Rezension: P.S. I Still Love You – Jenny Han

 

Inhalt/Klappentext:

Die 16-jährige Lara Jean hatte nie ernsthaft vor, sich in den gut aussehenden Peter zu verlieben. Ihre Beziehung sollte nur vorgetäuscht sein, um seine Exfreundin eifersüchtig zu machen. Aber dann werden die beiden tatsächlich ein Paar? –? auf einer Skifreizeit der Schule küssen sie sich überraschend. Dass sie zusammen im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Und dass sich John auf Laras letzten Liebesbrief meldet, macht das Chaos perfekt – denn kann man in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein? Die charmante Fortsetzung des Bestsellers “To all the boys I’ve loved before” ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die Liebe und den Liebeskummer.

 


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Da es sich bei diesem Teil um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, enthält die Rezension Spoiler für Teil 1 und kann auch Spoiler für Teil 2 enthalten.

Nachdem der erste Teil dieser Reihe mein Herz im Sturm erobert hat, musste ich naturgemäß umgehend mit dem zweiten Teil weitermachen. Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal eine Jugendbuchromanreihe aus dem Genre Contemporary gelesen habe, die mich nicht nur unterhalten, sondern mich auch endlos begeistern konnte. Ich bin verliebt, das bin ich wirklich. Nicht nur in Jenny Han und ihren Schreibstil, sondern auch in all ihre Ideen und vor allen Dingen auch in Lara Jean, Peter, Kitty und all die anderen wunderbaren Charaktere, denen wir in diesem Buch begegnen.

Trotz meiner anfänglichen Befürchtung, das Buch aufgrund der Inhaltsangabe nicht zu mögen (ich habe mich an diesen Love-Triangle-Geschichten mit dem ewigen Hin und Her einfach satt gelesen) wurde ich doch eines Besseren belehrt und zwar, dass solche Geschichten gar nicht zwingend nervig sein müssen. Zumindest nicht in dem Grad, in dem ich es erwartet hätte.

POSITIV

Das, was mir mitunter an diesem Buch am besten gefällt ist die familiäre Dynamik, die nicht nur zwischen den Song Schwestern, sondern auch zwischen ihnen und ihrem Vater herrscht. Weder Geschwister, die so füreinander einstehen, wie es die Song Schwestern tun, noch ein so liebevoller, aufopfernder Vater sieht man in Jugendbüchern unbedingt häufig. Meistens ist es bekanntlich vielmehr so, dass die Familien vollends aus der Geschichte herausgehalten werden und entweder gar nicht existieren (z. B. verstorben sind etc. pp.) oder aber lediglich hin und wieder erwähnt werden, sodass man weiß, sie sind zwar vorhanden, spielen allerdings keine tragende Rolle in der Geschichte. In der Geschichte um Lara Jean allerdings ist dem eben nicht so. Ich liebe die Beziehungen zwischen den Schwestern und auch ihre jeweiligen Beziehungen zu ihrem Vater. Sie unterstützen einander, sind füreinander da, stehen füreinander ein, sie sind verlässlich und besorgt und empfinden eine unglaublich tiefgehende Liebe füreinander. Natürlich streiten sie sich auch, keine Familie ist perfekt, auch nicht die der Song Mädchen, der Unterschied hier ist allerdings, dass sie immer versuchen den jeweils anderen zu verstehen. Sie respektieren und vor allen Dingen akzeptieren auch die Meinung, Wünsche und Träume des jeweils anderen und das ist es, was diese Familie ausmacht. Alle vier sind sie weltoffen, freundlich, höflich und verständnisvoll.

Die Familiendynamik ist kaum zu übertreffen. Die Song-Covey Familie gehört definitiv zu meinen absoluten Lieblingsfamilien in der Jugendbuchliteratur.

Die Beziehung zwischen Lara Jean und Peter nimmt in diesem Buch so richtig Fahrt auf. In meiner Rezension zu To All The Boys I’ve Loved Before hatte ich davon gesprochen, dass sich Teil 1 mehr wie eine Art „Vorspiel“ anfühlt; eine Geschichte vor der eigentlichen Geschichte. Alles hat eben für genau diesen zweiten Teil aufeinander aufgebaut und ich hätte nicht neugieriger darauf sein können zu erfahren, wie die beiden frisch Verliebten ihren Alltag gemeinsam meistern.

In diesem zweiten Teil spielt Eifersucht eine sehr große Rolle, allerdings muss ich sagen, dass ich wirklich sehr glücklich darüber bin, wie Lara Jean meist damit umgegangen ist. Eifersucht ist ein unglaublich mächtiges Gefühl und entsteht – zumindest meiner Meinung nach – meist nur dann, wenn man seinem Partner nicht gänzlich vertraut. Manchmal tut der Partner Entsprechendes, um das Vertrauen zu brechen, manchmal versteift man sich allerdings einfach so auf dieses Gefühl, sodass man das Wesentliche aus den Augen verliert und sich in etwas hineinsteigert, was gar nicht der Realität entspricht. Auch Lara Jean überkommt in diesem Teil immer mal wieder das Gefühl von Eifersucht, und auch Selbstzweifel nagen an ihr, wenn sie anfängt, sich mit Peter’s Ex-Freundin Gen zu vergleichen. Ich denke wir alle können sagen, dass wir dies auf welche Art auch immer, ebenfalls schon einmal durch gemacht haben; dass wir uns mit anderen verglichen haben, was uns daran zweifeln ließ, ob wir überhaupt gut, hübsch oder klug genug waren. Lara Jean ist mit all dem sehr erwachsen umgegangen. Sobald diese toxischen Gedanken aufkamen, hat sie versucht, sich nicht zu sehr von ihren Gefühlen leiten zu lassen, sondern hat versucht, das Ganze logisch und nüchtern zu betrachten. Allerdings hat sie nie wirklich mit Peter über ihre Gefühle gesprochen, sie hat all das immer mehr in sich hineingefressen und mit sich selbst ausgemacht, was letztendlich dann wohl auch zu dem Gefühlsausbruch gegen Ende des Buches geführt hat.

Auch wenn es mich zum Augenrollen veranlasst hat, kann ich sie verstehen; ich kann Lara Jean in dieser Hinsicht so gut verstehen, da ich Ähnliches durchgemacht habe in meiner Teenagerzeit. Auch wenn ich all das heute anders sehe, weil ich selbst an mir gewachsen bin, konnte ich mich unglaublich gut mit Lara Jean identifizieren und fühlte mich praktisch zurückversetzt in meine eigene Pubertät. Und genau das hat es mir möglich gemacht, mich so gut in sie hineinzuversetzen, auch wenn mein älteres Ich natürlich auch Peter verstehen konnte. Er hat einfach nur versucht, für eine Freundin da zu sein, die ihn gebraucht hat. Dass es sich dabei um seine Ex-Freundin handelt, die ohnehin nicht gut auf Lara Jean zu sprechen ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Dennoch sollte in einer Beziehung so viel Vertrauen vorhanden sein, dass eine Beziehung so etwas übersteht. Und das war es anfangs zwischen Peter und Lara Jean offenbar nicht. Sie mussten erst darauf hin arbeiten. Wenn man am Ende des Buches einen Blick zurück auf deren Beziehung wirft, wird man feststellen, wie sehr sich die beiden einzeln und auch gemeinsam entwickelt haben; wie sie an sich selbst gewachsen sind und wie viel sie nicht nur über den jeweils anderen, sondern auch über sich selbst während dieser Zeit gelernt haben und genau das ist es, was die Pubertät aus macht; was sie so wichtig macht.

Was ich als ebenfalls positiv empfunden habe ist die Tatsache, dass Cybermobbing thematisiert wird. Wir leben in einer Welt, aus der das Internet und vor allen Dingen Social Media nicht mehr wegzudenken ist. Wenn man Jemandem was Böses möchte, muss man heutzutage bloß ein peinliches Foto online stellen, ein privates Video oder eine Facebook-Gruppe eröffnen, in der es darum geht, sich über Mitschüler, Bekannte, Freunde, etc. pp. lustig zu machen. Die Menschen fühlen sich in der Anonymität des Internets so sicher, dass sie meist vergessen, was sie mit solchen Aktionen anrichten können. So muss auch Lara Jean am eigenen Leibe erfahren, wie es ist, im Internet bloßgestellt zu werden.

Dieses Buch ist gar nicht mehr so luftig leicht wie der erste Teil; der zweite Teil behandelt teilweise viel ernstere Themen. Ohne weiteres würde ich den zweiten Band gar nicht unbedingt als Gute Laune Buch betiteln, okay, vielleicht doch, ein bisschen, allerdings herrscht hier teilweise auch eine solch negative Stimmung, dass man einfach nicht umhin kommt, mit Lara Jean mitzuleiden. Man möchte sie einfach nur in den Arm nehmen und all diesen Idioten, die nichts Besseres zu tun haben, als sich über andere Menschen lustig zu machen und sie bloß zu stellen, einen kräftigen Tritt in den Hintern zu verpassen.

Lara Jean hat sich im Laufe der Geschichte unglaublich weiter entwickelt. Im ersten Teil hat man sie als dieses süße, naive Mädchen kennengelernt, doch im zweiten Teil merkt man ihr richtig an, wie sehr das Geschehene ihren Charakter beeinflusst hat (positiv) und wie stark sie dadurch geworden und wie sehr sie an sich gewachsen ist.

Das absolut Beste an diesem Buch ist allerdings nicht unbedingt Lara Jean und das sage ich als riesiger Fan dieses Charakters. Der eigentliche Star dieser Reihe ist definitiv Kitty, Lara Jeans kleine Schwester. Kitty hat es faustdick hinter den Ohren. Sie wirkt unfassbar erwachsen für ihre erst 10 Jahre, manchmal scheint sie sogar viel reifer zu sein, als Lara Jean. Als wäre ihr Geist eigentlich der einer älteren, weisen Dame. Kitty hast nicht nur immer einen lockeren Spruch auf Lager, sie weiß in ihren jungen Jahren auch schon ganz genau was sie will und spricht genau das aus, was ihr durch den Kopf geht. Während Lara Jean zum Beispiel dazu tendiert, alles kaputt zu denken, handelt Kitty einfach. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist ehrlich und selbstbewusst. Kitty ist ein absolut genialer Charakter, der mir unglaublich ans Herz gewachsen ist.

NEGATIV

So sehr mir das Buch auch gefallen hat, so gab es auch etwas, was mir negativ aufgestoßen hat.

Ich bin kein Fan von Love Triagles, nicht weil ich nicht daran glaube, dass ein Mensch mehrere Menschen gleichzeitig lieben kann, sondern bin ich vielmehr genervt von diesem ständigen Hin und Her. Meistens geht es in solchen Geschichten nämlich nur genau darum: das Hin und Her. Dieses Buch hat mir zwar gezeigt, dass es nicht immer zwingend nervig sein muss, denn das war es nicht, allerdings empfand ich das Love Triangle teilweise wirklich erzwungen und auch an den Haaren herbeigezogen, nicht, weil es irgendwie keinen Sinn ergab, sondern weil es einfach unnötig wirkte. Als hätte man explizit nach einem Grund gesucht, die Geschichte zu dramatisieren, was man definitiv auch auf eine andere Art und Weise hätte tun können.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Absolut. Ich kann, nachdem ich auch den zweiten Teil nun gelesen haben, mit Sicherheit behaupten, dass diese Reihe zu meinen liebsten Jugendbuchreihen aus dem Contemporary Genre gehört, wenn es nicht sogar meine absolut Liebste ist. Es konnten mich schon lange nicht mehr solche Bücher so unglaublich begeistern und fesseln, dass ich nachts wachgelegen und bis in die Morgenstunden hinein gelesen habe, weil ich einfach nicht aufhören konnte und wissen musste, wie es weiter geht. Überhaupt ist es schon recht lange her, dass ich ein Buch tatsächlich gebinge-readed (ja ich weiß, das ist vermutlich das bescheuertste Wort überhaupt, aber ihr wisst schon was ich damit sagen will haha) habe und so versunken darin war, dass ich tatsächlich vergessen habe, etwas zu essen oder zu trinken. Ich liebe diese Buchreihe so sehr. Sie ist nicht nur unterhaltsam, sondern spricht auch wichtige und ernste Themen an. Ich bin unendlich verliebt in diese Geschichte und ich kann es kaum erwarten, endlich auch den dritten und somit letzten Teil dieser Trilogie zu lesen.

 

INFOS ZUM BUCH

Autor: Jenny Han
Titel: P. S. I Still Love You
Verlag: Penerbit Spring
Deutscher Verlag: Hanser Literaturverlage
Seiten: 336 (deutsche Version)
Erscheinungsdatum: 30. Januar 2017
Preis: 16,00 [D] | 16,50 [AU]
Buch beim Verlag: KLICK

 

KATEGORIE

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WEITERE REZENSENTEN

Booknator | Foxy Books | Trallafittibooks | Alina Kunterbunt | Sarah Liest |

 

Quellenangabe: Der Klappentext sowie sämtliche buchbezogenen Fakten stammen von der Webseite des Hanser Literaturverlages.

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10 Cover
7 Handlung
10 Charaktere
9 Setting
7.5 Lovestory
10 Suchtfaktor
8.9
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