Rezension: The Bridge – Karen Kingsbury

Ryan Kelly lives in Nashville after a broken engagement and several years on the road touring with a country music duo. He can still hear Molly’s voice encouraging him to follow his dreams; Molly, whose memory stays with him. At least he can visit The Bridge—the oldest bookstore in historic downtown Franklin—and remember the hours he and Molly once spent there. For thirty years, Charlie and Donna Barton have run The Bridge, providing the people of middle Tennessee with coffee, conversation, and shelves of good books—even through dismal book sales and the rise of digital books. Then in May, the hundred-year flood swept through Franklin and destroyed nearly every book in the store. Now the bank is pulling the lease on The Bridge. Despondent and without answers, Charlie considers the unthinkable. Then tragedy strikes, and suddenly, everything changes. In the face of desperate brokenness and lost opportunities, could the miracle of a second chance actually unfold?


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Ich habe zuerst die Verfilmung dieses Buchs gesehen, einen Zweiteiler, der aktuell auf Netflix recht beliebt zu sein scheint. Vielleicht war das ein Fehler. Ich habe eine ganz große Schwäche für romantische Geschichten, solange sie nicht kitschig sind. Die Filme entsprachen genau meinem Geschmack; ich saß zu Hause auf dem Sofa und habe geweint wie ein Schlosshund, konnte selbst Tage, nachdem ich den Film gesehen hatte, nicht aufhören daran zu denken und bestellte mir mithin gleich das Buch, worauf die Filme basieren. 

In The Bridge geht es um ein von Schicksalsschlägen geprägtes Ehepaar, das in die Kleinstadt Franklin, in der Nähe von Nashville, Tennessee, flüchtet um dort ein neues Leben zu beginnen. Gemeinsam eröffnen sie einen wunderschönen Buchladen namens „The Bridge“. Ihre Intension war es von Beginn an, Menschen zusammen zu bringen und die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden, deshalb auch der Name – The Bridge/Die Brücke. Eine Katastrophe jedoch scheint die nächste zu jagen und ihr gemeinsamer Traum ist kurz davor, sich in Luft aufzulösen, wären da nicht die wundervollen Kunden von „The Bridge“ die in all den Jahren zu einer großen Familie zusammengewachsen sind. Während alldem begleiten wir auch Ryan Kelly und Molly Allen, zwei junge Menschen, die sich auf dem College begegneten und zwei Jahre lang eine solch intensive Verbindung zueinander aufbauen, dass gar ein Blinder sieht, wie viel sie einander bedeuten. Ihre gesamte Zeit verbringen sie in der Brücke, verlieren sich allerdings späterhin aus den Augen – aufgrund diverser Umstände. Als die Existenz des Buchladens allerdings in Gefahr gerät, führt dies die beiden auf magische Art und Weise wieder zusammen …

Sowohl Film, als auch Buch konnten mich verzaubern, berührten mein Herz so unglaublich, dass ich die Tränen kaum zurückhalten konnte. Allerdings ist dies wohl einer der wenigen Fälle, in denen ich tatsächlich der Meinung bin, dass die Filme besser sind, was weniger mit der Qualität des Buches/der Filme zu tun hat, sondern vielmehr mit meinen persönlichen Empfindungen und auch mit meiner persönlichen Einstellung gegenüber diversen Aspekten, auf die ich weiter unten noch versuchen werde, intensiver einzugehen. 

Zunächst erwarten den Leser unglaublich viele Klischees; so viele, dass es schwer fällt, sie an einer Hand abzuzählen, allerdings ließen mich diese Klischees in diesem Fall nicht mit den Augen rollen, sondern vielmehr passten diese Klischees meiner Meinung nach so unglaublich gut in diese Geschichte, dass es nicht störend war, sondern vielmehr die Geschichte von Molly und Ryan abrundete und sie zu einem Ganzen werden ließ. 

Der Fokus liegt hier nicht auf der Romanze und auch nicht auf dem älteren Ehepaar und der Tragödien, die ihnen zugestoßen sind, sondern vielmehr liegt das Hauptaugenmerk hier auf der Buchhandlung, die Menschen verbindet, ihnen hilft, nicht nur neuen Lebensmut wiederzufinden, sondern auch ihre Liebe zum geschriebenen Wort. Diese Geschichte verfügt über eine ganz wundervolle und besondere Atmosphäre. Ich kann kaum sagen, ob es nun das Weihnachtsfeeling ist, oder die Emotionalität in den Worten der Autorin, die diese Geschichte trotz der Klischees zu etwas ganz Besonderem werden lässt. Bei der Brücke handelt es sich nicht um eine normale Buchhandlung; Charlie – der Besitzer – schenkt seinen Kunden mit seinen Büchern Mut. Er inspiriert und ermutigt. Charlie und seine Frau Donna sind ganz wundervolle Figuren, so selbstlos und liebenswürdig, dass sie schon fast ein wenig zu perfekt erscheinen. Und genau das ist der Knackpunkt; ein Grund, weshalb mir das Buch nicht ganz so gut gefallen hat, wie ich es mir gewünscht hätte. 

Charlie und Donna sind zu perfekt; sie haben weder Ecken noch Kanten, sondern sind so selbstlos und fürsorglich, dass sie kaum eine Sekunde an sich selbst denken. Sie verbindet eine unbändige und tiefe Liebe, doch nicht nur zueinander, sondern auch zu Gott. Was uns zu einem weiteren Punkt bringt, weshalb mir der Film besser gefallen hat, als das Buch. Bereits bei den Vorworten wird einem schnell klar, dass die Autorin sehr gläubig und religiös ist. Tatsächlich ließ mich diese Tatsache ein wenig zögerlich an die Sache herangehen. 

Auch ich glaube an Gott, bin allerdings nicht sonderlich religiös. Ich bin mir sicher, dass der Glaube an Gott sehr vielen Menschen hilft; dass er anspornt und inspiriert, Mut macht und beruhigt. Ich finde es großartig, wenn Menschen einen solch starken und festen Glauben haben; dass sie Hilfe darin suchen; Lösungen für Probleme diese teilweise gar finden. Ich hingegen bin da etwas anders gestrickt. Ich glaube an Gott, das tue ich, von Zeit zu Zeit bin auch ich sehr nachdenklich, bete, stelle Dinge in Frage, doch es ist nicht so, dass ich mich auf meinen Glauben verlasse. Ich suche nicht nach Zeichen; verlasse mich nicht darauf, dass Gott mir wegen meines Glaubens aus der Patsche hilft und eine Lösung für meine Probleme findet. Ich nehme es selbst in die Hand. Ich kämpfe für meine Träume und bete nicht nur dafür; ich arbeite dafür, egal wie anstrengend es auch sein mag und warte nicht einfach ab in der Hoffnung, dass Gott meine Wünsche und Gebete erhört. So bin ich nicht; so werde ich wahrscheinlich auch nie sein und aus genau diesem Grund hatte ich einige Probleme mit der Geschichte und mit den Charakteren. Denn tatsächlich ist gefühlt jeder Charakter in diesem Buch stark gläubig und religiös, was anfangs inspirierend wirken kann, doch zur Mitte/zum Ende hin mich teilweise nur noch mit den Augen rollen ließ. Nicht etwa, weil ich etwas dagegen habe, wenn man stark gläubig ist, sondern vielmehr, weil es sich anfühlte, als hätte die Autorin ihre eigenen Ansichten in jeden einzelnen ihrer Charaktere hinein gepresst, wodurch man sie am Ende – überspitzt gesagt – kaum voneinander trennen konnte. Sie wirkten alle zu aalglatt, zu perfekt, zu selbstlos, zu einsichtig, einfach zu viel von allem. So sehr wir uns auch genau das wünschen, mehr Toleranz, mehr Selbstlosigkeit, mehr Nächstenliebe; egal wie sehr wir uns danach sehen, sieht das wahre Leben eben einfach ganz anders aus. Ich konnte mich leider mit keinem der Charaktere im Buch identifizieren, hatte teilweise sogar große Schwierigkeiten sie zu verstehen, wodurch es mir fast unmöglich war, eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. 

Berührt hat mich die Geschichte dennoch; insbesondere der Zusammenhalt der Menschen; die Liebe und Zuneigung die sie verbindet und das nur aufgrund eines Mannes, der vor vielen Jahren einmal diese ganz besondere Buchhandlung ins Leben gerufen hat. 

Auch die Geschichte zwischen Molly und Ryan empfand ich als wirklich sehr emotional, obwohl sie voll von Klischees steckt, und einfach zum Haare raufen ist, lag die ganze „Problematik“ einfach nur in Fehlkommunikation. Statt offen und ehrlich miteinander zu sprechen, verloren sie sich lieber in Vermutungen und ihrem persönlichen Herzschmerz, der sie all die Jahre davon abhielt, ihre Angst hinter sich zu lassen. Missverständnisse, wohin das Auge reicht … Es war eben genau das, was das romantische Drama dieser Geschichte verursacht hat. Es war also notwendig, dennoch auch so ärgerlich und unnötig, dass hier ein oder zwei Mal Augenrollen definitiv gerechtfertigt wäre. 

Die Emotionalität dieser Geschichte jedoch scheint kaum zu übertreffen zu sein. Ich habe geweint, habe so viele Tränen vergossen und mein Herz fühlte sich so voll und warm an, dass ich einen Moment brauchte, um das Gelesene zu verdauen. Allerdings muss ich eben sagen, dass mich der Film um einiges mehr berührt hat. Vielleicht auch, weil die Geschichte im Film um einiges ausführlicher ist, die Charaktere Ecken und Kanten haben und es somit viel leichter war, sich in sie hineinzuversetzen. Auch haben mir die Änderungen, die im Rahmen der Verfilmung vorgenommen wurden, besser gefallen und passten meiner Meinung nach besser ins Gesamtpaket. 

LOHNT SICH DAS BUCH?

Bei The Bridge handelt es sich um eine sehr kurze, dennoch emotionsgeladen Geschichte, die vor allen Dingen Lesern gefallen könnte, die einen sehr starken Glauben an Gott haben; die daran glauben, dass Gott Wunder bewirken kann. Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass es nicht Gott ist, der die Wunder bewirkt, sondern die Menschen – wodurch ich eben einige Schwierigkeiten hatte mit der Geschichte und vor allen Dingen auch den Charakteren. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch berührt, es hat mir einige wunderschöne Lesemomente beschert und als Mut bringende Weihnachtsgeschichte lohnt sich dieses Buch allemal.


INFOS ZUM BUCH

Autor: Karen Kingsbury
Titel: The Bridge
Deutscher Titel: Zwei Jahre für immer
Verlag: Howard Books
Deutscher Verlag: BRUNNEN
Seiten: 258
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2012
Preis: 14,86 [D]


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