Rezension: Shopaholic and Baby – Sophie Kinsella

Inhalt/Klappentext:

Rebecca Bloomwood, verheiratete Brandon, ist selig. Sie und ihr Mann Luke erwarten ihr erstes Kind, und natürlich soll für den Nachwuchs alles perfekt vorbereitet sein. Strampelanzüge, Kinderwagen, Spielzeug – Rebecca ist im Kaufrausch. Doch ihr Glück wird getrübt, als sie erfährt, dass ihre höchst attraktive Geburtshelferin Venetia eine Exfreundin von Luke ist. Und die scheint wild entschlossen, ihr den Mann auszuspannen. Als Rebecca dann auch noch herausfindet, dass Luke Geheimnisse vor ihr hat, ist sie überzeugt: Er und Venetia haben eine Affäre …


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Kennt ihr das? Ihr fangt an eine Reihe zu lesen, seid endlos begeistert und verschlingt sämtliche bis zu diesem Zeitpunkt erschienen Teile, wartet dann sehnsüchtig auf ein neues Buch und wenn es dann endlich erschienen ist, vergesst ihr, die Reihe weiter zu führen? So ging es mir mit der Shopaholic Reihe von Sophie Kinsella. Den ersten Teil der Reihe las ich auf meinem ersten Flug nach New York; ich inhalierte das Buch quasi, so begeistert war ich von Becky Bloomwood. Damals mit gerade mal Anfang 20 erkannte ich viel von mir selbst in ihr wieder (ich will nicht leugnen, dass dies nicht unbedingt positive Seiten waren) und war fortan ein großer Fan der Reihe. Nach Shopaholic and Sister (erschienen 2006), dem vierten Teil der Reihe, jedoch hörte ich auf. Nicht, weil ich das Interesse verloren hatte, sondern vielmehr, weil es zu dem Zeitpunkt kein neues Buch mehr gab. Als es dann erschien (Shopaholic & Baby) vergaß ich, es zu kaufen und zu lesen und so ging es dann auch mit den sodann noch erschienen drei weiteren Büchern der Reihe. Letzte Woche überkam mich dann urplötzlich die Lust, mit diesen Büchern weiter zu machen. Es war also fast zehn Jahre her, seit ich das letzte Mal Zeit mit Becky Bloomwood verbracht hatte. Eine sehr lange Zeit. Als ich dann schließlich anfing, Shopaholic & Baby zu lesen, stellte ich schnell fest, dass dieses Gefühl von damals einfach verschwunden war. Dies ist auch ein Grund, weshalb ich mich weigere Bücher, die ich als Teenager geliebt habe, heute noch einmal zu rereaden, aus Angst, die Bücher heute schlicht zu hassen. Ich möchte die Bücher und das Gefühl, dass ich damals während des Lesens empfunden habe, in guter Erinnerung behalten. Und mittlerweile glaube ich, dass ich dasselbe vielleicht mit dieser Reihe hätte tun und sie nicht nach so vielen Jahren noch mal fortsetzen sollen. Denn ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung, weshalb ich damals so ein riesiger Fan dieser Bücher war. Entweder das, oder die Bücher sind über die Zeit einfach um einiges schlechter geworden.

Zunächst muss ich gestehen, dass ich nicht ganz unvoreingenommen an das Buch herangegangen bin. Ich gehöre zu den Frauen, die nicht den Wunsch verspüren, Mutter zu werden und demnach nicht sonderlich viel mit so viel Baby Content anfangen können. Ich war daher von Vornherein etwas skeptisch, ob mir das Buch überhaupt gefallen kann, wenn es doch – wie der Titel vermuten lässt – hauptsächlich um das Schwangerschaft bzw. das Baby geht. Aber ich hatte wie gesagt Lust auf eine Portion Becky Bloomwood, also lies ich mich fallen in die Geschichte, was mir besser gelang, als anfangs vermutet. Sicherlich ist dies Sophie Kinsella’s wunderbarem Schreibstil zu verdanken. Unabhängig vom Inhalt ist ihr Schreibstil einfach ganz wundervoll und ihr Humor grandios. Die Autorin schreibt so wahnsinnig tolle, komödiante Liebesgeschichten; es war richtig schön, in ihren Worten abzutauchen.

Doch während mich damals nicht nur der Schreibstil der Autorin, sondern auch Becky Bloomwood als Protagonistin begeistern konnte, tollpatschig, eigen, shoppingsüchtig wie sie ist, mit ihrem ganz besonderen Charme, war es genau das, was mich diesmal genervt hat. Um ehrlich zu sein, kam ich aus dem Augenrollen nicht mehr raus und tatsächlich habe ich mein damaliges Ich sehr in Frage gestellt, wie ich Becky Bloomwood damals nur auf diese intensive Art und Weise feiern konnte; wieso ich ihr Verhalten damals so unglaublich cool fand und wieso sie mir so wahnsinnig sympathisch war. Ich gebe zu, Becky hat diese naive Art an sich, die sie einfach liebenswürdig macht. Sie ist tollpatschig und irgendwie süß und ganz gleich, was sie auch wieder im Schilde führt, meist tut sie dies ja nicht unbedingt nur aus rein egoistischen Gründen. Sie ist eben sehr stark Kind geblieben, was ich eigentlich wirklich großartig finde, doch Becky Bloomwood hat es in diesem fünften Band regelrecht übertrieben.

Durch ihre Schwangerschaft wird die Beziehung zwischen Becky und Luke noch tiefer, noch inniger und eigentlich war ich daher anfangs guter Hoffnung, dass auch Becky sich weiterentwickeln würde. Ich habe natürlich nicht erwartet, dass sie sich von Grund auf ändert und plötzlich zu einer völlig anderen, ruhigeren und verantwortungsvollen Person wird. Das ist einfach nicht Becky Bloomwood. Doch dass sie so über die Strenge schlägt, damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Becky fällt sehr schnell zurück in alte Muster, kauft ungeniert ein, wirft einen Haufen Geld aus dem Fenster und das ohne mit der Wimper zu zucken. Immerhin braucht ihr ungeborenes Kind schon jetzt Marc Jacobs Schuhe, ein Miu Miu Kleid und Bettlaken für knapp $ 400. Wie heißt es so schön, für die Kinder nur das Beste oder? Selbst im ungeborenen Zustand verwöhnt sie ihr Kind von vorne bis hinten und nimmt Luke überhaupt nicht Ernst. Natürlich muss sie auch zu einer berühmten Hollywood Frauenärztin, die die Kinder der größten Hollywood Stars auf die Welt bringt. Wer möchte immerhin nicht im Kreissaal neben Kate Winslet liegen? Während des Lesens habe ich immer mehr den Eindruck bekommen, dass Becky nur ein Kind wollte, weil sie glaubte, es läge im Trend und weil sie so die Möglichkeit hatte, nur noch mehr unsinniges und überflüssiges Zeug zu kaufen, angefangen bei Klamotten, bis hin zu Möbeln.

Das schlimmste jedoch sind meiner Meinung nach diese endlosen Lügen, die sie nicht nur Luke, sondern auch all ihren anderen Freunden auftischt. Ich kann weder Luke, noch ihre Eltern oder ihre Freunde verstehen, dass sie das alles mit sich machen lassen. Becky belügt sie von vorne bis hinten und das nur aus Eigennutz; nur damit sie das bekommt was sie will. Ich an Lukes Stelle hätte mich schon fünf mal von ihr scheiden lassen.

Was uns auch schon zu Luke bringt. ich mag ihn. Mögen ist wahrscheinlich noch untertrieben, ich liebe ihn oder ich habe ihn früher geliebt. Und so sehr ich ihn auch heute noch mag, frage ich mich, ob ihm das, was seine Frau sich da immer leistet, wirklich so egal ist. Natürlich hat er ihr hier und da mal ein bisschen kontra gegeben und ich bin mir auch sehr wohl im Klaren darüber, dass eine Beziehung bzw. eine Ehe nicht unbedingt dafür da ist, dem anderen Grenzen zu setzen doch ganz ehrlich? Becky hat sämtliches Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen für irgendwelchen Schwachsinn, den kein Mensch braucht und er tut das Ganze mit einem schiefen Grinsen ab und einem Schulterzucken? Und die Lügen? Die nimmt er einfach so hin, weil sie eben ist wie sie ist? Das hat mich einfach wahnsinnig gemacht.

Hinzu kommt, dass Becky ihm sogar eine Affäre unterstellt, doch statt ihn einfach drauf anzusprechen, verrennt sie sich in irgendwelchen Hirngespinsten, die nicht einmal richtig Sinn ergeben. Und natürlich reden die beiden dann ständig aneinander vorbei, was letztendlich ein riesen Missverständnis und somit jede Menge Drama produziert, was man sich gut hätte sparen können, hätte Becky einfach mal den Mund auf gemacht.

Neben der ganzen Eifersuchtssache ging es dann auch tatsächlich hauptsächlich um das Baby und die Schwangerschaft, direkt und indirekt, indem Becky eben sehr viel Zeit beim Shopping von Babysachen etc. pp. verbracht hat, womit ich mich nicht unbedingt anfreunden konnte. Ich konnte keinerlei Verbindung zu Becky oder überhaupt zu einem der anderen Charaktere aufbauen. Alle wirkten auf einmal so flach; überhaupt nicht so, als hätten sie sich über die Jahre hinweg weiter entwickelt.

Ich muss wirklich sagen, dass ich diese Bücher nach all den Jahren mit ganz anderen Augen betrachte. Natürlich sollte man diese Bücher allgemein nicht unbedingt zu Ernst nehmen, doch mochte ich früher einfach Becky’s charmante Art unglaublich gerne. Mittlerweile empfinde ich ihre Art allerdings nicht mehr unbedingt als charmant, sondern einfach nur noch als unglaublich nervig und oberflächlich.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Ich bin mir unsicher, ob ich das Buch weiter empfehlen würde; vielleicht den Fans, die sowohl in guten, als auch in schlechten (vor allen Dingen in schlechten) Zeiten zu Becky halten und die sie lieben, egal was. Leider konnte ich keinerlei Weiterentwicklung der Charaktere ausmachen und irgendwie ist es doch immer wieder dasselbe. Ich bin wirklich unschlüssig. Hard Core Fans würde ich das Buch wohl empfehlen, allen anderen eher nicht. Wirklich schade drum, aber leider konnte mich dieses Buch hier nicht überzeugen.

INFOS ZUM BUCH

Autor: Sophie Kinsella
Titel: Prada, Pumps und Babypuder
Originaltitel: Shopaholic and Baby
Verlag: Randomhouse
Seiten: 448 (dt. Ausgabe)
Erscheinungsdatum: 10. September 2007
Preis: 8,95 [DE] | 9,20 [A] | 12,90 [CH]
Buch beim Verlag: KLICK


KATEGORIE

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WEITERE REZENSENTEN

Solltest du auch eine Rezension zu diesem Titel geschrieben haben, verlinke sie mir gerne in den Kommentaren. 

Fotos: IvyBooknerd / / Die Rechte an den Covern unterliegen dem jeweiligen Verlag & Designer.

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