8 Gründe, weshalb “Dear White People” absolutes Pflichtprogramm sein sollte

Ihr seid auf der Suche nach einer neuen Serie, die sich zu binge-watchen lohnt? Ihr braucht neues Futter? Wenn ihr bisher noch nichts von Dear White People gehört habt, dann solltet ihr dies so schnell wie möglich ändern. Dear White People, eine Netflix Original Serie, die auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 2014 von Justin Simien basiert, ist vor kurzem mit der zweiten Staffel wieder auf Sendung gegangen.

Worum es in der Serie geht?

In der Serie geht es um eine Gruppe schwarzer Studenten, die sich auf einem fiktiven, überwiegend weißen Ivy League College durchschlagen und sich dabei immer wieder rassistisch sozialen Situationen ausgesetzt sehen.

Rassismuss, Sexismuss, “interacial” Beziehungen, Homosexualität und Polizeigewalt sind nur einige wenige der vielen Aspekte und Themen, die in dieser Serie behandelt und angesprochen werden. Doch obgleich die Serie so ernste Themen behandelt, verliert sie nie ihren Humor. Sie ist unterhaltsam und intelligent, emotional und berührend – sie ist ein wahrer eye-opener, wie man so schön sagt und genau deshalb habe ich euch unten 8 Gründe aufgeführt, wieso wirklich jeder diese Serie schauen sollte.

 

 

1. Warum wir als Weiße das N-Wort nicht sagen dürfen

Habt ihr schon jemals einen Weißen sich darüber beschweren hören, dass sie es scheiße finden, das N-Wort nicht benutzen zu dürfen, während es Schwarze sich gegenseitig regelmäßig und naturgemäß an den Kopf werfen? Ihr findet es immer noch scheiße, dass ihr das Wort nicht benutzen dürft? Ta-Nehisi Coates (US-amerikanischer Journalist und Buchautor) hat in einem Interview ganz klar Stellung hierzu bezogen. Auch in der Serie wird dies angesprochen und zwar auf eine Art und Weise die es  ziemlich deutlich macht, weshalb es absolutnicht okay ist, als Weißer das N-Wort zu benutzen.

2. Warum Blackfacing rassistisch ist

“Blackfacing ist eine rassistische Praxis, die gerne verharmlost wird, während die Praxis bis heute als Symbol für das Trauma des Rassismus und der Versklavung gilt.” [Quelle]

Wir finden z. B. heraus, was an der Winchester University nach einer Halloween Party passiert, auf der sich weiße Studenten als Schwarze verkleiden, mithin sogenanntes „blackfacing“ betreiben. Es ist einfach erschreckend zu sehen, wie viele Menschen es heutzutage noch als selbstverständlich, amüsant und belustigend finden, sich eben nur „aus Spaß“ ihre Haut schwarz anzumalen, nur weil sie sich eben als einen schwarzen Charakter verkleiden möchten. Wie sturköpfig die Menschen sind und wie wenig Ahnung sie eigentlich von dem Ganzen haben, macht die Serie umso deutlicher. Leider habe ich bereits mehr als einmal die Erfahrung gemacht, hier auf taube Ohren zu stoßen und förmlich gegen eine Wand zu rennen, wann immer ich mit Argumenten versuche, die Leute davon zu überzeugen, dass Blackfacing rassistisch ist und zwar immer und ohne Ausnahme. Die meisten jedoch verstehen es nicht oder – noch schlimmer – wollen es nicht verstehen. Dear White People führt hierbei ganz klar vor Augen, was viele Menschen versuchen mit Argumenten darzulegen, nämlich das Blackfacing absolut rassistisch ist und man dies unbedingt unterlassen sollte. Minderheiten sind keine Kostüme!

Warum “Blackface” nicht lustig ist …

Warum Blackfacing immernoch rassistisch ist

“Blackfacing existiert auch heute noch auf verschiedensten Ebenen und zeigt sich in mannigfaltigen Formen und bunten Verkleidungen, trotz aller demokratischen Interventionsversuche, unzähliger Karnevale der Kulturen oder Minister_innen mit Migrationsgeschichte. Es braucht wohl noch weitere Jahre, um das Ausmaß dieser Form von Rassismus deutlich zu machen. Auf dass sich Karnevalisten vielleicht irgendwann einmal schämen schwarz geschminkt in einer N*Maskerade anzutreten und die Meinung vertreten, dass das alles so gar nicht rassistisch ist und auch nicht so gemeint.” [Quelle]

3. Die Serie zeigt auf, was es bedeutet „biracial“ zu sein

Die Hauptfigur namens Sam hat in der ersten Staffel sehr mit ihrer eigenen Identität zu kämpfen, da sie selbst die Tochter eines afro-amerikanischen und eines weißen Elternteil ist. Insbesondere in Zeiten, in denen es intensive Spannungen gibt, was das Thema Rassismuss angeht, hat sie schwer mit dieser Tatsache zu kämpfen. Denn während sie für mache ihrer afro-amerikanischen Mitmenschen einfach nicht „schwarz genug“ ist, ist sie in den Augen ihrer weißen Mitmenschen, einfach nur schwarz. Sie steht praktisch mittendrin und fühlt sich zu keinem “Lager” so richtig zugehörig.

4. Endlich gibt es sie, interrassische Beziehungen

Auch auf den Liebesbeziehungen zwischen schwarz/weißen Pärchen liegt einer der Hauptaugenmerke, hier insbesondere auf den Problemen, die eine solche Beziehung mit sich bringen kann. Auch dies wird in dieser Serie wunderbar verdeutlicht, kämpft unsere Protagonistin Sam auf dem Campus sehr verstärkt für die Rechte der Schwarzen, während sie sich aber in einer Beziehung mit einem weißen Studenten befindet. Ihr Freund Gabe hingegen fühlt sich alleine schon deshalb „gehasst“ einfach nur, weil er weiß ist und hat Angst davor, Teil dieses „movements“ zu sein, für das Sam sich so einsetzt, da ihm Sams Freunde teilweise das Gefühl geben, dass er nicht dort hin gehört. Die Serie zeigt also nicht nur die schönen Seiten einer “interracial” Beziehung, sondern stellt ganz klar auf die Schwierigkeiten ab, mit denen man möglicherweise zu kämpfen hat.

5. Die Serie ist provokativ

Sie verdeutlicht mehr als einmal, wie angreifend, verletzend und unsensibel die banalsten Dinge auf Betroffene wirken können, selbst wenn man nicht die Intension hatte, eben all diese Gefühlsregungen zu verursachen. Die Serie verdeutlicht, dass man sein eigenes Handeln und Tun auf jedenfalls bedenken und reflektieren sollte. Nur weil es einen selbst nicht betrifft, bedeutet das noch lange nicht, dass auch sonst keiner davon betroffen ist.

Außerdem provoziert sie, ganz besonders auch was das Thema Waffengewalt und Polizeigewalt in den USA angeht. Die Serie spricht eben das aus, was andere versuchen ständig totzuschweigen.

6. Die Serie ist lustig und einfach richtig gut

Trotz der ernsten Themen, die die Serie behandelt, steckt sie ebenfalls voll von Humor, lustigen Augenblicken und absoluten „laugh-out-loud“-Momenten. Es ist mithin keine Serie, die nur harte Themen behandelt und die einen gefühlsmäßig an einen Abgrund bringt, in den man hinunterzustürzen droht. Sie schnürt einem nicht die Kehle zu, nicht nur. Es gibt auch locker leichte Momente, romantische Momente, Momente, in denen es um Freundschaft und Liebe geht … die Mischung macht es und diese Serie hat einfach alles.

Abgesehen davon ist die Serie auch richtig gut; nicht nur die schauspielerische Leistung des Casts, sondern auch der Plot ist on point und die gemeinen Cliffhanger, die es gefühlt am Ende einer jeden Folge gibt, bringen einen dazu, immer mehr zu wollen. Man kann einfach nicht aufhören, die Serie zu schauen. Absolutes binge-watch Potential und große Suchtgefahr.

7. Diversity

Schwarze Nerds, reiche schwarze Studenten, gemischtrassige junge Leute, schwule Schwarze, „black people from the hood“ – jeder bekommt eine Stimme in dieser Serie; wirklich jeder. Auch wir Weißen. Einfach jeder in dieser Serie wird gesehen und gehört und das ist einfach großartig.

8. Weil viele weiße Zuschauer glauben, die Serie sei „anti-white“ und „fördert weißen Völkermord“

Es gab sie tatsächlich, weiße Zuschauer, die alleine nachdem sie den Trailer gesehen hatten, die Show versuchten zu boykottieren und Netflix aufforderten, die Serie aus dem Programm zu nehmen, da sie der Meinung sind, die Serie sei „anti-white“ und würde weißen Völkermord fördern/fordern. Meine lieben weißen Mitmenschen, ist das euer Ernst? Ihr habt doch schon alles, was wollt ihr denn noch? Ihr nehmt fast jeden erdenklichen Platz ein auf dieser Erde, ihr werdet besser bezahlt, dürft auf bessere Schulen gehen, habt so viele Privilegien, die andere Menschen nur aufgrund ihrer Hautfarbe und/oder Herkunft nicht haben und jetzt beschwert ihr euch, weil es endlich mal eine erfolgreiche TV Serie gibt, die euch genau das aufzeigt? Die Wahrheit? Fällt es euch wirklich so schwer, damit umzugehen, euch selbst zu reflektieren und in Frage zu stellen und das ein oder andere vielleicht einfach mal zu überdenken? Denn stellt euch vor, ihr müsst nicht schwarz sein um für die Rechte der Schwarzen zu kämpfen. Außerdem versucht euch mit dieser Serie keiner umzubringen, keine Panik also. Kommt lieber mal von eurem hohen Ross runter, macht es euch auf dem Sofa bequem und schaut euch die Serie an. Ich verspreche euch, ihr könnt davon noch etwas lernen – ganz bestimmt sogar.

[Titelbild Quelle]

 

 


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