Filmkritik: Aquaman

Ein Debakel. Ein Griff ins Klo. Reine Zeitverschwendung. So werden die Filme über unsere DC Helden häufig beschrieben. Selbst objektiv betrachtet, muss ich als DC Fangirl feststellen, dass die Filmkritiken oftmals viel zu harsch ausfallen, denn seien wir doch mal ehrlich, so schlecht, wie jeder sagt, sind die Filme gar nicht, oder? Ob ich als absolutes DC Fangirl überhaupt objektiv beurteilen kann? Nicht wirklich, aber wieso sollte ich auch, immerhin geht es hier um meine persönliche Meinung zu dem neuesten DC Streifen, der seit dem 20. Dezember 2018 in den deutschen Kinos läuft.

Aquaman (Jason Momoa) | Copyright: DC Comics, Warner Bros. Quelle: www.imdb.com

Aquaman, auch bekannt als Arthur Curry, Sohn eines Leuchtturmwärter und einer Atlantisbewohnerin. In jungen Jahren bereits entdeckt er, dass er nicht nur mit Fischen kommunizieren, sondern unter Wasser atmen, extrem schnell schwimmen kann und über übermenschliche Kräfte verfügt. Nachdem seine Mutter die Familie verlassen musste, um sie zu schützen, wendet Arthur sich von seinem Schicksal, eines Tages einmal Herrscher über Atlantis zu sein, ab. Eines Tages jedoch wird er von der Rebellin Mera aufgesucht, die ihn dazu bringen möchte, seinem Halbbruder Orm entgegenzutreten, der nichts Gutes im Schilde führt, sondern droht, die sieben Königreiche der Unterwasserwelt zusammenzuschließen und gemeinsam gegen die Menschen Krieg zu führen. Zusammen mit Mera und seinem ehemaligen Ausbilder Vulko tritt Aquaman Orm entgegen, um zu versuchen, das schlimmste zu verhindern und die Welt der Menschen vor dem Untergang zu bewahren.

Nur ein stinkender Fisch – oder doch mehr?

Zugegeben, Aquaman hat es vielleicht ein bisschen einfacher als Superman, Wonder Woman, Batman & Co. sein Publikum zu begeistern, werden an ihn einfach lange nicht so hohe Erwartungen gestellt, wird sich doch auch heute noch viel zu häufig über den Mann, der mit Fischen spricht, lustig gemacht. Selbst unsere Lieblingsnerds von Big Bang Theory stritten sich darum, wer sich an Halloween nun als den wohl unbeliebtesten und lächerlichsten DC Superhelden verkleidet. Jason Momoa jedoch beweist, das Aquaman auch anders geht.

Aquaman (Jason Momoa) | Copyright: DC Comics, Warner Bros. Quelle: www.imdb.com

Um Jason Momoa zu zitieren: “Who’s going to make fun of Aquaman now?”

Jason Momoa, der Star aus Game of Thrones, scheint in seiner Rolle als Meereskönig und Superheld richtig aufzugehen und das merkt man auch. Mit ikonischen Nahaufnahmen und heldenhaften Inszenierungen, untermalt mit seinem ironischen Grinsen, frechen Sprüchen und durchtrainierten, meist nacktem Oberkörper, wird Aquaman um einiges heroischer dargestellt, als man ihn aus den Comics kennt. Und das ist auch gut so. Vielleicht verhilft Jason Momoa ja am Ende dem guten Aquaman dazu, dass man sich zukünftig nicht mehr deswegen darum streitet, wer sich als Aquaman verkleidet, weil er so langweilig ist, sondern vielmehr, weil er so unglaublich genial ist.

Witzig und humorvoll

Wenn ich noch einmal in einer Filmkritik lesen muss, dass den DC Verfilmungen der Witz des Marvel Universums fehlt, muss ich leider mit irgendetwas um mich werfen. Ich frage mich wirklich, ob die Leute tatsächlich noch immer nicht begriffen haben, dass DC DC ist und nicht Marvel. Natürlich sind beides Superhelden Universen, trotz dessen zwei grundverschiedene Dinge. DC ist nicht Marvel, wieso also mit denselben Erwartungen die man an einen Marvel Film hat, auch an einen DC Film herangehen? Nichtsdestotrotz hatte DC ja bereits angekündigt, etwas mehr von dem Düsteren weg zu gehen, und mehr Witz in die Filme mit einfließen lassen, um die Story ein wenig aufzulockern, was ihnen meiner Meinung nach auch wirklich sehr gut gelungen ist. Zum Schmunzeln gab es genug; die Ernsthaftigkeit des Films blieb dennoch erhalten und die Unterschiede zwischen DC und Marvel sind nach wie vor klar erkennbar.

Vereinzelt waren die Dialoge etwas flach, ob dies nun tatsächlich dem Drehbuch geschuldet ist, oder doch der deutschen Synchronisation, sei mal dahingestellt, dennoch hat es der Unterhaltung keinen Abbruch getan.

Frauenpower ahoi!

Sie ist nicht unbedingt Wonder Woman, trotzdem kann Mera, gespielt von Amber Heard, ganz klar mit ihren weiblichen Kolleginnen mithalten. Intelligent, schlagfertig, rebellisch – eine Frau, die nicht nur weiß, was sie möchte, sondern auch über die wohl coolsten übernatürlichen Fähigkeiten verfügt: Mera kann das Wasser kontrollieren und kommt dem guten Aquaman damit mehr als nur einmal zur Hilfe. Das ein oder andere Mal rettet sie sogar seinen Hintern.

Aquaman (Amber Heard) | Copyright: DC Comics, Warner Bros. Quelle: www.imdb.com

Chemie zwischen Jason Momoa und Amber Heard war vorhanden und in einigen Szenen knisterte es regelrecht zwischen ihnen. Das Zusammenspiel der beiden konnte mich von der ersten Minute an überzeugen und unterhalten. Wie sagt man so schön “I ship it” und das ziemlich extrem sogar.

Actiongeladene Handlung

Ein Kampf folgt auf den nächsten; wenn DC sich einer Sache treu geblieben ist, dann der actiongeladenen Handlung. Auch Aquaman ist ein typisches DC-Actionspektakel, bei welchem ich mir persönlich vielleicht den ein oder anderen Kampf weniger, dafür aber ein wenig mehr Story und Hintergrundwissen gewünscht hätte.

Actionfans kommen mithin vollends auf ihren Geschmack; von miteinander kämpfenden “Meermännern”, bis hin zu Unterwasserkreaturen ist wirklich alles mit dabei und begeistert nicht nur, sondern unterhält auch ungemein. Gerade in Sachen Optik ist der Film absolut empfehlenswert. Die CGI Abteilung hat wirklich ganz grandiose Arbeit geleistet. Egal ob Haie oder Seepferde als Kriegs-Reiterstaffel oder die Darstellung des versunkenen Atlantis, Unterwasserwelten waren wohl nie schöner anzusehen als in Aquaman, natürlich untermalt mit den passenden Soundeffekten.

Aquaman (Jason Momoa) | Copyright: DC Comics, Warner Bros. Quelle: www.imdb.com

Natürlich ist die Story nichts Neues, erinnert ein wenig an König Arthur und das Excalibur-Schwert; ist in manchen Punkten vielleicht sogar ein wenig vorhersehbar und doch ein Film, der nicht nur mit der Optik punktet, sondern auch mit der schauspielerischen Leistung, den Charakteren und vor allen Dingen auch der Umsetzung.

Es wird mehr als deutlich, dass DC sich ein wenig verabschiedet von den mit Düsternis überladenen Filmen, sondern nun auch einmal in die Witzkiste greift. Der Film macht Spaß und unterhält und stellt den sonst eher nicht ganz so beliebten Meeressuperheld in ein ganz anderes Licht.

Fazit

Für mich ist Aquaman ganz klar eine der besten Comicverfilmungen des Jahres. Die volle Fantasydröhnung, wenn man so will und qualitativ definitiv zu vergleichen mit Wonder Woman. Aquaman konnte mich von der ersten Minute bis zur letzten begeistern. Dieser Film ist in meinen Augen ein absolutes Muss. Wieder einmal hat mir DC bewiesen, wieso ich DC ein kleines bisschen mehr mag als Marvel – wegen Filmen wie Aquaman.

Schade drum, dass viele Kritiken prinzipiell eher negativ ausfallen. Langsam habe ich das Gefühl, dass die Zuschauer DC grundsätzlich negativ gegenüber eingestellt sind, die Filme viel zu sehr mit den Filmen aus den MCU Universum vergleichen und ständig nach Gründen suchen, die Filme zu hassen. Dabei lohnt es sich doch so sehr, die Filme einfach mal zu genießen.


Habt ihr den Film schon gesehen? Wenn ja, wie hat er euch gefallen?

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