Eine Liebeserklärung an mein zu Hause | Warum ich so gerne an der schönen Mosel lebe!

So oft schon habe ich von anderen Orten geschwärmt, von fremden Ländern berichtet und meine Liebe zu neu entdeckten Plätzen kundgetan. Doch noch nie; noch nie habe ich euch von meinem zu Hause erzählt, von meiner Heimat, dort, wo mein Herz verankert ist.

Wisst ihr was das Schöne am Reisen ist? Man lernt sein zu Hause so richtig zu schätzen; man lernt die eigene Heimat auf eine Art und Weise lieben, wie man es zuvor nicht getan hat. Man verreist, um wieder heimzukehren.

Je älter ich werde, desto zugehöriger fühle ich mich meiner Heimat, desto mehr schätze ich sie und all das, was ich an ihr habe.

Großstädte haben mich schon immer fasziniert; die Hektik, der Trubel. All das wirkte schon immer irgendwie elektrisierend auf mich. Doch mittlerweile bin ich auch süchtig nach Ruhe. Vielleicht liegt es daran, dass unsere Welt allgemein so verdammt laut geworden ist; doch manchmal wird mir die Welt einfach zu viel. Mein Körper verlangt dann nach einer Pause, nach Ruhe, nach Zeit für mich ganz alleine. Statt mich zu faszinieren, flößen mir Menschenmengen plötzlich Angst ein. Der Trubel berauscht mich nicht mehr, sondern überfordert mich; setzt mich unter Druck und alles, wonach mein Körper schreit ist ein bisschen Ruhe und plötzlich habe ich dieses Gefühl fliehen zu müssen.

Aufgewachsen bin ich in einem 2.000 Seelen Dorf irgendwo an der wunderschönen Mosel und auch wenn es mich seither immer wieder in die weite Welt getrieben hat; auch wenn ich schon an den verschiedensten Orten gelebt habe, hat es mich immer wieder hierher zurückgezogen. Ich bin gegangen, nur um wieder heim zu kommen.

Stadt von Hochhäusern bin ich umringt von (Wein-)bergen. Statt von lauten Autohupen werde ich von dem Zwitschern der Vögel geweckt. Ich höre nicht das Brummen der Motoren, sondern das Rauschen der Mosel, die nicht weit unterhalb unseres Hauses vorbei fließt. Statt Smog, atme ich frische Morgenluft ein. Wenn es dunkel ist, kann ich die Sterne am Himmelszelt bewundern. Schnee wird nicht gleich zu Schneematsch, sondern verwandelt die Wiesen, Felder, Bäume und Weinberge in ein reinstes Winter Wunderland. Ich muss nicht Kilometer weit raus in die Natur fahren, wenn ich eine Fahrradtour oder eine Wanderung unternehmen möchte. Die Natur ist gleich vor meiner Haustür, ich wohne mitten drin und ich liebe es.

Früher habe ich nie verstanden, wieso so viele Touristen ausgerechnet in unsere Gegend kommen. Heute ist das anders. Heute verstehe ich die Faszination für dieses Fleckchen Erde.

Der Reiz dieser Gegend liegt in ihrer Vielfalt. Wunderschöne Landschaften wechseln sich ab, egal ob Weinberge, Flüsse oder Seen, wunderschöne Altstädte, römische Bauten, alte Burgen und Klöster, die lieblichen, wunderschönen Moseltäler und die historischen Ortsbilder.

Manchmal müssen wir gar nicht weit verreisen, um solch wunderschöne Orte zu finden; manchmal reicht es auch einfach, einen Fuß vor die Tür zu setzen und die Welt auf sich wirken zu lassen.

Wo seid ihr zu Hause? Geht es euch auch manchmal so, dass ihr einfach nur vor der Welt fliehen möchtet und nach Ruhe und Entspannung sucht?

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