Rezension: Concrete Rose – Angie Thomas

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Inhalt/Klappentext:

Der 17-jährige Maverick weiß aus bitterer Erfahrung: Man ist verantwortlich für die eigene Familie. Als Sohn eines Vaters, der im Knast sitzt, dealt er für die King Lords, damit er und seine Mutter über die Runden kommen. Das Leben ist zwar nicht perfekt, aber seine Freundin und sein Cousin Dre machen es erträglich. Doch als Mav erfährt, dass er Vater geworden ist, steht seine Welt Kopf. Sein Sohn Seven ist vollständig auf ihn angewiesen. Schnell begreift Mav, dass er nicht alles unter einen Hut bekommt: den Schulabschluss zu machen, sich um Seven zu kümmern und zu dealen. Der Ausweg: auszusteigen aus dem Gangleben. Doch die King Lords lassen keinen der ihren einfach so ziehen. Und als ein wichtiger Mensch in Mavericks Leben ermordet wird, steht er vor einer Zerreißprobe zwischen Verantwortung, Loyalität und Rache.


Vielen Dank an den cbj Verlag, die mir das Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat im Austausch gegen meine ehrliche Meinung. Auch hier bleibt meine Meinung unverfälscht. Nähere Informationen hierzu findet ihr HIER.


Und da ist es, der neueste Roman aus der Feder der großartigen Angie Thomas, die mich bereits mit The Hate U Give und On the come up dermaßen begeistern und emotional berühren konnte, dass ich diese großartige Autorin zwischenzeitlich zu meinen absoluten To-Go-Authors zähle. Ganz gleich, was diese Frau schreibt, ich MUSS es lesen. Und zwar sofort. Umso glücklicher war ich also, dass ich im Rahmen des deutschen Releases Teil einer Verlagsaktion sein durfte und im Zuge dessen das Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe und zwar bereits einige Tage vor Erscheinen.

Bevor ich nun allerdings auf den Inhalt der Geschichte eingehe, möchte ich noch erwähnen, dass es sich bei Concrete Rose um die Vorgeschichte zu The Hate U Give handelt. Solltet ihr das Buch also noch nicht gelesen, bzw. zumindest die dazugehörige Verfilmung nicht gesehen haben, enthält dieses Buch einigeSpoiler, ebenso enthält meine nachfolgende Rezension entsprechende SpoilerIhr seid hiermit gewarnt.

In Concrete Rose erfahren wir mehr über Maverick, Starr’s Vater und zwar aus seiner Jugend; mithin aus der Zeit, bevor Starr geboren wurde. Ich muss gestehen, dass ich in The Hate U Give anfänglich ein paar Probleme mit ihm hatte, die sich aber, je mehr ich in die Geschichte eintauchte und je mehr ich über ihn erfuhr, schnell in Luft auflösten. Diese Geschichte beleuchtet ihn und seinen Charakter noch einmal von einer ganz anderen Seite und bereits nach den ersten Seiten wurde deutlich, wieso Starr eben ist, wie sie ist, nämlich durch den Einfluss ihres wahnsinnig sympathischen Vaters.

Während The Hate U Give aus der Sicht eines schwarzen Mädchens erzählt wird und somit hauptsächlich vermutlich junge Mädchen und Frauen anspricht, so begleiten wir in Concrete Rose Maverick als 17-jährigen Jugendlichen, der sich als Teil einer sozial eher schwächeren Familie in einer Welt voller Gangs, Drogen, Sex, Geldproblemen und Gewalt zurechtfinden muss. Dieses Buch ist speziell für schwarze Jungs geschrieben, die sich in eben solchen teilweise hoffnungslosen Situationen befinden; denen immer wieder an den Kopf geworfen wird, wie wertlos sei seien, dass sie nichts vom Leben zu erwarten hätten, dass sie kein Recht darauf hätten, zu träumen – zu träumen von einem besseren Leben. Jungs, die hoffen, aus dieser Welt auszubrechen und ein ganz neues Leben zu beginnen.

Angie Thomas macht mit dieser Geschichte deutlich, dass auch schwarze Jungs aus der sogenannten „Hood“ träumen dürfen; dass sie genauso ein Recht auf eine gute Zukunft haben, wie jeder andere Jugendliche auch, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sexualität etc. pp. Dieses Buch macht Mut und Hoffnung, nicht nur, weil es eine Geschichte ist, in denen sich auch „schwarze Jungs aus der Hood“ repräsentiert sehen, sondern auch weil die Autorin zeigt, dass niemand auf dieser Welt wertlos ist. Niemand. Jede Geschichte ist es wert, erzählt zu werden.

Ich muss gestehen, dass ich ein paar Probleme mit der deutschen Übersetzung hatte. Sowohl The Hate U Give, als auch On the come up habe ich im Original auf Englisch gelesen, weshalb die deutsche Fassung etwas gewöhnungsbedürftig war, was hauptsächlich auch daran liegt, dass einige englische „phrases“ beibehalten wurden. So setzt sich die wörtliche Rede fast überall sowohl aus einem deutschen, als auch aus einem englischen Teil zusammen, was auf mich wirkte, als würde man übertrieben gewollt den Dialekt hervorheben wollen, auf komische Art und Weise irgendwie – ich kann es nicht so gut in Worte fassen. Das nächste Buch von Angie Thomas werde ich definitiv wieder im Original lesen. Mir ist in der Übersetzung irgendwie ein wenig die Emotionalität zwischen den Zeilen verloren gegangen, bin ich doch so ein großer Fan des Schreibstils der Autorin, der in meinen Augen einfach unglaublich ergreifend und sogar ein wenig poetisch ist.

Neben all der Emotionalität, enthält die Geschichte auch genau die richtige Portion Witz und Humor. Ich habe einige Male richtig laut loslachen müssen, einfach, weil die Autorin so unglaublich witzig ist. Außerdem enthält das Buch so viele unglaublich wichtige, berührende und weise Zitate, dass ich kaum mehr aus dem Fotografieren der entsprechenden Textstellen rauskam; Zitate, die ich seither immer und immer wieder gelesen habe, da sie so viel Wahrheit enthalten. Man kann hier wirklich nur hoffen, dass sich die Leser die ein oder andere Aussage in diesem Buch wirklich zu Herzen nehmen, oder zumindest darüber nachdenken; die Worte verinnerlichen und sich selbst und ihr Verhalten in Frage stellen, lernen zu reflektieren und dadurch vielleicht sogar Betrachtungsweisen ändern und für ein besseres Miteinander unter uns Menschen sorgen.

Was die Charaktere angeht, so konnten mich auch die Figuren in diesem Buch allesamt überzeugen und begeistern. Ich könnte nicht einmal sagen, wen ich als Liebling herauspicken würde, wirken alle der Figuren so lebensecht, sodass ich während des Lesens das Gefühl hatte, selbst Teil dieser Welt zu sein oder zumindest einen engeren Bezug zu den Figuren zu haben. Es fällt nicht schwer, die Charaktere ins Herz zu schließen.

Ebenfalls gefallen haben mir die Easter Eggs, Aspekte und Details, die in anderen Büchern auftauche, z. B. Anspielungen auf die Dear Martin Buchreihe von Nic Stone. Ich bin ein absoluter Sucker für sowas, wirklich, ich liebe Easter Eggs in Büchern oder Filmen. 

Die Geschichte an sich, also der Plot, hat mir auch unglaublich gut gefallen, was nicht verwunderlich ist, konnte mich Angie Thomas auch mit ihren vorherigen beiden Büchern gleich von Anfang an in ihren Bann ziehen; einfach auch, weil sie Themen behandelt, die in den meisten Büchern viel zu kurz kommen. Sie erzählt Geschichten aus – im Vergleich zu meinem – völlig anderen Leben, erzählt von Dingen, zu denen ich (und vermutlich die meisten von uns) kaum bis gar keinen Bezug haben und das ist jedes Mal wieder aufs Neue eine wahnsinnig augenöffnende Erfahrung, die ich unter gar keinen Umständen jemals missen wollen würde. Wer die anderen Bücher der Autorin kennt, weiß, dass die Handlung irgendwann auch eine schmerzliche Wendung nehmen wird, dass schmerzhafte Entscheidungen anstehen, die die Protagonisten treffen müssen und so ist es auch in Concrete Rose. Die Geschichte enthält viel Drama, jede Menge Tragik und hat mich einige Tränen gekostet, doch es fühlt sich beiAngie Thomas einfach nie over the top an, sondern so echt und real und genau das ist auch das Erschreckende an der ganzen Sache, weil es in manchen Leben nämlich genauso aussieht. 

Und jetzt, nachdem das Buch einfach wieder viel zu schnell zu Ende gegangen ist, wünsche ich mir einfach noch ein Buch aus dieser Reihe, vielleicht eine Geschichte, die zwischen Concrete Rose und The Hate U Give spielt, oder auch ein Buch, dass zeitlich irgendwann nach The Hate U Give ansetzt. Egal was es ist, ich würde einfach alles lesen, denn ich vermisse die Charaktere schon jetzt. Ich habe sie einfach allesamt so in mein Herz geschlossen, was die Tatsache, dass viele der Figuren aus diesem Buch es gar nicht erst bis zu The Hate U Give geschafft haben, irgendwie noch tragischer macht. Thank you Angie Thomas for ripping my heart out once again. Like seriously, thank you. Denn ohne sie wüssten vermutlich viele von uns nicht, wie es tatsächlich im Leben mancher Menschen aussieht und dafür werde ich ihr einfach auf ewig dankbar ein.  

Ich könnte noch so viel schreiben, möchte die Rezension allerdings auch nicht sprengen, da ich aus Erfahrung weiß, dass zu lange Rezensionen weniger häufig gelesen werden, doch ich möchte, dass diese Rezension gelesen wird, weil ich möchte, dass möglichst viele Menschen zu diesem Buch greifen, nicht nur, weil es so unglaublich wichtig ist, sondern auch, weil ihr es euch selbst verdient habt, in den Genuss dieses großartigen und herausragenden Buches zu kommen. Tut euch selbst den Gefallen, lest dieses Buch, lasst euch auf diese Geschichte ein, lacht, schreit und weint und lasst euch die Augen öffnen.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Hell yes! Dieses Buch bekommt eine klare Leseempfehlung von mir. Schon jetzt kann ich sagen, dass Concrete Rose definitiv eines meiner Jahreshighlights sein wird, denn nicht nur schriftstellerisch ist dieses Buch ein absolutes Meisterwerk, sondern auch in Bezug auf Plot, Thematik und Charaktere. Ich liebe es; ich war so gefangen in der Geschichte, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und das wünsche ich wirklich jedem. Ein absolutes Lesehighlight.

INFOS ZUM BUCH

Autor*in: Angie Thomas
Übersetzer*in: Henriette Zeltner-Shane
Titel: Concrete Rose
Originaltitel: Concrete Rose
Verlag: cbj Verlag
Seiten: 416
Erscheinungsdatum: 25. Januar 2021
Preis: 20,00 [D] 
Buch beim Verlag: KLICK*  


KATEGORIE

[Die Erklärung zu meinen Bewertungs-Kategorien kannst du HIER nachlesen.]

WEITERE REZENSENTEN

Solltest du auch eine Rezension zu diesem Titel geschrieben haben, verlinke sie mir gerne in den Kommentaren.

Der Beitrag wurde durch die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplares gesponsert. Fotos: IvyBooknerd / / Die Rechte an den Covern unterliegen dem jeweiligen Verlag & Designer.

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