Rezension: Again, but better – Christine Riccio

Inhalt/Klappentext:

Shane has been doing college all wrong. Pre-med, stellar grades, and happy parents…sounds ideal—but Shane’s made zero friends, goes home every weekend, and romance…what’s that? Her life has been dorm, dining hall, class, repeat. Time’s a ticking, and she needs a change—there’s nothing like moving to a new country to really mix things up. Shane signs up for a semester abroad in London. She’s going to right all her college mistakes: make friends, pursue boys, and find adventure! Easier said than done. She is soon faced with the complicated realities of living outside her bubble, and when self-doubt sneaks in, her new life starts to fall apart. Shane comes to find that, with the right amount of courage and determination one can conquer anything. Throw in some fate and a touch of magic—the possibilities are endless.


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Diese Rezension enthält Spoiler.


Wie viele Booktuber bzw. Youtuber vor ihr, hat nun auch Christine Riccio, besser bekannt als PolandBananasBOOKS ein Buch geschrieben. Vor einigen, oder sagen wir besser vielen, Jahren, mochte ich ihre Videos super gerne. Ich war mir damals nicht bewusst, dass es noch mehr Menschen gibt, die so sehr über Bücher fangirlen können und habe mich daher jedes Mal riesig auf eines ihrer neuen Videos gefreut. Auch ihre Sketches fand ich irgendwie immer komisch. Kurz gesagt: ich mochte sie. Mit der Zeit hat sich das allerdings geändert. Sie wurde mir zu laut, zu übertrieben, zu künstlich – einfach ein bisschen zu viel von allem eben, weshalb ich aufgehört habe, ihre Videos zu schauen. Ich folge ihr daher nur noch auf Instagram, doch auch hier treiben mich ihre Stories manchmal an den Rand des Wahnsinns, weshalb ich auch diese mittlerweile meide und mir nur noch ihre Fotos anschaue.

Dennoch ist es natürlich nicht an mir vorbei gegangen, dass sie nun auch ein Buch geschrieben hat. Auch wenn sich mein Interesse an ihr als Person in den letzten Jahren gelegt hat (irgendwann wurde mir all das auch zu kommerziell) war ich dennoch neugierig auf ihr Buch. Ob es mir gefallen hat? Hmm ….

Zunächst bin ich der Meinung, dass man ein Buch nicht basierend auf dem Autor/der Autorin bewerten sollte, egal ob positiv oder negativ. Da ich nicht (mehr) unbedingt ihr größter Fan bin, war ich tatsächlich etwas skeptisch, habe allerdings versucht, so unvoreingenommen an die Geschichte ranzugehen, wie nur möglich.

Der Schreibstil

Leider allerdings hatte ich ein paar Schwierigkeiten, in die Geschichte hinein zu finden, was, wie sich letztendlich herausgestellt hat, an ihrem Schreibstil lag. Sie schreibt praktisch wie sie redet, teilweise total zusammenhangslos und manche Sätze musste ich tatsächlich mehrmals lesen um den Sinn dahinter zu verstehen. Ich sage nicht, dass ihr Schreibstil schlecht ist, in meinen Augen ist er allerdings auch nicht besonders gut.  Auch bei manchen Dialogen haben sich mir die Zehennägel hoch gestellt, so „weird“ und „awkward“ und völlig sinnfrei waren manche Unterhaltungen zwischen den Figuren. Und manche dieser Dialoge haben sich dann über mehrere Seiten gezogen, wo ich mich halt tatsächlich frage, was all das zur Geschichte beigetragen hat oder ob es einfach nur darum ging, Seiten zu füllen.

Ist Christine Shane oder ist Shane Christine?

Doch kommen wir nun zunächst zu unserer Protagonistin, Shane Primaveri. Ich hatte leider bereits zu Beginn die Befürchtung, dass sehr viel von Christines Charakter in der Protagonistin steckt; bereits auf den ersten paar Seiten wurde dann auch deutlich, dass Shane nicht nur hier und da dieselben Charakterzüge aufweist wie Christine, sondern das Shane praktisch Christine ist. Doch beim Charakter hat es nicht aufgehört. Selbst in Kleinigkeiten spiegelt sich Christine immer wieder in Shane wieder, ob nun in Ihren Gedanken, ihren Handlungen etc. pp.. Zum Beispiel als sie ihrem Love Interest erzählt, dass ihr Username bzw. der Name ihres Blogs „FrenchWatermelon19“ lautet. Kommt euch irgendwie bekannt vor? Jap, mir auch. Je mehr man in die Geschichte eintaucht, desto mehr verschmelzen Shane und Christine praktisch miteinander.

beide sind weiß und blond

Was nicht weiter schlimm ist, ich denke die Protagonistin aus meinem Buch würde ich ähnlich aussehen lassen, doch wenn man all die anderen Gemeinsamkeiten noch hinzu nimmt, ist es doch schon sehr auffällig, wie sehr Christine sich selbst in diese Geschichte eingebracht hat.

beide haben mit „social Anxiety“ zu kämpfen

Obwohl mir diese Thematik unglaublich gut gefallen hat und ich sie auch als sehr wichtig empfinde und ich mich auch auf den ersten ca. 50 Seiten mit Shane identifizieren konnte (ich habe ebenfalls mit „social anxiety“ zu kämpfen), empfand ich die Umsetzung eher nicht sonderlich gut gelungen. Insbesondere ging diesbezüglich einfach alles zu schnell. Sobald sie aus dem Flugzeug in London aussteigt, scheint sie all ihre Ängste vergessen zu haben. Natürlich ist es schön, seine Ängste zu überwinden und diese Erkrankung verläuft natürlich bei jedem anders, es gibt kein „so ist das völlig falsch dargestellt, so verläuft social anxiety nicht“, aber es gibt keinen Knopf, der die Angst einfach so abstellt, wenn man es eben gerade möchte. Leider wirkte es auf mich nämlich genau so. Als hätte sie mit ihrem Leben in New York, das sie dort zurück gelassen hat, auch plötzlich all ihre Ängste hinter sich gelassen. Dafür, dass sie gerade auf den ersten Seiten ständig davon erzählt hat, wie schwer es ihr fällt, Freundschaften zu knüpfen, unter Leute zu gehen etc., schließt sie in London gleich am ersten Tag Freundschaften und trifft sich abends sogar mit völlig fremden Menschen zu einem „Hang out“. Ich persönlich (ich kämpfe wie gesagt ebenfalls mit solchen Ängsten), hätte nach so einer langen, anstrengenden Reise, in einer völlig neuen Umgebung, in einer Wohnung, mit der ich mit völlig fremden Menschen zusammen leben muss, erst mal kein Bock auf Gesellschaft und bräuchte ein bisschen Zeit, um mich zu akklimatisieren und das Ganze auf mich wirken zu lassen. Irgendwie hat Christine hierdurch dieser in meinen Augen doch sehr wichtigen Thematik ein wenig die Bedeutung genommen, was unglaublich schade ist. Ebenso hat mich gestört, dass sie ihre „social anxiety“ immer als Ausrede dafür genutzt hat „awkward“ zu sein und ein seltsames Sozialverhalten an den Tag zu legen. Es nervt mich einfach, dass viele dem Ganzen irgendwie die Ernsthaftigkeit nehmen, in dem sie z. B. diese Erkrankungen (auch Depressionen) ausnutzen, um ihr Verhalten zu entschuldigen. Nur weil zum Beispiel Montag ist, hat man nicht direkt eine Depression … versteht ihr was ich meine?

beide sprechen/denken gleich & haben dieselben Interessen

Wie oben bereits erwähnt, meide ich mittlerweile sogar ihre Instagrm Stories, weil mich ihre Art zu sprechen einfach unglaublich nervt. Sie ist so laut, so künstlich, so abgehoben und übertrieben – und leider ist Shane genauso. Das Buch liest sich genauso, als würde man ihr zu hören. Hinzu kommen all die Pop Culture References. Im Grunde muss ich sagen, bin ich ein Fan davon. Ich mag es, in Büchern über andere Bücher, Filme, Serien etc. pp. zu lesen, besonders wenn ich selbst diesem Fandom angehöre, doch meine Güte, dieses Buch war voll davon. Gefühlt jede bekannte YA Buchserie wird erwähnt, hier unter anderem natürlich auch die Mortal Instruments Reihe. Ein Professor von ihr heißt „Blackstairs“, ein Mischung der beiden Schattenjäger-Familiennamen „Blackthorn“ und „Carstairs“. Ihr wisst, wie sehr ich diese Bücher liebe, aber ernsthaft? Es war zwar ganz süß und so, aber nachdem dieser Fandom Talk immer mehr wurde, hat es mich einfach nur noch genervt. Ansonsten fangirlt Shane im Buch über all die Sachen, die auch Christine im wahren Leben liebt, z. B. Harry Potter, die Serie Lost, die Beatles, die Vampire Academy Buch Reihe, Taylor Swift, John Green, Cassandra Clare (siehe Beispiel oben).

beide sind nicht nur leidenschaftliche Leserinnen & Bloggerinnen, sondern auch Schreiberlinge

Im Prinzip stellt man also bereits auf den ersten paar Seiten fest, dass es sich hierbei gefühlt um eine Fanfiktion handelt, die sie über sich selbst geschrieben hat. Hier und da hat sie vielleicht noch etwas dazu erfunden, doch im Grunde ist Shane Christine und Christine ist Shane. Im Grunde ist das ja nichts Schlimmes. Am besten schreibt man ja darüber, was man kennt, was man selbst erlebt hat. Doch was mich einfach unglaublich daran gestört hat ist, dass ich die ganze Zeit über nicht Shane vor Augen hatte, sondern Christine. Es fühlte sich die ganze Zeit über so an, als würde sie vor mir sitzen und mir eine Geschichte erzählen, die ihr passiert ist. Sie hat keinen neuen Charakter erschaffen, sie hat einfach sich selbst in diese Geschichte hinein projiziert und sich selbst zur Protagonistin ihres eigenen Buchs gemacht. Daran ist im Prinzip natürlich nichts Verwerfliches, ich frage mich halt nur, ob dies tatsächlich von großem Schreibtalent zeugt. Vielleicht war es ja auch unbewusst, oder aber bewusst, weil sie schon immer mal eine Figur in einem Buch sein wollte – keine Ahnung. Es gibt sicherlich viele Leser, die genau das mögen, insbesondere Christine’s Fans. Mir allerdings war es zu viel. Es war einfach zu viel Christine in diesem Buch und das hat mich unglaublich gestört.

Naiv? Dumm? Oder doch beides?

Hinzu kommt, dass Shane nicht nur naiv, sondern – ich möchte fast sagen – einfach nur dumm ist. Wir kennen es ja, diese süße, naive Art, die manche Protagonistinnen an den Tag legen, überhaupt nichts Verwerfliches. Aber Shane …. bei ihr habe ich mich tatsächlich mehr als einmal gefragt, ob die all die Zeit hinterm Mond gelebt hat. Sie kommt nach London und ist erst einmal super erstaunt darüber, wie nah in Europa alles beieinander liegt und dass dies ja eine super Gelegenheit ist, ein bisschen herum zu reisen. Okay, hast du dir jemals eine Weltkarte angesehen? Natürlich liegt in Europa alles nah beieinander. Man braucht keine 10 Stunden im Flieger von London nach Rom. Als sie dann in London angekommen ist und durch die Supermärkte geht, ist sie total platt, dass Nudeln hier nicht in Boxen, sondern in Plastiktüten verkauft werden. Sie reagiert hierauf wie ich vermutlich reagieren würde, wenn ein Bär den Twist tanzen würde. In Paris besucht sie dann den Palace of Versailles und stellt vollkommen schockiert fest, dass der dortige Mirror Room gar kein Spiegellabyrinth ist, so wie sie die ganze Zeit über geglaubt hat. Nur, um ein paar Beispiele zu nennen. Und sie ist gleich bei allem so enthusiastisch. Nichts gegen Begeisterungsfähigkeit, glaubt mir, ich bin ebenfalls ein sehr begeisterungsfähiger Mensch aber ich renne nicht in einem andere Land in einen Supermarkt und bin erst mal mega beeindruckt davon, dass die Getränkeflaschen alle anders sind als zu Hause.

Love Interest, Fremdgehen & Eifersucht

Kommen wir nun zu den anderen Charakteren. Der Love Interest mit dem Namen Pilot Penn. Wieso um Himmels Willen heißt der Typ Pilot Penn? Klingt irgendwie wie ein „stationery set“. Aber gut, es ist Amerika und es gibt immerhin auch Amerikaner, die ihre Kinder Apfel und Pfirsich nennen, wieso also nicht Pilot Penn.

Ich muss sagen, anfangs war mir Pilot wirklich symphytisch. Ich mochte ihn; mochte ihn teilweise sogar sehr, mochte, dass er eben nicht dieser typische Bad Boy/Macho ist, die man sonst in YA/NA Romanen bekanntlich zu Genüge findet. Ich mochte ihn, bis heraus kam, dass er die ganze Zeit über eine Freundin hat. WARUM? Okay, zugegebenermaßen hatte ich große Probleme mit der Fremdgehen Thematik. Ich weiß nicht, ob es die Feministin in mir ist, die da laut „NEIN“ schreit, oder ob es damit zusammen hängt, dass ich selbst auch schon mal die Betrogene war. Ich meine, klar, im Grunde kann man niemandem vorschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat und wenn der gute Pilot halt meint es wäre in Ordnung, mit einer anderen anzubändeln, während mehrere tausend Kilometer weit weg die Freundin sitzt (er hat es nicht einmal für nötig gehalten, sie seinen neuen Freunden gegenüber zu erwähnen – ich meine, wenn sie so unwichtig ist, wieso macht er dann nicht Schluss? Wieso hat er es nicht schon längst getan?), dann soll er das halt tun. Seine Sache. Was mich allerdings so unfassbar stört ist die Tatsache, dass Shane, das irgendwie egal ist. Okay, gut, anfangs vielleicht nicht. Sie ist natürlich geschockt, als sie erfährt, dass ihr Crush eine Freundin hat, aber im Laufe der Geschichte wird ihr diese Tatsache immer mehr egal. Sie fordert ihn praktisch heraus, sie zu mögen. Außer ganz am Ende, dann macht sie tatsächlich deswegen noch mal eine Szene, aber selbst das wirkte irgendwie total aufgesetzt. Wieso aber in Gottes Namen tun sich Frauen das gegenseitig an? Wieso werden Frauen in YA/NA Büchern noch immer ganz häufig so dargestellt, als wären sie nichts weiter als irgendwelche Zicken, die keinerlei Respekt vor dem eigenen Geschlecht haben? Sollten sich Frauen nicht unterstützen? Ganz ehrlich? Meiner Meinung nach hätten sich Amy (Pilot’s Freundin) und Shane zusammen tun und ihm mal richtig die Leviten lesen sollen.

Zumindest dachte ich das teilweise, bis Shane (ich habe gerade tatsächlich zuerst den Namen Christine hingeschrieben, seht ihr, wie wenig ich die beiden auseinander halten kann?) Amy erwischt, wie sie schön gemütlich in der Küche sitzt und Shane’s Tagebuch liest. WHAT?? Und dann reagiert sie auch noch so richtig schön scheiße, wenn sie von Shane erwischt wird. Okay, Eifersucht hin oder her aber ernsthaft? Wieso, wieso Christine stellst du die weiblichen Figuren in deinem Buch hin, als wären sie nichts weiter als zickige, eifersüchtige Bitches? Wo bleibt da die Frauenpower?

Das gleiche habe ich mich übrigens in dem Moment gefragt, als Shane’s Eltern ganz überraschend nach London zu Besuch kommen und erst mal Shanes Freunde zum Essen einladen. Dort sprechen sie natürlich über das Studium. Was Shane ihren Freunden allerdings verschwiegen hat ist, dass sie eigentlich Medizin studiert und nicht, wie sie ihnen weiß machen möchte, Creative Writing. Warum sie das überhaupt verschwiegen hat? Keine Ahnung. Jedenfalls gibt es in London nicht mal einen Medizinstudiengang und Shane hat die ganze Zeit über ihre Eltern diesbezüglich belogen, was diesen Überraschungsbesuch natürlich zu einem absoluten Albtraum macht. Shane redet sich also um Kopf und Kragen … und dann spricht ihr Vater Sahra, mit der, wie Shane ihren Eltern erzählt hat, sie angeblich zusammen in der Health Clinic arbeitet, auf das Studium an. Pilot versucht die Situation zu retten und irgendwie vom Thema abzulenken (er ist natürlich eingeweiht), doch Shane Vater lässt sich nicht beirren, der immer weiter auf Sahra einredet, die wiederum sichtlich verwirrt ist, da sie eigentlich ja Jura studiert und nicht Medizin. Leute, diese Situation ist so offensichtlich, Pilot und Shane sitzen quasi da mit einer Leuchtreklame über ihren Köpfen die sagt „Halt den Mund und tu einfach so, als würdest du Medizin studieren“ doch Sahra rafft einfach gar nichts. Wie dämlich kann ein Mensch sein? Wirklich? Ich meine, klar, ich schätze ihre Ehrlichkeit, aber es ist so offensichtlich, dass ihre Freundin Hilfe braucht und Shane’s Eltern wird sie vermutlich sowieso nicht mehr sehen, wieso also nicht einfach mal mitspielen? Diese Szene hat mich förmlich in den Wahnsinn getrieben. Ja, ich weiß, es musste so kommen, um das restliche Drama zu produzieren aber ernsthaft? Als dann alles vorbei ist, rafft die gute Sahra es dann endlich auch. Die ist ja wirklich ein Blitzmerker. Glückwunsch.

Der Plottwist, magisch? Oder doch irgendwie Fehl am Platz?

Und dann kommen wir noch zu dem Plottwist. Wirklich, ich mag es, wenn Bücher mich überraschen. Ich bin ein Fan von Plottwists, je krasser, desto besser, aber ab der Hälfte des Buches verwandelt sich dieses Buch auf einmal in eine Fantasygeschichte, ohne, dass es vorher Anzeichen dafür gegeben hätte. Okay, es gab diese rothaarige Frau, die irgendwie überall aufgetaucht ist, doch das fand ich schon eher nervig und sinnlos. Jedenfalls reisen die beiden tatsächlich in der Zeit zurück. Einfach so. Das Ganze kam aus dem Nichts. Absolut random. Für mich war diese Sache sowas von an den Haaren herbeigezogen, dass ich aus dem Lachen und Kopfschütteln gar nicht mehr raus kam. Dieser Aspekt hat absolut und überhaupt gar nicht zur Geschichte gepasst. Es war einfach völlig Fehl am Platz. Was sollte das überhaupt?

Wahrscheinlich hätte es gar nicht mal so schlecht werden können, wenn das Ganze etwas mehr Hand und Fuß gehabt hätte. Die ganze Zeit über treffen wir auf diese mysteriöse rothaarige Frau, die am Anfang des Buches eine kleine Szene bekommt, in der sie absolut aufdringlich und frech und völlig respektlos ist, was mir schon vollkommen gereicht hat, doch das ist alles, was irgendwie auf etwas „Übernatürliches“ hin deuten könnte, da sie nicht nur im Flieger neben Shane sitzt, sondern plötzlich in London in einem Café arbeitet und auch in Frankreich und in Rom plötzlich auftaucht. Nicht mal das Zeitreiseelement wurde richtig erklärt. Sie gehen in einen Aufzug, quatschen und BÄM, plötzlich stecken sie wieder im Jahr 2011 fest. Selbst am Ende wird nicht mal erklärt, wieso, weshalb, warum und vor allen Dingen WIE! Erinnerte mich ein wenig an 30 über Nacht, nur anders rum; nur das es im Film tatsächlich noch eine Erklärung dafür gibt. 

Einmal Selbstfindung bitte!

>Am Ende wird dann auch noch die Thematik Selbstfindung mit eingeführt, was ich im Prinzip wirklich toll finde, doch auch hier ging mir einfach alles viel zu schnell. Überhaupt ging einfach alles zu schnell, das Zusammenkommen zwischen Shane und Pilot und dann ihre plötzliche Erkenntnis, dass sie nicht wegen einem Kerl ihr ganzes Leben versauen möchte … und dann ändert sich ihr Leben (noch einmal) von heute auf Morgen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch kurz anmerken, wie unfassbar selbstsüchtig Shane war. Die beiden finden einen Knopf, das Einzige, was sie in ihre richtige Zeit (2017) zurückbringen kann. Pilot möchte ihn gleich drücken, doch Shane besteht darauf, dass sie erst noch eine Weile in 2011 bleiben. Letztendlich geben sich die beiden ihr Wort, dass sie nur gemeinsam darüber entscheiden, ob und wann sie in ihr eigentliches Leben zurückkehren. Shane ist dabei diejenigen, die den Knopf an sich nimmt. Als ihr dann aber klar wird, dass sie sich zu sehr in ihrer Beziehung zu Pilot verliert und einen auf Einzelgänger macht, entscheidet sie einfach, ganz alleine, diesen verdammten Knopf zu drücken. Es geht ihr schlecht und sie möchte nach Hause und plötzlich ist es scheiß egal, was Pilot will?

Und dann, am Ende ihres Selbstfindungstrip, taucht Pilot natürlich wieder auf, singt ihr ein Ständchen und schwupp, die Welt ist wieder voller rosa Wolken.

Und am Ende muss ich ganz ehrlich sagen, frage ich mich, was ich da eigentlich gerade gelesen habe? Gab es überhaupt einen Plot? Meines Erachtens irgendwie nicht.

Ein bisschen was hat mir dann doch gefallen … aber nur ein bisschen

Ich muss dazu sagen, dass ich einige Szenen wirklich ganz niedlich und süß fand. Doch niedlich und süß reicht eben nicht aus, um ein Buch zu einem Bestseller zu machen.

Was mir allerdings wirklich gut gefallen hat und was man ihr wirklich zu Gute halten muss ist die Tatsache, dass Christine versucht hat, Diversity in ihre Geschichte mit einzubauen und es hier eben nicht nur um weiße hetero CIS Charaktere gibt. Manchmal fühlte es sich zwar irgendwie erzwungen an, aber es war eben schön zu sehen, dass sie sich offenbar zumindest hierüber ein paar Gedanken gemacht hat.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Leider muss ich sagen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Ich würde es jetzt nicht unbedingt als Flop bezeichnen, es war nicht absolut schlecht, aber es war meiner Meinung nach eben auch nicht gut. Nichts hatte irgendwie Hand und Fuß, die Charaktere waren unausgearbeitet, unsympathisch und oberflächlich, der Plot langweilig (auch dieser plötzliche Twist konnte es nicht retten, hat es vielmehr nur noch schlimmer gemacht), der Schreibstil ist in meinen Augen auch nicht wirklich gut, die Pop Culture References waren einfach TOO MUCH und auch sonst hat es an allem irgendwie ein wenig gefehlt und, das was nicht gefehlt hat, war zu viel. Es ist nicht so, dass ich ewig gebraucht hätte, um das Buch zu beenden, ich hatte am Anfang Schwierigkeiten, einzusteigen, hab es dann aber dennoch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Es war mehr was – wie mein Vater sagen würde – für den „hohlen Zahn“, nichts, was wirklich in Erinnerung bleibt. In meinen Augen ist Christine Riccios Debüt eher enttäuschend und sicherlich auch nichts, was man unbedingt gelesen haben muss.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Christine Riccio
Titel: Again, but better
Verlag: Wednesday Books
Seiten: 384
Erscheinungsdatum: 07. Mai 2019
Preis: 12,79 [DE]

KATEGORIE


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2 Comments

  • Hallo Ivy,

    ich habe die Rezension schon gestern gelesen, komme aber erst jetzt zum kommentieren. Ich kann dich absolut nachempfinden. Ich bin zwar nicht so aktiv auf Booktube, aber ein paar Videos schaue ich mir hin und wieder mal an. Christine’s Videos waren früher auch immer mit dabei aber mittlerweile kann ich sie auch nicht mehr hören. Sie ist einfach so anstrengend.

    Super gespannt war ich auf das Buch nicht unbedingt, deshalb machen mir die Spoiler auch nichts aus. Keine Ahnung, ob ich es lesen werde, eigentlich hat mir deine Rezension gezeigt, dass ich das Buch vermutlich nicht mögen werde haha aber mal sehen.

    Mal wieder eine tolle Rezension jedenfalls!

    LG
    Marie

    • Liebe Marie,

      na dann bin ich ja froh, dass es mir nicht alleine so geht haha wobei mir in letzter Zeit wirklich vermehrt Leute geschrieben und erzählt haben, dass sie dieselben Probleme mit Christine haben. Eigentlich schade, aber naja, man wächst eben auch einfach aus manchen Dingen raus 😀

      Falls du das Buch doch lesen solltest, wünsche ich dir viel Spaß damit. Es ist wie gesagt kein Mega-Flop, aber so richtig gut war es halt eben auch nicht – zumindest meiner Meinung nach!

      Liebste Grüße
      Ivy

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