Rezension: Your Name – Makoto Shinkai

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Eine wunderbar emotionale Liebesgeschichte, durch Zeit und Raum, die vor Leidenschaft strotz und einen den Glauben an die wahre Liebe wiederfinden lässt.

 

Mitsuha lebt in einem Dorf in den Bergen, sehnt sich aber nach einem aufregenden Leben in der Stadt. So sehr, dass sie eines Nachts sogar beginnt davon zu träumen: Im Schlaf ist sie Taki, ein Junge aus der Metropole Tokio. Als aus dem Traum plötzlich Realität wird und Mitsuha in Takis Körper aufwacht, ist sie vollkommen verwirrt. Wer ist dieser Junge? Was macht sie in seinem Körper? Und vor allem: Wie kann sie das wieder umkehren?

[Quelle: www.egmont-manga.de]

REZENSION KANN SPOILER ENTHALTEN

2018, das Jahr, in dem ich mir vorgenommen habe, auch lesetechnisch meinen Horizont zu erweitern; in dem ich meine Komfortzone noch ein Stückchen mehr verlassen und mich Büchern und Werken widmen möchte, die eben nicht in mein gewöhnliches Beuteschema fallen. Mein erster Schritt in diese Richtung? Auf Empfehlung einer guten Freundin habe ich mir Your Name von Makoto Shinkai gekauft, ein Buch, das eigentlich ein Manga ist, dann auch zum Anime Film und letztendlich auch in Form eines Romans niedergeschrieben wurde. Froh drum, dass es diese Geschichte auch als Roman gibt, habe ich mich gleich in diese neue Welt; in dieses neue Abenteuer gestürzt, das mich auf eine Art und Weise berührt hat, wie ich es gar nicht so recht beschreiben kann, schon gar nicht, nachdem ich nun auch den Film gesehen habe.

Your Name ist eine Geschichte, bei der es sich zu weinen lohnt. Sie trifft mitten ins Herz und lässt einen so schnell nicht mehr los.

2018 hat gerade begonnen und doch habe ich schon drei absolute Buchhighlights gefunden. Your Name ist eines davon und wieso, das möchte ich nun versuchen, in Worte zu fassen.

POSITIV

So verwirrend die Geschichte im ersten Moment auch erscheinen mag, ist sie unfassbar mächtig, beeindruckend, emotional. Man wird hineingeworfen in diese Geschichte, in diese Leben und wird förmlich verschluckt. Man wird mit gerissen, man wird entführt in diese Welt, in diese Geschichte und wird Teil davon. Anfangs zwar noch gewöhnungsbedürftig, ist sie doch ebenso genial.

Das Buch ist unglaublich leicht geschrieben, man fliegt förmlich durch die Seiten; fliegt durch diese Geschichte und saugt jedes Wort förmlich auf. Man lernt die Charaktere auf eine Weise kennen, wie es in einem normalen Roman niemals der Fall ist. Man wird mitgerissen von dieser bombastischen Welle, der man nicht entkommen kann, egal wie schnell man auch läuft.

Man baut umgehend eine Verbindung zu den Charakteren auf, lacht mit ihnen, fühlt mit ihnen, lebt ihre Leben.

Zeitreisen ist eine Thematik, die mich schon immer sehr interessiert hat und spätestens seit Freaky Friday mag ich auch Geschichten über Figuren, die den Körper tauschen, total gerne, können sie nicht nur unglaublich humorvoll und unterhaltsam sein, sondern auch absolut spannend mit einer Tragweite von Geschehnissen, die man kaum abschätzen kann. Man verliert die Kontrolle über den eigenen Körper, während man das Leben eines anderen lebt. So erging es nicht nur den beiden Hauptfiguren Taki und Mitsuha, sondern auch mir als Leser, tauschte auch ich die Körper mit den beiden Figuren und fand mich in einer Welt wieder, die mir vollkommen unbekannt und neu war.

Die Thematik ist unglaublich gut umgesetzt, findet man sich trotz der Zeitverschiebung, der Geschehnisse, der unterbrochenen Zeitachsen etc. pp. sehr schnell zurecht und kann sowohl Zeitlinien, Leben als auch Figuren sehr schnell zuordnen.

Und dann gab es da diesen Twist, der mich vollkommen aus der Bahn geworfen und mich emotional so überrumpelt hat, dass ich zumindest für den Bruchteil einer Sekunde nicht mehr wusste, wo mir der Kopf stand.

Was mir unglaublich gut gefallen hat? Das Makoto Shinkai zwei Figuren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die in zwei völlig verschiedenen Welten leben; zwei Individuen, durch diesen magischen Twist zusammenfinden lässt. Ein Zusammensein scheint fast unmöglich und doch ist da dieser Funke Hoffnung, dieser Wille, das Verlangen nacheinander, dass einen nicht ruhen lässt.

Mein Verlangen, endlich herauszufinden, was dieses Etwas ist, das diese beiden auf diese mysteriöse Art und Weise anzieht, wie es auch Magnete tun, hat mich immer wieter getrieben und ehe ich mich versah hatte ich die erste Hälfte des Buches in einem Rutsch gelesen, weil es mir einfach unmöglich war, das Buch zur Seite zu legen. Die Neugierde trieb mich weiter durch die Seiten, immer weiter. Das Tempo der Geschichte war perfekt abgestimmt, nie kam Langeweile auf, oder man fühlte sich überfordert. Man bewegte sich mit ihnen mit, wie auf einer ganz sanften Welle, die einen mit zieht; die einen immer weiter vorantreibt.

Ich liebe es, wenn eine Geschichte mich überraschen kann, wenn sie mich vor Staunen mit offenem Mund zurück lässt und das hat dieses Buch definitiv geschafft, hätte ich niemals mit dieser Wendung, mit diesem Plottwist, gerechnet.

Dieses Buch hat so viele verschiedene Emotionen in mir hervorgerufen. Ich war glücklich und aufgeregt, ich war voller Spannung und dann unglaublich traurig und ängstlich, beinahe panisch.

Eine Tatsache, die mich nicht nur berührt, sondern mich auch zum Nachdenken gebracht hat ist, wie geschickt der Autor unsere Ängste in diesem Buch mit eingeflochten hat, für die einen vielleicht unbemerkt, für mich allerdings waren sie so deutlich, wie nie. Wir Menschen haben vor vielem Angst, vor dem Tod, Ungewissheit – doch was ist mit unseren Erinnerungen? Was passiert, wenn sie verblassen, wie ein Traum? Wenn sie einfach verschwinden. Sind es nicht die Erinnerungen, die uns aus machen? Die uns zu dem Menschen machen, der wir sind? Erinnerungen sind die Überreste unserer Erlebnisse und Erfahrungen. Während die Vergangenheit bereits Vergangenheit ist, ein gestern stattgefundenes Erlebnis bereits vorüber, sind es doch die Erinnerungen an dieses Erlebnis, die das Geschehen wahrhaftig machen und in uns weiterleben lassen. Was, wenn uns diese Erinnerungen genommen werden? Nicht anders geht es Taki und Mitsuha, versuchen sie doch so angestrengt sich zu erinnern, schaffen es aber nicht, weil ihnen diese Erinnerungen genommen wurden, weil sie verblasst sind; kaum noch greifbar; so weit weg wie ein entferntes Echo.

Als Meisterwerk wird diese Geschichte gehandelt; als eines der besten und erfolgreichsten Anime, die jemals geschrieben/auf die große Leinwand gebracht wurden. Ich habe keine Vergleiche, kann daher nicht sagen, wie gut oder schlecht es im Gegensatz zu anderen Animes ist. Dennoch kann ich sagen, dass mich diese Geschichte auf solch intensive Art und Weise emotional berührt hat, dass es mir die Luft zu atmen nahm und Tränen stumm meine Wange hinunter kullerten.

In diesem Buch steckt so viel Kraft und Intensität. Es ist gewaltig – und ja, auch in meinen Augen ein absolutes Meisterwerk.

NEGATIV

Wenn man eben nicht an solche Geschichten gewöhnt ist, dauert es ein paar Seiten, sich an den Schreibstil und die Erzählweise zu gewöhnen, auch an die Dialoge, sind sie doch so völlig anders, als in ganz normalen Romanen. Doch wenn wenn man offen ist für Neues, wenn man nicht zurückschreckt vor etwas, das anders ist, gewöhnt man sich unglaublich schnell daran und lernt, die Geschichte in vollen Zügen zu genießen.

LOHNT SICH DAS BUCH?

Absolut! Für mich ist dieses Buch ein ganz besonderes Leseerlebnis, war es für mich etwas ganz Neues und eröffnete es mir eine verborgene Welt, von der ich mich sonst immerzu ferngehalten hatte. Dieses Buch ist gewaltig und so unfassbar emotional; es trifft mitten ins Herz und lässt einen nicht mehr los; zerrt einen mit wie eine riesige Sturmflut, aus der man nicht entkommen kann. Diese Geschichte überrumpelt einen förmlich. Und wenn man sich völlig auf diese Geschichte einlässt und auch zwischen den Zeilen liest, steht einem ein unfassbar geniales und grandioses Leseerlebnis bevor. Ja. Kaufen! Jetzt!

INFOS ZUM BUCH

Autor: Makoto Shinkai
Titel: Your Name
Verlag: Egmont Manga
Erscheinungsdatum: 05. Oktober 2017
Seiten: 304
Preis: 15,00 [D]

KATEGORIE

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