Rezension: Chain of Gold – Cassandra Clare | Happy Book Birthday

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Inhalt/Klappentext:

Cordelia Carstairs is a Shadowhunter, a warrior trained since childhood to battle demons. When her father is accused of a terrible crime, she and her brother travel to London in the hope of preventing the family’s ruin. Cordelia’s mother wants to marry her off, but Cordelia is determined to be a hero rather than a bride. Soon Cordelia encounters childhood friends James and Lucie Herondale and is drawn into their world of glittering ballrooms, secret assignations and supernatural salons, where vampires and warlocks mingle with mermaids and magicians. All the while, she must hide her secret love for James, who is sworn to marry someone else. But Cordelia’s new life is blown apart when a shocking series of demon attacks devastate London. These monsters are nothing like those the Shadowhunters have fought before – these demons walk in daylight, strike down the unwary with incurable poison and seem impossible to kill. London is immediately quarantined. Trapped in the city, Cordelia and her friends discover that their own connection to a dark legacy has gifted them with incredible powers – and force a brutal choice that will reveal the true cruel price of being a hero.


Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage doch ich hatte das große Glück, ein Vorableseexemplar von Chain of Gold von Cassandra Clare zu erhalten. Tausend Dank an Walker Books für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.


Happy Book Birthday Chain of Gold! Am heutigen 03. März 2020 erscheint endlich offiziell eines meiner am heiß ersehntesten Bücher in 2020 und dank Walker Books durfte ich dieses Buch bereits vorab lesen.

In Chain of Gold, dem ersten Teil der The Last Hours Trilogie geht es um die Kinder von Will und Tessa Herondale, sprich, wenn man die Infernal Devices-Trilogie (Clockwork Angel, Clockwork Prince, Clockwork Princess) nicht gelesen hat, fällt es einem vielleicht etwas schwerer, der Handlung zu folgen und vor allen Dingen all die Charaktere auseinander zu halten und den richtigen Familien zuzuordnen. Selbst ich, als eingefleischter Shadowhunters Fan, kam gerade mit den Familiennamen dann und wann mal durcheinander und musste immer mal wieder überlegen, wer jetzt genau zu welcher Schattenjäger Familie gehört.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen James und Lucie Herondale, sowie Cordelia Carstairs. Es dauerte maximal fünf Seiten und ich hatte mein Herz bereits an Cordelia verloren, was mich sehr in meiner Meinung darin bestätigt, dass die Carstairs Familie einfach die beste Schattenjäger Familie ist (ja, okay, die Herondales mag ich auch und die Lightwoods und die Fairchilds und und und ….)

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, wo ich so recht anfangen soll, mit meiner Rezension. Erstaunlicherweise tue ich mich mit Cassies Büchern immer ganz besonders schwer, meine Gedanken in Worte zu fassen. Was die Schattenjäger Bücher angeht, fällt es mir nicht immer leicht, objektiv zu sein, einfach, weil ich so wahnsinnig viel mit diesen Geschichten verbinde, haben sie mir einst durch eine eher unschöne Zeit in meinem Leben hinweg geholfen. Und doch möchte ich versuchen, meine Gedanken klar in Worte zu fassen (ich hoffe es gelingt, irgendwie).

Die Rezension ist spoilerfrei!

“We do not get to choose when in our lives we feel pain”, said Matthew. “It comes when it comes, and we try to remember, even though we cannot imagine a day when it will release its hold on us, that all pain fades. All misery passes. Humanity is drawn to light, not darkness.”

Chain of gold – cassandra clare, seite 326

Action, Action, Action

Wer bereits Fan der anderen Schattenjäger Romane ist, weiß, dass es diesen Büchern an Action absolut nicht mangelt. Es gibt immer einen Dämon zu bekämpfen (und im besten Fall zu töten), einen Warlock aufzuspüren oder aber einem Downworlder zu helfen. Bereits ab der ersten Seite stecken unsere Protagonisten neuerlich bis zum Hals in Schwierigkeiten, die es zu lösen gilt. Dass sie hierbei nicht um gefährliche, actiongeladene Kämpfe umher kommen, ist gewiss.

Auch in Chain of Gold schliddern die Protagonisten von einer Gefahr in die Nächste. Kampfszenen kommen mithin alles andere als zu kurz, was auf der einen Seite gut ist, immerhin sorgt Cassie so dafür, dass während des Lesens kein Gefühl der Langeweile aufkommt, wenn es immer irgendwen/irgendetwas zu bekämpfen gibt. Doch mir persönlich wurden die Kampfszenen teilweise ein wenig zu viel. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach schon so viele Schattenjäger Romane gelesen habe und sich daher gefühlt das ein oder andere wiederholt, vielleicht aber auch einfach daran, dass sich mein Geschmack was Bücher angeht, einfach kontinuierlich ändert.

Ich für meinen Teil empfand eben manche dieser Kampfszenen teilweise als ein wenig in die Länge gezogen. Natürlich ist ein Dämon nicht innerhalb von einer kurzen Seite in die Flucht geschlagen, doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es sich gerade hier ziemlich häuft und ich habe mich dabei erwischt, wie ich mir zwischendurch, statt mehr Action, einfach ein bisschen weniger davon zwischen den Seiten gewünscht hätte. 

Das Böse

Ich für meinen Teil bin kein großer Fan von Bösewichten und schlage mich immer auf die Seite der Guten. Ich kann mit dem reinen Bösen einfach nichts anfangen und kann entsprechend den Hype, der manchen bösen Gestalten entgegengebracht wird, nicht nachvollziehen. Nicht so allerdings bei Cassies Büchern, denn Cassie schafft es immer wieder aufs Neue, ihre Bösewichte zu vermenschlichen und ihnen eine Vergangenheit und Hintergrundgeschichte an den Leib zu schreiben, was sich irgendwie absolut „relatable“, manchmal sogar ein wenig nachvollziehbar macht. Sie sind eben nicht das reine Böse, sondern gerade hier beweist Cassandra Clare immer wieder, dass unsere Welt eben nicht nur schwarz und weiß ist, dass es eben nicht nur Gut und Böse gibt, sondern ganz viel dazwischen.

So natürlich auch in diesem Buch und ich kann euch sagen, ich bin sowas von gespannt auf all das Böse, auf diesen einen großen „Endgegner“, bzw. auf die Endgegner (denn jap, genau danach sieht es nämlich aus) der/die uns in dieser Reihe erwarten wird/werden.

Die Charaktere

Wie auch in ihren Büchern zuvor, war ich auch in Chain of Gold wieder ganz besonders angetan von diesen wunderbaren Charakteren, die Cassandra Clare geschaffen hat. Ich würde nicht alle Helden und Heldinnen der vorangegangenen Schattenjägerbücher als charakterlich wirklich gelungen bezeichnen. Obwohl ich die Bücher liebe, sind auch mir nicht die ein oder anderen nicht ganz unproblematischen Aspekte diverse Charaktere betreffend entgangen und natürlich bin auch ich nicht mit allen ihrer Figuren warm geworden, doch dennoch leistet Cassandra Clare eine wahnsinnig beeindruckende Arbeit, wenn es um ihre Charaktere und deren Entwicklungen geht.

Ich bin mir sicher, dass auch diejenigen, die in der Vergangenheit Probleme mit dem/der ein oder anderen Held/in Probleme hatten, sich bezüglich unseres neuen Casts keine allzu großen Sorgen machen müssen. Cordelia Carstairs ist die „knallharte Heldin“ auf die wir (nach Emma Carstairs – da wären wir wieder, Team Carstairs olé) gewartet haben. Sie trifft nicht nur irgendwelche Entscheidungen und zieht diese durch, nein, sie denkt auch darüber nach, stellt diese in Frage, macht sich Gedanken über mögliche Konsequenzen und wird, trotz ihrer Charakterstärke und ihres starken Auftretens, dann und wann von einigen Zweifeln geplagt, was sie nicht nur wahnsinnig liebenswert, sondern auch unglaublich menschlich macht. Außerdem scheut sie sich auch nicht davor, selbst mit anzupacken und sich auch mal die Finger schmutzig zu machen. Sie ist eine so liebevolle und fürsorgliche Person, niemals hätte ich gedacht, dass ich sie so lieben würde. Um ehrlich zu sein, bin ich sehr nüchtern an die “neuen” Charaktere herangegangen, hatte mithin keinerlei Erwartung, doch Cordelia hat mich einfach umgehauen. Man fühlt sich gleich zu ihr hingezogen, findet sie einfach sympathisch, diese wunderbare junge Frau, die so viel reifer zu sein scheint, als all die anderen Charaktere, die Cassandra Clare bis dato geschaffen hat.

Doch es ist nicht nur Cordelia, die einem gleich ans Herz wächst, es sind auch all die anderen Charaktere, mit ihren Ecken und Kanten, ihren liebenswürdigen Macken und teilweise fragwürdigen Entscheidungen, die sie treffen. Ich bin mir sicher, dass viele sich Hals über Kopf in James Herondale verlieben werden, ein kleiner Bücherwurm, der absolutes Traummannpotential hat (für einige). Ich muss gestehen, dass ich anfangs ein wenig mehr von James erwartet hatte. Ich hatte mich auf jede Menge Herzchenaugen und Herzklopfen eingestellt, so richtig überspringen wollte der Funke zwischen James und mir allerdings nicht. Ich hatte eher hier und da mal das Bedürfnis, ihn an den Schlutern zu packen und kräftig durchzuschütteln. Denn vielmehr verlor ich mein Herz an Matthew, einen sehr speziellen und komplexen Charakter, den ich noch nicht richtig zuzuordnen weiß und auf dessen weitere Entwicklung und Geschichte ich ganz besonders gespannt bin. Denn tatsächlich sieht es ganz danach aus, als hätte gerade er ziemlich viele Päckchen mit sich herum zu schleppen und ich bin wahnsinnig gespannt drauf, was uns in Bezug auf ihn in Zukunft noch alles erwarten wird – ich hoffe nur Gutes.

Und dann wäre da natürlich auch noch Lucie; die wunderbare Lucie, die man einfach nur in den Arm nehmen möchte und in der so viel mehr steckt, als viele von ihr erwarten würden. Außerdem ist sie leidenschaftliche Geschichtenerzähler- und schreiberin und alleine das lässt sie unglaublich sympathisch wirken.

Hier fällt es einem tatsächlich nicht unbedingt leicht, sich für einen Favoriten zu entscheiden, verfügen sie alle über gute, sowie schlechte Seiten, die sie unglaublich menschlich wirken lassen und uns eine Möglichkeit geben, uns mit ihnen zu identifizieren. Doch neben all den Charakteren, die wir im Verlauf der Geschichte (mehr oder weniger) lieben lernen, gibt es natürlich auch solche, die unsere Nerven ein wenig strapazieren und auf die Probe stellen. Um wen es sich genau dabei handelt, nun, das müsst ihr ganz alleine herausfinden …

Der Weltenbau

Nach all den Büchern und Geschichten wissen wir natürlich alle, wie weitläufig und riesig die Schattenjäger Welt eigentlich ist. Manchmal scheint sie sogar so riesig zu sein, dass man selbst kaum mehr mit kommt (oder zumindest vieles wieder vergisst). Ich bin noch immer wahnsinnig erstaunt darüber, wie Cassandra Clare es schafft, all diese Verbindungen so blendend miteinander zu verweben und zu verstricken, ohne dass ihr hier wirklich größere Fehler passieren würden. In Chain of Gold verwebt sie die Handlungsstränge der vorherigen Bücher ganz wunderbar miteinander und verleiht dieser genialen und großartigen Fantasywelt noch viel mehr Details, die sie noch echter, noch größer und noch eindrucksvoller werden lässt.

Zwar treffen wir auch auf ein paar altbekannte Gesichter aus den vorherigen Romanen, doch stehen eben diese nicht im Fokus der Geschichte, vielmehr ebnen ihre Nebenhandlungen den Weg für die jüngere Generation, deren Charakterentwicklungen und all das, was noch kommen wird.

Wenn man mit diesem Buch beginnt, sofern man bisher noch keines der anderen Bücher gelesen hat, bin ich mir sicher, dass es Neulingen auf jeden Fall Lust auf mehr machen wird; Lust darauf, diese Welt bis ins noch so kleinste Detail zu erforschen.

Die Handlung

Bei Chain of Gold handelt es sich um eine wunderschön geschriebene Geschichte, unglaublich gefühlvoll, aber dennoch spannend mit unfassbar vielen Emotionen zwischen den Zeilen. Es ist unglaublich, wie sehr Cassandra Clare sich entwickelt und verbessert hat. Neben der The Dark Artifices Reihe handelt es sich bei diesem Buch schreibtechnisch definitiv um ihr bisher bestes Werk. Sie macht es einem einfach unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Und doch muss ich sagen, dass mich das Buch von seiner Handlung her leider nicht ganz so befriedigt und zufrieden zurückgelassen hat, wie ihre anderen Bücher. Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass mittlerweile so unglaublich viele Bücher in dieser Reihe existieren und sich vieles einfach wiederholt, laufen die Schattenjägergeschichten doch irgendwie immer alle nach demselben Schema ab. Nicht, dass es mich unbedingt stört, ich liebe die Geschichten einfach, doch mein Lesegeschmack ändert sich kontinuierlich und manchmal sehne ich mich einfach nach etwas völlig Neuem.

Dennoch baut Cassandra Clare natürlich immer wieder jede Menge Twists und Turns ein, die die Spannung bis ins Unermessliche treiben, was auch hier wieder der Fall ist, von dem fiesen Cliffhanger ganz zu schweigen.

Was mir allerdings ganz besonders gut gefallen hat, waren die Rückblenden, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander haben verschmelzen lassen und es den Geschehnissen von damals ermöglichen, nahtlos in die Geschehnisse von heute überzugehen. So werden nicht nur vielleicht bereits vergessene Dinge aus den vorherigen Büchern wieder in Erinnerung gerufen, nein, es lockert die Geschichte auch ein wenig auf und schafft wunderbare Verbindungen zwischen den alten und den neuen Geschichten und das ist es, was ich wirklich ganz besonders an diesen Büchern liebe.

Romantik, Vertrauen, Freundschaft und Respekt

Wie wir es ebenfalls bereits aus den vorherigen Büchern kennen, so kommt natürlich auch in Chain of Gold die Romantik nicht zu kurz, auch wenn in diesem Buch nicht unbedingt der Fokus auf der Lovestory liegt, was ich persönlich wirklich sehr begrüße (meiner Meinung nach muss es in einem guten Fantasyroman nicht auch immer eine tragische Liebesgeschichte geben). Vielmehr handelt dieses Buch von einer bemerkenswerten Freundschaft zwischen den einzelnen Charakteren. Nicht nur das Vertrauen, dass sich die Figuren entgegenbringen, sondern auch den Respekt, den sie voreinander haben, ist nicht nur erstaunlich, sondern einfach bewundernswert. Gerade dies macht dieses großartige Zusammenspiel zwischen den einzelnen Figuren erst möglich.

In Bezug auf die Lovestory allerdings wagt Cassandra Clare in diesem Buch auch mal einen Schritt in eine etwas andere Richtung. Ja, auch hier wird das typische Jugendbuchklischee eines „Love Triangle“ erfüllt, auch wenn es sich nicht tatsächlich um eine Dreiecksbeziehung handelt. Allerdings geht es diesmal nicht um ein Mädchen, das sich zwischen zwei Jungs entscheiden muss, sondern um einen Jungen, der zeitgleich Gefühle für zwei Mädchen hat.

Wer nach einer tragischen Liebesgeschichte sucht, wird hier nur teilweise auf seine/ihre Kosten kommen. Wer allerdings nach einer Geschichte über eine intensive Freundschaft mit Wohlfühlfaktor, mit Geheimnissen und ein paar Intrigen sucht, der ist hier an genau der richtigen Adresse.

Vielfalt

Typisch für Cassandra Clare ist natürlich auch die breite Palette an Figuren mit unterschiedlichem Hintergrund, unterschiedlicher ethnischer Herkunft und/oder Sexualität. Innerhalb von Chain of Gold, angesichts der Zeitspanne, in die das Buch angesiedelt ist, wirkt diese Vielfalt schon fast ein wenig erstaunlich, (nicht, dass es zu der Zeit nicht eben all diese unterschiedlichen Menschen gegeben hätte, doch wir wissen alle, dass die Menschen zu der Zeit einfach lange nicht so offen damit umgegangen sind, wie sie es heute tun – auch wenn heute noch immer Luft nach oben ist) aber dennoch unglaublich natürlich, was ich sehr begrüße und ebenfalls mitunter einer der vielen Gründe ist, weshalb ich die Schattenjäger Bücher so sehr liebe. Ich bin mir sicher, dass fast jeder Leser in der Lage sein wird, sich mit einer Figur zu identifizieren oder zumindest zu sym­pa­thi­sie­ren, auch wenn man sich nicht unbedingt zu 100 % in einer Figur wieder findet.


Für mich stellt auch Chain of Gold, der neueste Schattenjäger Roman aus der Feder von Cassandra Clare, ein Highlight dar und ich bin mir sicher, dass sowohl eingefleischte Schattenjäger Fans, aber auch Neulinge, Spaß an diesem Buch haben werden.

“Put that away”, he said. “I don’t fancy being stabbed; I am far too young and beautiful to die.”

chain of gold – cassandra clare, seite 338

INFOS ZUM BUCH

Autor: Cassandra Clare
Titel: Chain of Gold
Verlag: Walker Books
Seiten: 624
Erscheinungsdatum: 03. März 2020
Buch beim Verlag: KLICK


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Der Beitrag wurde durch die Bereitstellung des kostenfreien Rezensionsexemplares gesponsert. Fotos: IvyBooknerd / / Die Rechte an den Covern und Klappentexten unterliegen dem jeweiligen Verlag & Designer.

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