REZENSION: WINTERZAUBER IN MANHATTAN – MANDY BAGGOT

Ein Roman, der trotz seiner Höhen und Tiefen auf einer Ebene emotional berührt, wie es Bücher nicht immer schaffen. Das Buch nimmt uns mit auf eine Reise durch das winterlich schöne verschneite New York und serviert uns nicht nur Themen, über die es nachzudenken und sinnieren lohnt, sondern zeigt auch, wie kostbar das Leben ist.

Die Engländerin Hayley und ihre Tochter Angel sitzen im Flieger Richtung New York, um im Big Apple Weihnachten zu feiern. Begeistert stürzen sie sich ins Abenteuer: Kutschfahrten im Central Park, Schlittschuhrunden am Rockefeller Centre und Bummel auf der 5th Avenue. Doch die Stadt, die niemals schläft, hat mehr zu bieten – und Angel hat einen Herzenswunsch: ihren Vater kennenzulernen. Während Hayley sich auf die Suche nach dem Mann macht, mit dem sie die eine folgenreiche Nacht verbrachte, läuft sie Oliver über den Weg: Milliardär und Weihnachtsmuffel – bis jetzt. Denn dieses Fest könnte auch für ihn zu einem Fest der Liebe werden …

 

[Quelle: http://www.goodreads.com]

 

DER WEG ZUR SELBSTFINDUNG DURCH EIN WINTERLICH VERSCHNEITES NEW YORK

Eine Frau, die einst ihre Träume aufgab, ein Mann, der das Leben schon längst aufgegeben hat und ein Kind, das das Leben in vollen Zügen genießt. Es geht um Selbstfindung, die Suche nach dem Glück; nach der Vergangenheit aber auch um die Zukunft. Es geht um das Wertvollste, das wir besitzen: Das Leben.

Ich habe das Buch geschenkt bekommen und konnte es kaum erwarten, in dem winterlichen New York abzutauchen und Zeuge einer wundervollen Liebesgeschichte zu werden. New York, Schnee und die wahre Liebe? Ich bin eine hoffnungslose Romantikern und bin gerade für solche Geschichten, insbesondere dann, wenn sie an Weihnachten spielen, immer zu haben. Ich habe mich gestürzt in diese wunderschöne Geschichte und obgleich sie nicht perfekt war, hat sie mich auf eine solch intensive Art und Weise emotional berührt, wie es nicht jedes Buch schafft.

POSITIV

In dem Buch geht es nicht nur um Hayley, die gerade ihren Job hingeschmissen hat und nach New York zu ihrem Bruder flüchtet, samt ihrer neunjährigen Tochter, sondern es geht auch um Oliver Dummont, ein erfolgreicher Millionär, der den Glauben an das Leben bereits vor langer Zeit aufgegeben hat. Hayley hat sich in den Kopf gesetzt, den Vater ihrer Tochter zu finden und ein neues Leben zu beginnen, weit weg von ihrem alten Leben; ihrem alten zu Hause. Irgendwann treffen sich die Wege der beiden und ihre beider Leben nehmen eine plötzliche Wendung. Dieses Buch verfolgt mehrere verschiedene Handlungsstränge, die so spielend leicht ineinander übergehen, dass man es kaum bemerkt. Alles fügt sich perfekt zusammen und läd ein zu einer emotionalen Achterbahnfahrt, die man so schnell nicht mehr vergessen wird.

Wundervoll und auf ihre ganz eigene Art spezielle und interessante Charaktere runden die Geschichte ab. Hayley habe ich gleich von Beginn an als sympathische junge Frau empfunden, mit deren Gefühlen und Gedankengänge ich mich in vielerlei Hinsicht identifzieren konnte. Sie hat einen genialen Humor, nimmt ihre Verwantwortung gegenüber ihrer kleinen Tochter sehr Ernst, ist hier und da etwas überfürsorglich, macht dies aber wett mit ihrer wunderbaren Art, mit den Mitmenschen um sie herum umzugehen. Sie und ihre Tochter Angel sind weniger wie Mutter und Tochter, sondern mehr wie zwei Freundinnen, die gemeinsam das Leben meistern, ohne die Hilfe von Außenstehenden. Sie sind zwei unglaublich starke Persönlichkeiten, die auf der einen Seite nicht unterschiedlicher sein können, sich aber doch so sehr ähneln, dass es schon fast unheimlich ist.

Wenngleich ich Oliver zu Beginn auch etwas skeptisch gegenüber stand, konnte er mich im Laufe der Geschichte absolut überzeugen. Seine Entwicklung vom Anfang bis zum Ende ist enorm, allerdings nicht überstürzt, sondern absolut nachvollziehbar. Er hat diese forsche, schwierige Art an sich, die zwar nicht immer von Vorteil ist, aber ihn irgendwie sympathisch macht.

Und dann wäre da auch noch Angel, die neunjährige Tochter von Hayley, die die Geschichte immerzu mit ihrem kindlichen Humor und ihrer Intelligenz auflockert. Das Mädchen ist lernbegeistert und wissbegierig, macht ihrer Mutter was Allgemeinwissen angeht unglaublich Konkurrenz und ist, trotz ihres jungen Alters, die Stimme der Vernunft; der Ruhepol, der Hayley immer wieder auf den richtigen Weg zurück bringt.

Und zum Schluss wäre da auch noch Dean, Hayleys älterer Bruder, der nicht nur etwas verrückt und unglaublich liebenswert, sondern auch Teil der LGBQT+ Community ist, was mir persönlich unglaublich gut gefallen hat.

Die Autorin macht in dem Buch mehr als deutlich, dass es wichtig ist, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind und das New York definitiv eine Stadt ist, in der man sich nicht zu verstecken braucht. In New York kann man sein, wer man will, ohne abwertende Blicke dafür zu ernten. Man fühlt sich frei und geliebt; ein sehr wichtiger Punkt, der in diesem Buch immer wieder deutlich gemacht wird. In diesem Zusammenhang spielt ihr Bruder Dean eine sehr große Rolle, der sehr viel Akzeptanz erfährt, was mein Herz zum Schmelzen gebracht hat.

Das Setting ist einfach großartig. Die Geschichte spielt im verschneiten, winterlichen, weihnachtlichen New York was dieses Buch zu dem absolut perfekten Festtagsleseerlebnis macht. Die Autorin beschreibt die Stadt so genau und mit so viel Liebe und Hingabe, dass ich mich fühlte, als wäre ich selbst wieder dort. Sie nimmt ihre Leser mit auf eine Tour durch die großartigste Stadt der Welt, was dieses Buch für jeden New York Liebhaber zu etwas ganz Besonderem macht.

Und dann wäre da natürlich auch noch der Zauber von Weihnachten, der während des gesamten Lesens spürbar und fast mit den Händen greifbar war. Die Autorin beschreibt einfach alles so genau und detailreich, dass man sich problemlos alles vorstellen und beinahe schon das Eis auf der Zunge schmeckt oder den Duft der frisch gebackenen Plätzchen riecht.

Die Geschichte war unglaublich emotional und voll von Magie, Freude, Liebe, Toleranz, Akzeptanz – Hayley hat mich auf ihrem Weg der Selbstfindung mehr als einmal Dinge in Frage stellen lassen. Gerade ab der Mitte bis zum Ende hin, zitterten meine Hände förmlich beim Umblättern einer jeden Seite. Dieses Buch hat mich so berührt, dass ich es kaum in Worte fassen kann und obgleich es sich hierbei um eine Romanze mitten in New York dreht, steht die Liebe nicht im Fokus, sondern vielmehr die Selbstfindung, Selbstakzeptanz und das Leben an sich.

NEGATIV

Leider dauerte es ein wenig, bis ich mich richtig in die Geschichte eingefunden hatte. Der Schreibstil machte mir anfangs etwas zu schaffen, was womöglich auch damit zusammenhängt, dass ich vorher nur englische Romane gelesen hatte und ich erst ein wenig Zeit brauchte, mich wieder an die deutsche Sprache zu gewöhnen.

Dennoch erschien es mir an manchen Stellen etwas langatmig, hier und da hat sich die Geschichte etwas gezogen und das Buch ließ sich leider nicht ganz so schnell weglesen, wie ich es vermutet hatte. Vielleicht war es doch einfach zu schwere Kost, zu emotional, zu voll von Gefühlen, als das man einfach so durch die Seiten geflogen wäre – aber das ist dann doch eher positiv, oder?

Was tatsächlich Meckern auf hohem Niveau ist, mich aber doch recht genervt hat ist die Tatsache, dass sich alle Charaktere gefühlt minütlich „über die Lippen geleckt“ oder „die Lippen befeuchtet“ haben. Wie gesagt, meckern auf hohem Niveau, aber ich frage mich eben einfach wieso. Ich stehe ja auch nicht stundenlang irgendwo rum und lecke mir alle 60 Sekunden über die Lippen. Das gefühlt in jedem zweiten Satz zu erwähnen, fand ich tatsächlich etwas nervig. Ich war kurz davor „Benutz halt einfach einen Labello, wenn du trockene Lippen hast“ dem Buch entgegen zu brüllen.

Manche Stellen hätte man weg lassen können und ich hätte so gerne mehr über Olivers und Hayleys Vergangenheit erfahren, über Olivers Leben, bevor er zum Millionär wurde und über Hayleys Leben, als sie noch in England lebte. Ich hätte auch so gerne etwas mehr über ihren Job als Event Managerin erfahren, leider wurde hierauf kaum eingegangen, was wohl der Tatsache geschuldet war, dass der Fokus der Geschichte einfach auf ganz anderen Dingen lag.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Das Buch konnte mich absolut berühren, trotz dessen, dass es sich an manchen Stellen etwas gezogen hat. Es ist das Setting, der Humor und dieses wundervolle Zusammenspiel der Charaktere, die all das wieder wett machen. Die Autorin hat mit diesem Roman eine wunderschöne, romantische, aber auch wertvolle Winter-/Weihnachtsgeschichte geschaffen, die ich wirklich jedem nur ans Herz legen kann, auch den Weihnachtsmuffeln, denn – glaubt es oder nicht – Oliver könnte man tatsächlich mit dem miesgrämigen Scrooge vergleichen. Es macht einfach so viel Spaß, die Entwicklung der Charaktere mitzuerleben und Zeuge zu werden, wie sie endlich wieder anfangen, das Leben zu genießen und sich selbst wertzuschätzen. Von mir bekommt dieses Buch eine absolute Leseempfehlung.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Mandy Baggot
Titel: Winterzauber in Manhattan
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 17.10.2016
Seiten: 576
Preis: 9,99 [D] | 10,30 [A] | 13,90 [CHF]
Originaltitel: One Wish in Manhattan
Buch bei Amazon: Englisch* | Deutsch*

 


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