Rezension: Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen – Rick Riordan

Percys siebtes Schuljahr verläuft einigermaßen ruhig – einigermaßen. Wenn da nicht diese Albträume wären, in denen sein bester Freund in Gefahr schwebt. Und tatsächlich: Grover befindet sich in der Gewalt eines Zyklopen. Zu allem Übel ist Camp Half-Blood nicht mehr sicher: Jemand hat den Baum der Thalia vergiftet, der die Grenzen dieses magischen Ortes bisher geschützt hat. Nur das goldene Vlies kann da noch helfen. Wird es Percy gelingen, Grover und das Camp zu retten? Das dürfte für einen Halbgott wie ihn eigentlich kein Problem sein. Doch seine Feinde haben noch einige böse Überraschungen auf Lager …

[Quelle: www.carlsen.de]

Nachdem es schon eine gefühlte Ewigkeit her ist, seit ich den ersten Band der Percy Jackson Reihe, Diebe im Olymp, gelesen habe und mir eine mehrstündige Autofahrt bevorstand, packte ich die Gelegenheit am Schopfe und kaufte mir das Hörbuch des zweiten Teils, nachdem jeder so von den Büchern und insbesondere von den Hörbüchern geschwärmt hatte. Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Teil erinnern und auch daran, dass ich das Buch wirklich sehr mochte. Es konnte mich nicht nur überraschen, sondern auch wirklich begeistern und das, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt den Film schon einige Male gesehen hatte und somit bereits grob wusste, worum es geht und was passiert. Dennoch hatte mich die Begeisterung meiner Freunde und Bekannten angesteckt. Weshalb ich dann so lange Zeit diese Reihe pausiert hatte und das obwohl bereits die gesamte Reihe vollständig und zwar sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch, in meinem Regal steht, kann ich selbst nicht genau sagen. Auf der Suche nach einem passenden Hörbuch für unseren Roadtrip stach mir Percy Jackson dann sofort ins Auge und ehe ich mich versah, hatte ich mit der richtigen Anzahl von Drachmen mein Ticket zurück zum Camp Half-Blood bezahlt und meinem Abenteuer stand nichts mehr im Wege.

POSITIV

Ich liebe Rick Riordans Schreibstil und seine Art, die Geschichte rund um Percy Jackson zu erzählen. Er hat diesen ganz speziellen Humor, frech irgendwie und absolut fesselnd. Es ist mir nicht schwer gefallen, trotz dessen, dass es bereits so lange her war, seit ich den ersten Teil gelesen hatte, mich wieder in der Geschichte einzufinden. Rick Riordan macht einem dies wirklich sehr einfach. Es fühlt sich fast so an, als würde man nach Hause kommen. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, eben perfekt für junge Leser, doch man konnte bereits eine Entwicklung feststellen zum ersten Teil. Wie auch Percy sich verändert hat, so hat auch Rick Riordan seine Art der Erzählweise angepasst und der nach wie vor etwas kindliche und naive, dennoch aber bisschen erwachsener gewordene Percy hat mir unglaublich gut gefallen. Ich mag seine Art zu Denken und vor allen Dingen finde ich es toll, wie schlagfertig und frech er ist; dass er immer noch der Junge von früher ist, ganz gleich ob Halbgott oder nicht. Er mag hier und da vielleicht noch etwas leichtfertig sein, doch das ist wohl seinem noch recht jungen Alter geschuldet. Er lernt täglich dazu; stündlich möchte ich fast sagen, und ihn dabei zu beobachten und ihn auf seinen Abenteuern zu begleiten, auch wenn dies heißt, ab und zu mal einen Rückschlag zu erleiden, macht einfach unglaublich viel Freude.

Man fühlt sich fast so, als wäre man selbst Teil des Abenteuers.

Was mir auch immer sehr gut gefällt, sind Rick Riordans Charaktere. Angefangen von Percy, über Grover und Annabeth, bis hin zu Tyson – sie sind alle ganz speziell und etwas ganz Besonderes und man kommt gar nicht umhin, sie ins Herz zu schließen. Besonders Tyson hat es mir angetan. Bereits im Film mochte ich ihn sehr, doch im Buch habe ich ihn noch ein bisschen mehr ins Herz geschlossen mit seiner unschuldigen und herzlichen Art. Er wirkt manchmal einfach so unbeholfen, dennoch ist er unglaublich loyal und kämpft für seine Freude; würde sogar sein Leben geben, um die Menschen zu retten, die ihm am Herzen liegen.

Größtenteils hat mir auch das Abenteuer, das Percy in diesem Teil bestreiten muss, unglaublich gut gefallen und sehr viel Spaß gemacht. Der Autor verzichtet hierbei auf die Einführung zu vieler neuer Schauplätze, sondern fokussiert die Geschichte mehr und konzentriert sich hauptsächlich auf das Geschehen und die Handlung, die teilweise wirklich sehr spannend und vor allen Dingen unterhaltsam war.

NEGATIV

Etwas schade empfand ich es, dass sich der zweite Band doch etwas gezogen hat. Trotz der teilweise sehr unterhaltsamen, humorvollen und spannenden Momente, gab es auch zähe Augenblicke, die meiner Meinung nach sogar überwogen.

Und auch wenn mir das Abenteuer an sich wirklich viel Freude bereitet hat, so gab es auch Augenblicke ich denen ich alles als etwas übertrieben empfunden habe, z. B. die Sache mit den Hamstern auf der Insel. Aus welchem Grund diese Sequenz irgendwie für das Vorankommen der Geschichte nötig gewesen wäre, erschließt sich mir bis heute nicht so ganz. Es war irgendwie überflüssig und passte nicht richtig in das Geschehen hinein, was wirklich sehr schade war. So ging es mir mit ein paar Sequenzen und Szenen, von denen ich sagen muss, dass mir die Umsetzung im Film tatsächlich um einiges besser gefallen hat, auch wenn Film und Buch hier eigentlich kaum etwas miteinander zu tun haben, lediglich die Grundidee ist noch dieselbe.

Ebenfalls überrascht war ich doch darüber, wie kurz die Geschichte eigentlich ist. Natürlich kommt es nicht immer auf die Länge an, doch irgendwie waren hier so viele Geschehnisse in dieses dünne Buch gequetscht, dass mir teilweise einiges viel zu schnell abgehandelt wurde. Ich hätte mir hier ein paar mehr Ausführungen gewünscht; vielleicht hätte ich die ein oder andere Szene weg gelassen und dafür eine wieder andere etwas mehr ausgebaut.

 

LOHNT SICH DAS BUCH?

Leider hat mir das Buch nicht ganz so gut gefallen wie Teil 1. So richtig überzeugen konnte es mich nicht, nur aufgrund der tollen Charaktere und der gesamten Atmosphäre der Geschichte kann ich sagen, dass mir das Buch letztendlich doch ganz gut gefallen hat. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich hin und wieder mit meinen Gedanken abgedriftet bin, weil es eben Momente gab, die mich absolut nicht fesseln konnten, während wiederum andere mich vollkommen in den Bann zogen. Dennoch würde ich lügen, würde ich behaupten, ich wäre nicht ein kleines bisschen enttäuscht. Vielleicht hätte mir das Buch besser gefallen, hätte ich es in jüngeren Jahren gelesen. Trotzdem bekommt es von mir eine Empfehlung, denn es ist eine wirklich tolle und spannende Abenteuergeschichte die mich für ein paar wenige Stunden – zumindest teilweise – unterhalten konnte und auch wenn mich dieser Teil nicht vollends überzeugen konnte, werde ich dennoch die Reihe fortführen und hoffe, dass mir die Fortsetzungen ein wenig besser gefallen werden.

 

Infos zum Buch

 

Autor: Rick Riordan
Titel: Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen
Originaltitel: The Sea of Monsters
Erscheinungsdatum: 2010 (erstmals publiziert am 01. April 2006)
Seiten: 336
Preis: 14,90 [D] | 15,40 [A]

Buch beim Verlag: KLICK*

 

 

 

 

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2 Comments

  • Liebe Ivy,
    eine sehr interessante Rezension! Ich persönlich habe die Percy Jackson Reihe auch noch nicht gelesen, habe sie allerdings auch nicht im meinem Regal stehen. Tatsächlich bin ich bisher noch gar nicht auf den Gedanken gekommen, mir die Hörprobe des ersten Bandes mal anzuhören um rauszufinden ob mir die Sprechstimme gefällt. Ich glaube, dass werde ich jetzt gleich mal machen 😀

    Und ich hoffe natürlich, dass dir der dritte Band dann wieder etwas besser gefallen wird und dich mehr packen kann, als der zweite Band 🙂

    Liebe Grüße,
    Alina

    • Danke dir liebe Alina.

      Ich mochte die Erzählstimme sehr gerne, sie passte zum Buch, jung, frisch und etwas kindlich. Es hat mega gepasst hihi 🙂 Vielleicht gefällt es dir ja auch!

      Liebste Grüße
      Ivy

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