Rezension: Queen of Air and Darkness – Cassandra Clare

Inhalt/Klappentext:

Die Gemeinschaft der Schattenjäger steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Unversöhnlicher Hass erfüllt die einzelnen Gruppen, und auf den Stufen des Ratssaales ist unschuldiges Blut vergossen worden. Auch die Blackthorns haben einen schrecklichen Verlust erlitten, und in tiefer Trauer flieht die Familie nach Los Angeles. Nur Julian und Emma machen sich auf den Weg ins Feenreich. Trotz der Gefahren, die der Fluch ihrer verbotenen Liebe mit sich bringt, wollen sie dort das Schwarze Buch der Toten wiederbeschaffen. Stattdessen entdecken sie ein Geheimnis, so dunkel und gefährlich, dass es die gesamte Unterwelt zu vernichten droht …


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Ich tue mich mit keinen Rezensionen so schwer wie mit denen für die Schattenjägerbücher von Cassandra Clare, und das nicht im negativen Sinne. Vielmehr fällt es mir jedes Mal wieder aufs Neue schwer, nicht nur meine Begeisterung in Worte zu fassen, sondern all meine Gedanken niederzuschreiben, die irgendwie jedes Mal wieder Karussell fahren und förmlich aus mir heraus sprudeln. Wie ihr wisst, bin ich ohnehin jemand, der ellenlange Rezensionen schreibt, weil ich einfach immer so viel zu sagen habe; so viele Gedanken und Emotionen, die in die Welt hinausgetragen werden müssen, aber bei Cassandra Clare verdoppelt, ja verdreifacht sich das meist sogar und am Ende kommt dann doch irgendwie immer nur ein Kuddelmuddel bei raus, das irgendwie keinen Sinn ergibt, zumindest nicht für die, die Cassies Bücher nicht genauso leben, wie ich es tue.

Und jetzt ist es wieder so weit, die nächste Rezension zu einem Schattenjägerbuch steht an, denn – obwohl ich es so lange vor mir her geschoben habe – konnte ich nicht mehr anders und musste es lesen. Kennt ihr das? Wenn ihr ein Buch so dringend lesen möchtet, dass ihr am liebsten alles stehen und liegen lassen möchtet, um endlich in diese Geschichte eintauchen zu können, es am Ende aber doch nicht über euch bringt, die erste Seite des Buches aufzuschlagen, einfach weil ihr nicht möchtet, dass es endet? So geht es mir immer, wenn uns das Ende einer von Cassies Reihen bevorsteht. Queen of Air and Darkness, das Finale der großartigen The Artifices Reihe, habe ich daher so lange vor mir her geschoben wie ich nur konnte. Ich mochte den Gedanken, immer noch dieses eine Buch vor mir zu haben; dass für mich diese Geschichte eben noch nicht beendet war. So willensstark ich anfangs auch war (immerhin habe ich knapp fünf Monate durchgehalten) war meine Willenskraft nun am Ende angelangt. Ich habe mir zwar geschworen, es langsam zu lesen; ganz langsam um möglichst viel davon zu haben, am Ende hat es dann aber doch nur drei Tage gedauert, bis ich es durch hatte und ich kann gar nicht sagen, welche Emotionen momentan stärker sind: die Trauer darüber, dass die Geschichte rund um Emma & Co. nun tatsächlich vorüber ist oder die Freude darüber, wie perfekt einfach dieses Ende war. Und deshalb werde ich jetzt einfach mal versuchen, meine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen in der Hoffnung, dass es am Ende auch einen Sinn ergibt.

Diese Rezension enthält Spoiler, und zwar für sämtliche vorangegangenen Schattenjäger Bücher. Wenn ihr die vorherigen Bücher noch nicht gelesen habt, sie also noch lesen möchtet, egal ob TMI, TID, TDA, sämtliche Kurzgeschichten Bände etc. pp., solltet ihr diese Rezension eher nicht lesen. Wenn ihr kein Interesse an den Büchern habt bzw. keine Angst vor Spoilern, nur zu.

Wo fange ich an, wo höre ich auf? Keine Ahnung, deshalb stürze ich mich jetzt einfach mal hinein in mein Gedankenchaos und nehme euch mit:

Perhaps being parabatai was a weakness that could trap you. But so was any kind of love, and if love was weakness, it was strength, too.

Cassandra Clare

Bereits in meinen Rezensionen zu Lady Midnight und Lord of Shadows hatte ich erwähnt, wie absolut spürbar Cassies Entwicklung als Autorin ist. So sehr ich die The Mortal Instruments Reihe und all ihre anderen Bücher aus dem Schattenjäger Universum auch liebe, so bin ich der Meinung, dass sie sich mit The Dark Artifices noch einmal selbst übertroffen hat, sowohl schreibtechnisch, als auch plottechnisch. Je mehr Bücher sie schreibt, desto besser wird sie – verständlich vermutlich, denn immerhin macht Übung den Meister, doch bei Cassie fällt es mir jedes Mal immer wieder aufs Neue ganz besonders auf, was vielleicht auch daran liegt, dass ich sie bereits seit über zehn Jahren auf dieser Reise begleite.

Trauerbewältigung

Queen of Air and Darkness setzt genau dort an, wo Lord of Shadows geendet hat. Julian hält Livvy in den Armen, blutüberströmt, nachdem sie brutal ermordet wurde. Wir erleben also wirklich jeden Augenblick der Trauer mit; so intensiv, dass es dem Leser selbst Tränen in die Augen treibt. Mir zumindest. Ich habe geweint, mehr als einmal, und so viel wie schon lange nicht mehr bei einem Buch. Dieser Moment war unendlich grausam und schrecklich, die Szene strotzte vor Leid und doch hat Cassie diesen unglaublich grauenvollen Moment so unfassbar gut umgesetzt, dass es einfach nur Gänsehaut verursachte. Cassie hat wirklich gute Arbeit geleistet in der Darstellung der verschiedenen Arten von Trauer, die es gibt, und wie unterschiedlich die einzelnen Charaktere damit umgehen.

An dieses Szenario schließen sich sodann unzählige Handlungsstränge an, die auf den ersten Blick den Leser durchaus erschlagen können. Alleine aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass man, bevor man in The Dark Artifices einsteigt, tatsächlich die anderen Bücher gelesen haben sollte, nicht nur um gravierende Spoiler zu vermeiden, sondern auch um die Charaktere, deren Beziehungen zueinander und Handlungen besser verstehen zu können. Dies macht es einfacher, den Durchblick zu behalten, die Charaktere und ihre Geschichten auseinander zu halten und einfach nicht erschlagen zu werden von dieser Menge an Informationen, die einem förmlich entgegen geworfen werden.

Wir erleben Emma und Julian in ihrem wohl persönlichsten Kampf, Ty, der mit seiner Trauer um seine verlorene Zwillingsschwester Livvy zu kämpfen hat und bedauerlicherweise auf vollkommen falsche Art und Weise versucht, damit umzugehen, Kit, der letzte Herondale, der noch immer irgendwie seinen richtigen Platz sucht, Drusilla, die sich selbst und ihr Vertrauen wieder findet, auch Diana und Gwyns Liebesgeschichte geht weiter, ebenso das Liebesdrama zwischen Cristina, Kieran und Mark, nicht zu vergessen die Sache mit dem Cohort, die ziemlich stark an die ganze Donald Trump Situation erinnert und es geht natürlich auch um Anabelle, die Queen of Air and Darkness und Ash, von dem wir uns natürlich schon alle denken konnten, wer er ist – oder doch nicht?

Some lights were never meant to burn for long.

Cassandra Clare

Gleichzeitig treffen wir auch wieder auf all unsere geliebten Charaktere aus den vergangenen Büchern, Jace und Clary, Simon und Izzy, Magnus und Alec, Tessa und Jem, Aline und Helen … es fühlte sich fast an, wie ein kleines (oder vielmehr großes) Familientreffen und die Dynamik zwischen den einzelnen Charakteren, die Liebe, die Hingabe, der Zusammenhalt hat mein kleines Fangirl-Herz mit unglaublich viel Liebe erfüllt. 

Wiedersehen mit alten Freunden

Ich möchte hier kurz erwähnen, wie unglaublich glücklich mich es macht, dass endlich auch Helen und Aline ein wenig mehr „Screentime“ bekommen haben. Als einziges lesbisches Pärchen wurden sie meiner Meinung nach leider immer zu sehr in den Hintergrund gedrängt, wobei beide Charaktere (ebenso auch ihre Beziehung) unglaublich viel Potential haben. Während dieser Geschichte erhalten beide eine immer größer werdende Bedeutung und das hat mir so unfassbar gut gefallen. Wir lernen sie endlich ein bisschen besser kennen und bekommen die Möglichkeit, sie ebenso lieben zu lernen, wie all die anderen wunderbaren Charaktere. Aline und Helen haben es mir beide wirklich ganz besonders angetan, ich liebe Aline, ihre forsche Art, ihre Direktheit, ihre Art, die Dinge gleich anzupacken und nicht vor sich herzuschieben. Und auch Helen, die schon fast einem Engel gleich kommt; die liebenswürdige, schüchterne, fürsorgliche und fast schon aufopfernde Person, die sie ich. Von ihrer Art her könnten die beiden vermutlich nicht unterschiedlicher sein, doch sie zusammen ergeben einfach ein absolut perfektes Team und ich hoffe wirklich unglaublich, dass wir auch in den noch kommenden Büchern etwas mehr über sie erfahren werden.

The sky was a road and the stars made pathways; the moon was a watchtower, a lighthouse that led you home.

Cassandra Clare

900 Seiten sind ein stattliche Länge für ein Buch, die auch erst einmal gefüllt werden müssen und zwar so, dass der Leser sich nicht langweilt und das – das kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit behaupten – hat Cassandra Clare absolut geschafft. Hier auf jeden einzelnen Handlungsstrang, bzw. auf jedes Event einzugehen, würde diese Rezension vermutlich sprengen. Es passiert einfach so unglaublich viel in diesem Buch; es gleicht nicht nur einer wilden Achterbahnfahrt, sondern schon fast einem Wirbelsturm, der uns einfach mit reißt, ob wir nun wollen, oder nicht. Cassie gibt sich hierbei unglaublich viel Mühe, die Geschehnisse nicht zu hoppla hopp passieren zu lassen. Sie nimmt sich die Zeit, die die Geschichte und die Charaktere auch benötigen, damit das Ganze auch Sinn ergibt. Nicht nur die Welt ist bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, auch der Plot und ebenso die Charaktere und ihre Geschichten. Das ist mit unter einer der Hauptgründe, weshalb ich ihre Bücher so unglaublich liebe – wegen ihrer Liebe zum Detail. Ich weiß, viele Leser können damit ja eher nichts anfangen, bevorzugen eher kurze, prägnante Sätze und nicht zu viel „Drum herum Geschwafel“ (so nenne ich es jetzt einfach mal), ich hingegen bin ein riesiger Fan von ihrer Art des Schreibens. Von Langatmigkeit war hier wirklich keine Spur. Auch wenn es natürlich einige ruhigere Momente gibt, so sind selbst diese Momente so fesselnd und teilweise auch spannungsgeladen, dass man das Buch kaum zur Seite legen möchte.

Interdimensionale Reisen

Der Plot hat mir ganz besonders gut gefallen, denn tatsächlich spielt die Geschichte diesmal nicht nur in unserer Welt, sondern auch teilweise in einer anderen Dimension und ich kann euch gar nicht sagen, wie unglaublich viel Spaß mir dieser Teil des Buches gemacht hat. Interdimensionale Reisen als Thema finde ich einfach unglaublich interessant. Schon damals in der „Doppelgangland“ Folge von Buffy habe ich diesen Handlungsstrang unglaublich gefeiert. Julian und Emma stürzen durch ein Portal und landen plötzlich in einer anderen Dimension, Thule wird sie genannt und ist das absolute Gegenteil von unserer Welt. Denn in Thule hat Sebastian Morgenstern damals den Krieg nicht verloren, sondern er hat gewonnen. Die Welt dort ist düster, eiskalt, blutüberströmt, von Toten übersäht, von Dämonen überrannt und fern von allem, was man als schön bezeichnen würde. Dort treffen wir dann auch auf die Spiegelbilder unserer Lieblingscharaktere, was in meinen Augen unfassbar spannend, interessant und sehr unterhaltsam war. Ich für meinen Teil liebe solche Handlungen ungemein und auch wenn ich überhaupt nicht mit etwas dergleichen gerechnet habe, bin ich froh, dass Cassie sich für diesen Handlungsstrang entschieden hat und mich somit absolut überraschen konnte. Positiv überraschen. Ich meine, wer kommt überhaupt auf so eine Idee? Ein absoluter Geniestreich!

Wo bleibt die Annabel Action?

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich es als schade empfand, dass wir von Annabel lange nicht so viel gesehen haben, wie anfangs vermutet. Immerhin ist sie nicht nur auf dem Cover, sondern sie ist auch diejenige, die Livvy auf dem Gewissen hat; sie ist verantwortlich für ihren Tod und ich habe – wenn ich ehrlich bin – mit um einiges mehr Annabell Action gerechnet, insbesondere im Hinblick auf Julian, den ich mir tatsächlich als eine Art Anti-Held vorgestellt und fast schon erhofft hatte. Julian, der Racheengel – die Idee hätte mir wirklich gefallen. Ich war (und bin es noch immer) unglaublich neugierig darauf zu sehen, wie Cassie den Anti-Helden Julian darstellen und umsetzen würde. Ein bisschen auf den Geschmack gekommen sind wir aber trotzdem, wenn auch nicht unbedingt in der Art und Weise, wie ich es vermutet bzw. erhofft hatte. Damit, dass Julian allerdings Hilfe bei Magnus sucht und um einen Zauber bittet, der ihn seine Emotionen und Gefühle vergessen lässt, damit hatte ich nicht gerechnet und wenn ich ehrlich bin, entspricht dies meiner Meinung auch nicht ganz Julians Charakter. Julian, der wirklich alles Erdenkliche tun würde für seine Geschwister, nimmt die Tatsache, alle Gefühle, die er gegenüber seinen Geschwistern empfindet, zu verlieren, einfach so hin? Das wirkte auf mich ein wenig charakterschwach und entsprach einfach nicht meinem Bild, was ich von Julian hatte. Tatsächlich hätte ich mir auch ein wenig mehr Story zu Ash gewünscht, was nicht heißt, dass ich unzufrieden bin mit dem tatsächlichen Verlauf der Geschichte. Sie verlief einfach in eine etwas andere Richtung, als ich vermutet hatte und das ist okay, denn Überraschungen gab es zu Genüge und auch wenn ich mir von dem ein oder anderen doch etwas mehr gewünscht hätte, so passte am Ende doch irgendwie alles zusammen und ergab Sinn. Ich betrachte die verschiedenen Handlungsstränge ganz gerne wie einzelne Puzzlestücke. Das ein oder andere ist in seiner Funktion als einzelnes Stück vielleicht nicht zu 100 % ausgearbeitet; hier und da fehlt vielleicht mal das ein oder andere Eckchen, doch als Gesamtbild passt es einfach perfekt zusammen und ergeben ein ganz wunderbares Bild. Die Handlungsstränge gehen alle ineinander über, verbinden sich zu einem großen und genialen Szenario und genau das ist es, was Cassies Bücher – meiner Meinung nach – immer zu einem absolut epischen Abenteuer machen.

Freundschaft, Liebe, Drama

Auch was die einzelnen Beziehungen zwischen den Charakteren angeht, hat Cassie sich meiner Meinung nach fast schon wieder selbst übertroffen. Dass sie nun in diesem Buch auch konkret Polyamorie aufgegriffen hat, hier die Beziehung zwischen Cristina, Kieran und Mark, war in meinen Augen einfach fantastisch, nicht nur die Art und Weise, wie sie das Ganze thematisiert hat, sondern auch die entsprechende Umsetzung. Die Weiterentwicklung von Emma und Julian und ihr gemeinsamer innerer Konflikt (ja ich weiß, Klischee verbotene Liebe, aber irgendwie war es diesmal noch mal was anderes) konnte mich vollends überzeugen. Man hat nicht nur mit gefiebert, sondern auch förmlich mit gelitten. Dann ist sie natürlich auch noch einmal auf die bereits seit Jahren bestehende Beziehung zwischen Magnus und Alec eingegangen und ich glaube, hierzu muss ich nicht mehr viel sagen. Es hat mich einfach mit so unglaublich viel Freude und Liebe erfüllt, dass ich es kaum in Worte fassen kann, außer, dass ich nicht nur vor Trauer und Tragik die ein oder andere Träne verdrückt habe, sondern auch vor Liebe, Freude und Glück.

Allerdings greift sie auch weitere wichtige Themen auf, z. B. Gleichberechtigung, Autismus oder auch Extremismus. Wie wir aus den vorangegangenen Büchern sicherlich alle noch wissen, bestand schon immer mehr oder weniger eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“. Einmal gibt es die Schattenjäger, Nachkommen des Engel Raziel, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt vor Dämonen zu schützen und sie von ihnen zu befreien. Und dann gibt es auf der anderen Seite noch die Downworlder: Vampire, Werwölfe, Seelies und Warlocks. Die einen haben Engel- die anderen Dämonenblut in sich. Die Downworlder wurden schon immer als das „schlechtere“ Volk angesehen, ihre Leben waren nicht nur weniger wert, als die der Schattenjäger, sondern hatten sie auch lange nicht so viele Rechte, wie die Nephilim. Sie wurden teilweise gar unterdrückt. Aufgrund des kalten Krieges wurde dann die sogenannte Downworlder-Shadowhunter-Alliance gegründet, um die Kluft, die zwischen den beiden – ich nenne es einfach mal Rassen – herrschte, endlich zu schließen. Alec Lightwood spielte und spielt auch noch jetzt eine sehr große Rolle diesbezüglich. Man merkt also seit den ersten Büchern schon sehr, wie weit vorangeschritten die Schattenwelt inzwischen ist und dies hauptsächlich aufgrund der Allianz. Mittlerweile leben viele Nephilim und Downworlder zusammen, führen sogar Beziehungen – die Beziehung zwischen Magnus und Alec hatte hier unter anderem eine wichtige Bedeutung – und trotzdem, trotz dieser Weiterentwicklung, gibt’s immer noch die Cohorte, ein Zusammenschluss Gleichgesinnter, die immer noch nach alten Denkmustern leben und diese Zwei-Klassen-Gesellschaft, im Gegensatz zu vielen anderen, gerne Aufrecht erhalten würden. Und hier spielt Cassandra Clare auf das Thema Extremismus an (daher auch mein Vergleich mit Donald Trump oben) und bedient sich somit an aktuellen Situationen, die unsere tatsächliche, reale Welt betreffen, um sie in ihren Geschichten miteinzubauen, was einfach großartig ist und hoffentlich auch ein wenig zum Nachdenken anregt. Glücklicherweise hat die Mehrzahl der Schattenjäger ihre Denkweise geändert und sind sogar zwischenzeitlich bereit, Opfer für die Downworlder zu bringen, mit unter geht das zum Beispiel auch so weit, dass sie sogar ihre Heimat dafür aufgeben – was in meinen Augen ein richtig guter und eindrucksvoller Zug war, denn wie heißt es so schön, Taten sagen manchmal einfach viel mehr als Worte.

Ebenfalls gefallen hat mir die Beziehung/Freundschaft zwischen Kit und Ty, die sich in diesem Buch noch einmal um einiges näher gekommen sind, auch wenn mich das Ende der beiden wirklich sehr getroffen hat. Die Art und Weise wie sie auseinander gegangen sind, hat mir nicht unbedingt gefallen und ich würde es schon fast als typisches Klischee in einem Jugendroman bezeichnen; nämlich, dass sich die Charaktere in ihren eigenen Vermutungen verrennen, statt die Sache einfach anzusprechen und auszudiskutieren. Ich kann natürlich auch Kits Standpunkt verstehen; er fühlt sich verletzt und allein gelassen und ist sicherlich auch enttäuscht von Ty, doch um Himmels Willen, dann sprecht doch einfach miteinander, statt so mir nichts dir nichts zu verschwinden. Allerdings – davon gehe ich aus – diente dies sicherlich alles nur als „Auftakt“ zur bald erscheinenden neuen Trilogie, in der Kit und Ty die Hauptrolle spielen werden, worauf ich mich schon unfassbar freue. Ich kann die Erscheinung des ersten Bandes kaum noch erwarten.

Ich muss wirklich sagen, dass Cassie mich mal wieder unglaublich beeindruckt hat. Für mich gehört die The Dark Artifices Reihe bisher einfach zu ihren absolut besten Büchern; sie sind spannungsgeladen, actionreich und um einiges düsterer, als die bisherigen Bücher und das liebe ich; das liebe ich sogar sehr. Doch auch die Romantik kommt nicht zu kurz, ebenso wenig die Familiendynamik und immer und wieder spielt sie – manchmal unterschwellig und manchmal direkt – auf unglaublich wichtige Themen an. Ich bin einfach so beeindruckt und so glücklich und gleichzeitig todtraurig, weil es jetzt einfach zu Ende ist. Von mir aus hätte das Buch auch doppelt so lang sein können. Die Seiten sind förmlich dahin geflogen und es war mir beinahe unmöglich, das Buch auch nur für einen Moment zur Seite zu legen, so wie üblich eigentlich bei Cassies Büchern.

Und jetzt noch ein paar Aspekte, die ich absolut gefeiert habe:

  • Anspielungen an vorangegangene Bücher (Will Herondale zum Beispiel)
  • Ty, der noch einmal letztes Mal zu Livvy hoch steigt. Gott, mein Herz lag in Scherben.
  • Emma, die den Wandteppich mit Alecs Gesicht drauf klaut
  • Alec, der Emma sagt, sie solle Magnus den Teppich geben, da er wohl der einzige ist, der sich darüber freuen würde
  • Oneliners, Leute ich lebe für diese Oneliners, besonders dann, wenn sie von Kieran kommen, z. B. als Helen versehentlich auf ihm drauf sitzt und Kieran sie fragt, ob sie bitte aufstehen könne, weil es ihm weh tut
  • Helen und Aline endlich zurück im LA Institut
  • Die Familiendynamik, insbesondere zwischen den Blackthorns – einfach großartig und herzerwärmend
  • Ty gibt Kit sein erstes Witchlight
  • Kieran, der so tut, als wäre er am schlafen, weil er die Situation als „awkward“ empfand – herrlich
  • die „neuen“ Namen der Downworlder: ”My name is Greg. Greg Anderson.” “It’s Elton John, said Aline grabbing a stamp”
  • Parabatai Beziehungen – so herzerwährmend und herzzereißend. Parabatei sein ist schon echt was tolles
  • Kit, der ganz genau weiß, wie man mit Ty umzugehen hat – und die Art und Weise wie er ihn ständig beschützt, und wie liebevoll er mit ihm umgeht – AWWW I CAN‘T
  • das Banner – Leute, ich hab so geweint. So geweint.
  • Thule, so absolut fantastisch.
  • Jem & Tessa, insbesondere Jem – ich liebe ihn so sehr.
  • Julians smartness. Er ist halt nunmal ein absolut kluges Köpfchen und das beweist er auch diesmal wieder. Hut ab.
  • der Kuchen. Was hab ich gelacht.
  • und dann Clarys T-Shirt – HAHA genial
  • Katzenkalender!!!! OMG – Kieran, I feel you
  • Magnus, wie er sich mit Ty unterhält. Mangus, wie er ihn einfach versteht; ja ja, das tun auch die anderen Charaktere, aber Magnus hat einfach diese ganz besondere Art an sich … ich glaube wirklich, dass er Ty an dieser Stelle besser helfen konnte, als jeder andere
  • Die Hochzeit. Leute, wie lange und wie sehr habe ich hierauf gewartet. Endlich!

INFOS ZUM BUCH

Autor: Cassandra Clare
Titel: Queen of Air and Darkness
Verlag: Margaret K. McElderry Books
Seiten: 912
Erscheinungsdatum: 04. Dezember 2019
Preis: 16,19 [DE]


KATEGORIE

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4 Comments

  • Oh Ivy,

    ich finde es in keinster Weise schlimm, dass du so lange Rezensionen schreibst! Im Gegenteil!
    Es ist toll so schöne Worte zu lesen und deine Rezensionen lassen sich flüssig lesen, sodass sie einen in keinster Weise erschlagen.
    Dein Enthusiasmus ist quasi auf mich übergeschlagen und auch wenn ich die Reihe leider nicht mag, habe ich kurz mit dem Gedanken gespielt sie doch weiterzulesen.

    Schreib ruhig weiter so lange Rezensionen, denn es ist wunderschön deine Worte zu lesen und Gedanken zu hören.

    LG Hannah

    • Liebe Hannah,

      aww das bedeutet mir unglaublich viel, tausend Dank! Schade, dass dir die Bücher nicht gefallen aber umso mehr freut es mich, dass meine Freude über die Bücher sogar dich erreicht hat hihi 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

  • Huhu 🙂

    ich habe dieses Buch so unglaublich gefeiert!
    Es hat Action….es hat Liebe….es beschäftigt sich vor allem mit so vielen wichtigen Themen! Ich denke sobald die deutsche Ausgabe da ist muss ich es nochmal lesen und die für mich wichtigen Stellen mit Post Its markieren…..ich denke da wird ein Blöckchen Klebezettel nicht reichen. Alleine beim Ende müsste ich jede Seite markieren…..oh my Malec Heart xD
    Ich lese deine ausführlichen Rezensionen so furchtbar gerne 🙂
    Uuund danke fürs Verlinken <3

    Grüüüüüüüße

    • Ohja das Buch war einfach absolut klasse <3 Haha ich markiere mir auch immer meine Lieblingsstellen 😀 Meine Cassie Bücher sind immer so zugekleistert mit Post-Its 😀 es gibt auch einfach immer viel zu viele gute Stellen!

      Liebste Grüße
      Ivy

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