Rezension: Die Götter sind los – Maz Evans

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Ein frecher Junge, ein aufgewecktes Sternbild und jede Menge ziemlich verrückter griechischer Götter – das Abenteuer kann beginnen.

 

Krawumms! Bruchlandung im Kuhstall – so hatte Virgo sich ihre Mission auf der Erde nicht vorgestellt. Auch bei Elliot läuft es nicht gerade optimal: Seine Mum ist krank, das Geld ist knapp und sein Lehrer hat es auf ihn abgesehen. Da hat er besseres zu tun, als sich um ein durchgeknalltes Sternbild-Mädchen zu kümmern. Doch dann befreien Elliot und Virgo aus Versehen den Todesdämon Thanatos. Jetzt müssen sie bei der Weltrettung gemeinsame Sache machen. Zum Glück bekommen sie göttliche Unterstützung. Nur sind Zeus, Hermes, Aphrodite und Athene zwar unsterblich, aber nicht immer sooooooooooo hilfreich.

[source: www.goodreads.com]

GRIECHISCHE GÖTTER IM 20 JAHRHUNDERT – CHAOS IST VORPGRAMMIERT

Wenn ein aufgewecktes Sternbild namens Virgo mit Krawumms in einen Güllehaufen fällt, Zeus eine Hochzeit nach der anderen feiert, die Queen von England dem Dämonenkönig Thanatos so richtig den Hintern versohlt und Thanatos selbst tatsächlich mal gemeinsame Sache mit seinem Zwillingsbruder Hypnos macht, um die Chaossteine zu finden, dann … dann sind wohl tatsächlich die Götter los. Chaos ist vorprogrammiert, auch ohne die besagten Chaossteine. Ziemlich zum Leidwesen der Sternzeichen, die höchste aller Bürokratieinstanzen. Wenn es nämlich nach ihnen geht, darf nichts und zwar wirklich rein gar nichts hinterfragt werden. Gesetze müssen eingehalten und Regeln befolgt werden, und natürlich sollte auch nur so viel gearbeitet werden, wie eben notwendig. Und wenn doch einmal ein Unsterblicher meint, gegen die heiligen Gesetze zu verstoßen, dann wird er verbannt und zwar in die Welt der Sterblichen, ganz ohne seine unsterblichen Kräfte.

Virgo oder auch „die Hüterin des Büromaterialschranks“ ist ganz anders als die übrigen Sternzeichen und möchte in ihrem bereits tausend Jahre langen Leben endlich mal etwas erleben. Also macht sie sich auf den Weg zur Erde und zwar in die Nähe des berühmten Steinkreises Stonehenge, wo sie eigentlich bloß einem unsterblichen Gefangen sein Ambrosia ins Verließ werfen soll. Allerdings geht ihr Plan nicht ganz so auf, wie erhofft. Elliot, der sterbliche 12-jährige Junge, ist an dem Chaos, das kurz darauf ausbricht, ebenfalls nicht ganz unschuldig. Elliot hat alle Hände voll zu tun mit seiner Mutter, die nicht mehr so ganz bei Sinnen ist und der „Home Farm“, ihrem zu Hause, das kurz davor steht, zwangsversteigert zu werden. All das ist natürlich viel zu viel Verantwortung für einen 12-jährigen Jungen. Als er dann gemeinsam mit Virgo unplanmäßig in dem Verließ unter Stonehenge landet, kann er dem Angebot des gefangenen Unsterblichen nicht widerstehen. Freiheit gegen die Gesundheit von Elliots Mutter. Weder Elliot noch Virgo wissen jedoch, dass es sich bei dem Gefangenen, nicht wie es anfangs den Anschein machte, um einen gebrechlichen alten Mann handelt, den man zu Unrecht dort eingesperrt hatte, sondern um Thanatos, den Todesdämon, der seine ganz eigenen finsteren Pläne hegt. Als Thanatos frei ist, haben Elliot und Virgo offenkundig ziemlich große Probleme; Probleme, die sie niemals ohne Hilfe bewerkstelligen können. Und da auf die anderen Sternbilder kein Verlass ist, machen sich die beiden auf den Weg zu den Göttern. Denn die Götter können helfen, oder nicht?

Wie schon ziemlich häufig erwähnt bin ich ein großer Fan von Kinder-/Middle Grade Büchern und freue mich jedes Mal, wenn ich ein interessantes Büchlein aus diesem Genre entdecke. So stammt meine aktuellste Neuentdeckung aus dem Carlsen Verlag, der mir dieses Buch freundlicherweise bzw. glücklicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, worüber ich mich unglaublich gefreut habe und wofür ich natürlich auch hier noch einmal ganz offiziell Danke sagen möchte! Vielen vielen Dank lieber Carlsen Verlag.

Ob mich das Buch überzeugen konnte, dürft ihr nun in meiner Rezension nachlesen!

POSITIV

Was einen hier erwartet? Eine ziemlich schräge Geschichte mit einem grandiosen Humor. Die Mischung aus Alltag und griechischer Mythologie macht’s. Besonders beeindruckt haben mich, neben des eigentlichen Plots, die vielfältigen und verdammt einzigartigen Charaktere in diesem Buch. Elliot ist ein frecher, dennoch verantwortungsbewusster Junge, der mit Hingabe für seine Mutter sorgt und sich um das gemeinsame Heim kümmert. Er ist ein bisschen vorlaut, hat eine große Klappe und man merkt ihm auf jeden Fall sein junges Alter an, dennoch verfügt er in manchen Situationen über eine Reife, wie sie manch ein Erwachsener nicht an den Tag legt. Elliot verhält sich meist ruhig und unauffällig, zumindest versucht er es, gelingen tut es ihm nicht immer. Er möchte wenig Aufmerksamkeit auf sich und seine Mutter lenken, da er befürchtet, wenn jemand herausbekommt, wie schlecht es um seine Mutter steht, nicht nur ihr zu Hause zu verlieren, sondern auch seine Mutter.

Virgo ist das absolute Gegenteil, sie ist laut und taktlos, abenteuerlich, aufgeweckt und ungezähmt. Zwar kennt sie die Regeln der Sterblichen, großen Spaß daran, diese einzuhalten jedoch hat sie nicht. Virgo hat mich mehr als einmal zum Lachen gebracht und mein Herz im Sturm erobert. Vigo ist zwar keine Göttin, sondern lediglich ein Sternbild, dennoch unsterblich und geht aufgrund ihrer Unsterblichkeit davon aus, einfach alles zu wissen, selbst die Menschen glaubt sie vollends durchschaut zu haben. Das Beste? Sie wirkt dadurch nicht eingebildet oder gar arrogant, sondern einfach ein bisschen schrullig, naiv und unglaublich liebenswert.

Und auch die anderen Charaktere sind einfach zu genial, um wahr zu sein. Da hätten wir zum Beispiel unseren Playboy Zeus, der sich auch schon einmal ganz gerne als Klempner Bob ausgibt und jeder Frau schöne Augen macht, die ihm über den Weg läuft und sein edles Ross Pegasus, das normale Wassertränken verabscheut und lieber gekühlten Sprudel mit einem Scheibchen Zitrone trinkt. Hermes ist der Stylinggott schlechthin, er weiß was angesagt ist und was nicht und muss ständig was auf seinem iGod nachschauen, was sich am Ende auch tatsächlich als nützlich erweist. Außerdem hat er die Angewohnheit, sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Besonders gerne mochte ich auch die beiden Schwetern Athene und Aphrodite, die sich bei jeder Gelegenheit in die Haare bekommen.

Der Humor in diesem Buch kommt keinesfalls zu kurz, so gibt es auch jede Menge Bösewichte, die mal bedrohlich wirken, auf der anderen Seite aber auch einfach nur zum Schreien komisch sind. Zum Beispiel der nette Herr Trumpington, der Computerspiele designt, dadurch ziemlich reich geworden ist, in Wirklichkeit aber eigentlich der Schlafdämon Morphus ist. (Ich liebe die Anspielung auf Donald Trump). Ebenfalls ziemlich bedrohlich scheint Elliots Nachbarin, Fräulein Pferdehintern, zu sein. Laut eigener Aussage bekommt Fräulein Pferdehintern immer das, was sie will, und hat sich nun in den Kopf gesetzt, das Leben von Elliot und seiner Mutter zu zerstören, insbesondere nachdem sie herausgefunden hat, was bei ihnen wirklich vor sich geht. Und dann hätten wir natürlich noch unseren Hauptbösewicht, unseren Endgegner sozusagen: Thanatos, der Dämon.

Dieses Buch strotz nur so vor schrägem Humor. Es ist abenteuerlich aber steckt auch voll Herz und Liebe. Das Buch ist nicht bloß ein fantasyreiches Kinderbuch über griechische Götter, es behandelt auch alltägliche Probleme, z. B. die Krankheit von Elliots Mutter, die Tatsache, dass er mit seinen 12 Jahren schon so viel Verantwortung übernehmen muss und auch, dass sie kurz davor stehen, ihr zu Hause zu verlieren. All diese unterschiedlichen Aspekte gehen problemlos ineinanderüber und sorgen für viel Spannung, Unterhaltung und jede Menge Lacher. Es kam mehr als einmal vor, dass ich laut auflachen musste, besonders beeindruckt hat mich zum Beispiel die Queen. Absolut genial. In diesem Buch ist nichts so, wie es scheint und genau das ist es, was einen immer weiterlesen lässt. Weder der Plot noch die Charaktere lassen einen los.

Das Buch ist rasant und temporeich mit jede Menge Twists und Turns und auch einigen Wendungen, mit denen man nun wirklich nicht gerechnet hat.

NEGATIV

Negativ? Was ist das? Kann man das essen?

LOHNT SICH DAS BUCH?

Absolut! Insbesondere für diejenigen, die lustige, emotionale und abenteuerliche Geschichten lieben, mit sehr einzigartigen und schrägen Charakteren. Die Geschichte hat einfach alles, was man sich von einem guten Buch wünschen könnte: Magie, phantastische Wesen, Spannung, Abenteuer und jede Menge Witze. Lachen ist vorprogrammiert. Dieses Buch bekommt von mir einen riesigen Daumen nach oben.

INFOS ZUM BUCH


Autor
: Maz Evans
Titel: Die Götter sind los
Originaltitel: Who let the Gods out?
Verlag: Carlsen Verlag*
Erscheinungsdatum: 03. März 2017
Seiten: 336
Preis: 14,99 [D] | 15,50 [A]

KATEGORIE

 

[Die Erklärung zu meinen Bewertungs-Kategorien kannst du HIER nachlesen.]

 

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