REVIEW: NEW YORK ZU VERSCHENKEN – ANNA PFEFFER

New York, meine Herzensstadt. Meine große Liebe. Mein Happy Place. Vor vielen Jahren habe ich mein Herz in der wohl tollsten Stadt der Welt gelassen und lese seither jedes Buch, das auch nur im entferntesten etwas mit New York zu tun hat. Es ist also nicht wirklich verwunderlich, dass ich ausgerecht Anna Pfeffer‘s neuesten Roman New York zu verschenken beim Bloggerportal angefragt habe. Vielen Dank an dieser Stelle für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. War meine Vorfreude anfangs noch sehr groß, wurde selbige bereits nach nur 30 Seiten getrübt und hatte sich nach 70 Seiten bereits vollkommen in Luft aufgelöst. Warum genau möchtet ihr wissen? Ich habe versucht, meine Gedanken in Worte zu fassen und euch selbige in der nachfolgenden Rezension niedergeschrieben.

Autor: Anna Pfeffer
Titel: New York zu verschenken
Verlag: cbj Verlag
Erscheinungsdatum: 28. August 2017


Anton hat alles, was sich ein 17-Jähriger wünscht: vermögende Familie, liebende Eltern und keine Geschwister. Was Anton seit Kurzem auch noch hat: eine Ex-Freundin. Olivia hat ihn grundlos nach ein paar Monaten abserviert, und das, obwohl er sie doch mit einer Reise nach New York überraschen wollte. Das Ticket ist auch schon auf ihren Namen gebucht. Kurzerhand startet der selbstsichere Sonnyboy via Instagram die Suche nach einer neuen Olivia Lindmann. Der Andrang ist mäßig, aber es meldet sich eine 16-jährige Liv, die ganz anders ist, als die Mädchen, die Anton sonst trifft …

[Quelle: http://www.goodreads.com]


„Ein Chat-Roman über die wahre Liebe“ – Wenn die wahre Liebe so aussieht, dann möchte ich sie nicht. Klingt hart? Ist aber leider so. Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch überhaupt beenden soll. Ich mag es nicht sonderlich Rezensionsexemplare abzubrechen. Immerhin erhalte ich sie aus einem bestimmten Grund, und zwar um meine ehrliche Meinung kundzutun, wofür ich das Buch allerdings gelesen haben muss. Also habe ich es beendet; dennoch war ich mir zuerst unsicher, ob ich das Buch am Ende bewerten soll. Ja, entgegen all der Lobeshymnen die sich ihren Weg durch die sozialen Medien bahnen, hat mir das Buch überhaupt nicht gefallen. Und zwar so gar nicht. Jetzt, nachdem ich es beendet habe würde ich tatsächlich so weit gehen und behaupten, das es eines der für mich persönlich schlechtesten Bücher ist, die ich jemals gelesen habe.

AN OBERFLÄCHLICHKEIT KAUM ZU ÜBERTREFFEN

Dieses Buch ist an Oberflächlichkeit kaum zu übertreffen. Ich  muss gestehen, ich habe mich mehr durch die Seiten gequält, statt sie zu genießen. Für gewöhnlich mag ich solche Chat-Romane, ich bin ein Fan von allem, was anders ist und habe, nicht nur aufgrund des doch recht vielversprechenden Klappentextes, sondern auch wegen der vielen positiven Stimmen, einen jugendlich leichten Roman erwartet. Jugendlich war er, leicht vielleicht auch, aber war er auch fesselnd? Irgendwie tiefgründig? Vielleicht ein bisschen unterhaltsam? Leider kann ich all das nur verneinen. Dieses Buch hat ein reinstes Nervenbündel aus mir gemacht. Obwohl das Buch aufgrund des Aufbaus und der Schreibweise sehr schnell und flüssig zu lesen ist, habe ich eine gefühlte Ewigkeit dafür gebraucht, da ich mehr Zeit mit Augenrollen, statt mit Lesen verbracht habe.

Anton, einer unserer beiden Hauptfiguren ist ein arroganter, eingebildeter, verwöhnter und selbstverliebter Bengel. Ich bin mir nicht sicher, vielleicht sollte das Ganze auch einfach lustig rüberkommen? Bei mir hat es jedenfalls nicht gewirkt und seine ständigen Jammertiraden darüber, dass er doch nur einen Porsche zu seinem Geburtstag bekommt und keinen Maserati, wie sein Freund, sind mir sehr negativ aufgestoßen. Auch die Tatsache, dass er Frauen zu 99 % nur nach dem Aussehen beurteilt, teilweise ziemlich frauenfeindlich ist und Bodyshaming en masse betreibt, konnte ich diesem kleinen arroganten Idioten wirklich so rein gar nichts Positives abgewinnen. Vielleicht hat er das auch alles gar nicht Ernst gemeint, hat nur Witze gemacht und ich soll das Ganze nicht so Ernst nehmen? Leider kann ich über Bodyshaming nicht hinweg sehen, mag es nicht, wenn man sich seine Freundin nur nach dem Aussehen aussucht um sicherzugehen, dass man sie auch „herzeigen“ kann und reagiere ziemlich allergisch auf Prolls, die nichts Besseres mit ihrer freien Zeit anzufangen wissen, als in jedem zweiten Satz zu erwähnen, wie reich sie doch sind, was sie alles haben (Porsche, IPad, etc. pp.) und wie gut sie doch aussehen. Außerdem reagiere ich allergisch darauf, wenn man anderen vorschreibt, wie sie zu leben haben, denn der liebe Anton glaubt, nur weil Liv, unsere zweite Protagonistin, ihre Freizeit gerne mit Lesen und nicht so gerne mit „Saufen“ und feiern verbringt, gar kein richtiges Leben hat.

„Da ich megagut aussehe, wäre meine Superkraft wahrscheinlich, dass sich die ganzen Ladys in mich verknallen. Na, was hältst du davon? #theirresistible“

Anton reduziert jeden auf sein Aussehen. Ich bezweifle, dass er überhaupt eine Ahnung hat, was innere Werte sind, geschweige denn, was das Wort „Charakter“ bedeutet. Der fehlt ihm nämlich leider.

„Und was ist mit dir, Liv? Kann man dich auch herzeigen?“

Hatte ich anfangs noch geglaubt, dass ich mich mit Liv etwas anfreunden, vielleicht sogar identifizieren kann, löste sich diese Vermutung ganz schnell wieder in Luft auf. Liv bewundert Anton dafür, wie er die Welt sieht. Zugegeben, Anton lebt sein Leben ganz nach dem Motto „Nutze den Tag„, allerdings scheint er dies mehr zu machen, um Anerkennung dafür zu ernten, statt dies wirklich für sich selbst zu tun. Er möchte die Aufmerksamkeit aller Menschen; er braucht das, um sich gut; um sich wohl und wichtig zu fühlen und je mehr er davon erhält, desto wichtiger fühlt er sich. Offenbar findet Liv das toll. Liv und ich hatten daher leider so gar nichts gemeinsam, außer vielleicht unsere Liebe zu Büchern und Star Wars. Das wars dann aber auch schon.

Das Buch hätte auch gut und gerne 50-100 Seiten kürzer sein können. Um ehrlich zu sein, ging es hier auch in keinster Art und Weise um New York. Anton und Liv liefern sich in ihren Chatnachrichten einen langweiligen Schlagabtausch nach dem anderen. Leider konnte hier auch der Humor nicht punkten, da dieser meiner Meinung nach kaum bis gar nicht vorhanden war. Die Message die hinter dem Ganzen steckt, das Schubladendenken aufzugeben, ist schön und gut und sicher auch sehr wichtig, leider ging sie unter diesen ganzen Belanglosigkeiten, langweiligen Dialogen und nervigen/oberflächlichen Charakteren vollkommen unter. Genauso gut hätte man einen Chatverlauf zwischen mir und meinem Bruder veröffentlichen können, das wäre vielleicht sogar noch um einiges unterhaltsamer gewesen.

VON NERVIGEN CHARAKTEREN BIS HIN ZU LANGWEILIGEN PLOTTWISTS

Eine Entwicklung der Charaktere konnte ich leider nicht feststellen, zugegeben, vielleicht ein bisschen, minimal bei Anton. Liv hingegen hat sich von Seite zu Seite mehr ins Negative gewandelt, als hätte Anton auf sie abgefärbt – was vielleicht sogar der Fall war. Der Plottwist ließ leider auch sehr zu wünschen übrig. Das Ende war vorhersehbar und meiner Meinung nach völlig Fehl am Platz.

Das Einzige, was ich an dem Buch tatsächlich mochte ist das wunderschöne Cover und die Tatsache, dass der Titel „New York“ enthält, auch wenn der Inhalt wirklich nur sehr wenig mit dieser wundervollen Stadt zu tun hat.

Für mich war dieses Buch ein absoluter Fehlgriff. #EinbisschenmehrOriginalität wäre schön gewesen. Leider wurde ich absolut enttäuscht, empfehlen würde ich das Buch daher eher nicht.

WEITERE REZENSENTEN

Ink of Books | Kitsune Books | Tintenhain

 

10 thoughts

  1. Danke für deine ehrliche Meinung! Finde ich auch immer wichtig, dass man schlechte Bücher halt mal auch so bewerten muss! Und kann dich sehr gut nachvollziehen, diese Art von Büchern meide ich eigentlich so gut ich kann, doch leider weiss man dies beim heraussuchen noch nicht so genau!

    Gefällt 1 Person

    1. Danke dir 🙂 Ich versuche solche Bücher eigentlich auch zu meiden, aber sobald es irgendwas mit New York zu tun hat und es sogar im Titel mit drin steht, dann kann ich gar nicht anders haha gerade bei solchen Büchern tut es mir dann echt immer sehr Leid, wenn es mir nicht gefällt, aber meine Meinung ändert sich ja leider nicht dadurch, nur weil New York im Titel steht 😦 sehr schade um das Buch. Naja, wenigstens ist das Cover schön haha ❤

      Danke für dein Kommentar!

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt 1 Person

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