Rezension: Let it snow – Maureen Johnson, John Green & Lauren Myracle

Inhalt/Klappentext:

Jubilee hat den perfekten Freund. Sie ahnt nicht, dass sie ihn in dieser Nacht verlieren wird – weil sie sich Hals über Kopf in einen Fremden verliebt. Manchmal vergisst Tobin völlig, dass der Herzog eigentlich ein Mädchen ist. Bis zu jenem magischen Moment im Schnee. Addie würde alles dafür geben, wenn Jeff ihr verzeihen könnte. Dabei ist er ihr längst viel näher als sie denkt …


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Um ehrlich zu sein, habe ich mich immer ein wenig davor gedrückt, dieses Buch zu lesen, obwohl es sich um ein Weihnachtsbuch handelt und ihr wisst, wie sehr ich solche Bücher liebe. Abgeschreckt hat mich immer ein wenig die Tatsache, dass es sich um drei Kurzgeschichten handelt und ich kein sonderlich großer Fan von Kurzgeschichten bin. Dass diese drei Kurzgeschichten allerdings alle irgendwie ineinander übergehen und zusammenhängen, wusste ich erst, nachdem ich die Netflix Verfilmung zum Buch gesehen hatte. Ich mochte den Film so unglaublich gerne, dass ich mir danach kurzerhand doch das Buch kaufen und über die Weihnachtsfeiertage lesen musste.

Allerdings muss ich gestehen, dass mir tatsächlich der Film besser gefallen hat, als das Buch.

Das Buch begann amüsant und sehr gefühlvoll mit Maureen Johnson, so wie man es als Fan von ihr nicht anders gewohnt ist, ging dann leider langweilig und ziemlich nervig weiter mit der Geschichte von John Green und endete dann recht trostlos und unbefriedigend mit Lauren Myracle. Das Ende war für meinen Geschmack emotionslos, was ich als sehr schade empfand, da gerade hier sämtliche Stränge der vorangegangenen Geschichten ineinander verlaufen und sämtliche Charaktere irgendwie zusammenfinden.

Die Geschichte von Maureen Johnson hat mir mit Abstand am besten gefallen, ist es auch die Storyline, die ich im Film am liebsten mochte, auch wenn man Film und Buch kaum miteinander vergleichen kann, da wahnsinnig viele Veränderungen vorgenommen wurden (was mich ehrlicherweise nicht unbedingt stört). Parallelen allerdings waren vorhanden und Maureen Johnson hat es mit ihrem wunderbaren Schreibstil und ihrem Humor geschafft, mich zu fesseln und zwar von Anfang bis Ende. Ihre Geschichte war ein bisschen schräg und sehr amüsant, hier und da vielleicht auch ein wenig lachhaft, aber es fühlte sich so an, als wäre gerade das so gewollt gewesen. Es war also auf eine positive Weise lachhaft und ich mochte es. Ich mochte es sogar sehr. Ich mochte Jubilee, nicht nur ihren Namen, auch ihre Art. Und ich mochte Stuart. Die beiden Figuren haben wahnsinnig gut miteinander harmoniert, das Setting war einfach traumhaft schön und mit der Stimmung hat Maureen Johnson genau ins Schwarze getroffen.

Was die Geschichte von John Green allerdings angeht, war ich ein wenig enttäuscht, dazu gelangweilt und wahnsinnig genervt von den Figuren, die oberflächlicher wirklich nicht hätten sein können. Ich muss dazu sagen, dass dieser Handlungsstrang auch im Film der war, der mir am wenigsten gefallen hat. Hier habe ich ein wenig die Handlung vermisst, denn irgendwie gab es nicht wirklich eine. Es waren lediglich die dämlichen Aktionen der einzelnen Charaktere, die diese Geschichte geformt haben. Diese Geschichte wird von Sarkasmus beherrscht, der meiner Meinung nach allerdings nicht wirklich funktioniert. John Green schießt mit seiner Geschichte ein wenig am Ziel vorbei, wie ich finde, insbesondere auch in Bezug auf die Dialoge und Kommentare der Jungs, die dämlicher und frauenfeindlicher nicht hätten sein können. Ich war so wenig begeistert, dass ich einige Textstellen überflog. Ich konnte weder eine Verbindung zu den Figuren aufbauen, noch machte sich in mir Weihnachtsstimmung breit. Schade drum, doch Geschichte zwei war für mich leider ein Griff ins Klo.

Die dritte Geschichte von Lauren Myracle war in meinen Augen zwar nicht ganz so „schlecht“, wie die von John Green, doch begeistern wie die von Maureen Johnson konnte sie mich auch nicht. Hauptgrund hierfür war unsere Protagonistin, bei der es sich um eine selbstsüchtige, weinerliche und egozentrische, verwöhnte kleine Göre handelte. Und genau darum ging es in der gesamten Kurzgeschichte, nämlich darum, dass sie eben eine unausstehliche, selbstsüchtige Person ist, die fast ausschließlich nur an sich selbst denkt. Ich habe nicht nur an ihr, sondern auch an ihren vermeintlichen Freunden gezweifelt und mich gefragt, wie man ein solches Verhalten auf Dauer ertragen kann. Die Lovestory ging meiner Meinung nach daher auch völlig Fehl; ein anderes Ende hätte ich passender gefunden. Hinzu kommt, dass die Autorin meiner Meinung nach das Ende leider ein wenig kaputt gemacht hat. In dieser dritten Geschichte laufen sämtliche Handlungsstränge zusammen und wir treffen sämtliche Charaktere aus den vorherigen beiden Geschichten wieder, die teilweise wirklich sehr out of character wirkten und alles andere als authentisch. Hier fehlte der Charme, der Witz, die Emotion, nicht das bei der Geschichte von John Green sonderlich viele Emotionen rüber gekommen wären, doch hier wirkte alles so kalt. Das Einzige, was diese Geschichte wohl ein wenig für mich gerettet hat, war das kleine Teacup Schweinchen.

Insgesamt betrachtet, handelt es sich um ein Buch, welches zwar unterhaltsam ist und dann und wann ein wenig Weihnachtsstimmung verbreitet, das allerdings ohne Emotionen lebt. Es ist sicherlich kein Buch, das längere Zeit im Gedächtnis bleibt, mit Ausnahme vielleicht von Maureen Johnsons Geschichte, die mir wirklich sehr gut gefallen hat.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Für Fans der Autoren würde ich sagen, ja. Für Weihnachtsjunkies vielleicht auch. Zumindest für solche, die zwischendurch auch mal ganz gerne ein Buch lesen, welches vom Setting lebt, und eben nicht von wirklich ausgereiften, authentischen Charakteren und Emotionen. Leider konnte mich das Buch nicht sonderlich erreichen; geschweige denn berühren, gehasst habe ich es aber dennoch nicht. Ich war gut unterhalten, für ein paar Stunden und habe den ganzen Schnee in diesem Buch wahnsinnig genossen.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Maureen Johnson, John Green & Lauren Myracle
Titel: Let it Snow
Deutscher Titel: Tage wie diese
Verlag: Speak
Seiten: 352
Erscheinungsdatum: 2012
Hier gelangt ihr zu den deutschen Ausgaben: KLICK und KLICK


KATEGORIE

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