DIE SCHATTENSEITEN – NAZIS AUF DER FBM 2017

 

Hallo all ihr lieben Menschen dort draußen.

Wie ihr seht, habe ich diesmal auf eine Anrede wie „Büchernasen“, „Leseratten“ etc. verzichtet, denn wenngleich es in meinem heutigen Artikel um die Frankfurter Buchmesse 2017 geht, geht es um ein Thema, dass nicht nur uns Buchliebhaber betrifft, sondern uns alle.

Es wird noch ein anderer Beitrag zur Frankfurter Buchmesse folgen; ein Beitrag in dem ich von den schönen Seiten der Messe berichte; in dem ich euch erzähle, wie wunderschön paradiesisch es auf der Messe war und wie wohl ich mich unter all den Gleichgesinnten gefühlt habe. Doch die schönen Momente möchte ich erst einmal hinten anstellen, um einer Thematik Platz zu bieten, die so viel wichtiger ist; um über Ereignisse zu sprechen, die uns alle etwas angehen (sollten).

Die paradiesische Stimmung, die ich oben bereits erwähnte, wurde gestört; gestört von Rechtsextremisten, von Nazis.

Wer wissen möchte, was genau sich abgespielt hat, muss nur mal auf Twitter, Facebook & Co. vorbeischauen. Grob zusammengefasst: die Frankfurter Buchmesse hat rechtsradikalen Verlagen und Autoren eine Bühne gegeben und somit die Möglichkeit, ihre „Meinung“ zu verbreiten. Gegendemonstranten wurden teils körperlich angegriffen; der anfängliche verbale Schlagabtausch nahm physische Ausmaße an. Die Polizei nahm letztendlich die Personalien besagter verletzter Demonstranten auf und verteilte Platzverweise, während sie die rechtsradikalen Täter ungehindert ziehen ließ. Den Hitler Gruß hat man ebenfalls das ein oder andere Mal zu Gesicht bekommen.

Es gibt jede Menge Threads auf Twitter von Betroffenen, die die Erlebnisse und die Geschehnisse viel besser schildern, als ich es jemals könnte, dieser HIER zum Beispiel.

Es wurde schon viel dazu gesagt; auch ich habe bereits meine sehr kurz gehaltene Meinung dazu sowohl auf Twitter, als auch auf Instagram kundgetan, allerdings reicht mir das noch nicht. Ich habe einfach das Bedürfnis, auch hier davon zu berichten; aus meiner Bloggerblase auszubrechen und dieses Thema anzuschneiden, dass mich nicht nur in Angst und Schrecken versetzt, sondern auch ein Gefühl der ultimativen Enttäuschung der Buchmesse gegenüber hervorruft.

Ich muss gestehen, ich habe während dieser Vorfälle nichts davon mitbekommen. Ich wurde erst am darauffolgenden Tag durch diverse Twitter und Instagram Posts darauf aufmerksam. Ein Außenstehender, der vielleicht sogar noch nie auf der Buchmesse war, kann vielleicht nicht nachvollziehen wie es denn möglich ist, zwar vor Ort zu sein, gleichzeitig aber so gar nichts von den Geschehnissen mitzubekommen. Es gibt gefühlte 100 Hallen gefüllt mit Verlagsständen, Bühnen und Ähnlichem. Die Geräuschkulisse ist immens, das Gedränge der mehreren tausend Menschen kaum zu bewältigen – da kommt es schon mal vor, dass man nicht alles mit bekommt, was sich auf der Buchmesse so abspielt. In Halle 1 sieht man immerhin nicht, was gerade in Halle 4 passiert. Aufgrund des Terminstress, des Beisammensein mit Freuden und der schnell aufkommenden Müdigkeit am Abend, verursacht durch den ganzen (Termin-) Stress, kann es mithin auch schon mal sein, dass man sein Handy eben nicht 24/7 in der Hand hält. So ist es mir und den Leuten ergangen, mit denen ich hauptsächlich unterwegs war. Die Reaktionen mancher Daheimgebliebener empfand ich persönlich daher als überflüssig. Als Daheimgebliebener vergisst man schon mal ganz schnell, wie eine Messe funktioniert, wie stressig es sein kann und natürlich bekommt man zu Hause auf dem Sofa manchmal mehr mit, als wenn man direkt vor Ort ist. Die Vorwürfe mancher Leute, dass sich einige Blogger nur um sich selbst kümmern; die Bookstagram-Treffen feiern, anstatt Stellung zu einem solch wichtigen Thema zu beziehen, waren vollkommen Fehl am Platz. Ich bin absolut der Meinung, dass man Stellung beziehen sollte; dass man den Mund aufmachen sollte; sich dagegen stellen sollte; kämpfen sollte – dennoch ist es auch ok, über die schönen Momente zu berichten und deshalb werde ich beides tun, nur nicht gleichzeitig.

Ich kann zu den Geschehnissen nicht viel sagen, nur zu dem, was ich gehört und erzählt bekommen habe.

Die Buchmesse wirbt jedes Jahr mit Weltoffenheit; mit Vielfältigkeit, hat jedes Jahr ein anderes Land zu Gast und bietet gleichzeitig Rechtsextremisten eine Bühne, um ihre vermeintliche Meinung zu verbreiten.

Jahrelang hat mich mein Freund (schwarz) auf die Buchmesse begleitet. Muss ich zukünftig etwa Angst haben, dass er aufgrund seiner Hautfarbe angegriffen wird, nur weil die Buchmesse Nazis in ihre Hallen lässt? Muss ich mich tatsächlich, während ich die Hallen durchstöbere und einfach nur das Beisammen sein mit all diesen tollen Menschen genießen möchte, zuhören, wie rechtsradikale Verlage und Autoren Ratschläge für ein Zusammenleben mit Linken geben oder sich in sonst irgendeiner Art und Weise homophob, antifeministisch, rassistisch, etc. pp. äußern?

Um es noch einmal für alle klarzustellen, ja auch an die, die auf meine Instagram und Twitter Posts mit Aussagen wie „Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern und zu verbreiten“ geantwortet haben. Menschenfeindlichkeit, Antifeminismus, Homophobie und Rassismus sind keine Meinungen. Dies widerspricht in jeder erdenklichen Art und Weise unserer Demokratie; dem freien Leben; der freien Entfaltung. Diese Auffassungen müssen von uns weder toleriert noch akzeptiert werden. Mit Gegenargumenten in Diskussionen einzutreten bringt aus eigener Erfahrung meist auch nichts, denn diese Leute wollen nicht diskutieren; diese Leute bestehen so beharrlich auf ihrer vermeintlichen „Meinung“, dass man sich nur den Mund fusselig redet, kaum aber etwas bewirkt.

Keiner hat das Recht, ein Mensch einem anderen unterzuordnen aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seiner Religion, seines Geschlechts, seiner Religion oder was weiß ich. „Denn vor Gott sind alle Menschen gleich.“ Kommt euch das Zitat bekannt vor? Ich hoffe es, denn es entspricht der Wahrheit. Alle Nichtgläubigen dürfen gerne das Wörtchen Gott weg lassen, das Zitat stimmt dennoch. Alle Menschen sind gleich.

Ich möchte mich hiermit in aller Form und Deutlichkeit von Auffassungen wie Rassismus, Menschenfeindlichkeit, Homophobie distanzieren.

Auch das offizielle Statement der Buchmesse, das nur darauf abstellt, dass beide Seiten Schuld haben, hätten sie sich meiner Meinung nach sparen können.

Die Frankfurter Buchmesse ist eine der größten Buchmessen der Welt; Menschen aus aller Herren Länder kommen jährlich zu uns nach Deutschland, um die Buchmesse zu besuchen. Ein Statement wie das der Buchmesse, sendet ein völlig falsches Signal. Wieso nicht einfach mal ein klares Zeichen setzen? Wieso sich politisch nicht einmal so positionieren, dass rechtsradikalen Gruppen gar nicht erst die Möglichkeit gegeben wird, Hass zu verbreiten und Menschen zu verletzen?

Wieso verstehen die Menschen nicht, dass Rassismus nichts mit Meinungsäußerung zu tun hat? Was ist daran so schwer zu verstehen? Was?

Ich hatte viele schöne Momente auf der Buchmesse, sehr viele, allerdings haben diese Geschehnisse tatsächlich einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Mein Herz weint bei dem Gedanken an all den Hass, der verbreitet wurde; an all die Menschen, die selbst im Jahre 2017 noch unter diesen Umständen leiden müssen; Menschen, wie du und ich.

Ich möchte in wunderschönen Erinnerungen schwelgen, nicht mit Tränen kämpfen, wenn ich an die Buchmesse zurückdenke. Ich möchte von den Treffen mit den vielen Autoren schwärmen, möchte von all den tollen neuen Büchern berichten, von den neuen Bekanntschaften und Freundschaften, die ich geschlossen habe und nicht von Naziaufständen, bei denen Menschen verletzt wurden, nur weil es noch immer Gruppierungen in diesem Land (auf dieser Welt gibt) die meinen etwas Besseres zu sein und sich daher das Recht herausnehmen, andere zu verletzten; Hass zu verbreiten und uns allen das Leben zur Hölle zu machen.

Ich liebe die Buchmesse, habe mich immer sehr wohl und sicher dort gefühlt, wenn ich jetzt aber Angst haben muss, dass mein Freund irgendwann angegriffen/verletzt wird, nur weil irgendein Nazi meint, ihn angreifen zu müssen, weil er schwarz ist, dann weiß ich nicht, ob ich überhaupt noch auf die Buchmesse fahren möchte. Ich möchte nicht meine Freunde leiden sehen, bloß weil sie aus einem anderen Land stammen, an einen anderen Gott glauben, eine andere Hautfarbe haben oder das gleiche Geschlecht etc. pp. lieben. Aber auf der anderen Seite dürfen wir diese Geschehnisse nicht einfach so als gegeben hinnehmen; wir dürfen die Buchmesse nicht boykottieren, ganz im Gegenteil, wir müssen etwas dagegen tun.

Macht den Mund auf. Wir müssen unseren Standpunkt klar machen: Menschenhass ist keine Meinung!  Wir müssen unsere Reichweite nutzen, um auf Themen wie diese aufmerksam zu machen, sodass sie nicht in den Tiefen des Internets verloren gehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich dieser Hass; diese Menscheinfeindlichkeit weiter verbreitet. Wir leben im Jahr 2017 verdammt noch mal und nicht im 18 Jahrhundert. Es sollte selbstverständlich sein, dass solche Gruppierungen an einem Ort wie der Frankfurter Buchmesse keinen Platz haben. Wo kommen wir denn hin wenn wir es erlauben, dass Menschen andere angreifen und verletzen, nur weil sie aus einem anderen Land stammen und eben nicht hetero, blond und blauäugig sind?

So aussichtslos es am Anfang vielleicht scheint, gemeinsam können wir viel erreichen; wenn wir nur zusammenhalten, wenn wir uns für das Richtige einsetzen.

Wir dürfen das Ganze nicht abtun; verbannt die Gedanken wie „Jemand anderes wird schon was dazu sagen“ und macht selbst den Mund auf. Sagt etwas. Tut etwas.

Mein Herz weint, meine Seele brennt und die Gedanken in meinem Kopf rattern wie eine alte Holzachterbahn.

Es wird Zeit, dass sich etwas ändert.

INSTAGRAM | FACEBOOK | YOUTUBE | TWITTER | GOODREADS | REISE- UND LIFESTYLE BLOG

29 thoughts

  1. Huhu,
    ich kann dich sehr gut verstehen. Für mich war die Buchmesse zwar sowieso nicht schön aber als ich davon mit bekommen habe ist mir echt nochmal der Unterkiefer runter gefallen. Ich kann verstehen dass die Buchmesse niemand ausschließen wollte, egal wie wenig ich davon halte, dass war die Ansicht der Organisatoren und damit muss ich mich abfinden. Aber die Organisation war einfach grauenhaft. Kaum bis gar keine Security und deswegen hoffnungslos überfordert. Im nachhinein hat das echt noch mal Fassungslosigkeit ausgelöst. Gerade weil die Buchmesse immer ein rückzugsort war und irgendwie scheint das jetzt auch angreifbar zu sein.
    Liebe Grüße
    Lee.

    Gefällt mir

    1. Hallo Lee,

      ja das mit der Organisation kommt natürlich noch hinzu, allerdings finde ich, dass z. B. die Polizei sehr präsent war, zumindest hatte ich das Gefühl noch nie so viele Polizisten dort gesehen zu haben. Allerdings wirklich was gemacht haben sie in den oben genannten Fällen ja aber nicht wirklich …

      Die Taschenkontrolle hätten sie sich auch sparen können, so wie die durchgeführt wurde. Die haben ja echt gar nichts kontrolliert, man hätte locker irgendwelche Waffen mit rein schmuggeln können :/

      Schade, dass dir die Messe auch ansonsten nicht so gut gefallen hat 😦 Für mich ist es jedes Mal ein Highlight, mit Ausnahme der genannten Zwischenfälle natürlich 😦

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt 1 Person

      1. Ach ja die Taschenkontrollen sind jedes Jahr aufs neue ein Witz. Aber ehrlich gesagt bei jeder Messe, ob nun Buchmesse, gamescon oder Comiccon. Ich weiß auch nicht wieso sie sich noch den Stress machen, wenn sich eh keiner dafür interessiert ob in der Tasche nun eine Waffe ist oder nicht.

        Jaaa. Sonst gefällt mir die Messe auch jedes Jahr richtig gut. Aber dieses war echt unter allem. Schade.
        Aber es freut mich, dass du wenigstens so weit einen schönen Besuch hattest 🙂

        Gefällt mir

      2. Das ist mir auch schon aufgefallen, da werden die Taschen teilweise in Clubs ja besser kontrolliert haha 😀 ich muss auch gestehen, das ein oder andere Mal habe ich (aufgrund der aktuellen Situation) tatsächlich mal einen Gedanken daran verschwendet, was wäre wenn …. jetzt jemand eine Bombe hier hochgehen lassen würde, wie auf dem Konzert etc. pp. Irgendwie ist so eine unterschwellige Angst immer mit dabei und solch miese Taschenkontrollen und so wenig Security etc. verstärkt die Angst natürlich noch – wenn dann noch solche Naziaufstände mit dazu kommen, wo Menschen tatsächlich angegriffen werden, dann ist das schon echt unter aller Kanone; besonders für eine solch große Messe wie die FBM 😦

        Ich hoffe, dass es dir nächstes Jahr wieder besser gefällt! Ich persönlich werde nächstes Jahr wohl nur noch an den Pressentagen hingehen, Samstag und Sonntag ist es mir da einfach zu voll haha 😀

        Gefällt 1 Person

      3. Ja eben. Da fühlt man sich eher unsicherer, als ohne Taschenkontrollen. Wenn es keine gäbe könnte ich mir wenigstens einreden, dass es auch keinen Grund für welche gibt. Ein wenig naiv zwar aber so würde ich mich wohler fühlen, als wenn so ein Securitymitarbeiter meine Tasche kurz von außen befühlt und mich dann weiter winkt. Was wenn jetzt tatsächlich jemand etwas in seiner Tasche hat?
        Ich finde auch das die FBM dieses Jahr ziemlichen Mist gebaut hat. Aber ich gebe ihnen mal noch eine Chance für das nächste Jahr 🙂 Ansonsten bleibe ich eben bei der Leipziger Buchmesse.

        Da kann ich leider praktisch nie 😦 sonst würde ich mir das ganze auch nicht geben. Da bleiben nur noch Samstag und Sonntag. Aber ich möchte auf jeden Fall einmal noch während meinem Studium an den Pressetagen hingehen.

        Gefällt mir

      4. Ich kann dich da echt verstehen, wobei ich mich tatsächlich mit Taschenkontrollen sicherer fühle 😀 auch wenn sie nur so lari fari ausgeführt werden haha total blöd, aber irgendwie denke ich mir immer, dass Taschenkontrollen eventuell Menschen abschreckt, tatsächlich was mit rein zu schmuggeln, aber wenn einer sowas plant, dann macht er es so oder so … naja, ich denke in der heutigen Zeit muss man immer mit dieser Angst im Nacken leben.

        Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst mal an den Pressetagen zur Buchmesse zu fahren 🙂

        Gefällt 1 Person

      5. Ist eigentlich wirklich schade. Weil auf so einer Messe möchte man ja entspannen und nicht ständig immer noch Angst haben. Aber das lässt sich wohl nicht mehr wirklich ändern.

        Gefällt mir

  2. „Die Buchmesse wirbt jedes Jahr mit Weltoffenheit; mit Vielfältigkeit, hat jedes Jahr ein anderes Land zu Gast und bietet gleichzeitig Rechtsextremisten eine Bühne, um ihre vermeintliche Meinung zu verbreiten.“
    „Es sollte selbstverständlich sein, dass solche Gruppierungen an einem Ort wie der Frankfurter Buchmesse keinen Platz haben.“

    Solche Sätze tun mir wirklich im Herzen und Kopfe weh. Ich unterstütze zwar die Rechte Szene nicht, finde diese Wortwahl dennoch sehr fragwürdig. Das ist jetzt nichts gegen dich als Person, du hast deine Ansichten genauso wie jeder andere auch, aber du solltest deine Ausdrucksweise in der Hinsicht wirklich überdenken.

    Du forderst in deinem Post gerade bewusst deine Leser dazu auf, für ein höheres Wohl die Grundrechte anderer Menschen außer Kraft zu setzen. Findest du das vertretbar?

    Mag sein, dass die Righties eine zweifelhafte politische Meinung haben, welche sich von deiner wirklich massiv abhebt, aber dennoch finde ich nicht, dass dir das das Recht gibt, Zensur walten zu lassen.

    Es gibt einen Grund weshalb wir das Privileg der Meinungsfreiheit genießen dürfen, weil eben diese Dinge, zu denen du und die Righties auffordern, nicht passieren dürfen. In der Geschichte sind sie schon viel zu häufig vorgekommen und dem wollte man mit diesem Absatz vorbeugen.

    Vielfalt und Weltoffenheit heißt nicht nur die Menschen reinzulassen, die einen in den Kram passen. Nein, das heißt alle Facetten dieser Welt zu respektieren und aufzuzeigen, auch wenn man selber nichts von ihnen hält. Gerade das beweist Weltoffenheit.
    Wenn man jemandem vorwirft, aufgrund seiner politischen Meinung würde er einen Mord begehen, dann ist so etwas alles andere als weltoffen. Wenn man jemanden vorwirft, er verhalte sich aufgrund seiner Hautfarbe wie ein sogenannter „Buschmensch“, dann ist das alles andere als weltoffen.

    Ich wage zu behaupten, dass auf der FBM Leute mit einem gewissen Bildungsniveau verkehren, die sich darüber im Klaren sind, was sie tun und welches Statement sie vermitteln wollen. Natürlich kann man besagtes Statement auch negativ ausdrücken. Ich allerdings würde sagen, dass sie hier vermitteln wollen, dass sie den Menschen bei sich empfangen und nicht dessen politische, religiöse oder beziehungstechnische Einstellung. „Ihr seid alle willkommen, egal welcher Religion ihr angehört oder welche politische Einstellung ihr teilt.“ Das ist die Message, die ich da heraushöre.

    Ausserdem sind alle alt genug, um zu wissen was sie tun. Man kann Rechts- und Linksextremismus gerne Raum für geben um sich mitzuteilen, es liegt einzig und allein an den Menschen, die für sich entscheiden müssen, ob sie diesen Leuten zuhören oder nicht. Wenn man die Righties und Lefties jedoch ignoriert, nimmt man ihnen die Möglichkeit sich zu verbieten. Schenkt man ihnen Gehör, dann ist man selber schuld.

    Deswegen sei vorsichtig wenn du solche Dinge von dir gibst. a) Rufst du zu einer Straftat auf. b) Zählst du somit zu der Gruppe, die du eigentlich boykottieren willst. Jede Form von Extremismus sollte vermieden werden und ist auch verboten. Die politischen Einstellungen aka Gedankengut jedoch ist verfassungsrechtlich geschützt und das sollte auch so bleiben. Sonst wären wir wie Nord Korea oder die Türkei.

    Gefällt 1 Person

    1. Es tut mir sehr Leid, aber wie oben geschildert ist Rassismuss keine Meinung und hat nichts mit Meinungsfreiheit oder Meinungsäußerung zu tun. Menschenhass ist eine Meinung? Wo kommen wir denn dann hin? Wenn man sich hinstellt und verkündet, dass Schwule kein Recht haben, ihre Liebe auszuleben, weil es „falsch“ ist, dann ist das keine Meinung. Und ich rufe hier zu keinerlei Straftat auf und extremistisch bin ich ebenfalls nicht.

      Ich stelle mich gegen homophobe, rassistische, antifeministische etc. pp. Menschen. Aussagen wie vorbezeichnet widersprechen dem Grundgesetz. Wenn man jemanden aufgrund seiner Herkunft angreift hat diese Person dort einfach nichts zu suchen.

      Und ich unterstelle gar nichts, sondern spreche aus Erfahrung. Ich könnte 100 DIN A4 Seiten füllen mit Erlebnissen, die meinen Freund und mich betreffen, in denen wir aufgrund seiner Hautfarbe angegriffen, teilweise gar verletzt wurden und das kann und darf nicht akzeptiert werden.

      Gefällt 2 Personen

  3. Danke für diesen Beitrag liebe Ivy.
    Ich werde ihn reposten, weil er für mich alles wichtige sagt und ich mich in meinem Messebricht nicht mit der Thematik beschäftigen möchte, den Personen die so gehandelt haben keinen Raum bei mir bieten will, trotzdem aber natürlich deinen Standpunkt teile.
    Ich nutze meinen Blog als Buchblog, und werde dort keine politischen Beiträge schreiben und mich eher auf die positiven Dinge der Messe beschränken, was jetzt vielleicht doof klingen mag, aber das ist meine Einstellung dazu.
    Deinen Beitrag zu teilen ist dabei vielleicht ein guter Weg, trotzdem meinen Standpunkt kurz mitzuteilen.
    Ich werde im geteilten Post noch andere Beiträge verlinken.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt mir

    1. Das kann ich verstehen, es ist ja auch ok, nichts dazu auf dem Blog zu schreiben ❤ 🙂 Ich habe erst auch ein bisschen darüber nachdenken müssen, ob ich den Beitrag nun poste oder nicht, aber am Ende war es mir doch so wichtig, dass ich ihn einfach veröffentlichen musste! Es freut mich aber, dass du ihn repostet hast, und dass du mir in allem zustimmst 🙂 ❤ Danke!!!

      Gefällt 1 Person

  4. Ich war auch auf der FBM gewesen und es stimmt, dass man da nicht alles mitbekommt. Wenn ich deinen Beitrag nicht gelesen hätte, wäre mir gar nicht erst aufgefallen, was sich auf der FBM abgespielt hat. Ich stimme dir in allen Punkten voll und ganz zu. Rassismus ist definitv keine lose Meinungsäußerung, sondern bezieht sich auf alle unschuldigen Menschen, die „anders“ sind. Sie (ich) haben nichts getan, um solchen Hass zu verdienen.
    #spreadlovenothate

    Gefällt mir

    1. Ja es ist schon echt verrückt, wie nah man manchmal dran ist, wie wenig man aber mit bekommt, wenn man mitten drin ist … ich war auch schockiert, als ich es erst einen Tag später erfahren habe 😦 es ist einfach nur traurig. Ich werde solche Menschen nie verstehen, will ich auch gar nicht. ich hoffe nur, dass es irgendwann besser wird und die Menschen endlich kapieren, dass es keinen Unterschied macht, ob man schwarz, weiß, schwul, lesbisch, hetero ist, an Gott glaubt oder an wen/was anderes ….

      Gefällt mir

  5. Finde Super dass du deine Meinung sagst und klar Stellung beziehst.
    Auch auf die Gefahr hin dafür „likes“, oder Leser zu verlieren.
    Äußerst wichtig dass vor Allem Personen welche mit ihrer Arbeit, oder ihrem Hobby, auf andere Einfluss nehmen sich klar äußern.
    Schlimm genug dass Heutzutage die meisten „Stars“ lieber zu allem „Meinungslos“ bleiben um keine Zuschauer, Klicker, liker, oder Käufer zu verlieren.

    Gefällt mir

    1. Hallöchen und danke für dein Kommentar 🙂

      In diesem Fall ist es mir echt ziemlich egal, ob mir Leute entfolgen – um ehrlich zu sein, hoffe ich es, dass mir Leute, die rassistische Neigungen etc. pp. haben entfolgen, denn mit so Leuten möchte ich wirklich nichts zu tun haben ❤ Mir ist es wichtig, meine Meinung klar und deutlich zu äußern und meinen Standpunkt klar zu machen 🙂

      Und ich stimme dir zu. Ich finde es sehr traurig, dass manche Leute darauf verzichten nur aus Angst, Follower etc. zu verlieren 😦 Dabei ist das doch gerade ein solch wichtiges Thema, dass jeder dazu Stellung beziehen sollte!

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt mir

  6. Liebe Ivy,
    vielen Dank für deinen Beitrag. Ich hab von dem Vorfall aus den sozialen Medien erfahren und war schockiert. Ich bin selbst jemand mit Migrationshintergrund und kriege immer eine Gänsehaut wenn ich über solche Vorfälle lese. Manche sind wohl zu resistent um aus der Geschichte zu lernen 😦

    Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen Katharina,

      ich bin auch jedes Mal aufs Neue schockiert 😦 was ich absolut nicht verstehen kann ist die Tatsache, wie dies im Jahre 2017 tatsächlich noch so ein aktuelles Thema sein kann. Eigentlich könnte man meinen, dass die Menschen aus der Geschichte gelernt haben – haben sie wohl aber offensichtlich nicht 😦

      Es ist traurig und schockierend und ich bin jedes Mal entsetzt, wenn ich so etwas höre 😦

      Liebste Grüße
      Ivy

      Gefällt mir

  7. Hallo Ivy,
    mir geht es wie vielen anderen. Ich war Samstag auf der FBM und habe erst auf dem Heimweg im Auto etwas von den Vorfällen mitbekommen.
    Den Schuh muss sich wirklich keiner anziehen, der vor Ort war. Man hätte es vermutlich noch nicht mal in der gleichen Halle mitbekommen, wenn man da nur durchgegangen wäre.

    Dass wir aktuell so eine beschissene politische Entwicklung haben, bereitet wohl vielen von uns Sodbrennen und es hilft wirklich nur, im eigenen Umfeld offen Stellung zu beziehen und (wenn man welche hat) den Kindern ein starkes Rückgrat mitzugeben …

    LG Agnes

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s