Gardasee – Geheimtipp oder Touristenhochburg?

Tief durchatmen. Den Kopf ausschalten. Einfach mal loslassen und den Alltag vergessen. Das ist etwas, was nicht viele können. Auch ich selbst erwische mich ganz häufig dabei, wie mein Kopf selbst an freien Tagen noch im Büro ist. Einfach mal den Moment zu genießen und alles um sich herum vergessen, sich einfach mal auf das Hier und Jetzt konzentrieren, auf sich selbst, fällt den meisten leider viel zu schwer. Es scheint fast wie eine Königsdisziplin, fast schon wettkampffähig, und doch ist gerade das unglaublich wichtig. Denn seien wir mal ehrlich, eigentlich ist das doch gar nicht so schwer, die Gedanken auszuschalten und die Seele einfach mal baumeln zu lassen. Natürlich geht das nicht im Büro und vielleicht auch nicht ganz so einfach zu Hause, doch wenn das Drumherum stimmt, dass ist es eigentlich gar nicht mehr so schwer.

Ich würde mich nicht unbedingt als der Standtyp schlechthin bezeichnen. Wenn ich länger als eine Stunde in der Sonne liege, drehe ich durch vor Langeweile. In der prallen Sonne ist es mir ohnehin meist zu heiß und Faulenzen ist nicht wirklich was für mich, auch wenn ich gerade das mal wirklich nötig hätte.

Als wir im letzten Sommer unseren Roadtrip durch Italien machten, entschieden wir uns, während unseres mehrtägigen Aufenthalts in Verona (mein Reisebericht), auch einen kleinen Abstecher zum Gardasee zu machen. Denn obgleich ich nichts fürs reine Sonnenbaden übrig habe, so liebe ich doch das Wasser. Auch die Hitze, die zu dieser Zeit in Italien herrschte, machte Lust auf eine Abkühlung.

Verona liegt nicht weit vom Gardasee entfernt. Je nach dem wohin man am Gardasee möchte, braucht man teilweise nur 30-40 Minuten und man ist schon da, ganz praktisch, wenn man – wie wir – nur einen Tag am Gardasee verbringen möchte.

Ausgestattet mit Badesachen, jede Menge Wasser, Buch und Kamera haben wir uns daher ganz ohne Plan auf den Weg Richtung Gardasee gemacht. Vielleicht war es ein Fehler, dass wir uns nicht vorher schon informiert hatten, an welchen Strand wir möchten, denn schon gleich stellten wir fest, dass nicht alle Strände zum Baden geeignet sind und die Strände, die zum Baden geeignet sind, überlaufen sind mit Touristen. Denn: der Gardasee ist schon sehr lange kein Geheimtipp mehr. Obwohl wir bereits mit dem absoluten Verkehrswahnsinn und mit überfüllten Stränden gerechnet haben, hat mich das Chaos dennoch überrascht. Nicht nur die Menschen standen Schlange an Kiosks und Cocktailbars, auch die Autos, um überhaupt erst mal zum Gardasee zu gelangen. Ich glaube ich war noch nie zuvor so dankbar für die Klimaanlage in meinem Auto.

Als wir es dann nun endlich an einen Strand geschafft hatten, der weißen Sandstrand versprach und jede Menge Spaß für klein und groß, kratzten wir – auf gut Deutsch gesagt – innerhalb weniger Minuten schon wieder die Kurve. Man sah den Strand vor lauter Menschen nicht mehr. Ganz abgesehen davon, dass wir ohnehin keinen Platz mehr gefunden hätten, hatten wir auch keine große Lust auf so große Menschenmassen. Deshalb kehrten wir direkt wieder um, schmissen Google Maps an und suchten nach einem Strand in der Nähe in der Hoffnung, dass dieser nicht so touristenüberladen war, wie die anderen.

Wir wurden tatsächlich auch fündig, leider ohne Sandstrand, sondern nur mit Kies, dennoch waren hier lange nicht so viele Menschen, als an den anderen Stränden. Wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen, machten es uns bequem und hüpften erst einmal ins kalte Nass, um uns die ganze Hitze von der Haut zu waschen, die an uns klebte wie kalter Schweiß.

Meine Empfehlung: Den Urlaub am Gardasee definitiv in der Nebensaison planen, dann, wenn die Schlagen kürzer, das Wetter nicht ganz so heiß, der Verkehr weniger chaotisch und die Preise kleiner sind. Das tut nicht nur dem Geldbeutel gut, sondern auch dem Gemüt. Immerhin ist man hier zum Entspannen und zum Erholen, was mir in diesen Menschenmengen nicht möglich gewesen wäre. Deshalb bin ich froh um den kleinen Kiesstrand, an dem auch jede Menge Restaurants und Cafés gelegen waren, an dem wir den Tag verbracht hatten.

 

Natürlich haben wir den ganzen Tag allerdings nicht nur im Wasser verbracht, sondern auch damit, uns das Städtchen, in dem wir gelandet waren, ein wenig anzusehen. Eine wunderschöne kleine, mediterrane Ortschaft erwartete uns. Während wir zuvor noch mit unserem Auto durch Berge gekurvt waren, die an eine Alpenlandschaft erinnern, perfekt zum Klettern, Radfahren und Wandern, bot sich uns hier ein ganz gegenteiliges Bild: Sommer, Sonne, Strand, von dem Alpenfeeling keine Spur. Dolce Vita pur, und ich habe es genossen.

Wir verzichteten darauf, uns gleich am See etwas zu Essen zu gönnen, sondern bahnten uns unseren Weg lieber durch das kleine Städtchen und erkundeten diesen wunderschönen Fleck Erde auf unsere ganz persönliche Art. Wir aßen ein köstliches Gelato, tranken einen leckeren Cocktail und ließen uns von der Sonne schön braun brutzeln, bevor wir uns am frühen Abend wieder zurück auf den Weg nach Verona machten.

Ich hätte niemals gedacht, dass der Gardasee ein solches Strandfeeling mir hervorruft, denn obgleich der Lago di Garda „nur“ ein See ist, kam es einem gar nicht so vor, mit den hübschen kleinen Wellen, die das Wasser geschlagen hat, den Möwen und der frischen Seeluft. Trotz der vielen Touristen war ich wirklich beeindruckt von der Schönheit dieses Ortes, hätte mir im Nachhinein dann allerdings doch gewünscht, in der Nebensaison dort gewesen zu sein und vielleicht sogar ein wenig länger, als bloß ein Tag. Es war definitiv nicht mein letzter Besuch am Gardasee, doch das nächste Mal werde ich mich vorher informieren, wo genau ich hin möchte (Spontanität schön und gut, manchmal jedoch ist das Planen dann doch etwas vorteilhafter) und definitiv zu einem Zeitpunkt fahren, an dem das Wetter zwar bereits/noch sommerlich schön ist, allerdings nicht in die Hochsaison/Hochsommer fällt. Ein bisschen weniger Hitze und weniger Menschen denke ich, wäre – für mich persönlich zumindest – um einiges schöner und entspannter.

Wart ihr auch schon mal am Gardasee? Es war mein bisher erster Besuch dort. Ich kann gar nicht glauben, dass ich zuvor noch nie da war, wo doch gefühlt alle Welt regelmäßig dort hin fährt.

Falls ihr schon mal da wart, wie hat es euch gefallen? Wollt ihr überhaupt mal dort hin? Lasst es mich sehr gerne in den Kommentaren wissen und berichtet doch mal von euren Erlebnissen!

 

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