Rezension: All I want for Christmas: Eine Weihnachts-Romance in Manhattan – Julia K. Stein

 

Inhalt/Klappentext:

Eine Hochzeit im glitzernd-verschneiten New York – doch zwischen den Trauzeugen Pippa und Hunter fliegen die Fetzen. Die beiden können sich auf den ersten Blick nicht ausstehen. Nur bei einer Sache sind sie sich einig: Ihre besten Freunde passen nicht zusammen und dürfen auf keinen Fall heiraten. Mit allen Mitteln versuchen sie, die Hochzeit zu verhindern. Bis ein Kuss alles zwischen ihnen verändert … (Quelle)


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft. Diese Rezension kann Spuren von Spoilern enthalten.


Meine Jagd auf Weihnachtsbücher könnte man mit der Jagd auf Weihnachtsgeschenke vergleichen. Jedes Jahr fiebere ich Neuerscheinungen entgegen und kann es kaum erwarten, ab November in die weihnachtliche und winterliche Welt der Bücher einzutauchen. Da kam mir All I want for Christmas von Julia K. Stein gerade Recht, zumindest glaubte ich das. Ein winterliches Weihnachtsmärchen in New York – gibt es etwas Schöneres? Wohl kaum. Im Nachhinein allerdings musste ich leider feststellen, dass das Buch meinen Erwartungen so gar nicht gerecht wurde.

DIALOGE ZUM ZÄHNEKNIRSCHEN

Gleich zu Beginn sind mir bereits die Dialoge negativ aufgestoßen, die so unfassbar gekünselt klingen, dass ich aus dem Augenrollen gar nicht mehr raus kam. Die Dialoge und Gespräche zwischen den Charakteren wirkten aufgesetzt, irgendwie vollkommen unnatürlich und teilweise auch Fehl am Platz, sodass mir bereits nach den ersten einhundert Seiten größtenteils die Lust vergangen war und ich sogar mit dem Gedanken spielte, das Buch abzubrechen. Alleine die Tatsache, dass es sich hier um eine winterliche Weihnachtsgeschichte in meiner absoluten Lieblingsstadt New York handelt, hat mich weiterlesen lassen.

WEIHNACHTSSTIMMUNG, WO BLEIBST DU NUR?

Von Seite zu Seite fragte ich mich ein bisschen mehr, wo denn nun die Weihnachtsstimmung blieb, die das Buch verspricht. Wer schon einmal Weihnachten in New York verbracht hat, weiß, wie magisch die Stadt zu dieser Zeit im Jahr ist. Leider hat die Autorin es nicht vollends geschafft, mich zu packen und die Atmosphäre von Weihnachten in New York richtig einzufangen, was unglaublich schade ist, da ich das Buch hauptsächlich auch aus diesem Grund hatte lesen wollen.

Und auch wenn die Weihnachtsstimmung nicht so ganz auf kam, hat die Autorin dennoch die Orte und Plätze, die unsere Protagonisten besuchen, wirklich wunderbar beschrieben. Man hat gemerkt, dass Julia K. Stein selbst einige Zeit in New York gelebt hat und sich dort unglaublich gut auskennt, auch was Geheimtipps angeht wie zum Beispiel das Cute Cat Café.

ZWISCHEN WEIHNACHTSTRUBEL UND HOCHZEITSCHAOS

Den Plot an sich fand ich eigentlich ganz gut, allerdings gab es einige wenige Ausnahmen, die meiner Meinung nach zu überspitzt dargestellt wurden. Dass Paare in Amerika jung heiraten und das oftmals auch unter zwanzig ist natürlich kein Geheimnis. Auch die Idee einer Wintermärchenhochzeit in New York gefiel mir unglaublich gut. Wenn man bedenkt, dass sämtliche Figuren wohl der High Society angehören, war eine pompöse Hochzeit also auch zu erwarten, doch so pompös? Mit dem Greifvogel allerdings hat die Autorin meiner Meinung nach leider den Bock abgeschossen. Das finde ich selbst für die New Yorker High Society etwas übertrieben.

Und auch wenn ich es mir gewünscht hätte, konnte ich mit keinem der Charaktere so richtig was anfangen; mich mit ihnen zu identifizieren war fast unmöglich. Auf der einen Seite fand ich es großartig, wie selbständig Pippa ist. Ich mag ihre feministische Einstellung, allerdings erlaubt es ihr diese Einstellung meiner Meinung nach nicht, sich durchgehend wie ein richtiges Arschloch zu verhalten. Pippa ist unglaublich zickig und teilweise richtig unhöflich. Sie ist schlagfertig, ja, das mochte ich auch an ihr, doch ansonsten konnte ich an ihr leider keinerlei positiven Charaktereigenschaften ausmachen, die mich irgendwie beeindruckt hätten.

Lauren, die beste Freundin von Pippa und die Braut in Spe erfüllt mit ihrem barbiehaften Verhalten und Auftreten so ziemlich jedes Klischee, das man wohl gegenüber eines New Yorker High Society Mädchens haben kann. Lauren ist quirlig und aufgeweckt, hat meiner Meinung nach aber nicht viel Charakter. Ihre extrem quirlige Art ging mir teilweise sogar ziemlich auf die Nerven.

Von Chip möchte ich eigentlich gar nicht erst anfangen, ist er in meinen Augen einfach nur ein regelrechter Stalker und Kontrollfreak. Und manche dieser Dinge lässt Pippa sich auch noch gefallen – why? Wo ist sie denn auf einmal hin, deine feministische Einstellung, liebe Pippa? Obwohl ich Chip keinen Deut leiden konnte, ging es mir am Ende, zumindest was ihn betrifft, alles ein bisschen schnell. Er erklärt ihr auf verdammt gruselige Art und Weise seine große Liebe, schenkt ihr ein super teures Armband von Tiffany’s und sie? Sie nimmt es so hin, obwohl sie keinerlei romantische Gefühle für ihn hegt. Tatsächlich bringt sie es dann übers Herz, ihm zu sagen, dass sie sich ihrer Gefühle nicht sicher ist und schwupp, Chip rauscht ab und war nie wieder gesehen. Okay, er war nicht komplett verschwunden, aber irgendwie wurde die Geschichte zwischen den beiden nie zu Ende gespielt. Wenn Pippa doch angeblich seine große Liebe ist, dann gibt er so schnell auf? Sie hat ihm ja nicht mal einen richtigen Korb verpasst. Und was ist mit dem Armband, das behält sie einfach?

Die einzigen beiden Charaktere, die ich tatsächlich ein bisschen mochte sind David und Hunter. David, weil er Veganer ist und im Buch ganz deutlich seinen Standpunkt klar macht, sich nicht reinreden lässt und wunderbar aufklärt, weshalb er sich dazu entschieden hat, auf sämtliche tierischen Produkte zu verzichten und Hunter, weil er trotz seiner teilweise sexistischen Anfälle (ja Junge, wir wissen, dass Pippa super sexy ist und einen schönen Busen hat) sich weiter entwickelt hat. Sein Charakter ist zwar getränkt von Vorurteilen, dennoch lernt er aus seinen Fehlern. Seine Entwicklung hat mir wirklich gut gefallen und ich mochte es, wie liebevoll er war und wie ehrlich.

Was mir auch gefallen hat war die Tatsache, dass die Autorin durch das Zusammentreffen der Familien der Braut und des Bräutigams, die Braut Lauren stammt aus Texas und der Bräutigam David aus New York, gezeigt hat, wie unterschiedlich die Menschen doch sein können und das auch, wenn sie aus demselben Land stammen. Die Texaner sind zwar nicht alle so, wie in dem Buch beschrieben (mein Freund ist Texaner und Teile seiner Familie wohnen tatsächlich auf einer Ranch in Texas und die sind auf keinen Fall so wie Laurens Familie) aber natürlich gibt es dort auch ein paar Menschen, die eben genau diese Klischees erfüllen, was mich stellenweise wirklich zum Schmunzeln gebracht hat, leider allerdings auch zum Augenrollen, da die Brüder von Lauren leider etwas sehr dümmlich dargestellt wurden.

Ein Klischee reiht sich an das nächste, was natürlich nicht gleich bedeutet, dass das Buch schlecht ist. Manchmal sind Klischees von Nöten, um die Geschichte voranzutreiben und viele Leser mögen ja gerade das, mir allerdings wurde es etwas zu viel. Durch diese Klischees wurde das Buch leider sehr vorhersehbar. Man wusste ganz genau, was passieren und wie es enden wird, was ich unglaublich schade fand.

Zum Schreibstil möchte ich noch sagen, dass mir dieser – trotz der unnatürlichen Dialoge – wirklich unglaublich gut gefallen hat. Julia K. Stein schreibt aus zwei Perspektiven, einmal aus der von Hunter und einmal aus der von Pippa, was es dem Leser ermöglicht, einen besseren Einblick in die unterschiedlichen Leben der beiden Protagonisten zu erhaschen, was es dem ein oder anderen mit Sicherheit ermöglicht, eine bessere Verbindung zu ihnen aufzubauen. Bei mir allerdings hat das nicht ganz so funktioniert. Sie schreibt sehr bildhaft, wie oben bereits erwähnt, sind ihre Ortsbeschreibungen einfach wundervoll und in manchen Szenen habe ich mich tatsächlich so gefühlt, als wäre ich zurück, in meinem geliebten New York.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Für mich persönlich hat sich das Buch leider nicht gelohnt. Es gibt viele weitaus bessere Weihnachtsgeschichten, die ich statt diesem hier empfehlen würde, wenn man denn Lust hat auf ein gemütliches, magisches Weihnachtabenteuer. Doch natürlich empfinden wir als Leser alle Charakterzüge, Klischees, etc. pp. unterschiedlich und den bisherigen positiven Rezensionen nach zu urteilen bin ich mir sicher, dass das Buch den meisten auch gefallen wird. Es kommt einfach darauf an, auf welche Dinge man in einem Buch Wert legt. Mir hat es einfach an zu vielen Dingen gefehlt, weshalb ich bedauerlicherweise keine Leseempfehlung aussprechen kann. Dennoch wünsche ich natürlich allen, die sich das Buch kaufen oder es vielleicht sogar gerade lesen, ganz viel Spaß bei der Geschichte um Pippa und Hunter.

 

INFOS ZUM BUCH

Autor: Julia K. Stein
Titel: All I want for Christmas: Eine Weihnachts-Romance in Manhattan
Verlag: Ravensburger
Seiten: 352
Erscheinungsdatum: 19. September 2018
Preis:  9,99 [D]
Buch beim Verlag: KLICK

 

KATEGORIE

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WEITERE REZENSENTEN

My Library of Dreams | Bücherhummel | Corinnas World of Books | Lovin Books

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8 Cover
5 Handlung
2 Charaktere
7 Setting
2 Romance
4 Weihnachtsfeeling
3 Suchtfaktor
4.4
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10 Comments

  • Liebe Ivy,

    ein dickes OH NEIN! Das klingt ja gar nicht gut. Auf das Buch hatte ich mich so sehr gefreut und mir fest vorgenommen, es bald zu kaufen. Ich habe vor einigen Jahren schon mal das impress-Weihnachtsbuch von Julia gelesen und es so sehr geliebt und ich war eigentlich überzeugt, dass dieses hier genauso gut ist. Und da wir sonst ja auch immer auf einer Wellenlänge liegen, was die Buchbewertung angeht, bin ich jetzt mehr als unsicher… 🙁

    Liebst,
    Julia

    • Liebe Julia,

      ohje, ich hoffe aber dennoch, dass du das Buch mehr mögen wirst als ich. Wer weiß, vielleicht findest du es ja richtig toll <3 Ich drücke dir jedenfalls die Daumen und wünsche dir dennoch ganz viel Spaß mit dem Buch 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

  • Wirds vielleicht auch mal eine Liste mit deinen Lieblingsweihnachtsbüchern geben? Oder gibt es sie vielleicht schon, ich hab sie nur noch nicht gesehen? Das fänd ich auf jeden Fall super.

      • Ohja, das wäre toll ❤️ Schaue gerade schon bei BookBeat… Habe die Matt Haig Bücher durch und geliebt… jetzt bin ich auf der Suche… Gelesen wird als nächstes der Weihnachtosaurus, da bin ich letztes Jahr nicht zu gekommen…

  • Hi Ivy!
    Hach deine Rezension klingt ja nicht so positiv, und dabei wartet das Buch bereits auf meinem Nachtschrank auf mich. Aber wie du schon selbst schreibst, geht ja jeder Leser anders mit Charakter und Klischees um, und ich gehe einfach mal ohne Erwartungen oder einer Voreinstellung an das Buch ran. Bisher hat mich die Autorin noch nie enttäuscht, es bleibt also spannend.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      wenn dich die Autorin bisher noch nie enttäuscht hat, wird dich dieses Buch hier ganz bestimmt auch begeistern können 🙂 ich drücke dir jedenfalls die Daumen und hoffe, dass es dir besser gefallen wird als mir 🙂 Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

      Liebste Grüße
      Ivy

  • Liebe Ivy,

    wirklich schade, dass dich das Buch nicht begeistern konnte. Ich kann deine Standpunkte aber nachvollziehen, auch wenn mir das Buch ja sehr gut gefallen hat. Ich war aber auch noch nie in New York. Vielleicht hat es ein klitzekleines bisschen damit zu tun.

    Danke für’s Verlinken <3

    Liebste Grüße
    Sonja

    • Liebe Sonja,

      das kann natürlich sein, dass du es deshalb nicht ganz so empfunden hast – leider war es bei mir allerdings nicht nur die fehlende Weihnachtsstimmung, sondern insgesamt konnte mich das Buch nicht überzeugen. Dennoch freut es mich natürlich sehr, dass dir das Buch so gut gefallen hat hihi 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

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