Budapest, eine neu entdeckte Liebe

Viele von euch wissen mittlerweile sicher, wie sehr ich Städtetrips liebe. Wenige von euch allerdings wissen mit Sicherheit, dass ich nach meinem Auslandsjahr ein Studium begonnen hatte. Zu Ende geführt habe ich es nicht, aus diversen Gründen, eine Erinnerung wird mir allerdings immer erhalten bleiben und zwar ein Kurs der sich “Cultural Studies” nannte. Im ersten Semester ging es um Ungarn, insbesondere Budapest. Die Dozentin, die selbst gebürtig aus Budapest stammte, schwärmte mit so viel Liebe und Leidenschaft von dieser Stadt und ihrem Heimatland, dass ich die bevorstehende Hausarbeit, die wir zu schreiben hatten, kaum erwarten konnte. So lernte ich nicht nur etwas über Ungarn und seine Hauptstadt, sondern verliebte mich unsterblich in die wunderschönen Fotos, die das Internet von dieser großartigen Stadt zu bieten hat. Seither stand Budapest ziemlich weit oben auf meiner Reise Bucket Liste. Als ich im Frühjahr dieses Jahres eine Karte von Europa aufschlug und nach passenden Reisezielen suchte, fiel mir Budapest ins Auge. Langsam wurde es Zeit, dass ich mir einen meiner kleinen Reiseträume erfüllte. Und da ich nicht nur großer Fan von Städtetrips, sondern auch von Roadtrips bin, haben wir unseren Trip nach Budapest direkt mal mit einem kurzen Zwischenstopp in Wien verbunden.

Ankunft & Hotel

Wie bereits vor einiger Zeit auf meinem Blog berichtet leide ich bedauerlicherweise unter sehr starker Flugangst, was bedeutet, dass ich wirklich nur dann mit einem Flugzeug verreise, wenn es unbedingt notwendig ist. Auch wenn für manche eine zehnstündige Autofahrt bereits die Notwendigkeit einer Flugreise erfüllt, tut es das für mich nicht. Nicht nur, dass es besser für die Umwelt ist, ist es auch viel besser für meine Nerven. Was sind da schon 10 Stunden Autofahrt?

Gewohnt haben wir in einem Hostel, nicht weit entfernt von dem jüdischen Viertel in Budapest, genau dort “wo die Party steigt”, wie uns der Football Coach meines Freundes, der aus Ungarn stammt, hat wissen lassen. Wir legen wenig Wert auf Luxus, haben daher auch nichts gegen ein Hostel einzuwenden, solange wir ein eigenes Badezimmer haben, da bin ich nämlich schon ein wenig “zimperlich”. Das Hostel in dem wir wohnten heißt Nightinggale und befindet sich ganz unscheinbar auf der erste Etage eines Wohnhauskomplexes. Es gibt nur wenige Zimmer, vier, höchstens fünf, nach meiner Einschätzung. Gebucht hatten wir ein Doppelzimmer mit Badezimmer. Es war gemütlich, ordentlich und, wenn man nicht gerade unters Bett oder hinter die Heizung geschaut hat, auch eigentlich ziemlich sauber. Bett und Badezimmer waren sauber, das ist das wichtigste, da macht mir ein bisschen Staub unter dem Bett nichts. Leider war es nicht klimatisiert und der Luxus täglich neue Handtücher zu bekommen fiel natürlich auch weg. Alles in allem bin ich aber sehr zufrieden mit unserer Wahl. Das Hostel liegt sehr zentral, man kann alles super zu Fuß erreichen, die Leute waren nett und der Preis absolut grandios.

Und obwohl das Hostel nicht über einen hauseigenen Parkplatz verfügt, war auch das kein Problem. Genau gegenüber befindet sich das Einkaufszentrum Europeum mit Parkhaus, dass 24 Stunden geöffnet hat und für das wir für vier Tage umgerechnet ca. 35 EUR gezahlt haben. Wissen sollte man allerdings, dass die Tagestickets vorab zu kaufen und zu bezahlen sind, da man nur so diesen günstigen Preis erhält. Lässt man das Auto einfach stehen und möchte beim Rausfahren zahlen, kommt das böse Erwachen und man zahlt sich dumm und dämlich. Ebenfalls ein Pluspunkt ist, dass man mit den Tagestickets trotzdem jederzeit das Parkhaus verlassen und wieder zurückkommen kann. Unser Parkplatz war also gesichert.

Ein winziges Problem hatten wir allerdings mit dem Geld. Nach vorherigen Recherchen haben wir uns dazu entschieden, Geld nicht hier in Deutschland zu wechseln, sondern einfach mit der Kreditkarte dort Geld abzuheben, da so der Wechselkurs um einiges günstiger ist. Blöderweise stellte sich meine Kreditkarte quer. Die Automaten wollten meine Kreditkarte nicht akzeptieren bzw. spuckten sie kein Geld aus. Glücklicherweise hatten wir noch Euro dabei, die wir dann vor Ort wechseln konnten. Im Nachhinein habe ich herausgefunden, dass das Problem mit meiner Kreditkarte das war, dass meine alte abgelaufen war und ich eine neue bekommen habe. Laut Bankberater ändert sich die PIN nicht, offenbar hat sie das doch, denn der Automat hat nur deshalb kein Geld ausgespuckt, weil meine PIN nicht mehr stimmte. Danke für nichts, liebe Volksbank. Ich werde dann umgehend nächste Woche eine neue PIN beantragen.

Als wir dann endlich unser Auto geparkt, in unser Zimmer eingecheckt und Geld gewechselt hatten, konnte das Abenteuer los gehen.

Eine neu entdeckte Liebe

Für mich ist Budapest eine der schönsten europäischen Städte die ich bisher besucht habe. Die Donau zieht sich wie ein silberblauer Faden durch die Stadt und teilt die Stadt in das bergige Buda und das flache Pest. Häufig wird Budapest als das Paris von Osteuropa bezeichnet, wird das Stadtbild von diesen faszinierenden Bauwerken im Jugendstil geprägt, die sich an den breiten Strom der Donau schmiegen und irgendwie an Hogwarts erinnern. Irgendwie ist es das auch geworden, mein eigenes Hogwarts.

Wunderschöne Burgen zieren die Stadt, majestätische Gebäude, endlose Brücken, gemütlichde grüne Oasen und jede Menge Restaurants, Cafés und Bars. Was Wien leider nicht konnte, hat Budapest innerhalb weniger Sekunden geschafft. Es hat mich um seinen kleinen Finger gewickelt. Wie ein Kind, das gerade einen Spielzeugladen betritt, stand ich mit tellergroßen Augen inmitten dieser alten, erhabenen und eleganten Gebäude, deren Hausfassaden aussehen, als hätten sie vor vielen Jahren einmal gebrannt, so schwarz und verrußt sind sie. Die Häuser wirken teilweise heruntergekommen, kaputt irgendwie und doch verfügen sie über ihren ganz eigenen Charme, strahlen etwas Majestätisches aus, genau wie es Paris tut. Denn es stimmt, Budapest ist das Paris von Osteuropa.

Wunderschöne Architektur, freundliche Menschen und unglaublich leckeres Essen – Budapest ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Mein Besuch dort hat sämtliche meiner Erwartungen erfüllt, konnte ich mich kaum satt sehen an der Statt, geschweige denn satt hören an dieser schönen Sprache. Wenn es ums Autofahren geht, sind die Ungarer den Franzosen gar nicht mal so unähnlich. Ich glaube ich habe kein Auto gesehen, dass nicht verbeult war, ganz nach dem Motto “Ist ja nur Blech, solange das Auto fährt ist alles gut”.

Budapest, eine neu entdeckte Liebe. Das war sicherlich nicht mein letzter Besuch in Budapest.

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