Rezension: Evil Hero – Sandra Grauer

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Wo lernen Superschurken, wie man so richtig böse ist? An der Evil Äcädemy natürlich. Und genau dorthin verschlägt es John, der eigentlich Sohn eines Superhelden ist. Denn John hat eine klare Mission: Er will an der Schurken-Schule den Erzfeind seines Vaters finden. Um nicht aufzufliegen, muss er so schnell wie möglich alles über Schurkische Etikette und Superwaffenkunde lernen! Dabei helfen ihm seine Mitschüler Max und Serena. Aber kann er den beiden trauen?

[Quelle: www.thienemann-esslinger.de]

Es ist uns allen sicher schon einmal aufgefallen, dass viele Autoren versuchen, an den Erfolg von Harry Potter anzuknüpfen und die Protagonisten ihrer Geschichte auf eine irgendwie geartete „besondere“ Schulde schicken, an der sie besondere Fähigkeiten sowie Fertigkeiten erlernen und sich immer wieder sogenannten „Endgegnern“ stellen müssen. Auch ich erwische mich dann manchmal beim Lesen eines solchen Klappentextest dabei, wie ich mit den Augen rolle. Been there, done that. Die Idee hinter Evil Hero allerdings ist irgendwie ganz anders, innovativ, neu und absolut fantastisch.

Wir wissen es alle: es gibt Superhelden und es gibt Superschurken. Und natürlich kommt es auch schon mal vor, dass sowohl Superhelden, als auch Superschurken, Nachwuchs produzieren, und da sowohl das eine als auch das andere Handwerk natürlich gelernt sein will (immerhin möchte man sich nicht vor der ganzen Welt blamieren) muss es einen Ort geben, an dem der Nachwuchs eben lernt, wie man entweder zum richtigen Superhelden oder Superschurken wird. Und was für ein Ort ist das? Natürlich, eine Schule. In diesem Buch geht es um zwei Schulen, einmal um die Sola Super Heroica, auf der neue Superhelden ausgebildet werden und um die Evil Äcädemy, wo Schurkenkinder in Fächern wie schurkische Etikette, Finanzierung und Realisierung finsterer Machenschaften, Superwaffenkunde, etc. pp. zu neuen großartigen Superschurken herangezogen werden.

John, unser Protagonist, ist gerade einmal 14 Jahre alt und Sohn eines der berühmtesten Superhelden, die die Welt je gesehen hat, Eagleman. Dieser jedoch wurde auf tragische Art und Weise von seinem Erzfeind The Rockstar kaltblütig ermordet. Als John nun, trotz dessen dass er der Sohn des wohl größten Superhelden aller Zeiten ist, von der Scola Super Heroica abgelehnt wird, schmiedet er einen Plan. Um die wahre Identität des Mörders seines Vaters herauszufinden, um seinen Tod zu rächen, bleibt ihm nach der Ablehnung der Scola nur eine letzte Möglichkeit. Er muss sich inkognito an der Evil Äcädemy einschreiben, um so eventuell hinter das Geheimnis von The Rockstar zu gelangen. Die Möglichkeit, dort Freunde zu finden, streicht er gleich aus seinen Gedanken, immerhin ist es für Superhelden und Superschurken unmöglich, Freundschaften zu schließen … oder etwa doch nicht?

Wenn ihr bis jetzt noch keine Lust haben solltet, euch das Buch sofort zu kaufen, dann lest auf jeden Fall weiter!

POSITIV

Dieses Buch hat einfach alles, was man sich von einem abenteuerreichen, humorvollen und spannenden Kinderbuch wünscht.

Das Setting ist wirklich außergewöhnlich und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Egal ob es nun um das Gebäude der Schule geht, die Unterrichtsfächer, die verschiedenen Charaktere, die Gefahren …. Es dauert nur wenige Seiten und man ist gefangen in dieser Welt, wünscht sich nichts lieber als selbst als Tochter/Sohn eines Schurken/einer Schurkin die Evil Äcädemy besuchen zu können.

Wieso man Evil Äcädemy so merkwürdig schreibt fragt ihr euch? Nun, tatsächlich gab es einen Schüler, der im Buch dieselbe Frage stellte. Die Erklärung für diese doch merkwürdige Schreibweise ist, dass die Äcädemy den sogenannten HeavyMetal-Umlaut wie z. B. bei Motörhead enthält. Man verwendet ihn deshalb, weil er „böse“ aussieht. Ist das nicht einfach absolut genial? Dem Einfallsreichtum und der Fantasie der Autorin sind keine Grenzen gesetzt. Das Buch strotzt von Abenteuer und Humor und ist einfach nur absolut genial.

Der Schreibstil der Autorin ist alles andere als „kindisch“ weshalb dieses Buch nicht nur für Kinder ab 10 Jahren, sondern auch für Ältere geeignet ist, im Übrigen ganz egal ob Junge oder Mädchen, denn ich bin mir zu 100% sicher, dass Mädchen ebenso viel Spaß an der Geschichte haben werden, ganz besonders an einer sehr speziellen Figur in diesem Buch und zwar die ausgesprochen aufgeweckte und besonders starke Serena.

Serena ist sprengstoffbegeistert, was nicht sonderlich verwundert, immerhin ist sie die Tochter des berühmt berüchtigten Schurken Dr. Nitro und besucht die Evil Äcädemy um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Sie ist aufgeweckt und humorvoll und weiß in ihren jungen Jahren schon ganz genau, was sie will. Sie hat klare Ziele vor Augen, auf die sie hinarbeitet. Sie wirkt sehr reif und erwachsen für ihr Alter, doch gibt es Szenen und Momente, in denen dann doch das Kind in ihr zum Vorschein kommt und genau das ist es, was sie so unglaublich liebenswert und symphatisch macht. Das denkt sich dann wohl auch John. Als er Serena kennenlernt sträubt er sich nämlich zuerst dagegen, sie als Freundin in sein Herz zu schließen. Immerhin ist er der Sohn eines Superhelden und sie auf dem besten Weg eine große Schurkin zu werden. Eine funktionierende Freundschaft zwischen ihnen kann er sich kaum vorstellen. Allerdings stellt er schnell fest, dass Freundschaften zwischen Superhelden und Schurken vielleicht doch nicht ganz so unmöglich sind.

Das Gleiche gilt übrigens für seinen Zimmergenossen Max, ein absolutes Superhirn, besonders wenn es um Technik und Computer geht. Die drei werden schnell zu einem richtig guten Team, auch wenn John dies anfangs weder vermutet, noch gewollt hätte. Trotzdem macht er sich natürlich Sorgen um die neu gewonnenen Freundschaften. Max und Serena haben immerhin keine Ahnung, dass er nicht der Sohn eines Schurken, sondern der eines Superhelden ist. Er möchte sich gar nicht ausmalen, wie sie reagieren würden, wenn sie herausfänden, dass er gar kein Sohn eines Superschurken oder eines Handlangers ist.

Unter verschiedenen Vorwänden also bringt er Max und Serena dazu, ihm bei seiner Suche nach der wahren Identität von The Rockstar zu helfen.

Das Zusammenspiel der Figuren ist einfach großartig. Sie könnten verschiedener nicht sein und doch ergänzen sie sich so hervorragend, dass man schon nach den ersten paar Begegnungen meint, die drei würden sich schon eine Ewigkeit kennen. Zwischen ihnen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft.

In diesem Buch geht es um Loyalität und Akzeptanz, um Respekt und Freundschaft, auch um die unbändige Liebe zwischen Vater und Sohn. Hinzu kommen die wunderbar durchdachten und lustigen Abenteuer. Es macht unglaublich viel Spaß, mal auf der Seite der „Bösen“ zu stehen und nicht immer auf der Seite der Guten. Denn schneller als man glaubt wird einem klar, dass gut nicht immer gleich gut ist und böse auch nicht immer gleich böse. Die Welt ist nicht schwarz und weiß und das verdeutlicht uns die Autorin mit ihrer Geschichte wirklich ganz wunderbar.

Auch mit dem Ende konnte mich die Autorin absolut überraschen und überzeugen. Das Buch ist weder vorhersehbar, noch wird es an manchen Stellen langatmig oder uninteressant. Es bleibt die ganze Zeit über spannend und interessant, man kann das Buch kaum aus der Hand legen, so viel Spaß hat man auf dieser actionreichen und abenteuergeladenen Suche nach der wahren Identität von The Rockstar. Zwar ist der Schluss in sich geschlossen, macht aber doch Hoffnung auf einen möglichen zweiten Teil, worüber ich mich wirklich unendlich freuen würde.

NEGATIV

Es gab tatsächlich eine Szene im Buch, die mich ein bisschen zu sehr an Harry Potter erinnert hat. Es war quasi dasselbe, nur mit anderen Beteiligten. Das hat mich für den Moment dann doch ein winziges bisschen gestört und ich empfand es als sehr schade. Dennoch betraf dies nur eine einzige Szene, weshalb man das wohl schon als Nörgeln auf hohem Niveau bezeichnen könnte.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Und wie sich dieses Buch lohnt und das nicht nur für Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene, egal ob Männlein oder Weiblein, werden mit diesem Buch ganz sicher riesig viel Freude und Spaß haben. Es ist eine lustige Abenteuergeschichte, von der man sich wünscht, selbst ein Teil zu sein, wenn man erst einmal mit dem Lesen angefangen hat. Die Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet, der Plot sehr gut durchdacht und alles perfekt aufeinander abgestimmt. Mir hat dieses Buch unfassbar viel Spaß gemacht und ich hoffe wirklich sehr, dass es noch eine Fortsetzung zu diesem Werk geben wird. Von mir bekommt dieses Buch eine ganz eindeutige Leseempfehlung für Buchbegeisterte eines jeden Alters, besonders auch für Fans von Marvel und DC.

Ein ganz herzliches Dankeschön an den Thienemann Esslinger Verlag für die Bereitstellung dieses großartigen Rezensionsexemplares!

 

INFOS ZUM BUCH

 

Autor: Sandra Grauer
Titel: Evil Hero
Verlag: Planet! Thienemann-Esslinger
Seiten: 352
Erscheinungsdatum: 21.08.2018
Preis: 12,99 [D]
Buch beim Verlag: Deutsch

 

KATEGORIE

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4 Comments

    • Hallo liebe Nessi,

      also der Verlag empfielt es ab 10 Jahren, aber ich denke für 8-9 jährige ist es auch okay … denke ich =D also ich kann dir das leider gar nicht sagen, dafür habe ich mit Kindern einfach zu wenig am Hut. Aber du kannst ja mal in eine Leseprobe reinlesen (falls es die gibt, das weiß ich gerade gar nicht) und dann mal schauen, ob es eventuell was für deine Tochter wäre … im Zweifel könnt ihr es ja gemeinsam lesen =)

      Liebste Grüße
      Ivy

  • Liebe Ivy!
    Du hattest mich bei Schurkenkinder. 😀
    Tja, noch ein Buch das ich eigentlich jetzt sofort kaufen muss.
    Heute ist beim Stöbern auf Blogs wirklich der Wurm drin, ich habe schon 5 Bücher bestellt, haha.

    Liebe Grüße und danke für den Tipp, das scheint genau das richtige für mich zu sein.
    Nicci

    • Liebe Nicci,

      awww das freut mich total hihi ich hoffe sehr, dass es dir auch so gut gefallen wird 🙂 Es ist mal etwas anderes und wirklich sehr amüsant und abenteuerlustig 🙂 Ich bin gespannt, was du zu dem Buch sagst!

      Ich wünsche dir ganz viel Spaß damit!

      Liebste Grüße
      Ivy

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