Rezension: To All The Boys I’ve Loved Before – Jenny Han

 

Inhalt/Klappentext:

Lara Jeans Liebesleben verlief bisher eher unauffällig. Nicht, dass es ihr an Herz oder Phantasie mangelte. Im Gegenteil, Liebeskummer hatte sie schon oft, und unsterblich verliebt war sie auch schon. Einmal sogar in den Freund ihrer großen Schwester. Klar, dass sie das keinem anvertrauen kann. Außer ihrer Hutschachtel. Denn um sich ihrer Gefühle klar zu werden, schreibt Lara Jean jedes Mal einen Abschieds-Liebesbrief, in dem sie so richtig ihr Herz ausschüttet, und legt ihn dort hinein. Diese fünf Briefe sind ein streng gehütetes Geheimnis. Bis zu dem Tag, an dem auf mysteriöse Weise jeder Brief seinen Empfänger erreicht und Lara Jeans rein imaginäres Liebesleben völlig außer Kontrolle gerät …


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Die Rezension enthält Spoiler!

Bereits im Jahre 2014 ist dieses Buch im Original erschienen. Seither lag es auf meinem SUB und wartete darauf, von mir gelesen zu werden. Doch wie das Leben nun mal so spielt, kamen mir immer wieder andere Bücher dazwischen und irgenwie habe ich dieses gute Stück dann völlig aus den Augen verloren. Bis dann plötzlich wieder mehr Bookstagramer und Blogger anfingen, Fotos von dem Buch zu posten, was offenbar hauptsächlich der Tatsache geschuldet ist, dass im August die Buchverfilmung dazu raus kommt und alle das Buch noch unbedingt vorher lesen wollten. So auch ich. Jetzt, wo ich das Buch endlich gelesen habe, bereue ich es, nicht schon früher zu diesem Schmuckstück gegriffen zu haben.

POSITIV

Es gibt diese Bücher, die einen einfach glücklich machen. Sie verleihen einem dieses wunderbar leichte und angenehme Gefühl und man kann gar nicht aufhören, vor sich hin zu grinsen und das Buch immer mal wieder glücklich gegen die Brust zu pressen; es förmlich, zu umarmen. To All the Boys I’ve Loved Before von Jenny Han ist eines dieser Bücher. Contemporary gehört mit zu meinen liebsten Genres; immer wieder bin ich auf der Suche nach Büchern aus diesem Genre, die leicht und fluffig sind, aber dennoch real, auch ernste Themen ansprechen/behandeln und die sich einfach gut anfühlen; ein Buch, das einen mit einem glücklichen und guten Gefühl zurück lässt. Mit diesem zuckersüßen Roman von Jenny Han bin ich endlich fündig geworden.

“Love is scary: it changes; it can go away. That’s the part of the risk. I don’t want to be scared anymore.”

Selten habe ich ein Buch aus diesem Genre gelesen, dass so realistisch war. Ich fühlte mich gleich zurück katapultiert in meine eigene Jugend, in meine Pubertät und dachte mir nur so “Hey, so war das damals wirklich alles” oder “Genauso habe ich mich auch gefühlt.” Weder die Geschichte, noch die Charkatere und schon gar nicht die Dialoge wirkten irgendwie gekünselt oder over the top, sondern schlicht weg real und lebensecht.

Lara Jean ist eine Protagonistin, wie man sie nur selten in Büchern findet. Sie ist unglaublich erfrischend, mit Ecken und Kanten. Sie ist gut erzogen, sie ist – trotz des Schicksalsschlags, den sie bereits in jungen Jahren erleiden musste oder vielleicht auch gerade deswegen – in einem sehr harmonischen Umfeld aufgewachsen. Sie ist manchmal zwar noch naiv und gutgläubig, aber von Seite zu Seite entwickelt sie sich weiter. Man entwickelt sich förmlich mit ihr weiter und es ist so wunderbar, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Das teilweise unbeholfene, unwissende und naive junge Mädchen entwickelt sich zu einer immer selbstbewussteren jungen Frau, die an sich selbst wächst und die Tag für Tag dazu lernt, auch, dass das Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Doch es ist nicht nur ihr Charakter, der mich beeindruckt hat. Auch ihre beiden Schwestern Margot und Kitty haben sich während der ersten paar Seiten in mein Herz geschlichen. Selten habe ich in einem anderen Jugendbuch so viel Zusammenhalt zwischen Geschwistern erlebt. Natürlich streiten sich die Song Schwestern auch mal, doch egal was kommt, sie stehen all das gemeinsam durch. Sie halten immer zusammen und stehen füreinander ein.

Die Liebe zwischen Geschwistern, der Zusammenhalt einer Familie ist ein ganz großes Thema und ich habe es geliebt. Es war so erfrischend anders, so herzlich und wunderschön. Wer allerdings glaubt, diese Familie wäre perfekt, der täuscht sich. Geschwister streiten sich, haben Probleme, ärgern und necken sind … so auch die Song Schwestern. Allerdings zeigen sie uns immer wieder, wie wichtig Familie ist, dass wir eben nur eine Familie haben und das man alles schaffen kann, wenn man nur zusammen arbeitet und zusammen hält.

Auch die Herren der Schöpfung haben es mir wirklich angetan. Egal ob Josh oder Peter, beide sind nicht die typischen Jungs, denen man sonst so in Jugendbüchern begegnet. Auch sie haben ihre Ecken und Kanten und machen auch ganz speziell die Lovestory zu etwas anderem; zu etwas Besonderem.

Was mir ganz besonders gut gefallen hat? Zwei Dinge! Erstens, Lara Jean bekommt nicht den Traumprinzen. Wir kennen es alle, die Protagonistin ist von Anfang an in diesen einen Typen verliebt, der sie aber kaum beachtet. Am Ende hat sich die Geschichte so weit entwickelt, dass sie mit genau diesem Traumtypen zusammen kommt. Nicht hier. Zwar schwärmt sie für besagten Traumtyp, merkt dabei aber erst nicht, dass er gar nicht ihr Traumtyp ist, sondern bloß irgendein Traumtyp, während ihr persönlicher Traumtyp die ganze Zeit vor ihren Augen war. Es läuft eben nicht immer alles nach Plan; nicht immer so, wie man es sich vorgestellt oder gar gewünscht hat, doch dies bedeutet nicht, dass das schlussendliche Resultat schlechter ist. Manchmal kommt es am Ende sogar besser, als man es sich jemals erträumt hatte.

Statt die Handlung also so verlaufen zu lassen, wie es in anderen Liebesromanen der Fall wäre, führt dieses Buch bewusst und gewollt Klischees herbei, die am Ende allerdings ganz anders ausgehen, als man womöglich erwartet hätte. Ich bin oft sehr genervt von Klischees, besonders wenn sich eines an das nächste reiht, weil es meist den Anschein erweckt, als wäre den Autoren womöglich nichts Besseres eingefallen oder als wöllten sie bloß an andere Erfolgsromane anknüpfen, weil diese immerhin auch mit Klischees ganz wunderbar funktioniert haben. Dabei ist es doch so viel spannender und interessanter, die Klischees mal ganz gegensätzlich zu nutzen. Dies wiederum entspricht immerhin dem wahren Leben, denn es läuft fast nie etwas so, wie man es gerne hätte. Von einer kitschigen Liebesgeschichte sind wir hier wirklich weit entfernt und genau das ist es, was mich so begeistern konnte. Es ist einfach bloß richtig schön romantisch, ohne kitschig zu sein denn ja, das geht definitiv auch.

Ebenfalls hat mir gefallen, dass Lara Jean schon vorher diversen Jungs hinterher gelaufen ist, in die sie verliebt war, die ihre Gefühle allerdings offensichtlich nicht erwiderten. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich natürlich nicht, wenn jemand unglücklich verliebt ist, dennoch ist es in anderen Jugendliebesromanen in 90 % der Fälle so, dass das Mädchen schon seit sie denken kann in diesen einen Typen verliebt ist und diesen auch am Ende bekommt, oder aber sie war noch nie verliebt … Als Teenager ist man so oft verliebt, oder schwärmt zumindest für jemanden. Ich war mit 16 so oft verliebt und habe ständig für irgendjemanden geschwärmt. All das ist einfach so viel realistischer und ermöglicht es dem Leser, sich so viel besser mit den Figuren zu identifizieren, denn darum geht es doch auch letztendlich oder?

“Life doesn’t have to be so planned. Just roll with it and let it happen.”

Ebenfalls wird Rassismus thematisiert. Lara Jean ist ein koreanisches Mädchen, das uns aufzeigt, dass es nicht immer leicht ist “anders” zu sein. Zum Beispiel wird sie immer zu Halloween gefragt, wenn sie sich verkleidet, ob sie eine Anime Figur darstellt, da offenbar nach herrschender Meinung Asiaten sich nur als Anime Figur verkleiden können. (Was natürlich absolut Schwachsinn ist) Diese doch ernste Thematik (auch Homosexualität wird kurz thematisiert) wird mit einer solchen Leichtigkeit angesprochen, dass es nicht bedrückend wirkt. Es ist schwer zu erklären, aber obwohl diese Themen nur hier und da mal angesprochen wurden, sind gerade diese Situationen und Zitate in meinem Kopf hängen geblieben.

Im Grunde würde ich fast so weit gehen zu behaupten, dass es sich hierbei nicht zwingend um eine reine Liebesgeschichte handelt. In dem Buch geht es um Loyalität und Zusammenhalt in der Familie, es geht – natürlich – um Liebe, aber hauptsächlich doch um Selbstfindung. Wir begleiten Lara Jean auf ihrem Weg der Selbstfindung; beobachten sie dabei, wie sie an sich selbst wächst und sich weiter entwickelt.

NEGATIV

Vielleicht würde ich es nicht unbedingt als negativ bezeichnen, doch teilweise ist die Handlung wirklich sehr vorhersehbar. Man hat das Gefühl einfach zu wissen, was als nächstes passiert. Da meiner Meinung nach allerdings nicht unbedingt der Plot im Vordergrund steht, konnte ich darüber hinweg sehen.

Ebenfalls geärgert hat mich dieser gemeine Cliffhanger am Ende des Buches. Eigentlich ist es ja gar kein Ende, im Prinzip geht die Geschichte ja erst jetzt richtig los … dieses Buch war eine Art Vorspiel (darf man das sagen? haha) und jetzt will man natürlich wissen, wie es weiter geht. Ich saß gestern einfach da, mit dem Buch in der Hand und habe mich verflucht dafür, dass ich den zweiten und dritten Teil noch nicht zu Hause im Regal stehen habe. Das habe ich natürlich sofort geändert und die Bücher sofort bestellt, denn ich muss einfach wissen wie es weiter geht. Ich kann dieses Ende nicht einfach so stehen lassen.

LOHNT SICH DAS BUCH?

JA JA JA und noch mal JA! Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich dieses Buch liebe, wie verliebt ich in Lara Jean bin, in Kitty, in Peter – in einfach all die wunderbaren Charaktere. Das Buch ist so viel mehr als bloß eine plumpe Liebesgeschichte, die wir alle schon an die tausend Mal gelesen haben. Das Buch ist tiefgründig und doch unglaublich leicht. Man fühlt sich, als würde man auf Wolken gehen; als würde man sein Gesicht in eine riesige Portion Zuckerwatte tauchen. Es ist ein absolutes Wohlfühlbuch, dessen Charme man einfach nicht entkommen kann.

 

INFOS ZUM BUCH

Autor: Jenny Han
Titel: To All The Boys I’ve Loved Before
Verlag: Penerbit Spring
Deutscher Verlag: Hanser Literaturverlage
Seiten: 352 (deutsche Version)
Erscheinungsdatum: 25. Juli 2016
Preis: 16,00 [D] | 16,50 [AU]
Buch beim Verlag: KLICK

 

KATEGORIE

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10 Cover
8 Handlung
9 Charaktere
9 Setting
9 Lovestory
10 Suchtfaktor
9.2
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5 Comments

  • “Es ist ein absolutes Wohlfühlbuch, dessen Charme man einfach nicht entkommen kann.”

    Liebe Ivy,
    ich finde das Fazit beschreibt das Buch wirklich gut!
    Mir haben Band 1+2 richtig gut gefallen, ich hatte sie als Hörbuch gehört. Somit sollte ich bald mal mit Teil 3 weitermachen..
    Dir wünsche ich weiterhin super viel Freude, nach dem Vorspiel (haha) und hoffe, dass dir die Fortsetzungen auch so gut gefallen!

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Liebe Nicci,

      danke dir vielmals. Ich habe gestern noch direkt mit Teil 2 begonnen und hach, es ist einfach so eine tolle Reihe, so richtig schön zum Dahinschmelzen <3 Ich wünsche dir ganz viel Freude mit dem dritten Band, solltest du es bald lesen!

      Liebste Grüße
      Ivy

  • Liebe Ivy,

    soeben habe ich die letzte Seite verschlungen und bin sehr begeistert von der Geschichte. Die träumerische Art von Lara Jean hat mir sehr gut gefallen und in einigem habe auch ich mich wiedergefunden.
    Wie du schon sagst, viele Entwicklungen konnte man schon erahnen, aber das hat mich absolut nicht gestört. Ich habe es einfach genossen Lara Jean zu begleiten und ihre verrückte Gefühlswelt kennenlernen zu können.
    Der zweite Band ist auch schon auf meine Wunschliste gewandert <3

    Liebste Grüße Jenny

    • Liebe Jenny,

      awww es freut mich immer so sehr, wenn andere Leser dieselben Bücher lieben, wie ich hihi Ich habe diese Reihe total verschlungen, ein Buch pro Tag. Es ist einfach so eine zuckersüße Geschichte! Und ich freue mich riesig auf den Film.

      Ich hoffe dir werden die Folgebände auch so gut gefallen 🙂

      Liebste Grüße
      Ivy

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