Christopher Robin | Meine Liebe zu Winnie Puuh

Am 16. August 2018 ist einer der wohl am heißerwartesten Disney Verfilmungen in den Deutschen Kinos angelaufen. Mit Christopher Robin, der Realverfilmung des Zeichentrickklassikers Winnie Puuh, ist Disney nunmehr in die nächste Runde der Realverfilmungen gestartet. Was uns in dem Film erwartet? Ein großes Wiedersehen mit ein paar der beliebtesten Disney Helden unserer Zeit; mit den Helden unserer Kindheit.

Allerdings spielt der Film nicht zur selben Zeit, wie die Zeichentrickvorlage, sondern viele Jahre später, sprich, Christopher Robin ist zwischenzeitlich erwachsen geworden und zu einem stattlichen Mann mit Familie herangewachsen, ein Mann der kaum mehr an den Christopher Robin von damals erinnert, an den Jungen, der an das Unmögliche geglaubt hat. Unzufrieden mit seinem Job und allgemein recht unglücklich mit seinem Leben hat sich Christopher Robin in seinem Alltag festgefahren und droht sich vollends zu verlieren. Und obwohl er seinem besten Freund Puuh dem Bären einst versprochen hat, ihn niemals zu vergessen, hat er schon seit Jahrzehnten keinen Gedanken mehr an ihn oder seine anderen Freunde, geschweige denn an den Hundert-Morgen-Wald verschwendet.

Ob es Winnie Puuh, I-Aah, Ferkel, Tigger & Co. gelingt, Christopher Robin wieder Lebensfreude einzuhauchen und ihn daran zu erinnern, wie wertvoll und wunderbar das Leben ist, könnt ihr ab jetzt im Kino herausfinden.

Ich habe den Film bereits gesehen und möchte euch in meinem heutigen Beitrag ein wenig über meine Liebe zu dem flauschigen, gelben Teddybären und seinen Freunden, meiner Meinung zum Film und zur Geschichte von Winnie Puuh erzählen.

Die Geschichte von Winnie Puuh, kurzgefasst

Alles begann im Jahre 1914, als während des Wehrdienstes in Ontario, Kanada, der junge Harry Colebourn ein schwarzes Bärenmädchen entdeckte, das er einem Jäger für 20 US-Dollar abkaufte. Schnell wurde besagte Bärin zum Maskottchen seines Regiments und wurde von dem Soldaten auf den Namen Winnie getauft, benannt nach seiner Heimatstadt Winnipeg. Als Colebourn sodann schließlich für eine neue Mission einberufen wurde, wollte er Winnie an einem sicheren Ort wissen und gab sie in die Obhut des Londoner Zoos, da er der Meinung war, dass sie hier am besten aufgehoben sei.

„Manchmal sind es die kleinsten Dinge, welche den meisten Platz in deinem Herzen einnehmen.“

 

(Bildquelle)

Und genau dort, im Londoner Zoo, entdeckte Christopher Robin Milne, der Sohn des späteren Winnie Puuh Autors A. A. Milne die schwarze Bärin und verliebte sich, ebenso wie sämtliche andere Kinder, in die neue „Hauptattraktion“ des Londoner Zoos. Der Junge war so vernarrt in den Bären, dass er sogar seinen eigenen Teddybären auf den Namen „Winnie“ taufte. Im Jahre 1924 veröffentlichte A. A. Milne dann erstmals das Buch „When we were young“ und hauchte darin dem Bären zum ersten Mal Leben ein. Lustigerweise waren auch Tigger, I-Ah, Ferkel sowie sämtliche andere Plüschcharaktere Spielzeuge seines Sohnes, die er fortan mit in seinen Geschichten verewigte.

Gerade zur Zeit des ersten Weltkrieges kamen seine Geschichten gerade recht und stellten eine willkommene Abwechslung dar zum kalten, erschreckenden Alltag, dem die Menschen sich während des ersten Weltkrieges ausgesetzt sahen.

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Wie Walt Disney schließlich auf die Geschichten aufmerksam wurde? Seine Töchter waren ebenfalls ganz vernarrt in die Geschichten rund um den knuffigen Teddybären und es dauerte nicht lange, bis die Idee, Winnie Puuh auch audiovisuell zum Leben zu erwecken und somit Kindern weltweit die Geschichten von dem Bären und seinen Freunden näher zu bringen, geboren war.

Also kam es wie es kommen musste, denn auch A. A. Mile war seinerseits ein riesiger Walt Disney Fan und erwähnte bereits einige Zeit davor, dass er sich geehrt fühlen würde, würde Walt Disney seine Geschichten verfilmen.

1961 wurden die Rechte an Winnie Puuh sodann von A. A. Milnes Ehefrau Daphne offiziell an Disney verkauft, was den Grundstein für die weltweite Karriere von Winnie Puuh legte.

Die Optik unseres Lieblingsbären basiert übrigens auf den Illustrationen von E. H. Shepherd aus den Originalbüchern.

Obwohl Walt Disney von Beginn an Winnie Puuh einen Langfilm widmen wollte, entschied man sich letztendlich doch für mehrere Kurzfilme. Grund hierfür war, dass man glaubte, die Geschichten seien für das amerikanische Publikum zu britisch und es sei besser, sie Schritt für Schritt in die Geschichten des kleinen Bären einzuführen.

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So veröffentlichte Disney vorerst nur Kurzgeschichten. Erst im Jahre 1977 erschien dann der erste Langfilm „Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh“.

Trotz diverser Gerichtsstreitigkeiten aufgrund der Rechte an den Geschichten und den Figuren ging es Ende der Neunziger dann wieder weiter, woraufhin im Zwei-Jahres-Takt regelmäßig neue Kinofilme veröffentlicht wurden, wie zum Beispiel „Tiggers großes Abenteuer“ oder auch „Ferkels großes Abenteuer“. Wie man also sieht, stand nicht mehr nur länger Winnie Puuh selbst im Rampenlicht, sondern auch seine Freunde gewannen immer mehr an Popularität, was es natürlich möglich machte, das Winnie Puuh Universum noch ein wenig mehr auszuweiten und somit mehr Stoff für weitere Geschichten zu sammeln.

2006 bekam Winnie Puuh sogar seinen eigenen Stern auf Hollywoods berühmten Walk of Fame.

Und jetzt, im Jahre 2018, geht die Geschichte des kleinen Bären endlich weiter. In den letzten Jahren wurden die Realverfilmungen immer beliebter, man erinnere sich nur an „Das Dschungelbuch“ und auch „Die Schöne und das Biest“. Das letztendlich auch Winnie Puuh es tatsächlich mal als Realverfilmung auf die große Leinwand schaffen würde, haben vermutlich nur die wenigstens gedacht, wenn auch einige Fans gehofft.

In der neuen Verfilmung Christopher Robin geht es allerdings nicht um Winnie Puuh und seine Freunde, wie wir sie kennen, sondern der Film spielt einige Zeit nach Winnie Puuh’s letzten Abenteuern.

Meine liebsten Winnie Puuh Momente

Wie viele andere, bin auch ich mit Winnie Puuh aufgewachsen. Winnie Puuh und seine Freunde waren die Helden meiner Kindheit. Wenn man so will, waren sie mein erstes richtiges Fandom, Disney eigentlich im Allgemeinen, aber Winnie Puuh noch ein bisschen mehr als all die anderen Disney Filme. Mein Zimmer hing voll von gekauften und selbst gemalten Bildern und Postern, ich hatte Winnie Puuh Bettwäsche, Rucksäcke, Kleider mit Motiven meiner Helden stapelten sich in meinem Schrank, Tapete und alles, was man sich sonst noch so vorstellen kann. Auch Videos stapelten sich in unserem Regal im Wohnzimmer, hier nicht nur gekaufte, sondern auch eigene, auf denen wir die täglichen Folgen damals aufgenommen haben. Verrückt wenn man überlegt, wie lange diese Zeit schon zurück liegt und welchen Aufwand man damals betrieben hat, um die neuen Folgen seiner Lieblingsserie nicht zu verpassen.

“Nichtstun führt manchmal zum allerbesten Irgendwas.”

Meine liebsten Winnie Puuh Momente bestehen in den gemeinsamen Stunden, die ich mit meinem Bruder verbracht habe. Mein Bruder ist vier Jahre jünger als ich und im Gegensatz zu ihm, war ich schon immer Frühaufsteher. Auch als Kind war ich meist zwischen 5 Uhr und 7 Uhr morgens wach. Während ich als kleiner Knirps immer meine Mama geweckt hatte, wenn ich wach wurde, bin ich mit der Zeit – statt in das Schlafzimmer meiner Eltern – immer in das Schlafzimmer meines Bruders gelaufen und habe ihn geweckt, statt meiner Mama. Mit unseren Bettdecken um den Schultern und unserem Lieblingsstofftier im Arm (ein Teddybär, natürlich) sind wir immer nach unten geschlichen, haben die Tür zum Wohnzimmer zu gemacht, damit meine Eltern auch ja nicht wach wurden, haben uns mit Sessel und Wohnzimmertisch ein Zelt gebaut und haben dann zusammen Winnie Puuh geschaut. Was würde ich dafür geben, einfach in der Zeit zurückreisen zu können, um diese Momente noch einmal zu erleben, hat man sie damals einfach viel zu wenig wertgeschätzt.

„Lass dir nie etwas zufliegen, sondern packe zu, wenn es etwas zu holen gibt.“

Mein bzw. unser Lieblingsfilm damals war “Winnie Puuh und der Weihnachtsmann” – ich könnte heulen, weil es ihn nicht auf DVD gibt. Kennt sonst noch jemand den Film? Es geht darum, dass die Bewohner des Hunderte-Morgen-Waldes einen Brief an den Weihnachtsmann schreiben, doch leider vergessen, ihn abzuschicken. Und da Winnie Puuh nicht möchte, dass seine Freunde enttäuscht sind, wenn sie keine Geschenke bekommen, da der Weihnachtsmann ihren Brief ja nie erhalten hat, verkleidet er sich selbst als Weihnachtsmann und besorgt/bastelt ein paar tolle Geschenke für seine Freunde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich diesen Film liebe; wie sehr ich Winnie Puuh liebe. So viele Erinnerungen stecken darin; Erinnerungen, die mich mein Leben lang begleiten werden. Und gerade diese Momente mit meinem Bruder, als wir noch klein waren, werde ich immer in meinem Herzen tragen.

“Ich komme immer irgendwo an, indem ich von dort los gehe, wo ich gerade war.”

Auch wenn man es nicht glauben mag, Winnie Puuh hat mir so viel mitgegeben auf meinen Lebensweg. Seit jeher zeichnet sich der kleine Bär durch seine tiefgründigen, liebevollen und ehrlichen Weisheiten aus, durch die er nicht nur Mut, sondern auch den Glauben an sich selbst vermittelt. Durch ihn lernen wir, wie wichtig es ist, die wesentlichen Dinge des Lebens nicht aus den Augen zu verlieren. Unsere Welt ist so schnelllebig geworden, dass wir die wirklich wichtigen Dinge viel zu häufig aus den Augen verlieren wie z. B. Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen, statt jede freie Minute am Schreibtisch zu sitzen und zu arbeiten.

“Ein Tag mit Dir ist mein Lieblings Tag. Also ist heute mein neuer Lieblings Tag.”

Hiermit versuche ich dann auch mein Glück bei dem wundervollen Gewinnspiel von Miss Foxy Reads.

 

Kurzmeinung zum Film

Wie mir der Film gefallen hat? Mit tränenerfüllten Herzaugen, klopfendem Herzen und einem riesigen Lächeln im Gesicht saß ich im Kino und sog jede Minute dieses Films in mich auf wie ein Schwamm. Zu sagen, ich hätte den Film geliebt, ist noch untertrieben. Ich habe geweint und gelacht, ich habe mitgefiebert und mich verliebt – Christopher Robin ist ein absoluter Wohlfühlfilm, der nicht nur das Zeug zum absoluten Disneyklassiker hat, sondern mich mitten ins Herz getroffen hat.

(Bildquelle)

In Christopher Robin erleben wir einen erwachsenen Christoper Robin, der kaum mehr was mit dem aufgeweckten Jungen von damals gemein hat. Von dem abenteuerlustigen Christopher Robin, der voller Tatendrang steckte und sich sämtlichen Gefahren entgegenstellte, wenn es hieß, seine Freunde zu beschützen, ist fast nichts mehr übrig. Nicht nur der Krieg hat den erwachsenen Christopher Robin verändert, sondern auch der alltägliche Trott, in dem er feststeckt. Unzufrieden mit seinem Job und unglücklich mit seinem Leben steckt er in einer Art Sinnkrise. Der Film zeigt uns mehr als deutlich, dass ein schönes Haus und ein guter Job, der den Lebensunterhalt sichert, nicht immer ausschlaggebend ist für das eigene Glück. Christopher Robin hat während der letzten Jahre das Wesentliche aus den Augen verloren: die Liebe zu seiner Familie und seinen Freunden. Er ist kurz davor sich komplett zu verlieren, als plötzlich sein ältester Freund, Winnie Puuh, ganz unverhofft wieder in sein Leben tritt. Das Timing könnte mithin nicht besser sein. Und auch diesmal stellt der kleine Honigbär sein Leben wieder vollends auf den Kopf.

Herzzerreißend traurig und so lustig, dass einem die Bauchmuskeln weh tun vor lauter Lachen. Dieser Film hat alles, was ein guter Film braucht. Egal ob jung oder alt, jeder wird in diesem Film auf seine Kosten kommen, denn obgleich es “eigentlich” ein Kinderfilm ist, steckt dieser Film voll von so vielen Weisheiten und Wahrheiten, dass er nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern die Zuschauer auch Dinge hinterfragen lässt.

(Bildquelle)

Ewen McGregor ist großartig in seiner Rolle als Christopher Robin und auch die kleinen Plüschfiguren lassen das Herz eines jeden Zuschauers höher schlagen. Sie haben sich kaum verändert. Ferkel ist noch immer so unsicher und ängstlich wie früher, Tigger strotz nach wie vor vor Tatendrang und I-Aah is noch immer der traurige, deprimierte Esel, der viel mehr Humor hat, als er wahrscheinlich weiß.

I-Aah war schon immer mein absoluter Liebling und dieser Film hat mir mal wieder aufgezeigt, weshalb. I-Aah ist das absolut Beste an dem Film. Man möchte ihn einfach nur in die Arme nehmen und knuddeln, gleichzeitig jedoch hat er auch für die größten Lacher gesorgt.

(Bildquelle)

Ich für meinen Teil kann behaupten, dass ich den Film als mehr als perfekt empfunden habe. Er hat mein Herz höher schlagen lassen und mich zu Tränen gerührt. Christopher Robin ist für mich ein absolutes Jahreshighlight und ein Muss, nicht nur für sämtliche Winnie Puuh Fans, sondern insbesondere auch für alle Disney Fans.

(Bildquelle + Bildquelle Titelbild)

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4 Comments

  • Ach Ivy,
    was für ein wundervoller Beitrag <3
    Ich bin gar nicht so das Märchen-Mädchen und kann mich an kaum eines von früher erinnern.
    Winnie Puuh möchte ich mir aber demnächst unbedingt in der Realverfilmung anschauen, das hört sich echt toll an, auch wenn ich erst etwas abgeneigt war – lebende Plüschtiere in Filmen waren noch nie so meins..
    Es freut mich sehr, dass dich der Film so berühren konnte.
    Und die beschriebenen Momente mit deinem Bruder klingen wirklich toll <3
    Ich finde auch, dass man solche Momente immer gar nicht so sehr geschätzt hat, eher erst im Nachhinein.
    Die Zitate klingen alle richtig toll. Vielleicht sollte ich mir das "normale" Disney Märchen als DVD kaufen und anschauen.
    Und es ist sehr spannend zu erfahren, wo Winnie Puuh eigentlich her gekommen ist, denn das wusste ich noch gar nicht.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Liebe Nicci,

      ich kann auch verstehen, wenn man es nicht mag – gerade eben wegen der lebendigen, sprechenden “Kuscheltiere” viele Menschen mögen so etwas ja eher weniger, aber mich konnte Winnie Puuh tatsächlich schon immer begeistern.

      Die Geschichte von Winnie Puuh empfand ich auch als sehr spannend; ich wusste auch noch nicht alles, vor meiner Recherche. Total cool, das alles zu erfahren.

      Solltest du dir den Film bzw. den Zeichentrick irgendwann mal anschauen, hoffe ich, dass es dir gefällt 🙂 Gerade wegen Puuhs Weisheiten ist der Film richtig richtig toll und regt auch zum Nachdenken an.

      Liebste Grüße
      Ivy

  • Oh Ivy,

    was für ein wundervoller Beitrag! *.*
    Ich habe Winnie Puuh und seine Freunde früher einfach vergöttert und möchte mir auch noch unbedingt den neuen Film ansehen, gerade nach all den begesiterten Rückmeldungen.
    Die Vor- bzw. Entstehungsgeschichte war mir gar nciht bekannt – vielen lieben Dank dafür <3

    Liebste Grüße <3 Jill

    • Liebe Jill,

      wenn du schon früher ein Winnie Puuh Fan warst, wirst du den Film ganz sicher lieben <3 Ich hoffe es zumindest. Ich persönlich fand den Film einfach nur großartig!!!

      Ganz liebe Grüße
      Ivy

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