Rezension: The Vanderbeekers of 141st Street – Karina Yan Glaser

 

Inhalt/Klappentext:

The Vanderbeekers have always lived in the brownstone on 141st Street. It’s practically another member of the family. So when their reclusive, curmudgeonly landlord decides not to renew their lease, the five siblings have eleven days to do whatever it takes to stay in their beloved home and convince the dreaded Beiderman just how wonderful they are. And all is fair in love and war when it comes to keeping their home. (Quelle)


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Die Vanderbeekers sind eine siebenköpfige, biracial Familie, die in einem hübschen kleinen Sandsteinhaus im New Yorker Stadtteil Harlem lebt. Kurz vor Weihnachten jedoch erfahren sie von ihrem Vermieter, einem eher unangenehmen Zeitgenossen – Mr. Biederman – dass dieser beschlossen hat, ihren Mietvertrag nicht zu verlängern. Die Familie steht also kurz vor einem Rausschmiss. Ein absoluter Albraum, haben sie das Haus in den letzten sechs Jahren doch unglaublich lieb gewonnen. Die fünf Kinder, Isa und Jessie, Zwillingsmädchen, Oliver, dem einzigen Jungen, Hyacinth und Laney, schmieden sofort Pläne, wie sie Mr. Beiderman eventuell doch noch davon überzeugen können, den Mietvertrag zu verlängern. Heilig Abend jedoch rückt immer näher und eine mögliche Verlängerung des Mietvertrages rückt in immer weitere Ferne.

Emotional, herzerwärmend, charmant, humorvoll, fesselnd, tiefgründig, divers – das sind nur ein paar wenige Adjektive, mit denen sich dieses wunderhübsche Büchlein ganz wunderbar beschreiben lässt. Dieses Buch ist der absolute Beweis dafür, dass immer häufiger auftretende Wünsche der Leser für mehr Diversity in Büchern, erfüllt werden können, ohne das Rad neu zu erfinden. Dieses Buch vermittelt keine politische Message, vielmehr ist es einfach eine großartige und wunderschöne Geschichte, in der die Charaktere zufällig eben mal nicht weiß sind. Auch wenn ich die Qualität eines Buches nicht unbedingt davon abhängig mache, ob die Protagonisten ausschließlich weiß sind oder Autoren sich dann doch mal der  eher realitätsnahen Vielfalt bedienen, schätze ich es sehr, wenn ein Autor bzw. ein Buch es schafft, die Nachfrage nach mehr Diversity in Büchern zu befriedigen, ohne dass es in einer politischen Lektion endet, was natürlich nicht heißen soll, dass ich solche Bücher nicht lese/mag/empfehle. Ganz im Gegenteil. Diejenigen, die meinem Blog schon länger folgen, wissen, dass ich gerade auf Diversity in Büchern sehr viel Wert lege. Allerdings feiere ich Autoren dafür, wenn sie Diversity ganz einfach selbstverständlich in ihre Geschichten einfließen lassen; wenn sie genau das zur Normalität werden lassen, was ja auch im wahren Leben der Fall ist. Und genau das hat Karina Yan Glaser mit The Vanderbeekers of 141st Street geschafft. Ursprünglich geschrieben für Kinder, ist dieses Buch ebenfalls sehr empfehlenswert für Erwachsene, die sich einfach nur verzaubern lassen möchten.

“Until one has loved an animal, a part of one’s soul remains unawakened.’” Hyacinth looked up at her father. “What does that mean, Papa?” “It means that animals make our hearts happy in a very special way. A French man named Anatole France said that a long time ago.”

Das Setting ist einfach absolut großartig. Die Geschichte spielt im New Yorker Stadtteil Harlem, einem Ort, den die Autorin sehr gut kennt, was dem Leser gleich nach den ersten Seiten klar wird, so wunderbar und detailgetreu beschreibt die Autorin die Ortschaften, wie zum Beispiel das Sandsteinhaus, in dem die Familie lebt, die gesamte Nachbarschaft, das College, die kleine Bäckerei, zu der die Vanderbeekers oft gehen, um sich Gebäck zu kaufen. Alles wirkte so unglaublich familiär. Wie der Zufall es so will, habe auch ich meinen letzten New York Aufenthalt in einem kleinen Apartment in Harlem verbracht, gar nicht weit entfernt von der 141ten Straße. Doch nicht nur aufgrund meines erst kürzlich stattgefundenen Besuchs in New York konnte ich mir alles wunderbar bildhaft vorstellen, auch aufgrund der Beschreibungen der Autorin. Die Nachbarschaft wirkte wie eine große, glückliche Familie, wodurch man als Leser definitiv ein Gefühl dafür bekommt, warum diese Gegend so unglaublich wichtig für die Familie Vanderbeeker ist und weshalb die Kinder so an diesem Haus und der gesamten Nachbarschaft hängen.

Der Vermieter, Mr. Beiderman, nimmt in dieser Geschichte ein wenig die Rolle des alten Scrooge ein. Er ist unfreundlich und abweisend, lässt Niemanden an sich heran und ist lieber alleine, statt in Gesellschaft anderer. Er ist ein glaubwürdiger Antagonist mit einem großen Geheimnis und verleiht der Geschichte die richtige Würze und genau die richtige Menge an Familiendrama. Auch die letztendliche Auflösung, weshalb der Mietvertrag von Mr. Beiderman nicht verlängert wurde, war meiner Meinung nach nicht nur angemessen und gut umgesetzt, sondern auch sehr realitätsnah und dazu auch noch unglaublich herzzerreißend, mal ganz außer Acht lassend, dass Mr. Beiderman hier sicherlich gegen diverse Gesetze und Vorschriften verstoßen hat. Doch das ist meines Empfinden nach hier nicht Thema, sondern mehr die Menschlichkeit, ebenso der Zusammenhalt der Familie und die wiedergefundene Lebensfreude.

Dieses Buch fühlt sich an wie ein Klassiker und ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass es irgendwann tatsächlich auch zu einem Weihnachtsklassiker wird.

Dieses Buch gibt dem Leser ein unglaublich gutes Gefühl. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch berührt hat. Es berührt Herz und Seele, geht bis ins Mark und trifft einen mitten ins Herz. Es ist eine Liebesgeschichte zwischen Buch und Leser, die sich während des Lesens hier abspielt. Dieses Buch hinterlässt ein wohlig warmes Gefühl, tief im Herzen, und macht einfach glücklich, trotz der Tränen, die man hier und da mal vergießt. Das Buch strotzt nur so vor Emotionen. Dieses Buch hat alles, was eine wundervolle Weihnachtsgeschichte braucht, die nicht nur Weihnachtsstimmung verbreitet, sondern auch auf die Wichtigkeit von Familie und Freunden abstellt und gleichzeitig so viel Hoffnung versprüht, dass man am Ende des Buches jemanden umarmen möchte, weil man plötzlich so viel Liebe im Herzen trägt, dass man sie unbedingt mit jemandem teilen möchte.

“It takes a super brave person to be as generous as you are, Hyacinth. Not many people ae brave enough to be so loving”

The Vanderbeekers of 141st Street ist eines der wunderschönsten Weihnachtsbücher, die ich jemals in meinem Leben gelesen habe. Es ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch tiefgründig – es berührt einen nicht nur, es regt auch zum Nachdenken an. Diese Geschichte verteilt so unglaublich viel Liebe, dass man gar nicht weiß, wohin mit all diesen Gefühlen.

Ich habe gelacht und geweint, ich war wütend, glücklich und traurig – ich habe mich mit der Familie gefreut und ebenso über Dinge geärgert. In diesem Buch wird Familie ganz groß geschrieben. Ich würde nicht einmal behaupten, dass es zwingend nur um Weihnachten geht, um ein kleines Weihnachtswunder ja, aber vor allen Dingen geht es um Familie, um Liebe und um verlorene Lebensfreude, die man mit Hilfe anderer Menschen wieder findet.

Die Charaktere runden die Geschichte ab, machen sie zu einem ganz wundervollen Leseerlebnis. Wenn es doch auch im wahren Leben mehr Menschen gäbe wie die Vanderbeekers, ich denke unsere Welt wäre um einiges besser dran.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Auf jeden Fall. Ich kann es gar nicht oft genug sagen. Dieses Buch hat es auf die Liste meiner Highlights 2018 geschafft und definitiv auch auf die Liste meiner absoluten Lieblingsbücher und der wunderschönsten Weihnachtsbücher, die ich jemals gelesen habe. Wie ihr seht, hat es das Buch auf sehr viele meiner Listen geschafft und erhält somit eine klare Leseempfehlung von mir. Wenn ihr Weihnachtsgeschichten mögt, viel Wert auf Familie legt und nichts gegen ein kleines Weihnachtswunder habt, dann seid ihr bei diesem Buch an der absolut richtigen Adresse.

TIPP: Bei dem Buch handelt es sich um ein Middle Grade Buch bzw. um ein Kinderbuch, sprachlich gesehen ist die Geschichte also nicht sonderlich anspruchsvoll und sollte von daher auch von denjenigen gut zu verstehen sein, die nicht fließend Englisch sprechen.

 

INFOS ZUM BUCH?

Autor: Karina Yan Glaser
Titel: The Vanderbeekers of 141st Street
Verlag: HMH Books for Young Readers
Seiten: 297
Erscheinungsdatum: 03. Oktober 2018
Preis: 10,50 [D]

 

KATEGORIE

[Die Erklärung zu meinen Bewertungs-Kategorien kannst du HIER nachlesen.]

 

WEITERE REZENSENTEN

[Solltest du ebenfalls eine Rezension zu diesem Titel verfasst haben, lasse mir gerne den Link dazu in den Kommentaren da.]

 

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10 Cover
10 Handlung
10 Charaktere
10 Weihnachtsfeeling
10 Setting
10 Diversity
10 Suchtfaktor
10
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