Rezension: A Good Girl’s Guide to Murder – Holly Jackson

Inhalt/Klappentext:

Eigentlich ist der Fall abgeschlossen: Vor fünf Jahren wurde die Schülerin Andie Bell von ihrem Freund Sal Singh ermordet. Die Polizei ist sich sicher, dass es so war. Die ganze Stadt ist sich sicher. Alle – außer Pippa. Für ein Schulprojekt will sie den Fall noch einmal aufrollen. Bewaffnet mit ihrem Laptop, einer Diktiergerät-App und viel Mut beginnt Pippa, Fragen zu stellen. Doch bald merkt sie, dass nicht alle wollen, dass die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet werden …


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Es kam schon länger nicht mehr, dass ich ein Buch so spontan gekauft habe, wie dieses hier. Ich stand gerade in der Buchhandlung, wollte nachsehen – da ich es in den Regalen nirgends finden konnte – ob ein anderes Buch, wegen dem ich eigentlich hergekommen war, vorrätig ist, als meine Instagram App noch geöffnet war und mir ein Buchtitel entgegenschrie, der sofort einen Nerv bei mir traf: A Good Girl‘s Guide to Murder. Als ich dann meinen Blick im YA Regal ein wenig nach unten senkte und ich genau dieses Buch dort liegen sah, war es gekauft. Aber sowas von. Und es stimmt, spontane Entscheidungen sind meist die besten. Dieses Buch hat mich nicht mehr los gelassen. Um genau zu sein hat es mich so sehr gefesselt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen hatte.

Vorab sei gesagt, dass es sich hierbei um einen Jugendbuch Thriller handelt, sprich, man nicht zu viel Blut oder gar zu detailreiche Beschreibungen diverser Szenen erwarten sollte. Vielmehr handelt es sich um eine verrückte Achterbahnfahrt, eine großartige und intelligente Erzählung mit einer starken, rätselhaften und geheimnisvollen Handlung, einem schnellen Tempo und fantastisch ausgearbeiteten Charakteren.

Pippa „Pip“ Fitz-Amobi führt für ihr Abschlussjahr ein Projekt durch, in dem es um das Verschwinden der Andie Bell von vor ein paar Jahren geht, eine Oberstufenschülerin die, nach den aktuellen polizeilichen Ermittlungen zufolge (sofern man diesen glauben kann) von ihrem damaligen Freund Sal Singh ermordet wurde. Kurz nach dem Verschwinden von Andie beging Sal Suizid und gestand den vermeintlichen Mord in einer kryptischen Textnachricht an seine Familie. Doch Andies Leiche wurde nie gefunden. Von der Stadt und der Presse verurteilt, wurde Sal als Mörder zu Grabe getragen. Auch seine Familie, die noch immer in derselben Stadt wohnt, hat sehr darunter zu leiden, gelten sie als die Familie eines Mörders nicht unbedingt als angesehene Bürger der Stadt. Pip allerdings glaubt nicht so Recht an Sal’s Schuld, hat sie ihn als einen überaus freundlichen, herzensguten und zuvorkommenden Menschen, der ihrer Meinung nach nicht einmal einer Fliege was zu Leide tun könnte, kennengelernt. Aus diesem Grund, nutzt sie ihr vermeintliches Abschlussprojekt, um den Ermittlungen der Polizei auf die Spur zu gehen in der Hoffnung, etwas zu finden, das Sal’s Unschuld beweist; etwas, das den ermittelnden Beamten bis dato entgangen war. Doch je mehr Pip anfängt, zu graben, desto länger wird die Liste der verdächtigen Personen, einschließlich der Schwester von Pippas bester Freundin. Ist sie wirklich nah dran, den Fall endlich zu lösen oder verrennt sie sich in irgendwelche Wunschvorstellungen? Und was, wenn sie sich dadurch nur selbst in Gefahr begibt?

Pip erinnert ein wenig an eine junge Sherlock Holmes, an eine Mischung aus Dana Scully und Veronica Mars, mit ihren technischen Fähig- und Fertigkeiten, mit Ihrem Witz und ihrem Charme, gleichzeitig aber auch mit ihrer immensen Intelligenz, Hartnäckigkeit und ihrem Wissensdurst. Sie ist wahnsinnig klugt und hat ein Gespür für Dinge, die andere als unwichtig erachten oder gar vollkommen übersehen würden. Sie ist eine selbsternannte Streberin, ehrgeizig, manchmal aber noch ein wenig naiv und unbeholfen, insbesondere wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Man spürt einfach, dass sie sich zwischen den Seiten eines Buches manchmal einfach wohler fühlt, als umgeben von Menschen.

Ich hatte zu Anfang ein wenig Sorge, ob das Ganze tatsächlich wirklich gut funktionieren kann. Am Anfang fragte ich mich, was ein 17-jähriges Mädchen wohl finden kann, was die Polizei bei den monatelang andauernden Ermittlungen nicht gefunden hat. Ich hatte die Befürchtung oder vielmehr die Angst, dass es alles viel zu unglaubwürdig, fast schon an den Haaren herbeigezogen, wirken könnte, doch diese Befürchtung; diese Angst war absolut unbegründet. Denn auch hieran hat die Autorin gedacht. Als sich im Laufe der Geschichte dann nämlich schnell herausstellte, dass die polizeilichen Ermittlungen einige Lücken aufwiesen, wurde ich neugierig. So richtig neugierig. Die Spannung war so intensiv, dass sie fast mit den Händen greifbar war.

Insbesondere hat mir an diesem Buch die Mischung aus Erzählung, sowie Gesprächs- bzw. Chatprotokollen und Gedächtnisprotokollen gefallen. Ich muss gestehen, ich bin ein riesen Fan davon, lockert es meiner Meinung nach die Geschichte nicht nur auf und sorgt dafür, dass es nicht zu schnell zu langweilig wird, sondern es hebt die Spannung ungemein und gibt dem Leser das Gefühl, tatsächlich bei den Ermittlungen dabei zu sein. Und vermischt mit dem grandiosen Humor von Pip hat es gleich noch viel mehr Spaß gemacht, ihre Aufzeichnungen zu lesen. Es wirkte wahnsinnig realistisch, eben so, als wäre man gerade tatsächlich Beteiligter in Mordermittlungen und ich bin mir sicher, dass hier gerade deswegen (True-)Crime Fans auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen werden.

Als ebenfalls sehr positiv empfand ich es, dass Pips Ermittlungen nicht nur stur voranschreiten, sondern dass wir auch Einblicke in ihr alltägliches Leben und vor allen Dingen auch in ihre Gefühlswelt erhalten und so natürlich auch eine starke Verbindung zu ihr aufbauen können.

In diesem  Zusammenhang hat die Autorin auch (unbewusst oder bewusst) unterschwellig ganz wichtige Themen einfließen lassen, was mir wahnsinnig gut gefallen hat. Es wirkte alles so natürlich und hatte keine Fingerzeig-Wirkung. Ich liebe es, wenn Autor*innen so etwas schaffen und Holly Jackson ist dies wahnsinnig gut gelungen. Wenn man also ein wenig zwischen den Zeilen liest, erkennt man hier schnell, dass auch Themen wie Mobbing, Drogenmissbrauch und unter anderem auch Rassismus etc. pp. aufgegriffen werden.

Twists und Turns in Zusammenhang mit der Handlung gab es ebenfalls zu Genüge. Genau wie Pip tappte ich bis zum Schluss im Dunkeln. Natürlich hatte auch ich meine Verdächtigen, doch davon, tatsächlich zu wissen, wer denn nun der Mörder war, war ich meilenweit entfernt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, mich an der Nase herumführen zu lassen. So wurde es niemals langweilig, bis zur letzten Seite nicht.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Bei A Good Girl’s Guide to Murder handelt es sich nicht nur um einen spannenden, geheimnisvollen Mystery Thriller, nein, sondern auch um eine sehr bewegende, dramatische, gleichzeitig aber auch unterhaltsame, nervenaufreibende und überraschende Geschichte mit einem hervorragenden Ende. Für mich stellt dieses Buch ein absolutes Highlight dar und nachdem ich nun erfahren habe, dass es weitere Teile in dieser Reihe geben soll, sitze ich wie auf heißen Kohlen und kann es gar nicht erwarten, die Fortsetzungen zu lesen. Ich bin so gespannt, was Pip in Zukunft noch so alles erwarten wird. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, so sind wohl noch drei weitere Teile in Arbeit und ICH. KANN. ES. KAUM. NOCH. ERWARTEN.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Holly Jackson
Titel: A Good Girl’s Guide to Murder
Verlag: ONE
Seiten: 480
Erscheinungsdatum: 20. Dezember 2019
Preis: 15,00 [D]


KATEGORIE

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