5 Gründe weshalb The Winner’s Curse von Marie Rutkoski eine absolute Leseempfehlung ist

 

Inhalt/Klappentext:

As a general’s daughter in a vast empire that revels in war and enslaves those it conquers, seventeen-year-old Kestrel has two choices: she can join the military or get married. But Kestrel has other intentions. One day, she is startled to find a kindred spirit in a young slave up for auction. Arin’s eyes seem to defy everything and everyone. Following her instinct, Kestrel buys him—with unexpected consequences. It’s not long before she has to hide her growing love for Arin. But he, too, has a secret, and Kestrel quickly learns that the price she paid for a fellow human is much higher than she ever could have imagined.


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Diese Rezension enthält Spoiler!

Im  Jahre 2014 ist dieses Buch zum ersten Mal im Original erschienen und praktisch seit diesem Zeitpunkt stand es in meinem Bücherregal. Ungelesen. Wie bei vielen anderen Büchern auch, bin ich trotz des Hypes, der um dieses Buch herrschte, nicht dazu gekommen, es auch tatsächlich zu lesen. Wieso ich also ausgerechnet jetzt zu dem Buch gegriffen habe? Das Buch wurde nun auch endlich ins Deutsche übersetzt. Am 28.09.2018 erscheint es im Carlsen Verlag. Eine Freundin und Bloggerkollegin hat es vorab als Rezensionsexemplar erhalten und so von dem Buch geschwärmt, dass ich schnurstracks ebenfalls dazu gegriffen habe und schwupp, hatte ich es innerhalb von 24 Stunden auch schon gelesen. Und wieder bereue ich es, dieses Buch nicht schon früher gelesen zu haben. Verrückt, welch Schätze sich hin und wieder auf dem eigenen SUB befinden.

Als ich zum ersten Mal las, worum es in dem Buch geht, habe ich etwas gezögert. Ein Buch über eine Liebesgeschichte zwischen einem Sklaven und seiner Herrin kann nur auf zwei Arten enden: entweder in einem absoluten Disaster oder aber in einem richtig richtig guten Buch. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, doch die Schwärmereien besagter Freundin machten mich nur noch neugieriger. Also schnappte ich mir das Buch, machte es mir auf dem Balkon in der Sonne gemütlich und fing an zu lesen. Ich habe gelesen, den ganzen Mittag und die halbe Nacht und dann – dann war das Buch plötzlich zu Ende. Es war mitten in der Nacht und ich saß einfach da mit dem schlimmsten Hangover seit einer gefühlten Ewigkeit. Und da ich absolut keine Ahnung habe, wie ich diese Rezension schreiben soll (ich sitze nun schon seit einer geschlagenen halben Stunde hier, schreibe etwas, nur um es dann wieder zu löschen, weil ich einfach nicht die richtigen Worte finde, gibt es nun einfach fünf Gründe von mir (sowie ein Punkt der mir dann doch negativ aufgestoßen ist) weshalb ihr das Buch unbedingt lesen solltet.

“The God of Lies Loves You…”

 

1. Das Setting

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es sich nicht nur wie ein Fantasyroman anfühlt, sondern auch wie eine historische Geschichte. Die Frauen tragen wunderschöne Roben, können entscheiden, ob sie heiraten oder doch der Armee beitreten möchten (jap, Frauen dürfen in der Armee für ihr Land kämpfen), es gibt Duelle, wie man sie aus dem 18. Jahrhundert kennt, es gibt High Society und jede Menge Drama und Gossip. Es gibt keine Autos oder sonstige Technologie, sie reiten auf Pferden, verfügen nicht über elektrisches Licht und reisen per Boot. Es ist eines dieser Bücher, das aus so viele Genres besteht, sodass man kaum weiß, wo man es richtig einzuordnen hat, außer vielleicht in die Kategorien “großartig, genial, faszinierend, fesselnd, interessant, speziell” – seht ihr? Ich könnte ewig so weiter machen.

Das World Building war vielleicht nicht perfekt, da gibt es weitaus “bessere” Fantasyromane, dennoch konnte mich diese Welt nicht nur in ihren Bann ziehen, sondern auch vollkommen fesseln und begeistern.

Die Mischung macht es, ich habe es schon so oft gesagt und es stimmt. Es fühlte sich so an, als hätte die Autorin nicht nur jede Menge Genres, sondern auch verschiedene Zeitalter miteinander vermischt. Das Setting ist einfach absolut großartig und mit ein wichtiger Grund, weshalb es mir so einfach gefallen ist, mich in dieser Geschichte zu verlieren.

2. Kestrel – Unsere Protagonistin

Kestrel ist anders als die meisten Heldinnen unserer Fantasyjugendbücher. Sie ist keine Kämpferin, was allerdings nicht bedeutet, dass sie schwach ist. Sie ist einfach anders; eine Mischung aus so vielen Eigenschaften und Charakterzügen, dass ich sie schon fast als eine der klügsten und interessantesten Protagonistinnen bezeichnen würde, die mir jemals über den Weg gelaufen sind. Auch wenn sie nicht weiß, wie man richtig kämpft, wenn sie lange nicht so viel körperliche Kraft besitzt, wie andere ihres Alters, so strotz sie doch vor innerlicher Stärke. Sie ist clever und intelligent, sie ist gewitzt und klug – sie ist eine richtige Taktikerin und damit gleicht sie ihre fehlende Kampferfahrung aus, auch wenn sich ihr Vater, ein sehr hohes Tier in der Armee, nichts mehr wünscht, als dass Kestrel ihre Kampfausbildung weiterführt.

Sie versucht nicht jemand zu sein, der sie nicht ist. Sie gibt auch nicht vor, jemand zu sein, der sie nicht ist. Sie hat ihre Werte und steht dazu; sie kämpft immer für das Richtige und sie weiß, was sie will. Sie weiß selbst, dass sie nicht die beste Kämpferin ist, allerdings lässt sie sich nicht von ihren eigenen Grenzen stoppen. Sie macht immer weiter; sie fordert sich selbst heraus und gibt niemals auf.

Kestrel ist ein ganz besonderer Charakter, die sich weder von ihren Gefühlen lenken, noch von einem gutaussehenden Typen beeindrucken/beeinflussen lässt. Kestrel hat einfach all das, was anderen Jugendbuchromanheldinnen fehlt – einem außergewöhnlichen Namen inklusive.

3. Die Lovestory

Wer hier eine Lovestory erwartet, wie man sie schon so oft gelesen hat, hat sich geschnitten. Erst mal: es gibt keine Instalove, keine Lovestory, die sich urplötzlich über Nacht entwickelt. Man spürt, wie sich die beiden von Seite zu Seite immer näher kommen, allerdings weiß man zu keinem Zeitpunkt, ob es sich so weit zwischen ihnen entwickeln wird, dass es tatsächlich zu etwas Festem wird, denn – dies sollte man nicht außer Acht lassen – sind es immer noch Sklave und Herrin, die sich hier aufeinander einlassen würden.

Was mir hierbei unglaublich gefallen hat ist die Tatsache, dass weder Arin noch Kestrel sich von ihren Gefühlen benebeln lassen. Für beide steht viel auf dem Spiel: Freiheit, Verlust von Familienmitgliedern und Freunden … es ist unglaublich kompliziert, auch dahingehend, dass sie beide in zwei völlig unterschiedlichen Welten aufgewachsen sind und somit völlig unterschiedliche Werte haben. Im Prinzip stehen sie auf zwei völlig unterschiedlichen Seiten und doch gibt es da etwas, was sie verbindet.

Sie verraten sich nicht selbst, geben sich und ihre Werte nicht auf und genau das ist es, was mir in vielen anderen Jugendbuchromanen einfach fehlt.

4. Der Schreibstil

Der wunderbare Schreibstil der Autorin ist ebenfalls ein Grund, weshalb wirklich jeder dieses Buch lesen sollte. Die Geschichte verläuft unglaublich rasant und die Autorin schafft es, uns mit ihren Worten gefangen zu halten. Ihre bildhaften Beschreibungen führen dazu, dass sich wahrlich ein Film vor dem geistigen Auge abspielt. Man schafft es kaum, zwischen den Sätzen Luft zu holen, geschweige denn, das Buch komplett zur Seite zu legen.

5. Das Ende

Auch wenn der Einstieg von manchen als schleppend empfunden wird (von mir nicht, ich war gleich von Anfang an drin in der Geschichte) so macht es der gesamte Verlauf und vor allen Dingen das Ende wieder wet. Das Ende lässt uns mit so vielen offenen Fragen zurück. Ein absolut gemeiner Cliffhanger. Das Ende ist Schuld, dass ich mir noch am selben Tag sowohl den zweiten, als auch den dritten Teil online bestellt habe, obwohl ich mir selbst vorgenommen hatte, erst Mal keine Bücher mehr zu kaufen.

 

NEGATIV

Unabhängig davon, wie sehr ich dieses Buch liebe, gibt es eine Sache, die mir negativ aufgestoßen und mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat:

Womit ich meine Probleme hatte ist die Tatsache, dass Arin Krestel am Ende selbst als Sklavin hält. Dass sich Menschen in dieser Welt; in dieser Geschichte Sklaven halten, damit komme ich klar. Diese Tatsache ist eben ein wichtiger Bestandteil des Buches, was mich emotional zwar berührt und teilweise an meine Grenzen gebracht hat, mir aber dennoch als authentisch erschien, weil es eben genau darum in der Geschichte geht.

Mich hat allerdings gestört, dass Arin, der offensichtlich Gefühle für Krestel hegt, ihr dennoch ihren freien Willen nimmt, indem er sie aus Eigennutz festhält, zum einen weil er sein Volk schützen will, zum anderen, weil er sie nicht verlieren möchte und zwar wegen dem, was er getan hat. Natürlich kann ich teilweise auch seine Sichtweise verstehen, immerhin hat er Jahre als Sklave leben und leiden müssen und kämpft nicht nur für sich, sondern für sein gesamtes Volk und Krestel’s Freilassung hätte sicherlich dazu geführt, dass der Rebellion ein Ende gesetzt worden wäre, noch bevor sie wirklich etwas hätten ausrichten können. Allerdings passte seine Beteuerung, sie zu lieben nicht ganz zu seinem Verhalten, ganz nach dem Motto “Ich halte dich zwar gefangen, tu so als wärst du mein Eigentum und nehme dir deinen freien Willen, lieben tue ich dich aber trotzdem”. Arin, der jahrelang unter den Menschen, die ihn als Sklaven hielten und gegen die er nun kämpft, gelitten hat, verhält sich keinen Deut besser als die Menschen, die er so sehr verabscheut. Der einzige Grund, weshalb dieser winzige Aspekt mir nicht das gesamte Leseerlebnis ruiniert hat ist die Tatsache, dass Krestel ihm die Stirn geboten hat. Sie hat sich nicht von ihren Gefühlen für ihn steuern lassen; sie hat trotz ihrer tiefen Gefühle für ihn alles daran gesetzt, zu fliehen und ihren Vater sowie ihr Volk zu warnen. Sie hat die ganze Zeit über versucht, das Richtige zu tun. Sie hat sich nicht selbst verraten, sondern zu ihren Werten gestanden. Das ist es, was das Ganze für mich noch gerettet hat. Auch die Tatsache, dass Arin sie am Ende dann doch noch hat Gehen lassen.

Auch wenn es nur ein winziger Aspekt ist und meine Reaktion darauf von anderen womöglich als übertrieben abgestempelt wird, hatte ich eben doch emotional gesehen meine Probleme damit und konnte es bei meiner Bewertung nicht außer Acht lassen.

 

INFOS ZUM BUCH

Autor: Marie Rutkoski
Titel: The Winner’s Curse
Deutscher Titel: Spiel der Macht
Verlag: Farrar Straus Giroux
Deutscher Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 355
Erscheinungsdatum: 04. März 2014
Buch beim Carlsen Verlag: KLICK*

 

KATEGORIE

[Die Erklärung zu meinen Bewertungs-Kategorien kannst du HIER nachlesen.]

 

TIPP

Am 28.09.2018 erscheint das Buch auch endlich auf Deutsch und zwar im Carlsen Verlag. Über diesen Link* gelangt ihr direkt zur Verlagsseite.

 

WEITERE REZENSENTEN

Letterheart

 

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10 Cover
9 Handlung
9 Charaktere
10 Setting
8.5 Lovestory
10 Suchtfaktor
9.4
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