Rezension: Hexenzeit – Sarah Rees Brennan

Inhalt/Klappentext:

Nur noch einen Sommer hat Sabrina Spellman bis zu ihrem 16. Geburtstag. Dann wird alles anders werden: Sie wird in den dunklen Hexenzirkel aufgenommen werden und allen normalsterblichen Menschen entsagen müssen. Ihren Freundinnen und ihrer großen Liebe Harvey. Wird sie das schaffen? Und liebt Harvey sie überhaupt so sehr wie sie ihn? Um das herauszufinden, lässt sich Sabrina von ihrem Cousin Ambrose zu einem gefährlichen Plan überreden: Sie wendet einen Zauber bei Harvey an. Etwas, was ihre beiden Tanten, ebenfalls Hexen, Sabrina absolut verboten haben. Nicht ohne Grund, denn plötzlich ist mehr als nur ein Leben in großer Gefahr …


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Nachdem ich die dritte Staffel von Chilling Adventures of Sabrina beendet hatte, brauchte ich Nachschub, um meine Sucht zu stillen. Glücklicherweise stand das Buch Hexenzeit von Sarah Rees Brennan bereits in meinem Regal und wartete nur darauf, endlich gelesen zu werden. Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen sehr gering waren. Ich liebe die Serie und ich gebe zu, dass sie einen wahnsinnig großen Suchtfaktor hat, dies aber nicht unbedingt wegen der Charaktere, sondern hauptsächlich aufgrund der düsteren Atmosphäre, des Plots und vor allen Dingen auch aufgrund der Aufmachung. Ich habe eine Schwäche für Hexen, hatte ich schon immer und als ehemaliger eingefleischter Sabrina – total verhext Fan, war für mich klar, dass ich mich auch der düsteren Neuauflage widmen musste. Hierzu gehört natürlich nicht nur die Serie, sondern auch das Buch.

Zwar wird das Buch als „Vorgeschichte“ zur Netflix Serie beworben, allerdings ist die Geschichte des Buches inhaltlich zeitlich nicht unbedingt weit entfernt von dem Beginn der Serie angesiedelt, schätzungsweise so 2-3 Monate früher, was ich – um ehrlich zu sein – als ein wenig schade empfunden habe, bin ich einfach von einer komplett anderen Ausgangssituation ausgegangen.

Gleich zu Anfang lernen wir Sabrina kennen, die kurz vor ihrem 16. Geburtstag steht, der Tag, an dem sie sich dem Teufel verschreiben muss, um vollends in die Welt der Hexen aufgenommen zu werden. Doch immer mehr Zweifel machen sich in ihrem Inneren breit, insbesondere wenn sie an ihre sterblichen besten Freunde und natürlich an Harvey, ihre große Liebe, denkt. Weder möchte sie ihre Freunde, noch Harvey verlieren. Doch nicht nur diese Gedanken quälen die junge Hexe, sondern zweifelt sie von Tag zu Tag ein bisschen mehr an Harveys Liebe zu ihr, was sie kurzerhand dazu veranlasst, einen Liebeszauber anzuwenden, der ihre ganze Welt aus dem Gleichgewicht bringt. Plötzlich sieht nicht nur sie sich, sondern auch ihre Freunde, immensen Gefahren ausgesetzt. 

Aufgrund der Tatsache, dass nicht viel Zeit zwischen dieser Vorgeschichte und dem Beginn der Serie liegt, gibt es in Bezug auf die Charaktere keine Überraschungen oder Neuigkeiten, zumindest nicht für eben jene, die die Serie bereits kennen/lieben, was einer der Gründe ist, weshalb ich mir gewünscht hätte, dass die Autorin die Vorgeschichte doch ein Stück weiter zurück in der Vergangenheit angesetzt hätte. Natürlich handelt es sich so oder so um eine Vorgeschichte, doch machen zwei bis drei Monate meiner Meinung nach kaum einen Unterschied, insbesondere eben, was auch die Charakterentwicklung angeht. Hier bleibt dann einfach nicht sonderlich viel Spielraum, wenn man an das anknüpfen muss, was in der Serie bereits geschehen ist.

Größtenteils wird die Geschichte aus der Sicht von Sabrina erzählt. Doch bereits ein Blick auf den Buchschnitt lässt erahnen, dass da noch  mehr zwischen den Seiten steckt. Immer wieder entdeckt man schwarze Seiten, mal mehr, mal weniger davon. Auf diesen schwarzen Seiten werden Teile der Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt; Gedanken und Geheimnisse werden gelüftet, z. B. aus der Sicht von Roz, von Harvey oder aber auch aus der Sicht von Ms Wardwell. Diese Teile der Geschichte haben mir am besten gefallen, nicht nur hatte die Erzählweise noch etwas viel mehr düsteres, auch mochte ich die Art des Erzählens, die die Autorin hier gewählt hat. Man hatte wirklich das Gefühl, als würde man heimlich durch ein Schlüsselloch spähen oder durch Magie heimlich in die Gedanken all dieser Menschen und Wesen eindringen. Für mich waren diese schwarzen Seiten definitiv das Highlight des gesamten Buches und ich freute mich jedes Mal darauf, ein „normales“ Kapitel beendet zu haben, da ich dann ganz genau wusste, dass ich jetzt mit dem wirklich düsteren Teil der Geschichte belohnt werden würde. Es war wie ein Blick hinter die Kulissen und das mochte ich. Sehr.

Die Handlung an sich mochte ich, fand es nur etwas schade, dass es nicht „mehr“ war, als es denn letztendlich ist. Ich hätte mir ein wenig mehr Hintergrundwissen gewünscht, vielleicht ein paar mehr Einblicke in die Vergangenheit von Sabrina und eben in ihre Zeit vor der Serie. Natürlich spielt das Ganze vor der Serie aber – wie oben bereits erwähnt – hätte ich es einfach viel cooler gefunden, wenn es zwischen Buch und Serie ein wenig mehr zeitlichen Abstand gegeben hätte.

Allerdings tut dies der Geschichte und vor allen Dingen dem Spannungsbogen keinen Abbruch. Ich habe das Buch, ebenso wie die Serie, regelrecht inhaliert und konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Wenn ich es dann doch mal zur Seite gelegt hatte, konnte ich die ganze Zeit an nichts anderes denken, was letztendlich dazu führte, dass ich dann doch wieder nach dem Buch gegriffen und darin weitergelesen habe.

Sabrina ist für mich irgendwie ein kleines Phänomen, denn obwohl ich die Charaktere gar nicht mal so interessant finde, sie sogar mehr als nervig, als als angenehm empfinde, kann ich einfach nicht genug davon bekommen.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Ich will nicht sagen, dass es ein Muss ist für alle eingefleischten Sabrina Fans, aber dennoch eine netto Addition, um die Wartezeit auf die nächste Staffel ein wenig zu überbrücken. Das Buch ist literarisch gesehen sicherlich kein Meisterwerk, dennoch konnte es mich von Anfang bis Ende fesseln. Ich denke es ist einfach diese düstere Atmosphäre, die mich so reizt; all dieses Übernatürliche, wovon ich einfach nicht die Finger lassen kann. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Mich hat die Geschichte, auch wenn es kaum neue Überraschungen, Informationen oder Wendungen gab, wahnsinnig begeistert und unterhalten. Eine Leseempfehlung bekommt das Buch so oder so von mir. Jetzt ist es an euch herauszufinden, ob das Buch etwas für euch wäre oder eben nicht.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Sarah Rees Brennan
Titel: Hexenzeit
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 320
Erscheinungsdatum: 12. August 2019
Preis: 12,00 [D]  12,40 [A] 17,90 [CHF]Buch beim Verlag: KLICK

TIPP: Am 16. März 2020 erscheint Teil 2 bei Heyne fliegt!


KATEGORIE

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