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REZENSION: WONDER WOMAN – LEIGH BARDUGO

Diana, Prinzessin der Amazonen, Tochter der Hippolyta, als Kriegerin geboren, zur Heldin und Legende geworden. In diesem actionreichen Superhelden-Abenteuer entführt uns Leigh Bardugo auf eine Reise, die es in sich hat.

 

Eigentlich will Diana, Tochter der Amazonenkönigin, nur eines: das Rennen gewinnen, in dem sie gegen die schnellsten Läuferinnen der Insel antreten muss. Doch dann erblickt sie am Horizont ein untergehendes Schiff und bewahrt Alia, ein gleichaltriges Mädchen, vor dem Tod. Doch wie Diana vom Orakel erfährt, ist es Alias Bestimmung, die Welt ins Unglück zu stürzen und Krieg über die Menschheit zu bringen. Um dies zu verhindern, reist Diana mit Alia ins ferne New York – und wird unversehens mit einer Welt und Gefahren konfrontiert, die sie bislang nicht kannte ..

[Quelle: http://www.goodreads.com]

 

EIN SUPERHELDENEPOS DER EXTRAKLASSE

Es wäre untertrieben würde ich behaupten ich hätte nur Luftsprünge gemacht, als ich das wunderschöne Leseexemplar von Leigh Bardugo’s Wonder Woman unverhofft und ganz überraschend in meinem Briefkasten vorfand. Ich hatte noch nicht einmal auf dem Schirm, dass es bereits auf Deutsch erscheinen würde und doch hielt ich dieses Schmuckstück in meinen Händen und konnte es gar nicht erwarten, es endlich zu lesen.

Ich bin niemand, der sich ausschließlich einem Lager zugehörig fühlt. DC oder Marvel? Ich mag beides, habe ich schon immer und werde ich wohl auch immer. Während es bei Marvel der wahnsinnig tolle Humor ist, ist es bei DC die düstere Stimmung, die mich jedes Mal wieder aufs Neue fesselt. Obwohl ich meine liebsten Superhelden schon immer auf der großen Leinwand und auch zu Hause auf dem Fernseher mitverfolgt habe, eröffnete sich mit Wonder Womans Geschichte eine völlig neue Welt für mich, gehörte sie zu den wenigen Superhelden, von denen ich bis dato weder einen Film gesehen, noch Comics oder Ähnliches gelesen hatte. Voller Vorfreude und Neugierde ging ich an dieses Buch heran und hätte nicht einmal im Traum daran gedacht, dass es mich so umhauen würde. Ich wurde überrumpelt von einem großartigen Plot und einer Genialität, wie sie nur die wenigsten Autoren unserer heutigen Zeit an den Tag legen.

Es stand mir also nicht nur eine vollkommen neue Welt bevor, sondern handelte es sich hierbei auch um mein erstes Buch aus der Feder der wunderbaren Leigh Bardugo. Der Hype um ihre Bücher war mir nicht nachvollziehbar – bis heute; bis auch ich endlich in den Geschmack ihres außergewöhnlichen Talents gekommen bin.

POSITIV

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Sichten, einmal aus der Sicht unserer Superheldin Diana. Wir werden hineingeworfen in die Welt der Amazonen; finden uns wieder auf der Insel Themyscira, Dianas Heimat, und bekommen Gelegenheit, nicht nur die Welt der größten Kriegerinnen der Geschichte, sondern auch die von Diana ein bisschen näher kennenzulernen. Als einzige nicht wahre Amazone; als Mädchen, das aus Ton geform und aus Erde geboren wurde, zweifelt Diana an sich selbst, war sie immer die Schwächste, die Kleinste, die Langsamste ihrer Schwestern. Wie von selbst hat sie die Stellung einer Außenseiterin eingenommen, immer am versuchen, sich selbst und allen anderen zu beweisen wie stark sie ist. Diana, mit ihren Träumen nach ruhmreicheren Tagen, mit ihrer Stärke, Liebenswürdigkeit, Güte, Mut und Unwissenheit eroberte mein Herz im Sturm.

Die Art und Weise wie Leigh Bardugo uns einführt in diese Welt der Amazonen; die Welt der Kriegerinnen, die Art und Weise, wie sie die Insel beschreibt und das Leben dort, ist absolut mythisch und fantastisch. Es fühlte sich fast so an, als hätte man mich in einen Traum enführt, einen friedlichen, wunderschönen Traum auf einer einsamen Insel irgendwo im Nirgendwo.

Doch dann weicht der Frieden einer großen, drohenden Gefahr. Das ist der Zeitpunkt, in dem Alia ins Spiel kommt, unsere zweite Protagonistin, aus deren Sicht ebenfalls ein Teil der Geschichte erzählt wird. Ich kann nicht einmal genau sagen, wieso, doch in der Sekunde, in der Alia auftauchte, verliebte ich mich in sie. Ein sterbliches menschliches junges Mädchen, das ihr Leben lang gehänselt wurde, weil sie anders ist; wegen ihrer Hautfarbe, wegen ihres Denkens und doch allem strotzte, was sich ihr in den Weg stellte. Dieses Mädchen ist der Hoffnungsschimmer dieser Geschichte, sie leuchtet so hell wie die Sonne. Sie ist mutig und selbstlos, sie ist stur und energisch, sie ist loyal und unfassbar klug, sie steckt so voll von Leben und Liebe, es erscheint mir fast wie eine Unmöglichkeit, Alia nicht zu lieben.

Leigh Bardugo hat mit diesem Werk nicht bloß eine actionreiche Superheldenstory geschrieben, eine Geschichte über Mythen und lang vergessene Helden und Legenden. Das ist kein Buch nur für die Superheldenfans unter uns. Es ist ein Buch für Jedermann, ein Buch über Loyalität und Freundschaft, über Familie, Liebe, Vertrauen, der Glaube an sich selbst, doch auch über Schwierigkeiten, Einsamkeit, Verlust und das Scheitern.

Was Leigh Bardugo uns mit diesem Buch sagen möchte? Dass man immer für das, woran man glaubt, kämpfen sollte und zwar mit allem, was einem zur Verfügung steht, selbst wenn es der letzte Funke Hoffnung, das letzte bisschen Kraft ist, das in einem steckt. Träume sind es Wert, dafür zu kämpfen, man darf nur den Glauben nicht verlieren. Und das versucht sie dem Leser nicht nur klar zumachen, in dem sie Diana eine sagenumwobene Superheldin sein lässt, nein, es sind auch all die anderen Charaktere, die mehr als einmal beweisen, dass es immer Wert ist, für das zu kämpfen, woran man glaubt; wofür man einsteht. Nim beweist uns dies mit ihrer Raffinesse, Wildheit und Leidenschaft mehr als einmal. Oder auch Theo mit seiner Widerstandsfähigkeit, für die ihn sogar Diana bewundert, mit seiner Klugheit und seiner frechen und vorlauten, gleichzeitig aber liebevollen Art. Und natürlich auch Alia mit ihrem unbändigen Mut, ihrer Loyalität und der Wärme, die tief in ihrem Inneren schlummert. Diese drei beweisen, dass man keine Superkraft braucht, um zu kämpfen, um füreinander einzustehen, um etwas zu bewirken. Selbst ohne Superheldenkostüm, ohne glühendes Lasso und ohne übermenschliche Schnelligkeit kann man seinen Kampf gewinnen, mit Glaube, Vertrauen und Stärke.

In jedem der verschiedenen Charaktere findet man ein Stück von sich selbst wider; man sieht Freunde ihn ihnen, Familienmitglieder, Bekannte. Es fällt einem einfach so leicht, sich mit diesen Figuren zu identifizieren, sei es nun mit Theos nerdiger Ader, Nims Vorliebe für Make-Up und Klamotten oder Alias Interesse für die Wissenschaft.

Und während man viele Eigenschaften von sich selbst in all diesen großartigen Figuren wiedererkennt, erwischt man sich dabei, wie man sich wünscht, ein bisschen mehr wie sie zu sein, ein bisschen so selbstbewusst und ehrlich wie Nim, robust und wiederstandskräftig wie Theo oder ein bisschen mehr so loyal und voller Lebensfreude wie Alia.

Dieses Buch ist alles, was ich mir gewünscht habe und doch so viel mehr. Es steckt voller Magie und Liebe, voller interessanter Mythen und einzigartiger Charaktere. Es ist actionreich und romantisch, es ist unglaublich humorvoll und amüsant – es unterhält nicht nur, es berührt einen; trifft einen mitten ins Mark.

Der vielfältige Cast ist das absolute Non Plus Ultra. Neben Diana, unserer Amazone, ist unsere Hauptfigur Alia ein gemischtrassiges Mädchen, Tochter eines Griechen und einer Afro-Amerikanerin, ebenso ihr Bruder Jason, Theo ein afro-amerikanischer Junge und Nim, ein indisches Mädchen aus der LGBQT+ Community.

Auch werden Themen angesprochen wie Rassismus, Sexismus, was Diana aufgrund ihrer abgeschiedenen Lebensweise nicht versteht, und wogegen sie sich doch voll Leidenschaft auflehnt. Sie kämpft wie eine Löwin und weckt in Alia das, was schon immer in ihr steckte, aber nie den Weg nach draußen fand: Mut.

 

NEGATIV

Ich konnte an diesem Schmuckstück nichts Negatives finden, außer vielleicht, dass es mich stundenlang an die Couch gefesselt hat und aufgrunddessen hinterher beide meiner Beine eingeschlafen waren, weil ich vor Aufregung vollkommen verkrampft auf dem Sofa gesessen habe.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Fiese Plottwists, ein diverser Cast, actionreiche Momente, gepaart mit diesem wundervollen Humor und ein Hauch Romantik machen Wonder Woman zu einem einzigartigen Leseerlebnis. Leigh Bardugo nimmt uns mit auf ein actionreiches Abenteuer, auf eine emotionale Achterbahnfahrt, auf der wir freiwillig immer wieder eine weitere Runde fahren. Dieses Buch konnte mich von der ersten Seite an bis zur Letzten überzeugen. Es war unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, schon gar nicht, als die Geschichte erst einmal so richtig viel Fahrt aufgenommen hatte und wir von einem Abenteuer ins nächste stürzen. Von mir bekommt dieses Buch eine absolute Leseempfehlung. Ich für meinen Teil habe meine neue Lieblingssuperheldin gefunden. Diana, du bist einfach Bombe!

INFOS ZUM BUCH

Autor: Leigh Bardugo
Titel: Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen
Originaltitel: Wonder Woman – Warbringer
Verlag: dtv Verlag
Erscheinungsdatum: 06. Februar 2018
Seiten: 448
Preis: 18,95 [D] | 19,50 [A]
Buch bei Amazon: Deutsch* | Englisch*

 

 

WEITERE REZENSENTEN

Kielfeder | his and her books | Lovin Books | Letterheart

 

Vielen Dank an den dtv Verlag für die Bereitstellung des Vorableseexemplars!


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13 Kommentare

  1. Liebe Ivy,

    genau so habe ich mir deine Rezension vorgestellt. Man spürt mit jedem Wort, wie sehr du dieses Buch liebst und ich bewundere immer wieder deine Wortwahl und dein Können einer Rezension Leben einzuhauchen! ❤️❤️❤️

    Tausend Dank für die Verlinkung. Ich freue mich riesig darüber. ❤️

    Liebste Grüße
    Sonja

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  2. Pingback: (Rezension) Wonder Woman – Leigh Bardugo – Lovin Books

  3. Liebe Ivy,
    aufgrund deines Fazits habe ich nun Herzklopfen und freue mich suuuper doll auf die Geschichte! ❤ Ich fange heute Abend (oder gleich, mal schauen) direkt damit an.
    Ich bin ja auch total verliebt in Diana, sie ist einfach großartig.
    Und klingt jetzt komisch, aber vor allem dein negativer Punkt macht Lust das Buch zu lesen 😀 Ich liebe diese Bücher, die einen so sehr fesseln, dass man total angespannt liest und es nicht mehr aus der Hand legen kann.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  4. Liebe Ivy,

    Was für eine wundervolle und emotionale Rezension! Die muss ich gleich unbedingt noch verlinken ❤
    Ich selbst habe mich nicht weniger gefreut, als ich das Buch in den Händen halten durfte und habe wahrlich Luftsprünge gemacht 😀
    Den Schreibstil fand ich im Vergleich zu „Das Lied der Krähen“ eher ernüchternd, aber das Setting und die Charaktere einfach nur grandios!
    Ich musste immer wieder schmunzeln, wenn Alia gewisse Problematiken angesprochen hat und Diana gar nicht darauf eingegangen ist, weil sie es einfach nicht verstanden hat!
    Ein wirklich fantastischer Auftakt der DC Icons Reihe – nun warte ich sehnsüchtig auf mehr!

    Liebste Grüße ❤ Jill

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    • Liebe Jill,

      ich kann dir in allen Punkten wirklich nur zustimmen. Und das was Alia angeht, habe ich das ebenso empfunden. Es war so toll wie Diana auf all das reagiert hat ❤ hach, diese Frau ist so toll!

      Six of Crows möchte ich bald lesen, Leigh Bardugo hat es mir nach Wonder Woman wirklich richtig angetan!

      Liebste Grüße
      Ivy ❤

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  5. Pingback: Rezension: Leigh Bardugo – Wonder Woman | 5 Gründe das Buch zu lesen – Trallafittibooks

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