Die Anti-Social-Media-Challenge

Vor kurzem erreichte mich Offline ist es nass, wenn’s regnet von Jessi Kirby als Rezensionsexemplar aus dem Loewe Verlag. Dieser Überraschungpost beigefügt war auch eine Herausforderung zu einer Challenge.

Unsere Welt hat sich zwischenzeitlich so digitalisiert, dass wir kaum mehr in der echten Welt leben, sondern viel zu viel Zeit in der digitalen Welt verbringen. Und eben aus diesem Grund hat der Loewe Verlag diese Aktion ins Leben gerufen. Es geht darum, eine Auszeit von Online-Aktivitäten und Social Media zu nehmen, um wieder mehr Zeit offline zu verbringen und Momente bewusst zu erleben und eben nicht nur, weil man sie hinterher oder sogar währenddessen mit seinen Followern teilen möchte.

Hierzu hat der Loewe Verlag einige Aufgaben gestellt, an denen ich mich sehr gerne selbst versuchen möchte. Ich habe mir bereits vor ziemlich langer Zeit vorgenommen, weniger Zeit online zu verbringen, sondern mehr offline – was auch wirklich gut funktioniert. Doch manchmal lässt man sich eben doch wieder hinreißen und aus diesem Grund empfinde ich diese Challenge als großartig.

DIE AUFGABEN

Im Prinzip eine wirklich tolle Idee, ich erwische mich selbst auch dabei, dass wenn ich den Wecker ausschalte (nach dem zweiten bzw. dritten Mal) und ich eine WhatsApp Nachricht habe, ich diese auch direkt lese. Allerdings vertraue ich herkömmlichen Wecker nicht; ich habe ständig Angst zu verschlafen, weshalb ich mir auf meinem Handy innerhalb einer Zeitspanne von einer Stunde auch gefühlt zehn Wecker stelle. Deshalb habe ich diesen Punkt nicht erfüllt.

Das ist mir ehrlich gesagt ziemlich leicht gefallen. Am Sonntag, den 20.01.2019 habe ich kurzerhand sämtliche Push-Nachrichten deaktiviert, egal ob Instagram, Facebook (die Facebook Messenger App habe ich direkt komplett gelöscht und bleibt auch gelöscht), Pinterest, etc. pp. und es fühlt sich einfach so fantastisch an. Man hat viel weniger das Verlangen, auf das Handy zu schauen, ob man womöglich eine neue Nachricht erhalten hat. Ich schaue dann meist in der Mittagspause einmal nach, ob es irgendetwas Neues gibt und dann abends, wenn ich zu Hause bin. Vorher, als immer alles direkt auf dem Display aufpoppte verspürte ich immer sofort das Bedürfnis, das Handy in die Hand zu nehmen und darauf zu reagieren/zu antworten, was definitiv nicht mehr der Fall ist. Die Push-Benachrichtigungen bleiben bei mir definitiv aus.

Obwohl ich dies wirklich regelmäßig tue, mindestens einmal in drei Monaten, habe ich diese Challenge zum Anlass genommen, und wieder einmal aussortiert und neu sortiert und zwar mein Bücherregal und ebenso auch mein Kleiderschrank. Gleichzeitig habe ich die Papiere fürs Finanzamt etc. pp. sortiert und ordentlich in einem Ordner abgeheftet. Insgesamt habe ich bestimmt 200 Bücher weggegeben (verkauft und gespendet) ebenso fast fünf blaue Tüten Klamotten, sowie Schuhe und Handtaschen. Es gibt nichts befreienderes, als regelmäßig auszusortieren.

Diese Aufgabe war ebenfalls keine sonderlich große Herausforderung, da ich eigentlich jeden Abend unter der Woche mit einem Offline-Hobby verbringe. Zu 80 % wäre das Lesen, die restlichen 20 % wären dann wohl DVDs schauen, Journaling, Lernen und Gesellschaftsspiele mit meinem Freund spielen z. B. Stadt Land Fluss.

Diese Aufgabe ist mir, muss ich gestehen, obwohl es nun wirklich nichts Schwieriges oder Aufwendiges ist, wirklich schwer gefallen, hauptsächlich aus dem Grund, weil ich es anfangs immer vergessen habe, mir etwas zu notieren oder es mir schwer viel, an schlechten Tagen zum Beispiel, mich auf das, was dennoch gut war, zu konzentrieren. Nach einigen Tagen hin und her habe ich es dann aber tatsächlich geschafft und habe jeden Abend eine Sache aufgeschrieben, wofür ich dankbar war. Hier sind also meine sieben Sachen (eine Sache pro Tag) für die ich dankbar gewesen bin:

  1. ein langer Spaziergang mit Timmi
  2. meine Eltern nach ihrem zweiwöchigen Urlaub endlich wieder gesehen
  3. Kurzurlaub in den Schnee gebucht
  4. Schnee!
  5. einen freien Montag faul auf dem Sofa verbringen mit Buch, Katze und Hund
  6. ich habe mir endlich mal etwas, was mich schon länger störte, von der Seele geredet
  7. all die Möglichkeiten, die sich mir durch das Bloggen bieten

Das ist mir auch etwas schwerer gefallen, als die anderen Aufgaben, da dies meist eben genau die Zeit ist, in der ich erst Social Media checke, meist sogar dann, wenn ich schon im Bett liege. Wenn ich vorher meine Zeit lesend oder mit Netflix verbringe, vergesse ich Instagram & Co. meist und möchte mir dann vor dem Schlafengehen noch etwas Zeit nehmen, um auf Kommentare zu antworten oder selbst welche zu verfassen. Doch tatsächlich habe ich es an dem ein oder anderen Abend geschafft und Social Media komplett gemieden und es hat richtig richtig gut getan. Auch das werde ich in Zukunft definitiv beibehalten, nicht jeden Abend, aber doch hin und wieder mal.

Das ist nicht schwierig, das mache ich jeden Tag, wenn ich zu meinen Eltern fahre oder meinen Freund sehe.

Auch das habe ich erledigt und zwar habe ich die wunderschönen Postkarten an drei liebe Menschen verschickt, die dem Überraschungspaket aus dem Loewe Verlag beigelegen haben mit einem wunderschönen und unglaublich ehrlichen Zitat aus dem Buch. Es waren zwar keine Briefe, aber ich liebe Postkarten ohnehin viel mehr. Erinnert hat mich das auch an Postcrossing. Ich habe dort jahrelang mitgemacht und habe seit einer Weile schon darüber nachgedacht, meinen Account wieder aufleben zu lassen. Man meldet sich an, fordert eine Adresse an und an diese muss man eine Postkarte verschicken und ebenso bekommt jemand anderes dann die eigene Adresse und man erhält eine Postkarte von irgendwo auf der Welt zurück. Eine richtig coole Aktion wie ich finde. Ich habe meinen Account wieder aktiviert und direkt 14 Postkarten verschickt und freue mich schon auf die nächsten, die ich schreiben kann.

Das hatte ich mir anfangs auch etwas einfacher vorgestellt. 10 Dinge erscheinen einem nicht viel, bis man sich wirklich einmal richtig Gedanken macht – dann bemerkt man plötzlich, wie viel 10 doch eigentlich sein kann. Dennoch habe ich es geschafft und diese Liste verfasst, die ich natürlich auch hier gerne mit euch teilen möchte:

  1. Timmi
  2. meine Katzen
  3. DVD Abend mit meinem Freund
  4. eine Postkarte
  5. ein gemütlicher Leseabend auf der Couch
  6. Abendessen mit meinen Eltern
  7. Spieleabende mit meinem Bruder, seiner Freundin und meinem Freund
  8. mein Lieblingsessen
  9. Schnee/Regen
  10. Reiseplanung

Im Urlaub fällt mir so etwas immer super leicht; meist ist es sogar eines meiner vorgenommenen Ziele, früh genug aufzustehen, um einen Sonnenaufgang zu erleben. Zu Hause fällt mir das immer etwas schwerer, woran das liegt, weiß ich gar nicht, vielleicht weil es im Urlaub immer was Neues ist und man zu Hause alles kennt, dabei vergisst man immer so leicht, wie wunderschön doch das eigene zu Hause ist. Deshalb bin ich tatsächlich an einem Samstag Morgen früh aufgestanden, habe mich warm eingepack und habe mir den Sonnenaufgang angesehen und es war atemberaubend schön und irgendwie magisch.

Diese Aufgabe ist mir auch überhaupt nicht schwer gefallen. Zur Arbeit nehme ich mir immer etwas zu Essen mit, sodass ich mir dort nirgends etwas kaufen muss. Unseren Wocheneinkauf machen wir meist am Wochenende, sodass wir auch unter der Woche nur dann was einkaufen müssen, wenn irgendetwas essentielles fehlt. Und was Online-Bestellungen angeht, bestelle ich nur noch sehr selten etwas.

Auch das habe ich getan, mehrere Male sogar, meist dann, wenn ich mit Timmi unterwegs bin. Meistens sind es dann nur er, ich, meine Kamera und die wunderschöne Natur. Es gibt nichts schöneres, als einen langen Spaziergang an der frischen Luft zu machen.

Ich habe es versucht, wirklich, hatte es mir sogar fest vorgenommen, aber es ist praktisch unmöglich, wenn man für seine Familie und Arbeit auf zumindest eine Art und Weise erreichbar sein muss haha Und wenn es nur ist, weil man schnell mal was googeln muss/möchte. Ich fahre Ende des Monats für einige Tage weg, einfach raus hier, eventuell schaffe ich es ja dann, zumindest zwei oder drei Tage mal komplett offline zu sein.

Ein Hobby, das ich neu für mich entdeckt habe ist es definitiv, meinen Kalender zu führen. Ich führe zwar auch ein Reisetagebuch, doch einen Kalender konnte mein Interesse irgendwie nie lange halten. Jetzt habe ich mir kürzlich einen wirklich hübschen Kalender zugelegt und mir vorgenommen, diesen auch tatsächlich zu nutzen und bisher macht es richtig viel Spaß, Erinnerungen, Fotos, Erlebnisse, etc. pp. dort festzuhalten. Außerdem hilft es mir, Termine nicht zu vergessen.

Leider auch nicht geschafft, hauptsächlich wegen der Erreichbarkeit. Ich werde es allerdings bei der nächsten Möglichkeit in Angriff nehmen; an einem nächsten absolut faulen Sonntag, an dem ich ohnehin nur zu Hause bin.


Habt ihr ebenfalls an dieser Challenge teilgenommen? Wenn ja, welche Aufgaben habt ihr gelöst? Welche Aufgaben erscheinen euch unmöglich? Oder möchtet ihr in Zukunft gerne an dieser Challenge teilnehmen? Lasst es mich gerne wissen!

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8 Comments

  • Hi Ivy,

    vielen Dank für deine Einblicke! Da hast du ja das meiste super geschafft und ich denke, dadurch wirst du auch in Zukunft bewusster damit umgehen.
    Auf jeden Fall eine schöne Sache, die sich man sich öfter ins Gedächtnis rufen sollte 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Liebe Aleshanee,

      da hast du absolut Recht. Man verbringt heutzutage viel zu viel Zeit online, da ist es wichtig, sich das Ganze mal bewusst werden zu lassen und vielleicht sogar etwas Abstand zu nehmen 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

  • Was für eine tolle Idee! Ich hab sowas ähnliches mit der Arbeit gemacht, als wir Verzichtswoche hatten. Ich habe die 5 Arbeitstage komplett auf Instagram verzichtet, mich aber zwischenzeitig erwischt, wie ich die App automatisch geöffnet hab. Das war schon erschreckend. Seither stelle ich auch nachts mein Internet aus. So kann ich mir zB. auch über das Handy den Wecker stellen, ohne morgens direkt auf Whats app zu schauen. Lasse es dann auch gerne morgens mal noch ne Zeit lang aus. Das nimmt einem wirklich den Stress!

    • awww das ist eine hervorragende Idee, ich weiß gar nicht, wieso ich nicht selbst drauf gekommen bin 😀 Das werde ich von jetzt an definitiv auch so handhaben 😀 Meine Kollegin macht das tatsächlich auch so. Sie hat komplett immer das Internet aus, bis auf 2-3 Mal am Tag, wo sie dann nach schaut, ob jemand versucht hat, sie zu kontaktieren. Ihr ist das auch zu viel, gerade abends nach der Arbeit, wenn der Kopf ohnehin noch so voll ist <3 Danke dir =) das ist echt eine tolle Idee!

  • Ich glaube, da mache ich auch mit. Das Offline Wochenende wird wohl meine härteste Challenge, dafür führe ich schon seit 1,5 Jahren jeden Abend mein Glückstagebuch – und es hilft mir wirklich. An miesen Tagen blättere ich da durch und freue mich, wie gut es mir geht :-).

  • Liebe Ivy,
    dein Beitrag zur Challenge vom Loewe Verlag habe ich echt gerne gelesen. Ich kann dir in vielen deiner gegebenen Antworten auf jeden Fall zustimmen. Ich fand es echt schwer, alles zu erfüllen und wollte es auch gar nicht.
    Ich fand es einfach eine schöne Orientierung, um sich dem Konsum einmal kritisch zu nähern und wie dein toller Beitrag zeigt, ist dir das auch mehr als gut gelungen.
    Du bist echt eine Inspiration und ich werde versuchen, mich an deinem Ehrgeiz zu orientieren. Danke dafür <3

    Liebe Grüße
    Philip

    • Lieber Philip,

      ich danke dir sehr, das bedeutet mir unglaublich viel! Und ich freue mich sehr, dass du dich auch an der Challenge beteiligt hast (deinen Beitrag hierzu steht noch auf meiner Leseliste :-))

      Nicht alles war einfach und vieles lässt sich auch nicht umsetzen. Ein komplettes Wochenende ohne Handy würde ich zwar gerne mal testen, aber ich hasse es, nicht erreichbar zu sein für meine Familie. Vielleicht ziehe ich es mal durch, wenn ich mit meinem Freund unterwegs bin und er sein Handy dabei hat, dann bin ich ja quasi im Notfall über ihn erreichbar – wäre zumindest mal eine Möglichkeit, sich dieser Herausforderung zu stellen 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Ivy

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