Rezension: The Right Kind of Wrong – Jennifer Bright

Inhalt/Klappentext:

Zoe lebt mit ihrer besten Freundin Kate in einer WG in London und wünscht sich nichts mehr, als frei zu sein. Frei von den Erwartungen ihrer Eltern und frei von den Panikattacken, die sie immer wieder erschüttern. Als Kates neuer Freund Noah eine Unterkunft braucht, stimmt Zoe zu, ihn vorübergehend einziehen zu lassen. Obwohl ihr Aufeinandertreffen alles andere als reibungslos verläuft, entdeckt sie mit der Zeit immer mehr Gemeinsamkeiten und fühlt sich zu Noah hingezogen. Zoe weiß, dass ihre Gefühle falsch sind und sie die Freundschaft zu Kate kosten könnten. Doch als Zoe bemerkt, dass sie an Noahs Seite freier ist als jemals zuvor, geraten ihre guten Vorsätze ins Wanken …


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Obwohl ich der Autorin schon eine ganze Weile auf Instagram folge, sie dort kennen und auch mögen gelernt habe, war ich anfangs etwas skeptisch, was das Buch anging. Meine Beziehung zu New Adult Büchern ist – wie viele der romantischen Beziehungen in diesen Büchern – eher problematisch. Als ich dann las, worum es geht, nämlich, dass die Protagonistin sich in den Freund ihrer besten Freundin verliebt, stellte sich mir unweigerlich die Frage, ob das gut gehen kann. Dennoch reizte mich die Geschichte. Klischees hin oder her gibt es dennoch zwei Book Tropes, die mich immer wieder reizen: eine verbotene und sich langsam entwickelnde Liebe zwischen zwei Menschen. Und dieses Buch vereint beides. Also gab ich dem Buch eine Chance, und ich bin überglücklich darüber, es getan zu haben.

Gleich zu Anfang hat mich der Schreibstil der Autorin wahnsinnig beeindruckt. Jennifer Bright schreibt emotional und ein wenig verspielt, dazu sehr bildhaft. Es dauerte nicht lange, bis ich mich zwischen den Seiten und in ihren Worten verloren hatte. Die Seiten flogen nur so dahin und zum ersten Mal seit Wochen habe ich ein Buch wieder so richtig genießen können. Ich fühlte mich von ihrem Schreibstil in einen warmen Schleier eingehüllt, wie eine weiche Decke, die einem Trost spendet.

Doch es war nicht nur der wunderbare, leicht zu lesende und flüssige Schreibstil, der das Buch für mich zu einem wahren Highlight machte, nein, auch die Handlung machte mir deutlich, dass man nur etwas länger suchen muss, wenn man in den Unmengen an New Adult Büchern einen raren Schatz – mithin die Nadel im Heuhaufen – finden möchte und irgendwie habe ich das Gefühl, mit diesem Buch tatsächlich einen solchen Schatz gefunden zu haben.

Sämtliche der Figuren sind wunderbar gezeichnet: sie sind sensibel, authentisch und wahnsinnig echt. Es dauerte keine zwei Seiten, bis ich mein Herz an Zoe verloren hatte und kaum mehr, bis ich auch Noah mit Haut und Haar verfallen war. Zoe ist ein ungeschliffener Diamant, eine Protagonistin mit jede Menge Ecken und Kanten, Ecken und Kanten, die echter und authentischer nicht hätten sein können. Sie ist eine Chaotin, was sie wahnsinnig sympathisch und unglaublich liebenswert macht. Sie ist jemand, mit dem man unbedingt befreundet sein möchte. Ich konnte mich sehr stark mit ihr identifizieren, nicht nur aufgrund ihrer Abenteuerlust; ihrem Wunsch, die Welt zu sehen und zu erkunden, sondern auch im Hinblick auf ihre Panikattacken, die zwar nicht im Fokus der Geschichte stehen, aber dennoch einen sehr wichtigen Teil ihrer selbst und der Handlung aus machen.

Mit Kate, muss ich gestehen, hatte ich ein paar Schwierigkeiten. Sie wirkte auf mich teilweise sehr naiv und – im Gegensatz zu Zoe oder Noah – ein wenig unsympathisch, weil sie ständig das Bedürfnis hatte, andere Menschen zu irgendetwas zu drängen, allen voran Noah. Sie zeigte kaum bis kein Verständnis und war teilweise so sehr auf sich selbst fixiert, dass ich sie am liebsten an den Armen gepackt und kräftig geschüttelt hätte.

Was Noah angeht allerdings, war ich positiv überrascht, nicht noch einen weiteren typischen Bad Boy kennenzulernen, wie man ihn aus vielen anderen Büchern aus dem New Adult Bereich kennt. Noah ist das genaue Gegenteil eines Bad Boys und genau das empfand ich als unglaublich erfrischend. Er ist respektvoll, sensibel und fürsorglich und trotz seiner schweren Vergangenheit humorvoll und lebensfroh. Er ist es auch, der Zoe endlich Flügel verleiht, der ihr dabei hilft, sich selbst zu verwirklichen und aus dem Käfig herauszubrechen, in dem man sie all die Zeit eingesperrt hatte.

Den beiden dabei zuzusehen, wie sie sich immer näher kommen und wie sie beide einen inneren Kampf mit sich ausfechten, darüber, was richtig und was falsch ist, hat mein Herz mit unglaublich viel Wärme und Liebe erfüllt. Die beiden gehen die ganze Zeit über so respektvoll miteinander um, dass ich mehr als einmal Tränen in den Augen hatte – Tränen, weil es sich so gut anfühlte. Dieses Buch steckt voll von wunderschönen Emotionen und Gefühlen.

Obwohl natürlich die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, so geht es in diesem Buch nicht nur um die Liebe zu einem anderen Menschen, vor allen Dingen geht es auch um die Liebe zu sich selbst. Die Geschichte vermittelt eine ganz wundervolle Message, nämlich, das Leben so zu leben, wie man es leben möchte, ganz gleich was andere davon halten oder darüber denken mögen. Es vermittelt einem, aus dem manchmal sogar selbst gebauten Käfig auszubrechen, die Flügel auszubreiten und in die Welt hinauszufliegen.

Ein weiterer Pluspunkt sind die nicht vorhandenen, ausufernden erotischen Beschreibungen irgendwelcher Sexszenen, die ich teilweise in solchen Büchern immer ein wenig befremdlich finde und in diesem Fall sogar ein wenig Fehl am Platz gefunden hätte aufgrund der Konstellation der Liebesgeschichte in diesem Buch. Hier hat die Autorin meiner Meinung nach die richtige Entscheidung getroffen und ist diese ganze Geschichte mit viel Fingerspitzengefühl und Respekt angegangen.

Ich habe das Buch nicht nur wahnsinnig genossen, sondern es geliebt und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. In meinen Augen hat die Autorin mit ihrem Debüt wirklich alles richtig gemacht. Diese Geschichte hat mich einfach unglaublich glücklich gemacht.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Für mich stellt dieser New Adult Roman ein absolutes Highlight dar, nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch was den Schreibstil und die Handlung anbelangt. Die Geschichte ist authentisch und echt, wahnsinnig gefühlvoll und emotional, gleichzeitig aber auch sehr herzzerreißend und ein wenig nervenaufreibend. Ich bevorzuge es, wenn nur ein gewisses Maß an Drama vorhanden ist, was hier definitiv der Fall ist und zur Authentizität des Buches beiträgt. Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, allen, die New Adult und insbesondere auch romantische Liebesgeschichten mögen. Die Autorin versteht es, mit Klischees und Tropes zu spielen und sie so einzusetzen, dass es Spaß macht und eben nicht zu einem Augenrollen führt. Für mich eine ganz klare Buchempfehlung!

INFOS ZUM BUCH

Autor: Jennifer Bright
Titel: The Right Kind of Wrong
Verlag: Forever
Seiten: 300
Erscheinungsdatum: Dezember 2019
Preis: 15,00 [D]
Buch beim Verlag: KLICK


KATEGORIE

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