Blogtour | Die Familie Mitford: Eine Reise durch die Zeit – Die Schwestern von Mitford Manor von Jessica Fellowes

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Gestern ist das Buch “Die Schwestern von Mitford Manor” von Jessica Fellowes im Piper Verlag erschienen und um diese Gelegenheit zu feiern, möchte ich euch sowohl das Anwesen Mitford Manor, als auch die Familie Mitford heute etwas näher bringen.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal ganz herzlich bei dem Piper Verlag bedanken, der mir nicht nur das Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, sondern diese überaus spannende Blogtour überhaupt erst ermöglicht hat. Vielen Dank!

Das Anwesen


Mitford/Asthall Manor Damals

Mitford Manor, besser bekannt als Asthall Manor, ist ein altes Herrenhaus in Oxfordshire, erbaut im Jahre 1620 und 1916 umgebaut und erweitert. Heute steht das Haus unter Denkmalschutz. 1919 kaufte Lord Redesdale das Herrenhaus und machte es somit Anfang des 20. Jahrhundert zum Elternhaus seiner sechs Töchter, die später zu den weltbekannten Mitford Schwestern wurden.

Asthall Manor ist ein zweistöckiges Haus mit Dachboden, gebaut aus lokalem Cotswold-Kalkstein mit Pfosten- und Pfosten-Riegel-Fenster sowie mit einem für die Gegend typischen Steindach. Der Kern des heutigen Gebäudes in Asthall wurde 1620 für Sir William Jones auf dem Gelände errichtet. 1688 wurde das Anwesen sodann an Sir Edmund Fettiplace verkauft; es blieb für die nächsten 130 Jahre in den Händen derselben Familie, bis es dann schließlich 1810 an John Freeman-Mitford, den ersten Baron Redesdale, verkauft wurde. Während ihres 116-jährigen Besitzes haben die Freeman-Mitfords viele Veränderungen an dem Haus vorgenommen, darunter auch im Jahre 1899 die Installation eines Stromnetzes, das von einer vom Fluss Windrush gespeisten Wasserturbine angetrieben wurde. Der Architekt Charles Bateman hat das Haus 1916 umgebaut und erweitert. 1920 wurde eine ehemalige Scheune zu einem Ballsaal umgebaut und durch einen Kreuzgang mit dem Haupthaus verbunden. 1926 wurde das Haus an Thomas Hardcastle verkauft und im Jahre 1997, nach dem Tod des Sohnes von Hardcastle, von den heutigen Besitzern erworben.

David Freeman-Mitford, 2. Baron Redesdale und Vater der Mitford-Schwestern, erbte Asthall Manor nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1916 und zog 1919 von Batsford Park dorthin um. Die jüngste der Mitford-Schwestern und spätere Herzogin von Devonshire, Deborah, wurde 1920 in Asthall Manor geboren. Ihre Schwester Diana hatte sich im Anwesen einer Blinddarmentfernung unterziehen müssen. Die Mitfords gehörten zur gehobenen Gesellschaft Englands und Asthall veranstaltete häufig Jagd- und Schießwochenenden. Redesdale hatte ursprünglich nie geplant, Asthall Manor zu einem festen Zuhause zu machen, deshalb zog die Familie 1926 in das nahe gelegene Swinbrook House, das Redesdale auf dem Gelände einer verlassenen Farm erbaut hatte, um.

Mitford/Asthall Manor Heute

Heute befindet sich Asthall Manor in Privatbesitz. Gelegentlich wird der Ballsaal für Veranstaltungen genutzt und im Garten des Grundstücks findet alle zwei Jahre eine Ausstellung zeitgenössischer Skulpturen statt. Ebenfalls werden hin und wieder kleine musikalische Veranstaltungen im Freien geboten. Mittlerweile jedoch kann man das Haus sogar für ein paar Tage anmieten. Wer also das nötige Kleingeld zur Verfügung hat, sowie ein paar freie Tage, kann über diesen Link Kontakt zu den Eigentümern aufnehmen.

Das Anwesen befindet sich in einem Gebiet von außergewöhnlich schönen Naturlandschaften. Die Gärten des Anwesens haben eine Größe von 6 Morgen und wurden im Jahre 1998 von Isabel und Julian Bannerman entworfen. Ihr Ziel war es seinerzeit, den Garten in die dahinterliegende Landschaft des Windrush Valleys einfließen zu lassen. Der Garten umfasst traditionelle Gärten mit Kräuterrändern und Rasenflächen, zeitgenössische Parterres sowie Gebiete mit wilden Wäldern und Wildblumen und verfügt auch über wunderschöne Aussichten und geheime, versteckte Plätze. Es gibt einen ummauerten Gemüsegarten, der ganzjährig mit Gemüse und Obstbäumen bestückt ist. Auch das Waldgebiet ist ein idealer Ort um sich zurückzuziehen. Es gibt sogar ein Baumhaus, das zwischen zwei Bäumen und einem Zigeunerwagen gebaut wurde. Der sogenannte Pool ist ein Naturbecken mit Schilf und ohne Chlor, dessen Wasser ständig erwärmt wird. Außerdem gibt es auch noch einen riesigen Tennisplatz.

(Bildquelle)

Die Familie Mitford


Die Familiendynamik

Die Familie Mitford ist eine adlige, aristokratische englische Familie, die ihren Hauptsitz in Mitford, Northumberland hatte.  Am berühmtesten sind wohl die sechs Töchter von David Freeman-Mitford, 2. Baron Redesdale und seiner Ehefrau Sydney Bowles. Die Mitford-Schwestern wurden nicht nur gefeiert, sondern manchmal auch skandalös dargestellt.

Die Mitford-Geschwister

  1. Nancy Mitford 28.11.1904 – 30.06-19739, auch bekannt als Nancy, die Romanistin
  2. Pamela Mitford (Pam) 25.11.1907 – 12.04.1994, auch bekannt als Pamela, die unaufdringliche Geflügelkennerin
  3. Thomas Mitford (Tom) 02.01.1909 – 30.03.1945
  4. Diana Mitford 17.06.1910 – 11.08.2003, auch bekannt als Diana, die Faschistin
  5. Unity Walküre Mitford (Bobo) 08.08.1914 – 28.05.1948, auch bekannt als Unity, die Hitler-Liebhaberin
  6. Jessica Lucy Mitford (Decca) 11.09.1917 – 22.07.1996), auch bekannt als Jessica, die Kommunistin
  7. Deborah Vivien Mitford (Debo) 31.03.1920 – 24.09.2014, auch bekannt als Deborah, die Herzogin

Die fünf Schwestern sowie ihr einziger Bruder Thomas waren Kinder von David Bertram Ogilvy Freeman, Mitford, 2. Baron Redesdale, seinen Kindern lediglich bekannt als „Farve“ und Sydney Freeman-Mitford, Baroness Redesdale, bekannt als „Muv“. David und Sydney heirateten im Jahre 1904. Die Familienhäuser wechselten von Batsford House zu Asthall Manor neben dem River Windrush in Oxfordshire gelegen, sowie dann zu Swinbrook Cottage mit einem Haus am Rutland Gate in London. Sie lebten auch in einem Cottage in High Wycombe, Buckinghamshire, das sie als Sommerresidenz nutzen.

Die Geschwister wuchsen allesamt in einem Landhaus mit emotional entfernten Eltern und einem großen Haushalt mit zahlreichen Dienern auf. Diese Familiendynamik war für damalige Großfamilien nicht ungewöhnlich. Die Bildung von Frauen der Familie wurde seinerzeit missachtet und es wurde erwartet, dass sie in jungen Jahren einen finanziell gut situierten Ehemann heirateten. Die Kinder hatten eine private Sprache namens „Boudledidge“ (ausgesprochen „bowdledidge“) und jeder hatte einen anderen Spitznamen für die jeweils anderen.

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges verschärften sich ihre politischen Ansichten. „Farve“ blieb ein Konservativer, aber „Muv“ unterstützte ihre faschistischen Töchter, weshalb sich das Paar in den späten 1940er Jahren trennte.

Die Mitford Geschwister

Berühmtheit erlangten die Schwestern durch ihr umstrittenes, aber stilvolles Leben sowie für ihre öffentliche politische Stellung zwischen Kommunismus und Faschismus.

Die Mitford-Schwestern faszinieren die Welt jede auf ihre ganz eigene Weise, seit sie in den 1920er Jahren in der Gruppe der Bright Young Things auftauchten, eine Gruppe junger Künstler und Aristokraten, die die Londoner Szene gehörig aufmischten. Aufgewachsen sind die sechs Schwestern zwischen den Weltkriegen und verkörpern genau das, was diese Epoche ausgemacht hat.

Nancy

Nancy, die älteste Tochter, war unverbesserlich wenn es darum ging, andere „auf die Schippe zu nehmen“. Sie war frech und scharfsinnig. Später wurde, sowohl Nancy als auch ihre jüngere Schwester Jessica, zu bekannten Schriftstellerinnen. Während Jessica in Ihren Memoiren, Hons and Rebels, unter anderem von ihrer Erziehung berichtet, hat sich Nancy für die Figuren in ihren Romane immer an ihren eigenen Familienmitgliedern orientiert. Gekennzeichnet waren ihre Werke vom scharfsinnigen Blick auf ihre Gesellschaftsschicht und das weibliche Geschlecht.

Pamela

Pamela, die zweitälteste der sechs Schwestern, wurde drei Jahre nach Nancy geboren und war die wohl beständigste der Schwestern. Die meiste ihrer Zeit widmete sie den Tieren und dem Essen. Pamela war ein richtiger Genussmensch.

Tom

Tom der einzige Sohn der Familie wurde von seinen Schwestern vergöttert. Der spätere Faschist, weigerte sich, gegen Deutschland zu kämpfen, meldete sich aber freiwillig um gegen das kaiserliche Japan zu kämpfen. Er wurde kurz nach seiner Ankunft in Asien getötet.

Diana

Diana galt als absolute Schönheit. Bereits mit achtzehn verlobte sie sich und heiratete den reichen Bryan Guiness. Allerdings hielt die Ehe nicht sehr lange und sie verließ ihn, gemeinsam mit ihren beiden Söhnen, für Oswald Mosley. In den 1930er Jahren war sie bekannt für ihre Nähe zu Adolf Hitler.

Unity

Unity, die vierte im Bunde, ging im Alter von neunzehn Jahren nach Deutschland, wo sie sich in Hitler verliebte. Verzweifelt über die Kriegserklärung gegen Deutschland, versuchte sie Selbstmord zu begehen, indem sie sich in den Kopf schoss. Sie überlebte, erlitt allerdings einen schweren Hirnschaden, der schließlich zu ihrem frühen Tod führte.

Jessica

Jessica brannte mit Esmond Romily durch und ging nach Spanien. Sie wandte sich von ihren ererbten Privilegien ab und lief weg, um Kommunistin zu werden. Ihr Mann meldete sich freiwillig für die RCAF und starb, als sein Bomber mechanische Probleme über der Nordsee entwickelte. Jahre später heiratete sie erneut, einen Amerikaner, und schloss sich der Kommunistischen Partei an, in der sie auch jahrelang als aktives Mitglied fungierte. In zahlreichen Briefen erklärte Jessica, dass ihre Tochter von der kanadischen Regierung eine Rente aufgrund des Todes ihres Vaters Esmonds bis zu ihrem 18. Lebensjahr erhalten hat.

Deborah

Deborah, die jüngste Schwester, leitete eines der erfolgreichsten Herrenhäuser Englands in Chatsworth und machte es zu einem der herrschaftlichsten Anwesen in ganz Großbritannien. Mehr als sechzig Jahre lebte sie dort mit ihrem späteren Ehemann glücklich verheiratet. Anfang der 1980er Jahre wurde sie politisch aktiv, als sie und ihr Mann Andrew Cavendish, 11. Herzog von Devonshire, der neuen sozialdemokratischen Partei beitraten.

(Bildquelle)

Infos zum Buch


Klappentext:

London, 1920: Für die 19-jährige Louisa geht ein Traum in Erfüllung. Sie bekommt eine Anstellung bei den Mitfords, der glamourösen und skandalumwitterten Familie aus Oxfordshire. Endlich kann sie der Armut und dem Elend der Großstadt entfliehen und dafür auf ein herrschaftliches Anwesen ziehen. Louisa wird Anstandsdame und Vertraute der sechs Töchter des Hauses, allen voran der 17-jährigen Nancy, einer intelligenten jungen Frau, die nichts mehr liebt als Abenteuer und gute Geschichten. Als Florence Nightingale Shore, eine Krankenschwester und Freundin der Familie, am helllichten Tag ermordet wird, beginnen Nancy und Louisa eigene Ermittlungen anzustellen. Schnell erkennen sie, dass nach den Wirren des Krieges jeder etwas zu verbergen hat. (Quelle)

 

Autor: Jessica Fellowes
Titel: Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht
Verlag: Pendo Verlag (Piper)
Seiten: 496
Erscheinungsdatum: 04. September 2018
Preis: 16,99 [D] | 17,50 [A]
Buch beim Verlag: KLICK

Zu meiner Rezension gelangt ihr HIER.

 

Die Autorin


Jessica Fellowes, bekannt durch ihre Begleitbücher zur weltberühmten Serie »Downton Abbey«, arbeitet als Journalistin und Referentin und war früher als stellvertretende Chefredakteurin von Country Life tätig. Sie ist die Nichte von Julian Fellowes, Schauspieler, Romanautor und Verfasser der »Downton Abbey«-Drehbücher. Jessica Fellowes lebt mit ihrer Familie, einem Labradoodle und zwei Hühnern in Oxfordshire. (Quelle)

Zur Website der Autorin geht es hier lang!

 

 

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