Rezension: Die Schneeschwester – Maja Lunde

Inhalt/Klappentext:

Bald ist Heiligabend. Für Julian ist das der schönste Tag des Jahres. Lebkuchen und Klementinen, das Knistern und Knacken im Kamin, das flackernde Licht der Kerzen. Außerdem wird Julian an Heiligabend zehn Jahre alt. Doch dieses Jahr ist alles anders. Juni, Julians große Schwester, ist tot. Ein tiefer Schatten liegt über der Familie. Und Julian hat eigentlich nur ein Gefühl: Weihnachten ist abgesagt. Bis Julian eines Wintertages Hedvig begegnet. Hedvig hat grüne Augen, redet schneller als der Wind und liebt Weihnachten über alles. Ganz langsam glaubt Julian, dass es doch ein Weihnachten für ihn geben könnte. Doch Hedvig hat ein großes Geheimnis.


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Erzählt wird die Geschichte in 24 Kapiteln und eignet sich daher ausgesprochen gut, um sie als Adventskalender zu nutzen. Jeden Tag ein Kapitel. Ich liebe solche Bücher; mithin war dies auch Hauptgrund dafür, weshalb ich mir das Buch überhaupt gekauft habe, war ich Ende November noch immer auf der Suche nach eben einem solchen Buch, das ich als Adventskalender nutzen konnte. Ich freute mich auf eine weihnachtliche Geschichte, um mir die Adventszeit ein wenig zu versüßen; niemals jedoch hätte ich erwartet, dass ich mit Die Schneeschwester einen wahren Schatz entdecken würde, der mich an meine emotionale Grenzen bringt. Geschrieben von Maja Lunde und illustriert von Lisa Aisato handelt es sich bei diesem Exemplar um ein wahres Schmuckstück, das mich von der ersten, bis zur letzten Seite endlos begeistern konnte.

So wundervoll die Weihnachtszeit für die meisten auch ist, so birgt sie für viele andere negative Gefühle oder vielleicht sogar beides, sowohl positive, als auch negative Gefühle, wie für Julian, unseren Protagonisten. Statt freudiger Erwartung ist die Adventszeit für ihn eher eine Zeit der Melancholie, ist es das erste Jahr ohne seine große Schwester, die kürzlich verstorben ist. Julians Herz ist zweigeteilt. Er trauert um seine Schwester, auf der anderen Seite jedoch sehnt er sich auch das Weihnachtsfest herbei, das früher einmal, als seine Schwester noch lebte, etwas ganz wundervolles und Besonderes gewesen war. Nicht aber seit seine Eltern sich in trostlose Kopien ihrer Selbst verwandelt haben und weder ihm, noch seiner kleinen Schwester oder der Weihnachtszeit große Beachtung schenken, so sehr macht ihnen der Verlust ihres ältesten Kindes zu schaffen.

Nicht nur die Geschichte, auch die wunderschönen Illustrationen verbreiten einen Hauch von Melancholie und Traurigkeit. In den Bildern liegt genau das, was Maja Lunde mit ihren wunderschönen Worten zum Ausdruck bringt. Die Autorin erzählt die Geschichte um Julian sehr geradlinig und doch so emotional, dass sie einem die Luft abschnürt.

Dieses Buch behandelt Themen wie Trauer, Verlust und Trauerbewältigung auf eine ganz emotionale, gleichzeitig aber auch hoffnungsfrohe Art und Weise, die nicht nur berührt, sondern den Leser regelrecht mitten ins Herz trifft. Trotz dieser intensiven Traurigkeit, steckt die Geschichte auch voller Liebe, Freude und Hoffnung – hauptsächlich verantwortlich hierfür ist wohl die geheimnisvolle und herzliche Hedvig, das Mädchen, dass einfach so in Julias Leben gepurzelt ist. Aufgrund all dieser intensiven Gefühle und Emotionen und wegen der ernsten Themen, die dieses Buch behandelt, würde ich es nicht unbedingt als reines Kinderbuch bezeichnen. Es berührt Kinder und Erwachsene gleichermaßen und zwar auf eine Art und Weise, die mit Worten kaum zu beschreiben ist.

Diese Geschichte spendet so viel Kraft; insbesondere in schwierigen Zeiten und ist so viel mehr, als bloß eine hübsche, kleine Weihnachtsgeschichte, die es zu Lesen lohnt. Und trotz des geradlinigen Schreibstils rührt die Autorin zu Tränen – vielleicht ist es auch gerade die Tatsache, dass ihr Schreibstil ohne viele Schnörkeleien auskommt; vielleicht ist genau das der Grund, weshalb das Buch einen überrumpelt wie eine Schneelawine, die ungebremst auf einen zurollt.

Die Zuckerstreusel auf dem Kuchen sind natürlich diese unsagbar schönen Illustrationen, die genau das einfangen, was die Autorin zu erzählen versucht. All diese intensiven Gefühle spiegeln sich in den Bildern wieder, die teilweise ganz klein, teilweise jedoch so groß sind, dass sie sich über zwei Seiten ziehen. Die Atmosphäre dieses Buch ist etwas ganz Spezielles und Besonderes.

Die Schneeschwester ist mit Abstand eines der schönsten, traurigsten und gleichzeitig hoffnungsfrohsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Es ist ein absolutes Schmuckstück; ein wahrer Schatz, den ich nur durch Zufall entdeckt habe und wofür ich wohl ewig dankbar sein werde.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Absolut. Wobei ich eventuell vorsichtig wäre, das Buch ganz junge Kinder alleine lesen zu lassen, da es sich tatsächlich mit einer sehr schweren Thematik beschäftigt, die eventuell gemeinsam besprochen werden sollte. Für ein gemeinsames Lesen eignet sich dieses Buch daher ganz wunderbar. Dieses Buch steckt voll von so vielen wunderbaren Dingen, dass es in meinen Augen ein absolutes Muss ist und zwar sowohl für Groß, als auch für Klein – ganz gleich für welches Alter. Diese Geschichte hat mich regelrecht vom Hocker gehauen, mir nicht nur wunderbare Lesestunden beschert, sondern es hat mir mein Herz gebrochen, nur um es gleich darauf wieder zusammenzusetzen. Egal ob man nun Weihnachten mag oder nicht; dieses Buch ist etwas ganz Besonderes.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Maja Lunde
Titel: Die Schneeschwester
Verlag: btb Verlag
Seiten: 200
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2018
Preis:  15,00 [D] | 15,50 [A]
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2 Comments

  • Solche Bücher habe ich früher geliebt. Einfach eine tolle Idee für die Adventszeit!
    Allerdings wäre mir die Thematik wohl etwas zu traurig… für mich ist die Weihnachtszeit einfach diese super-kitschige Familienzeit und auch wenn mir bewusst ist, dass das leider nicht für jeden solch fröhliche Tage sind, brauch ich zu dieser Zeit einfach wirklich nur “schöne” Dinge um mich herum. 😉

    • Liebe Christine,

      das ist natürlich vollkommen in Ordnung, wenn man solch eher traurigen Geschichten lieber aus dem Weg gehen möchte 🙂 Auf der einen Seite kann ich es verstehen, auf der anderen Seite lese ich sowas immer wieder gerne, eben um mir bewusst zu werden, das es nicht allen Menschen auf der Welt so gut geht wie mir und nicht für alle das Weihnachtsfest so etwas Großartiges ist wie für mich – ich möchte einfach bewusst leben; bin von Natur aus aber ohnehin ein sehr sehr nachdenklicher und emotionaler Mensch <3 Solltest du dennoch irgendwann mal Lust auf ein solches Buch haben, kann ich dir dieses hier wirklich nur empfehlen. Es ist etwas absolut Besonderes!

      Liebste Grüße
      Ivy

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