Rezension: Ein wirklich erstaunliches Ding – Hank Green

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Ein paar Klicks, ein kurzer Film, eine spontane nächtliche Aktion – und Aprils Leben steht auf dem Kopf. Eigentlich hatte sie nur eine mysteriöse, aber beeindruckende Roboter-Skulptur gefilmt und ins Netz gestellt und ihr aus Spaß den Namen CARL gegeben – nichts Besonderes eigentlich, doch als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist sie berühmt. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht, niemand weiß, woher sie kommen, niemand weiß, wofür sie gut sind. April wird zur Carl-Expertin, die Medien stürzen sich auf sie, ihre Videos verbreiten sich millionenfach. Doch im Zentrum der weltweiten Hysterie erntet sie nicht nur Likes…


Vielen Dank an den Read Bold, die mir das Buch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat im Austausch gegen meine ehrliche Meinung. Auch hier bleibt meine Meinung unverfälscht. Nähere Informationen hierzu findet ihr HIER.


Zunächst drei Fakten:

1. Erst nachdem sich das Buch bereits seit Monaten in meinem Besitz befand, ist mir aufgefallen, dass das Cover nicht bloß aus einem (wie bis zu diesem Zeitpunkt von mir angenommen) eher unschönen, blauem Wirrwarr aus Mustern besteht, sondern tatsächlich Carls darauf abgebildet sind, was das Cover für mich ziemlich genial macht. 

2. Ich hatte keine Ahnung, dass Hank Green der Bruder von John Green ist. Ich wusste nicht einmal, dass John Green einen Bruder hat, sondern war bis vor kurzem noch der Meinung, Hank Green sei einfach bloß irgendein Booktuber, der ein Buch herausgebracht hat. Manchmal lebe ich scheinbar hinter dem Mond.

3. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Carls aussehen wie die Cyberman aus Doctor Who, was absolut nicht negativ gemeint ist. 

YouTube Sternchen meets Transformers – oder so ähnlich. Erinnert hat mich dieses Buch tatsächlich ein wenig an Transformers, ebenso an Doctor Who. Bei Ein wirklich erstaunliches Ding handelt es sich um ein rasantes Sci-Fi Abenteuer das vor guter Unterhaltung und vor Sarkasmus nur so strotzt. 

Bereits Ende 2018 hat das neue Imprint des dtv-Verlages BOLD ein unkorrigiertes Rohmanuskript des Buches an verschiedene Blogger versendet. Auch in meinem Briefkasten landete ein entsprechendes Exemplar. Völlig ohne Vorkenntnisse (wie man oben sieht, wusste ich nicht einmal, wer Hank Green war) ließ ich mich auf die Geschichte ein und ehe ich mich versah, war die Hälfte der Geschichte bereits gelesen und ich mitten drin in dieser Geschichte, die mich so sehr fesselte, wie schon lange kein anderes Buch mehr davor. 

Es geht um die 23-jährige April, die mitten in der Nacht ihr Büro in New York verlässt und plötzlich auf dem Heimweg schließlich diese immens große Skulptur entdeckt, die einem Roboter ziemlich ähnlich sieht. Als Kunstwerk abgestempelt beschließt sie kurzerhand, mit ihrem besten Freund ein YouTube Video zu drehen. Das Video schlägt über Nacht ein wie eine Bombe, nicht nur aufgrund Aprils genial sarkastischer Art, die Skulptur zu präsentieren, sondern vielmehr, weil New York nicht die einzige Stadt auf der Welt ist, in der eine solche roboterähnliche Figur, die April kurzerhand „Carl“ tauft, aufgetaucht ist. Auf der ganzen Welt sind plötzlich diese Carls präsent und keiner weiß, woher sie gekommen sind geschweige denn, wie sie dort gelandet sind. April, die fortan als Entdeckerin der Carls gilt, wird über Nacht zum Star. Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende, nein, an diesem Punkt beginnt sie vielmehr. Das große Rätselraten fängt an und während die einen die Carls feiern wie Gottheiten oder wegen Desinteresse links liegen lassen, werden sie von anderen gefürchtet. 

Erzählt wird die Geschichte von April, unserer Protagonistin, die eine solch herrlich sarkastische Art hat, dass einem fast nichts anderes übrig bleibt, sie ins Herz zu schließen. Schreibstil und Sprache sind somit dem Charakter April angepasst, meist umgangssprachlich, teilweise sogar sehr salopp bzw. abgehackt, unglaublich sarkastisch und auf seine eigene Art und Weise speziell und eigenwillig. Der Schreibstil ist definitiv besonders und mit unter ein Grund, weshalb ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, April gegenüber zu sitzen und ihren Worten und Erzählungen zu lauschen. 

Obwohl ich hin und wieder meine Probleme mit April hatte, sie ist teilweise sehr narzisstisch und nicht immer unbedingt liebenswert, habe ich ihren Charakter gefeiert. Ich liebte ihren Sarkasmus, ihre Schlagfertigkeit und manchmal mochte ich eben auch ihre nicht vorhandene Liebenswürdigkeit, denn das hat sie menschlich werden lassen. Jeder von uns hat mal einen schlechten Tag und da ich nicht sagen kann, wie ich in einer Situation wie der von April reagieren würde, kann ich auch nicht sagen, ob sie der Situation entsprechend reagiert/agiert hat oder eben nicht. Ich mochte April – zumindest größtenteils und ich hatte ungeheuren Spaß daran, sie auf ihrer Reise zu begleiten.  

Ich muss auch dazu sagen, dass mir Hank Green’s Darstellung von April unglaublich gut gefallen hat und das er sie als Frau, trotz dass er ein Mann ist, unglaublich gut getroffen hat. Ich stelle es mir hin und wieder schwer vor, aus der Sicht eines Charakters zu schreiben, der dem anderen Geschlecht angehört, doch Hank Green hat auch dies absolut gemeistert und konnte mich vollends überzeugen. 

Was dieses Buch zu etwas Besonderem macht? In seiner Geschichte setzt Hank Green Menschlichkeit in den Fokus und bedient sich dabei an einigen wichtigen Themen, die uns in der heutigen Zeit alle betreffen: Ruhm, Reichtum, Social Media, Ängste und Unsicherheiten, Zweifel, Vorurteile und Misstrauen, Akzeptanz, Selbstfindung. Es geht darum, dass all diese Dinge uns beeinflussen, dass sie uns ebenso gut helfen, aber gleichzeitig auch zerstören können. All das kann sich sowohl unglaublich positiv, als auch ausgesprochen negativ auswirken, was Hank Green in seinem Buch ganz wundervoll darstellt. Das Buch hat mich mithin nicht nur unterhalten und mir unglaublich spannende Lesestunden beschert, es hat mich auch dazu veranlasst, über die Menschheit, das Internet, die sozialen Medien, über all das nachzudenken. Ich habe mich gefragt, wie es wohl ablaufen würde, wenn das Ganze tatsächlich passieren würde und bin zu dem Entschluss gekommen, dass Hank Green die möglichen Szenarien wirklich unglaublich gut dargestellt hat. Denn es wird sie immer geben, Menschen, die Unwissenheit nicht akzeptieren können, Menschen, die stur auf ihrer eigenen Meinung beharren und keine andere Meinung zulassen, Menschen, die sich lieber bekämpfen, statt miteinander zu arbeiten. Menschen, die nur auf Ruhm und Reichtum aus sind und das Wesentliche vergessen. Doch auch Menschen, die an etwas glauben und dafür kämpfen; Menschen, die hoffen und füreinander einstehen.

Unter anderem geht es auch darum, mit wie viel Skepsis und Misstrauen wir Neuem entgegentreten. Alles was wir nicht kennen; was uns neu erscheint, ist in unseren Augen zunächst einmal schlecht. Den Menschen fällt es unglaublich schwer, sich auf Neues einzulassen und sich diesen Dingen ohne Vorurteile zu öffnen. Hinzu kommt auch der Punkt Ruhm und Reichtum und was man gewillt ist, dafür zu tun. Die Tatsache, dass das Buch von einem Youtube „Star“ geschrieben wurde, der selbst bereits Erfahrung in diesem Bereich machen konnte, macht die Sache umso interessanter und irgendwie echter.  

Doch auch unabhängig von all den wichtigen Aspekten, die der Autor in diese Geschichte mit eingebaut hat, ist das Buch so spannungsgeladen und aufregend wie ein Wirbelwind. Plot Twists wohin das Auge reicht. Ich habe bisher noch nie ein Buch gelesen, in dem vergleichbar so wenig passiert, das aber dennoch so unfassbar spannend ist, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. 

Mein Verlagen herauszufinden, was es mit den Carls auf sich hat, woher sie gekommen sind, was sie sind, wieso sie auf der Erde gelandet sind etc. pp. stieg bis ins Unermessliche. Es kribbelte mir in den Fingern und immer wieder wurde ich von einem leichten Gefühl der Übelkleid beschlichen, immer dann wenn ich mir vorstellte, was, wenn so etwas wirklich mal passiert? Was würdest du tun? Wie würdest du reagieren? 

Das Faszinierende an diesem Buch ist einfach, dass, obwohl kaum was passiert, einfach so viel passiert. Man erwartet etwas ganz anderes, zumindest ging es mir so und während ich ständig darauf gewartet habe, dass etwas Großes passiert, dass die Carls angreifen oder die Welt von Aliens angegriffen wird, ging es die ganze Zeit eigentlich nur um die Menschen und deren Verhalten. Die Carls, obwohl es anfangs nicht so scheint, rücken vielmehr in den Hintergrund, was allerdings keineswegs enttäuschend ist. Denn obwohl verhältnismäßig wenig passiert – das Buch ist zwar rasant, aber irgendwie auch unglaublich ruhig und gemächlich – war die Spannung unerträglich hoch.

Und dann gibt es da natürlich noch diesen richtig unfassbar fiesen Cliffhanger. Glückicherweise habe ich schnell herausgefunden, dass es sich dabei nur um den ersten Teil einer Reihe handelt. Wir dürfen uns also auf mehr freuen. Und ich bin schon jetzt unfassbar gespannt auf die Fortsetzung. Ich hoffe wirklich sehr, dass wir nicht allzu lange darauf warten müssen. 

LOHNT SICH DAS BUCH?

Absolut. Für mich stellt dieses Buch ein Jahreshighlight dar. Von der ersten bis zur letzten Seite konnte mich die Geschichte begeistern und so unglaublich fesseln, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ein genialer Plot, großartige Charaktere und jede Menge Aspekte, die zum Nachdenken anregen. Von mir bekommt dieses Buch eine ganz eindeutige Leseempfehlung.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Hank Green
Titel: Ein wirklich erstaunliches Ding
Originaltitel: An absolutely remarkable thing
Verlag: Read Bold
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 28. Februar 2019
Preis: 22,00 [D] | 22,70 [A]
Buch beim Verlag: KLICK 


KATEGORIE

[Die Erklärung zu meinen Bewertungs-Kategorien kannst du HIER nachlesen.]

WEITERE REZENSENTEN

I am Jane | Kill Monotony | Buch & Gewitter | Papierplanet | Solaires Stories

Der Beitrag wurde durch die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplares gesponsert. Fotos: IvyBooknerd / / Die Rechte an den Covern unterliegen dem jeweiligen Verlag & Designer.

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Willkommen! Mein Name ist Ivonne, aber alle nennen mich Ivy und ich bin reisebegeistertes Fangirl. Bücher, Filme und Serien beherrschen mein Leben. Wenn ich nicht gerade irgendwo in der realen Welt unterwegs bin, verbringe ich meine Zeit am liebsten auf dem Sofa mit Buch und Katze. Sollte ich dort nicht zu finden sein, bin ich wahrscheinlich gerade als Schattenjäger auf der Jagd nach irgendwelchen Dämonen, trinke in Stars Hollow bei Luke einen Kaffee oder mache gemeinsam mit Emma Swan Storybrooke unsicher.
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Comments

  1. Antworten

    Hey Ivy,

    mir ist das Buch auf Instagram schon öfter begegnet, aber ich wusste nicht so recht, ob es etwas für mich ist. Nach deiner Meinung, habe ich aber definitiv Lust drauf bekommen und werde mal schauen, dass ich es mir demnächst mal mitnehme.

    Liebe Grüße, Stella

    1. Antworten

      Liebe Stella,

      das freut mich total =) Falls du es dir kaufst, hoffe ich sehr, dass es dich auch so begeistern kann. Für mich war es was total Neues und anderes. Das Buch war so ruhig und doch so unglaublich spannend; ich kann es gar nicht richtig beschreiben haha Es hat mich jedenfalls ziemlich umgehauen.

      Liebste Grüße
      Ivy

    • Doreen
    • 8. März 2019
    Antworten

    Das ist die bisher erste Rezi, die ich zu diesem Buch gelesen habe und ich muss sagen: Sehr überzeugend! Bisher hat mich das Buch nicht die Bohne interessiert, obwohl es von John Greens Bruder geschrieben worden ist, dessen Romane ich wiederum ganz gerne mal lese. Nun werde ich auch Hank Green wohl mehr Aufmerksamkeit schenken und mir sein Buch für den nächsten Buchhandlungsbesuch vormerken. Danke für den tollen Tipp!

    1. Antworten

      Liebe Doreen,

      awww das freut mich aber zu hören hihi <3 =) Mir hat das Buch wirklich richtig gut gefallen! Ich hoffe sehr, dass wenn du dich dazu entschließt, es zu lesen, du es mögen wirst!

      Ganz liebe Grüße
      Ivy

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