Rezension: Wintermärchen in Virgin River – Robyn Carr

Inhalt/Klappentext:

Weihnachten ist das Fest der Vergebung, des Neuanfangs, und der Liebe.Wer kann das sein? Ian Buchanan erwartet keinen Besuch. Er hat sich in das kleine Dörfchen Virgin River zurückgezogen, um alleine zu sein. Nie wird er sich verzeihen, dass er seinen schwerverletzten Freund gerettet und ihm damit drei schmerzvolle Jahre bis zum Tod beschert hat. Doch die junge Witwe, die kurz vor Weihnachten vor seiner Tür steht, scheint fest entschlossen, ihm für diese Tat zu danken. Ian hat das Gefühl, dass Marcie Sullivan ihm direkt bis in die Seele schauen kann. Da sieht sie seinen Schmerz, aber auch den Wunsch, Vergebung zu erfahren. Kann er mit ihr zusammen wirklich lernen, die Geister der Vergangenheit zu bannen und wieder glücklich zu werden?


Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein kostenfreies Rezensionsexemplar. Das Buch wurde von mir selbst gekauft.


Erstmals aufmerksam auf die Virgin River Reihe von Robyn Carr wurde ich Anfang 2012, auf Empfehlung hin von einer Bloggerin. Gelesen habe ich es sodann im März 2012 und war so begeistert, dass ich gleich mit den Folgebänden weitergemacht habe. Tatsächlich kann ich mich nicht mehr daran erinnern, bei welchem Teil ich gestoppt habe. Komplett gelesen habe ich die Reihe bisher nämlich noch nicht. Für mich stellte dieser Teil jedenfalls ein Reread dar, da ich bis heute allerdings noch keine Rezension zu dem Buch verfasst habe, dachte ich, wieso nicht?

Warum ich ein Buch rereade, obwohl doch so viele neue, ungelesene Bücher noch auf meinem SUB liegen? Nun, ich hatte Lust auf ein winterliches Weihnachtsbuch und nachdem auf Netflix nun die Serienverfilmung zu der Buchreihe gestartet ist und der Hype – zumindest auf Instagram – um die Serie doch recht groß war, bekam ich augenblicklich Lust auf einen Reread, hatten mich die Bücher seinerzeit wirklich wahnsinnig berührt und begeistert. Also nahm ich das Lesen der Reihe wieder auf und was soll ich sagen? Ich bereue den Reread keineswegs!

Vorweg sei gesagt, dass, wie bei vielen anderen Romance Reihen auch, der Fokus in jedem Buch auf anderen Protagonisten liegt. In diesem Buch geht es um Marcie Sullivan, eine junge Witwe, und den ehemaligen Marine Ian Buchanan. Marcie verlor erst kürzlich ihren Ehemann, der vor einigen Jahren im Iran schwer verletzt wurde. Ian Buchanan war mit Marcies Ehemann Bobby im Irak und nicht nur sein Sergeant, sondern auch sein bester Freund. Er war es auch, der Bobby nach dem feindlichen Beschuss in Sicherheit gebracht hatte. Obwohl Bobby sich dennoch nie von seinen Verletzungen erholt hat und drei Jahre später starb, so war Marcie dennoch unglaublich dankbar dafür, dass Ian ihr diese drei Jahre mit ihrem Mann ermöglicht hat. Aus diesem Grund versucht sie, nach Bobby’s Tod, Ian zu finden, um ihm zu danken. Das Problem ist nur, dass Ian nie mit dem Gedanken fertig wurde, Bobby und Marcies Leben ruiniert zu haben, indem er ihn rettete und zu einem Pflegefall machte. Aus diesem Grund beschloss Ian, aus dem Leben auszusteigen und verabschiedete sich auf einen Berggipfel inmitten der Natur in der Nähe der kalifornischen Kleinstadt Virgin River.

So wie es auch bei den anderen Virgin River Romane der Fall ist, liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf der Romanze zwischen zwei Menschen, die zueinander finden. Auch wenn der Fokus bei jedem Teil auf anderen Protagonisten liegt, treffen wir immer wieder auf altbekannte Gesichter, was mir persönlich an dieser Art von Reihen immer ganz besonders gut gefällt. Ich mag es, wenn die Charaktere aus den vorherigen Büchern, zu denen man bereits eine Bindung aufgebaut hat, nicht völlig von der Bildfläche verschwinden, sondern wenn auch deren Geschichten weiter gestrickt werden. Vielleicht nicht mehr so intensiv wie zuvor, doch immerhin geraten sie nicht in Vergessenheit und sind trotz allem noch immer Teil der Geschichte.

Die Romanze ging sehr langsam voran, was mir gefallen hat, sehr sogar. Ich bin einfach kein Fan davon, wenn zwei Menschen sich begegnen und es keine 24 Stunden dauert, bis sie sich die große Liebe schwören. Ich mag es, wenn ich als Leserin ein wenig zappeln gelassen werde. Doch in diesem Fall ist es auch nicht sonderlich überraschend, dass die Romanze zwischen Marcie und Ian ein wenig auf sich warten lässt, immerhin haben sie beide mit großen Verlusten, Ängsten und Problemen zu kämpfen, die jeder von ihnen beiden auf seine/ihre ganz eigene Art und Weise versucht, zu lösen. Dass ihnen das Beisammensein am Ende jedoch am meisten hilft, damit hätte vermutlich am Anfang niemand von ihnen gerechnet. Ich mochte die Art und Weise, wie die Autorin hier mit dem Thema Tod und Verlust umgeht. Sie zeigt anhand der Reaktionen und des Verhalten der Protagonisten, dass es mit unter sehr lange dauern kann, bis man einen solchen Verlust verarbeitet hat.

Ich empfand es als wahnsinnig rührend, zu sehen, wie die beiden langsam eine Verbindung zueinander aufbauen und wie sie sich gegenseitig Kraft geben. Gerade die Entwicklung von Ian hat mir hier ganz besonders gut gefallen. Mit Marcie hatte ich hier und da ein paar Probleme, da ich sie teilweise einfach wahnsinnig nervig fand, doch Ian mochte ich sehr – von der ersten bis zur letzten Seite. Außerdem hat mir die Beziehung zwischen den beiden ultimative Schöne und das Biest Vibes gegeben. Man nehme einen „heruntergekommenen“ Mann, der schon fast mit dem Leben abgeschlossen hat und sich in die Wälder zurückzieht, wo er in einer alten, kleinen Hütte lebt, ohne fließendes Wasser, ohne Badezimmer, ohne Strom, ohne alles … – man fühlte sich in seiner Hütte regelrecht zurückversetzt in ein früheres Jahrhundert – und eine hübsche junge Frau aus der Stadt, die sich erst einmal bei ihm einquartiert und ziemlich viel Unruhe stiftet.

Die Emotionen waren wirklich ganz wunderbar beschrieben, so wie ich es auch von ihren anderen Büchern gewohnt bin und die Geschichte hat mich wirklich teilweise zu Tränen gerührt. Die Liebesszenen haben mir auch, bis auf ein paar winzige Aspekte, wirklich gut gefallen. Ich mag es einfach nicht, wenn zwei Menschen, die vorher so vorsichtig und scheu miteinander umgegangen sind, plötzlich, nachdem der erste Kuss passiert ist, wie zwei rammelnde Karnickel aufeinander los gehen und sich während dem Akt alle möglichen Dinge zurufen. Das ruiniert für mich nicht nur die Szene, sondern auch der Moment und die Stimmung, da es die ganze zuvor aufgebaute Spannung irgendwie zunichte macht. Als wäre ab dem Moment des Kusses die ganze Scheu und all das, was war, vergessen. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber mich stört so etwas einfach immer, weshalb es nicht selten vorkommt, dass ich solche Szenen einfach überfliege.

Mein absolutes Highlight an diesen Büchern ist allerdings die Stadt selbst, Virgin River. Ich liebe es einfach, wenn Geschichten in Kleinstädten spielen und Robyn Carr schafft es einfach immer wieder, eine ganz wunderbare Atmosphäre rund um diese gemütliche Kleinstadt zu schaffen. Aber auch ansonsten hat mir das Setting wieder ganz wunderbar gefallen, insbesondere Ians Hütte mitten in den Bergen, fernab von allem, umgeben von wunderschöner Natur. Das Ganze dann natürlich noch in Verbindung mit Winter und weihnachtlicher Stimmung ergibt dies in meinen Augen das perfekte Buch, um es einkuschelt auf dem Sofa zu lesen.

Das Ende hat mir auch wahnsinnig gut gefallen. Es war einfach herzerwärmend und wahnsinnig romantisch und ich hätte wirklich nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn das Buch noch ein paar Seiten länger gewesen wäre, um noch ein wenig länger im weihnachtlichen Virgin River verweilen zu können.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Das Buch lohnt sich meiner Meinung nach nicht nur für Leser, die bereits an anderen Virgin River Romanen ihre Freude hatten, sondern definitiv auch für solche Leser, die eventuell mit dieser Reihe beginnen möchten. Das Tolle an diesem Buch ist nämlich, dass es zwischen zwei Bänden spielt und mit der eigentlichen Reihe so gesehen nichts zu tun hat, mithin auch unabhängig von allen anderen Büchern gelesen werden kann. Ebenso kann ich das Buch all denjenigen Lesern empfehlen, die eine Schwäche für Liebesgeschichten, weihnachtliche Atmosphäre und Kleinstädte haben. Ich habe das Buch wahnsinnig genossen!

INFOS ZUM BUCH

Autor: Robyn Carr
Titel: Wintermärchen in Virgin River
Verlag: MIRA Taschenbuch
Seiten: 336
Erscheinungsdatum: 09. Oktober 2017
Preis: 9,99 [D]


KATEGORIE

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WEITERE REZENSENTEN

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