Leseflaute? Was ihr dagegen tun könnt!

Eine Leseflaute trifft uns Bücherwürmer immer ganz besonders hart; insbesondere die Buchblogger unter uns, sind es immerhin die (gelesenen) Bücher, die den größten Teil des Contents ausmachen, den wir liefern. Wenn man erst einmal in einer solchen Leseflaute steckt – häufig tritt sie auch im Sommer, also jetzt aktuell auf – (hiervon berichten immer mehr Bücherwürmer und –blogger), kann es schwierig werden, den gewohnten Lesefluss wieder aufzunehmen.

Gerade auch zu Zeiten von Netflix & Co. hat das geschriebene Wort eine recht große Konkurrenz bekommen. Täglich werden wir mit Informationen bombardiert, sei es nun durchs Radio, durchs Fernsehen, das Internet, die Zeitung – überall prasseln Inhalte auf uns ein, die wir – manchmal weniger, manchmal mehr – gewollt konsumieren. Ein Abend auf der Couch mit einer guten Serie auf Netflix oder einem Videospiel klingt da manchmal einfach verlockender, als sich noch mit einem Buch auf die Couch zu setzen.

Wodurch entsteht eine Leseflaute überhaupt?

Ich vergleiche eine Leseflaute immer ganz gerne mit einer Schreibblockade bei Autoren. Meistens entsteht eine Leseflaute dann, wenn unser Kopf zu voll ist; wenn es uns schwer fällt, all die konsumierten Informationen zu verarbeiten und einfach kein Platz mehr ist für noch mehr davon. Dabei bedeuten Bücher gerade für uns Leseratten Erholung. Wir entspannen dabei; schalten ab, vergessen alles andere um uns herum, um in eine fremde Welt einzutauchen und uns berieseln zu lassen. Wenn dieses entspannte Lesen eben nicht mehr möglich ist, kann es sein, dass uns Gedanken plagen, die eine Ablenkung einfach nicht zulassen. Vielleicht ist gerade etwas in unserem Leben passiert, das uns unglaublich beschäftigt, etwas, was uns Sorgen bereitet; vielleicht gibt es auch tieferliegende Gründe, die dafür sorgen, dass wir es einfach nicht schaffen, uns auf eine andere Geschichte einzulassen, weil die Konzentration jedes Mal, wenn wir nach einem Buch greifen, schwindet. Oft tritt eine Leseflaute natürlich auch dann auf, wenn wir zum Beispiel gerade ein unglaublich gutes Buch beendet haben; aus Angst, dass die nächste Geschichte, die schon in den Startlöchern steht, einfach nicht an das vorher Gelesene herankommt. Es fühlt sich an wie Liebeskummer; man vermisst dieses Buch und seine Charaktere so sehr, dass es einem unmöglich scheint, sich auf etwas Neues einzulassen.

Und dann kann es natürlich auch am Wetter liegen. Insbesondere im Sommer klagen viele Büchermenschen von der sogenannten Sommerleseflaute. Es ist heiß draußen, die Tage werden länger, das Wetter schreit danach, etwas zu unternehmen, ganz anders als im Herbst und Winter, wenn an kalten Tagen die Couch nach uns ruft und wir uns mit einer warmen Decke, einer Tasse heißen Tee/Schokolade/Kaffee, ein paar gut riechenden Duftkerzen und einem guten Buch aufs Sofa kuscheln und für ein paar Stunden der Realität entfliehen.

Doch natürlich gibt es immer Mittel und Wege die Leseflaute zu bekämpfen. Heute habe ich daher ein paar Motivationstipps für euch, mit denen ihr es vielleicht schafft, aus eurer Leseflaute herauszubrechen und wieder mehr zu lesen.

1. Lest kurze Bücher!

Viele Leser sind manchmal ohnehin, auch ohne Leseflaute, abgeschreckt, wenn sie ein Buch in den Händen halten, das 600 Seiten oder mehr hat. Wenn ihr in einer Leseflaute steckt, solltet ihr euch daher nicht noch zusätzlich mit zu dicken Schinken unter Druck setzen. Greift zu kurzen und locker leichten (Sommer-)geschichten, die sich schnell weg lesen lassen, um wieder in den alten Lesefluss zurückzufinden.

2. Nutze aufkommende Langeweile

Wenn man zu Hause ist, kommt Langeweile eher selten auf, immerhin gibt es immer was zu tun, selbst wenn es nur Aufräumen ist. Manchmal kann es allerdings schon helfen, einfach mal ein Buch mitzunehmen, wenn man weiß, dass man eine Weile lang irgendwo warten muss, z. B. auf den Zug oder auf den Bus oder im Wartezimmer des Arztes. Hier fällt es meist schwerer, der drohenden Langeweile zu entkommen. Und statt die Zeit mit sinnlosem Warten zu vergeuden, kann man diese natürlich auch dafür nutzen, einfach mal wieder zu einem Buch zu greifen und ganz vielleicht kommt dann, wenn man erst einmal den Anfang geschaffen hat, die Lust zu lesen wieder ganz alleine zurück.

3. Höre ein Hörbuch.

Manchen ist es einfach zu anstrengend, zu lesen. Viele empfinden es, gerade nach einem anstrengenden Arbeitstag, vielleicht einfach als zu mühevoll. Ein Hörbuch kann hier sehr helfen, wenn man z. B. das Bedürfnis hat, sich einfach ein wenig berieseln zu lassen. Hörbücher kann man mittlerweile auf gefühlt sämtlichen Plattformen hören, egal ob Audible, Spotify oder Book Beat, man lädt sich die Apps runter und hat tausende Hörbücher bei sich, ganz gleich, wo man gerade ist. Manchmal hilft gerade das Lauschen einer Geschichte und einer fremden, angenehmen Stimme, sich zu entspannen. Egal ob im Fitness-Studio, bei der Hausarbeit, im Auto oder im Zug/Bus/Flugzeug, die Kapitel vergehen wie im Flug und trotzdem hat man parallel immer noch Zeit, etwas anderes zu tun. Auch Hörbücher, wenn man erst einmal wieder auf den Geschmack gekommen ist, in fremde Welten einzutauchen, können dabei behilflich sein, die Lust am Lesen wieder zu finden.

4. Wechsle das Buch/brich es ab, wenn es dir nicht gefällt.

Manchmal stürzt man sich auch selbst in eine Leseflaute, wenn man sich gerade förmlich durch ein Buch quält, das einem überhaupt nicht gefällt. Man zwingt sich dazu, es zu lesen, obwohl die Gedanken immer wieder abdriften und man nie mehr als ein paar Seiten gelesen bekommt. Ich verstehe das, wirklich, mir ging es früher ähnlich. Ich habe nie und nimmer ein Buch abgebrochen; habe jedes zu Ende gelesen, ganz gleich ob ich es mochte oder nicht. Heute handhabe ich das anders. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, wenn ich einfach nicht in die Geschichte rein komme, Schwierigkeiten habe mit dem Schreibstil, die Charaktere nicht mag, die Story mich einfach nicht abholt oder einfach das Genre nicht meinen Vorlieben entspricht, dann breche ich das Buch ab und greife zu einem anderen. Sich zum Lesen eines Buches zu zwingen, obwohl es einem nicht gefällt und keine Freude bereitet, kann die Leseflaute natürlich begünstigen, statt sie zu beseitigen. Versucht es also einfach mit einem anderen Buch; einem anderen Autor, einem anderen Genre – selbst wenn dies bedeutet, dass ihr fünf oder mehr Bücher anlesen müsst und sie am Ende doch wieder weg legt. Irgendwann kommt das Buch, dass es schafft, euch zu fesseln und dann verschwindet auch die Leseflaute wieder von ganz allein.

5. Ziele setzen.

Dies sollte natürlich nicht noch mehr Druck aufbauen, sondern vielmehr Spaß machen. Es gibt unzählige Internetseiten und Apps fürs Smartphone, um seine Lesefortschritte zu „tracken“. Die Ziele, die ihr euch setzt, sollten motivierend wirken; vielleicht sogar ein wenig herausfordernd, deshalb solltet ihr euch zunächst kleine Ziele setzen. 10 Seiten pro Tag, 20 oder 50, vielleicht irgendwann dann auch 100 Seiten. Und wenn ihr die passende Seite/App benutzt kann dies sogar richtig viel Spaß machen. Ich verfolge meine Lesefortschritte zum Beispiel immer via Goodreads. Ich liebe es; ich könnte mir ein Lesen ohne diese tolle Seite gar nicht mehr vorstellen.

6. Ein neues Buch kaufen.

Ebenfalls kann sich der Kauf von Büchern positiv auf die Leseflaute auswirken. Werft doch einfach mal einen Blick auf eure Wunschliste oder auf die Bücher, die schon seit Tagen/Wochen/Monaten in eurem Online-Warenkorb versauern und nur darauf warten, bestellt zu werden. Manchmal hat man das Buch, auf das man gerade Lust hat, eben einfach nicht zu Hause und hier kann es helfen, einfach das Buch zu kaufen, auf das man im Augenblick die meiste Lust hat. Hier sollte man dann aufgrund des erneuten Buchspontankaufs auch kein schlechtes Gewissen haben. Wenn das Buch im Augenblick interessant erscheint, kauft es und fangt direkt an zu lesen. Auch das kann helfen, die Leselust wieder zu finden.

7. Begebe dich in neue/ungewohnte Gefilde

Manchmal rührt eine Leseflaute vielleicht auch einfach daher bzw. begünstigt sie, weil man gelangweilt ist; weil man ständig das Gefühl hat, dasselbe zu lesen. Hier kann es helfen, sich einfach mal andere Genres zu Gemüte zu führen oder zum Beispiel auch mal zu Comics, Graphic Novels oder auch Mangas zu greifen. Sie haben nicht nur den „Vorteil“ dass sie wunderschöne Zeichnungen enthalten, sondern auch, dass sie sich ruck zuck weglesen lassen. Auch die Entdeckung von neuen Geschichten, an die man sich sonst nie herangetraut hat, kann helfen, eine neue Liebe zu entdecken und die Leseflaute zu überwinden.

8. Leg das Handy weg.

Obwohl die Lust zum Lesen vielleicht da ist, ist man manchmal einfach zu faul, zu einem Buch zu greifen. Der Griff zum Smartphone erscheint um einiges bequemer. Einfach ein wenig durch Instagram scrollen, Pinterest durchstöbern oder aber auf Facebook zu schauen, was es Neues gibt. Wenn das Handy direkt neben dir liegt, ist es unglaublich verführerisch, dass du immer wieder danach greifst, vielleicht sogar aus Angst, etwas zu verpassen. Verbringe das Smartphone einfach in einen anderen Raum, wenn du anfängst zu lesen oder schalte es aus, verstecke es unter dem Kissen, irgendwo da, wo du es nicht sehen kannst um so eine zu große Ablenkung dadurch zu vermeiden. Wenn einem, grob gesagt, nichts anderes übrig bleibt, als zu Lesen, dann kommt die Lust vielleicht irgendwann wieder wie von selbst zurück.

9. Tausche dich aus.

Austausch ist natürlich etwas, was unter uns Buchbloggern gang und gäbe ist. Es kann unglaublich hilfreich sein, Leseflauten zu bekämpfen, indem man sich mit anderen Bücherwürmern austauscht; über Bücher diskutiert oder ihnen einfach nur dabei zuhört, wie sie von einem Buch schwärmen. Manchmal haben sie ein paar richtig tolle Empfehlungen auf Lager und schaffen es, dich mit ihrer Begeisterung anzustecken. Helfen kann hier natürlich auch, sich einfach mal über die Leseflaute an sich auszutauschen. Der ein oder andere hat vielleicht noch einen Geheimtipp auf Lager, mit dem ihr es schafft, innerhalb kürzester Zeit eure Leseflaute zu bekämpfen.

10. Lass die Leseflaute zu!

Manchmal, manchmal bringen all die gut gemeinten Tipps aber auch leider überhaupt gar nichts. Und dann bringt es auch nicht, sich weiter selbst unter Druck zu setzen und immer wieder dazu zu zwingen, ein Buch in die Hand zu nehmen. Ganz im Gegenteil, das kann es sogar noch schlimmer machen und irgendwann hat man vielleicht sogar das Gefühl, dass das Lesen zu einer Verpflichtung geworden ist. Wenn es also gar nicht geht; wenn keine der Tipps helfen und die Lust einfach, selbst nach mehreren Versuchen, noch immer nicht zurückgekommen ist, dann lass die Leseflaute einfach zu; lass die Leseflaute einfach Leseflaute sein und widme dich einfach anderen Hobbies. Egal ob das nun bedeutet, Serien/Filme auf Netflix & Co. zu schauen, mal wieder zum Sport zu gehen, sich mit Freunden zu treffen, an der eigenen Geschichte weiter zu schreiben, zu malen, spazieren zu gehen oder oder oder … manchmal tut eine Pause auch einfach gut und wenn man eine Weile lang einfach mal gar nichts gelesen und den Büchern vollends den Rücken gekehrt hat, fängt man vielleicht an, das Lesen zu vermissen und irgendwann kommt die Lust dann von ganz alleine wieder zurück.

Habt ihr auch schon mal in einer Leseflaute gesteckt? Was habt ihr getan, um dort wieder rauszukommen? Habt ihr noch weitere Tipps, die ihr beherzigt? Was hilft euch am besten im Kampf gegen eine Leseflaute?

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