Game Review: Luigi’s Mansion 3 | Nintendo switch

Who you gonna call? Lu-igi!

Wie der ein oder andere, der mir auf Instagram folgt, vielleicht bereits mitbekommen hat, habe ich mir nun – nach jahrelangem Hin und Her – endlich die von mir bereits seit langem gewünschte Nintendo Switch Konsole gekauft. Nachdem sich das gute Stück dann endlich in meinem Eigentum befand, war die nächste Frage natürlich, welche Spiele möchte ich spielen? Die Auswahl fiel mir nicht unbedingt leicht. Okay, zugegeben, die Entscheidung, dass ich mir entweder Pokemon Schwert oder Schild kaufen würde, stand fest, doch was wollte ich sonst noch? Nachdem ich ein wenig recherchiert und gelesen hatte und auch einige Gaming Accounts auf Instagram neu für mich entdeckt hatte, fiel meine Entscheidung. Luigi‘s Mansion 3 sollte es werden. Die Vorgängerspiele kannte ich nicht, hatte ich nie gespielt, und doch war ich mir aufgrund der Bilder, kurzen Videos und Erzählungen sicher, dass mir das Spiel gefallen könnte. Und ich hatte Recht. Es hat mir gefallen. Sehr sogar. Aus diesem Grund gibt es auch heute diesen Beitrag. Diesmal keine Rezension zu einem Buch, einem Film oder einer Serie. Ich begebe mich mit diesem Blogpost mal in ganz neue Gefilde – heute gibt es nämlich ein Gamereview. Und deshalb fangen wir auch direkt mal damit an.

Worum es in dem Spiel geht? Ein riesiges, 15 stöckiges Hotel wird von üblen und unheimlichen Geistern heimgesucht. Und es liegt an Luigi, diesem Treiben ein Ende zu setzen, denn unglücklicherweise hat der böse König Buu Huu nicht nur Luigis Bruder Mario, sondern auch Prinzessin Peach und drei Toads entführt. So hat Luigi sich den Aufenthalt in diesem Hotel ganz sicher nicht vorgestellt, doch etwas anders übrig bleibt ihm nicht wirklich, nachdem er der Einzige ist, der König Buu Huus Fängen – zumindest vorerst – entkommen konnte.  

Wie man sieht ist man hier weit entfernt von einer komplexen Handlung, doch kommt es meiner Meinung nach hier nicht auf das was an, sondern auf das wie. Und bei dem wie, also bei der Umsetzung der Storyline und der Weltgestaltung, macht hier niemand dem Spiel etwas vor!

Egal ob die sehr gut geschriebenen und durchaus auch lustigen und amüsanten (allerdings nicht vertonten) Dialoge oder aber allerlei schräge Momente. Der zitternde Luigi, der sich langsamen Schrittes seinen Weg durch das Spukhotel bahnt, reagiert extrem ulkig auf die ein oder andere Situation. Deswegen und auch wegen der wunderbar gestalteten Zwischensequenzen, musste ich mehr als einmal laut auflachen. Luigis Mimik ist einfach genial, wahnsinnig ausdrucksstark und grandios umgesetzt. Die Furcht, die er während seines Hotelaufenthalts verspürt, spiegelt sich ganz wunderbar in seinem Verhalten, seinen Bewegungen und seiner Mimik wieder. Auch Luigis Mitstreiter und seine Gegner können sich in dieser Hinsicht wirklich sehen lassen. Alles in allem ist Luigi’s Mansion 3 grafisch gesehen ein richtiger Leckerbissen fürs Auge.

Das Hotel

Die Aufmachung des Hotels ist einfach wahnsinnig genial. Es erinnert ein wenig an ein riesiges Diorama, ist unser Blick immer aus einer festen Perspektive auf das „Spielfeld“ gerichtet. In jeder, wirklich jeder, Ecke gibt es etwas zu entdecken. An Orten, an denen bereits seit längerer Zeit niemand mehr gewesen ist, findet sich aufgewirbelter Staub und Unmengen von Spinnweben. Doch auch was die Wasser-, Licht- und Feuereffekte angeht, erwecken diese das Hotel erst so richtig zum Leben. Insbesondere als eingefleischter Halloweenfan haben mir die unheimlichen Details wahnsinnig gut gefallen. Ich habe bisher noch nicht allzu viele Spiele auf der Switch gespielt, doch dieses hier ist von der Gestaltung her einfach unfassbar schön.

Obwohl mich die starre Kameraperspektive nie sonderlich gestört hat, führt sie hier und da mal dazu, dass man an einigen Stellen ratlos umher läuft, weil Objekte und Umgebung ineinander übergehen und der Weg nicht wirklich erkennbar ist. Mein Luigi hat sich deswegen mehr als einmal den Kopf an der Wand angestoßen. An zwei Stellen hing ich sogar mehrere Minuten fest, weil ich einfach den verflixten Weg nicht mehr gefunden/gesehen habe. Doch von diesen paar wenigen Stellen abgesehen, führt uns diese starre Kameraperspektive an manchen Stellen teilweise auch absichtlich in die Irre, zum Beispiel wenn es um Wege geht, die bewusst verborgen sind. Diese Durchgänge und Orte habe ich meist einfach zufällig beim Durchstöbern jeder noch so kleinen Ecke des Hotels entdeckt.

Auch die Soundeffekte tragen zu dieser wahnsinnig gut gelungenen Atmosphäre bei und ergänzen den humorvollen Horror wirklich ganz wunderbar. Ganz gleich ob es nun Luigis Schritte sind, die man hört und zwar in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, je nach dem, wie viel Angst er gerade hat, seine quietschenden Laute, wenn er sich vor etwas erschreckt, das Lachen der Geister, das Knarzen und Knarren des alten Holz, das Flattern der Fledermäuse oder aber Luigis immer mal wieder vorkommende Schreie nach seinem Bruder Mario – es ist einfach alles on point und zum schreien komisch.

15 Etagen hat das Hotel plus Kellerräume. Wer glaubt, dass es hier schnell langweilig wird, hat sich geschnitten. Jede Etage dieses Hotels unterliegt einem anderen Motto und ist entsprechend gestaltet. Neben normalen Hotelzimmern hat dieser Hotelwolkenkratzer mithin noch viel mehr zu bieten. Im Laufe des Spiels stößt man zum Beispiel auf unheimliche Kerker, ein Filmset mit Miniatur-Stadt, ein Piratenschiff oder aber eine an Alice im Wunderland angelehnte Etage mit jede Menge verwirrenden und verrückten Räumen. Ich muss gestehen, dass dies immer ein kleines Highlight für mich war: nach Beenden des einen Levels herauszufinden, auf welche Etage es Luigi als nächstes verschlägt und um welche Etage es sich dabei handelt. Das Erforschen des Hotels wird einfach nie langweilig. Ständig entdeckt man neue, vielfältige Möglichkeiten, das Gruselhotel zu erkunden und es macht einfach so unfassbar viel Spaß. Besonders die wunderschönen Details haben es mir hier angetan. Wirklich sehr beeindruckend.

Die Bossgeister

Zu jeder Etage gehört auch ein Bossgeist, ein Endgegner sozusagen, der sich die Etage zu eigen gemacht hat und auf uns wartet, sobald wir das Level, mithin die Etage, abgeschlossen haben. Die Bossgeister unterscheiden sich nicht nur in ihrem Aussehen und ihren Eigenschaften, sondern auch in ihren Angriffstechniken und ihrer Kampfführung erheblich. Angepasst sind die Bossgeister natürlich deren entsprechenden Etagen, so wartet am Ende des Filmset-Levels z. B. ein Regisseur-Geist und so weiter und sofort. Während der ein oder andere Bossgeist recht schnell zu besiegen ist, geht es bei anderen schon wieder etwas kniffliger zu. Alles in allem kann ich sagen, dass, je höher man kommt, desto schwieriger werden die Bossgeister. Zumindest habe ich es so empfunden.  

Taschenlampe, Saugschuss, Schreckweg und ein Glibber Luigi

Ich muss gestehen, dass, als ich das Spiel begonnen hatte, dachte „Ach herjee, was hast du dir denn hier für ein Kinderspiel ausgesucht.“ Tatsächlich startet man völlig „jungfräulich“ in das Spiel. Luigi kann sich zu Beginn nur laufend fortbewegen, kein Springen, kein Drehen, kein gar nichts. Doch je weiter wir im Spiel voranschreiten, desto mehr lernt Luigi im Spiel hinzu, was bedeutet, dass wir nun endlich auch die restlichen Tasten unseres Controllers benutzen dürfen.

Mit einem Geister-Staubsauger namens Schreckweg ausgestattet und einer Taschenlampe, bahnen wir uns also unseren Weg durch das düstere und unheimliche Spukhotel. Dabei ist der Staubsauger natürlich nicht nur da, um Geister aufzusaugen, sondern auch alles andere, was nicht niet- und nagelfest ist, hier natürlich alles was man an Geld finden kann, um sich später nützliche Items kaufen zu können wie z. B. einen goldenen Knochen, der einen wiederbelebt, sollte man im Kampf gegen einen Geist sterben. Doch auch ein paar Juwelen heißt es zu sammeln, fünf Stück pro Etage, manche davon offensichtlich, andere wiederum so versteckt, dass man zunächst ein wenig knobeln, knifflige Rätsel lösen oder einfach nur sehr intensiv auf die gesamte Umgebung achten muss. Es gibt hier nämlich mehr als nur einen Geheimgang, den es zu entdecken heißt.

Bei diesem Spiel handelt es sich mithin nicht um ein klassisches Jump’n‘-Action Spiel im Mari-Stil, sondern auch das Lösen von Rätseln, das Auffinden von Schlüsseln um im Spiel weiter voranschreiten zu können oder auch das Ausschalten/Austricksen von Fallen steht auf der Tagesordnung.

Das meiner Meinung nach aber wohl coolste und gleichzeitig lustigste Feature ist Luigis glibbriger Doppelgänger, auch Fluigi genannt, ein aus Geisterschleim bestehendes Luigi Double, das sich durch Gitterstäbe quetschen oder sich seinen Weg durch Gullideckel bahnen kann und so an eben die Orte gelangt, an die der normale Luigi nicht gelangen würde.

Neben dem Storymodus gibt es auch noch einen Multiplayer-Modus, der es bis zu acht Freunden erlaubt, in gruseligen Mini Games gegeneinander anzutreten. Hier steht natürlich der Wettbewerb im Vordergrund und nicht, das Spukhotel von seinen Geistern zu befreien. Vergleichbar ist das Ganze vermutlich mit den Minispielen von Mario Party.

LOHNT SICH DAS SPIEL?

Dieses Spiel hat alles, was ein unterhaltsames, fesselndes und begeisterndes Spiel braucht: eine charmante, wenn nicht unbedingt komplexe, Story, ein liebevolles, detailreiches und einfach geniales Design, vielfältige und abwechslungsreiche Level, nicht zu schwere, aber auch nicht zu leichte Bossgeister und jede Menge Raum für ausgiebige Erkundungstouren durch ein „haunted hotel“. Ich hatte so unglaublich viel Spaß mit diesem Spiel – auch wenn es mich teilweise in den Wahnsinn getrieben hat, weil ich manchmal Ewigkeiten und auch ein wenig Hilfe brauchte, hinter all die genialen Rätsel und Knobeleien zu kommen – und würde es am liebsten gleich noch ein zweites Mal durchspielen. Die Kombination aus dem ängstlichen Luigi, der auf Geisterjagt geht, dem Gruselhotel und der bombastischen Grafik verleiht diesem Spiel definitiv das Potential, ein Lieblingsspiel zu werden. Solltet ihr das Spiel bisher noch nicht kennen, kann ich es euch wirklich nur empfehlen, hier mal etwas genauer einen Blick drauf zu werfen. 

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