieben, was mir unfassbar gut gefallen hat und mal ein bisschen Wind rein bringt, in dieses meiner Meinung nach stark klischeehaltige und eingefahrene Jugendbuchgenre. Molly ist nicht nur ihre Zwillingsschwester unglaublich wichtig, sondern ihre gesamte Familie, ihre Mütter, ihr kleiner Bruder und auch ihre Freunde, die fast schon wie Familie für sie sind.

FAMILIE WIRD HIER GROß GESCHRIEBEN

In Punkto Familie gab es nur ein winzig kleiner Punkt, der mich etwas störte. Das Buch verleiht dem Leser teilweise den Eindruck, als wäre der einzig richtig und wahre Weg, sein Leben zu leben, zu heiraten und Kinder zu bekommen. Obwohl der Begriff Familie in diesem Buch sehr weitläufig verwendet wird und nicht abstellt auf Vater, Mutter, Kind, werden eben Menschen, die unverheiratet und kinderlos sind teilweise so hingestellt, als würden sie kein erfülltes Leben leben, was in meinen Augen völliger Schwachsinn ist. Manche Menschen haben einfach nicht das Bedürfnis zu heiraten oder Kinder zu bekommen; können aber ebenso glücklich sein, ob nun in einer festen Beziehung oder eben nicht, wie ein verheiratetes Ehepaar mit drei Kindern oder mehr.

Molly ist mir hier in ihrem Denken manchmal zu festgefahren. Zwar erwähnt sie, dass sie Feministin ist, glaubt aber nur dann glücklich zu sein/werden, wenn sie endlich einen festen Freund hat, was sich in meinen Augen etwas widerspricht. Natürlich ist es schön einen Partner zu haben und es ist auch vollkommen in Ordnung einen zu wollen (das macht eine Frau nicht weniger feministisch), was mich gestört hat ist, dass Molly es so hinstellt, dass sie ohne Freund, ohne Partner automatisch ein unglückliches Leben führen wird und das ist in meinen Augen mehr als falsch. Manche Menschen entscheiden sich nicht ohne Grund dazu, nicht zu heiraten, Single zu bleiben und kinderlos.

Dennoch empfand ich die Geschichte als sehr realistisch, insbesondere was die Darstellung des Lebens eines Teenagers angeht. Sie trinken, sie sprechen über Sex, sie belügen ihre Eltern, sie streiten, sie sind selbstbewusst aber ebenso zweifeln sie an sich selbst, sie sind neugierig, sie verlieren die Nerven wegen Dingen, die im Leben eines Erwachsenen unwichtig erscheinen, sie übertreiben, sie sind eifersüchtig, sie sagen und tun gemeine Dinge, sie vertragen sich wieder …  Es war unfassbar erfrischend ein Jugendbuch zu lesen, dass so realitätsnah war. Die Charaktere wirken echt; alle haben sie ihre Ecken und Kanten und genau dafür habe ich sie geliebt, Molly, ebenso wie ihre Schwester Cassie, Mina und Reid – vor allen Dingen Reid.

Nicht nur die Charaktere waren gut ausgearbeitet, durchdacht, wirkten realistisch und echt, sondern auch die Beziehungen. Nichts wirkte aufgesetzt oder oberflächlich; auch die Art und Weise wie sich die Beziehungen, egal ob auf freundschaftlicher oder romantischer Ebene, weiterentwickelt haben, war einfach wunderschön mit anzusehen und hat mein Herz höher schlagen lassen. Müsste ich einen Lieblingscharakter wählen, würde meine Wahl definitiv auf Reid fallen – oder Olivia.

JUGENDLICHE LEICHTIGKEIT

Der Schreibstil war wie gewohnt großartig und wies diese wunderbare jugendliche Leichtigkeit auf, die viele Autoren versuchen einzufangen, aber es ganz häufig nicht schaffen. Ja Jugendliche benutzen Slang, doch ich finde es wichtig, hier ein Gleichgewicht zu finden, sodass die Geschichte am Ende nicht zu plump wirkt. Becky Albertalli hat genau das geschafft und ihrem Buch eben genau die notwendige jugendliche Leichtigkeit verliehen, die es gebraucht hat. Man ist nur so durch die Seiten geflogen; hat gegrinst, geweint, war wütend, hat den Kopf geschüttelt – Emotionen über Emotionen, auch wenn mich The Upside of Unrequited nicht ganz so intensiv fesseln konnte wie Nur drei Worte.

Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen, insbesondere für diejenigen, die sich eventuell gerade in einer Leseflaute befinden. Man fliegt nur so durch die Geschichte hindurch, wird dennoch Teil davon. Außerdem ist dies ein Buch, das ganz viele verschiedene Gruppierungen von Menschen anspricht und repräsentiert. Ich bin mir sicher, dass sich jeder irgendwie in mindestens einer der Charaktere wiederfindet, da sie alle so vielfältig sind und eben genau das ist es, was dieses Buch zu einem absolut großartigem Lesevergnügen macht.

WEITERE REZENSENTEN

sasverse | Anima Libri

After I read and fell utterly in love with Simon vs. the Homo Sapiens Agenda by the wonderful Becky Albertalli The Upside of Unrequited became one of my most anticipated reads this year. Unfortunately I hadn’t had the time to pick it up until recently. I finished the book in only two days. If you want to know if I liked it or not, keep reading.

author: Becky Albertalli
title: The Upside of Unrequited
publisher: Balzer + Bray
publication date: April 11th,  2017


Seventeen-year-old Molly Peskin-Suso knows all about unrequited love—she’s lived through it twenty-six times. She crushes hard and crushes often, but always in secret. Because no matter how many times her twin sister, Cassie, tells her to woman up, Molly can’t stomach the idea of rejection. So she’s careful. Fat girls always have to be careful.

 

Then a cute new girl enters Cassie’s orbit, and for the first time ever, Molly’s cynical twin is a lovesick mess. Meanwhile, Molly’s totally not dying of loneliness—except for the part where she is. Luckily, Cassie’s new girlfriend comes with a cute hipster-boy sidekick. Will is funny and flirtatious and just might be perfect crush material. Maybe more than crush material. And if Molly can win him over, she’ll get her first kiss and she’ll get her twin back.

 

There’s only one problem: Molly’s coworker Reid. He’s an awkward Tolkien superfan with a season pass to the Ren Faire, and there’s absolutely no way Molly could fall for him. Right?

 

[Quelle: http://www.goodreads.com]


Although it’s not mandatory to read Simon vs. the Homo Sapiens Agenda before The Upside of Unrequited I’d definitely recommend you to do so because there are some cameos that will seem like totally irrelevant if you don’t already know the history of some of the side characters. And since Simon vs. the Homo Sapiens Agenda is one of the best books I’ve ever read I recommend you to read it first, although it’s of course not required to read it before The Upside of Unrequited.

This was such an unbelievably adorable, cute and fluffy read that will give you all the feels, I promise. It’s so different from most YA books which is one of my favorite things about this books. It focuses on underrepresented body types, our main character Molly for example is not one of those super skinny super models most YA have. She also has anxiety and takes medication for it and her twin sister Cassie, who’s, concerning her looks at least, the total opposite of Molly likes girls, specifically a Korean-American pansexual girl. They have two moms and are also sperm-donor babies. Usually family doesn’t play a big role in most YA books because it seems like it’s much easier to write about decayed family circumstances than include a loving family in the story. It also adds some drama to the story too, which might be another reason why most authors don’t want to include a happy family in their books. But in this book family is very important. It was a breath of fresh air to finally have a loving and happy family in a YA book. Molly does not only care a lot about her twin sister, but also about her whole family, her two moms, her little brother and of course her friends who basically are like family to her.

FAMILY IS A VERY IMPORTANT

There’s just one tiny little thing that kind of bothered me. The book kind of gives the reader the impression that the only right way to live your life to the fullest is to get married and have children. Some people just do not want to get married. A wedding would rather make them feel trapped instead of happy. But only because they don’t want to get married or have kids does not mean it makes them a less happy person. Mostly there’s a reason why some people choose to live their life unmarried and without children and that is not a bad thing, it is totally fine.

I also did not like how Molly always thought that the only way she can ever be happy is to have a boyfriend. She calls herself a feminist but at the same time she believes that the only way she will ever live a happy life is to have a man by her side, to have a boyfriend. I mean of course it’s okay to have a boyfriend and to want a boyfriend, that doesn’t make you less of a feminist, I just don’t think it’s very healthy to make people believe that if you aren’t in a relationship you are automatically unhappy because that is not true. Some people simply don’t want to be in a relationship; they rather be single what doesn’t mean they aren’t happy and are not living their lives to the fullest.

But despite that I really loved how realistic the story was and how realistic the life of teenagers was portrayed in this book. Teenagers drink, they talk about sex, they lie to their parents at times, they are self-conscious and also doubt themselves sometimes, they are curious, they panic over things adults think are minor, they exaggerate, they feel jealousy, they say and do mean things, but they also make up again … it was immensely nice to finally read a book that portrayed family life and the life of highschool teenagers in such a honest and realistic way.

But not only the characters were well written and well developed, also the relationships all seemed so real and honest, no matter if it was a romantic releationship or just regular friendship. If I had to choose one favorite character, I’d definitely go with Reid – or Olivia.

The whole story has such an ease to it. It’s a fast paced and very quick read; a read that will defenitely get you out of a reading slump if you are currently experiencing one. What I also absolutely loved about this book is that it speaks to a variety of readers. The book represents so many different groups of people in a very beautiful way which makes this book so special. 

Although I did not like this one as much as I liked Simon vs. the Homo Sapiens Agenda I really really enjoyed this read and I’d highly recommend this to anybody, especially to those who are looking for a cute and fluffy story to read. I promise you, you will not regret it.

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EmmmaBooks | Fully Booked Reviews

4 thoughts

  1. Huhu Ivy 🙂
    das ging ja flott und schon wieder ein weiteres Buch das mich interessiert. Dennoch werde ich wie du zu Beginn geraten hast, zuvor mit „Nur drei Worte“ beginnen und freue mich schon sehr auf die Geschichte, von der du so schwärmst 🙂
    Tolle Rezension! Liebe Grüße, Stella

    Gefällt mir

    1. Hallo Stella,
      jaaa das ging es wirklich, das Buch lies sich weg lesen wie nichts ❤ Man fliegt quasi durch die Seiten, also tatsächlich perfekt gegen eine Leseflaute haha

      Freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte. "Nur drei Worte" kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen. So ein großartiges Buch!

      Liebste Grüße
      Ivy ❤

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe ivy,

    was für eine tolle Rezension!
    Ich muss zwar gestehen, dass Nur drei Worte nicht zu meinen absoluten Highlights zählt, aber dennoch fand ich die geschichte schön. So bin ich auch auf dieses Buch der Autorin sehr gespannt und lass mich gerne überraschen!
    Und wie coll ist das bitte, dass du Becky Albertalli treffen udn interviewen kannst?!
    Das freut mich mega doll für dich ❤

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt mir

    1. Ach, Geschmäcker sind ja auch bekanntlich verschieden 🙂 habe jetzt schon öfter gehört, dass „Nur drei Worte“ wohl nicht bei allen so gut angekommen ist. Ich hingegen habe es absolut geliebt hihi ❤ Ich bin gespannt, was du zu diesem Buch hier sagst, solltest du es demnächst mal lesen 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

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