Stonehenge | Das Tor zur Vergangenheit

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Ich bin jemand der Großstädte liebt. Ich liebe den Trubel, die Hektik, die Hochhäuser und einfach dieses Gefühl „mittendrin“ zu sein und das, obwohl ich eigentlich eine Abneigung gegen zu große Menschenmassen habe.

Als ich kurz vor meinem London Besuch bei meinen Recherchen entdeckte, dass das berühmte Stonehenge nur zwei Stunden außerhalb der Stadt liegt, wusste ich, dass dies nur eine der wenigen Sehenswürdigkeiten ist, die ich unbedingt sehen wollte. Vier Tage London sind nicht gerade sehr viel, schon gar nicht, wenn man einen halben Tag außerhalb der Stadt verbringt und dazu auch noch die meiste Zeit im Auto, dennoch konnte ich nicht widerstehen, machte Gebrauch von dem überaus günstigen Online Angebot (es ist nämlich günstiger, wenn man vorab bucht, statt vor Ort den Eintritt bezahlt) und schwupp, stand uns eine Fahrt auch ins Grüne bevor, trotz Großstadttrip.

Diese mysteriösen Steinkreise aus längst vergangenen Zeiten hatten schon immer eine magische Wirkung auf mich. Als großer Fan von Geschichten über Zeitreisen und Hexen, Naturgeister und Ähnliches faszinierten mich diese Steinkreise schon immer, Stonehenge insbesondere, da Stonehenge einer der berühmtesten Steinkreise der Welt ist.

Bereits am frühen Morgen, da wir unbedingt am Nachmittag noch die Stadt unsicher machen wollten, machten wir uns also mit dem eigenen Auto auf den Weg nach Amesbury, bzw. in die Nähe davon.

Es ist Mitte Januar, es ist kalt und eisig, der Himmel ist grau und das Wetter trüb. Es regnet nicht, doch wenige Schneeflocken rieseln langsam vom Himmel herab. Die Fahrt durch die hügelige Landschaft Südenglands geht dennoch schnell und lässt sich angenehm fahren. Ein paar Hundert Meter, bevor man das Besucherzentrum der Sehenswürdigkeit erreicht, kann man die grauen Steine bereits von der Straße aus sehen. Ein wohlig warmes Gefühl durchströmt mich, als wir die riesigen Felsen passieren. Riesige Felsen, die eigentlich gar nicht so riesig sind, sondern eher etwas größeren Steinbrocken ähneln. Tatsächlich hatte ich mir Stonehenge viel größer vorgestellt.

Man gelangt zu einem Kreisel von dem man auf eine schmale Straße Richtung Besucherzentrum fährt. Von hier aus ist der Steinkreis nicht mehr zu sehen. Der Weg von der eigentlichen Sehenswürdigkeit bis zum Besucherzentrum zieht sich unglaublich, was die Frage aufwirft, wie wir denn jetzt zur Sehenswürdigkeit gelangen. Ein Spaziergang? Gibt es Shuttlebusse? Wir halten auf einem großen Parkplatz, der glücklicherweise gebührenfrei ist. Wir sind eins der ersten Autos, neben uns stehen höchstens noch zwei weitere dort. Wir sind früh an. Es ist kalt und es schneit; der Wind bläst mir die eisige Luft ins Gesicht doch wir sind froh drüber, mit die ersten zu sein. Die Zeit ist knapp im Winter, der Tag nur sehr kurz. Man hat nur wenige Stunden, in denen man Orte und Sehenswürdigkeiten im Hellen besichtigen kann.

Wir machen uns auf den Weg Richtung Besucherzentrum, wo wir unsere Buchungsnummer nennen und kurz darauf unsere Eintrittskarten erhalten. Bevor es in das kleine Stonehenge Museum geht, welches man vor Besichtigung der Steine besuchen sollte, gönnen wir uns einen kleinen Snack. Wir studieren die Pläne, während wir uns das viel zu teure Sandwich einverleiben und machen uns kurz darauf in das direkt gegenübergelegene kleine Museum, das tatsächlich sehr klein ist und nur wenige, dennoch aber interessante Stücke beherbergt. Wir verzichten auf die Audiotour und bestimmen unser Tempo selbst.

Später geht es dann mit einem Shuttlebus, der alle paar Minuten Besucher hin zu Stonehenge und wieder zurück zum Besucherzentrum befördert, zu dem Steinkreis. Da wir eine der ersten Besucher sind, wenn nicht sogar die allerersten, haben wir den Shuttlebus ganz für uns alleine. Wir fahren eine schmale Straße durch Äcker und Weiden bis wir schließlich bereits von Weitem die grauen Steine sehen können. An der Sehenswürdigkeit angekommen werden wir von einem freundlichen Mitarbeiter empfangen, der uns den Weg zum Steinkreis weist. Kurz darauf werden wir von ein paar mit struppigen Krähen begrüßt, die in Abständen von wenigen Minuten immer mal wieder eine Hand voll Futter von einem der Mitarbeiter zugeworfen bekommen.

Da wir (noch) die einzigen hier sind, haben wir Gelegenheit, Stonehenge von allen Seiten zu betrachten und zu fotografieren (auch wenn die trüben Wetterbedingungen nicht gerade die besten für Fotos sind), ohne uns einen Platz vor der Sehenswürdigkeit zu erkämpfen. Wir müssen die Kamera nicht schief, oder zu hoch bzw. zu tief halten, um ein Foto zu schießen, auf dem keine Menschenmengen zu sehen sind. Wir haben Stonehenge, wenn auch bloß für ein paar Minuten, ganz für uns alleine und genießen die Ruhe und diese wahnsinnig mysteriöse und magische Atmosphäre, die der Steinkreis ausstrahlt.

Während ich die Blicke schweifen lasse über die weiten Felder, zurück zu den Krähen und den hohen Steinkreisen, die von der noch immer tief stehenden Sonne angestrahlt werden, mit dem eiskalten Wind, der mir ins Gesicht bläst, kann ich mir tatsächlich ein bisschen vorstellen, wie es früher einmal hier ausgesehen hat; wieso ausgerechnet an diesem Ort ein solches Bauwerk von Menschenhand geschaffen wurde. Das Gefühl, genau dort zu stehen, gleich neben Stonehenge, einem Bauwerk, dass rund 5.000 Jahre alt ist, verschlägt einem irgendwie die Sprache und für einen kurzen Augenblick auch den Atem. 5.000 Jahre. Wahnsinn, wie lange das her ist. Und wieder wird mir klar, wie kurz unser Leben doch eigentlich ist. Unsere Leben sind bloß ein Wimpernschlag, eine Momentaufnahme des großen Ganzen.

Was wir gelernt haben? Aufgrund einer Schülergruppe, die später irgendwann dazu kam, konnten wir ein paar Wortfetzen dessen mit anhören, was ein Tourguide den Kindern erzählt hatte. Es ist anzunehmen, dass Stonehenge aufgrund der Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen früher als Kalender genutzt wurde und ebenso als Tempel für die Verehrung des Mondes und später auch der Sonne.

Es ist einfach unglaublich spannend, faszinierend und beeindruckend, was bereits vor so vielen Jahren von Menschen geschaffen wurde. Über mehrere Kilometer hinweg wurden die großen Steine hierher befördert und aufgerichtet, ohne irgendwelche Maschinen als Hilfsmittel.

Für mich wurde Stonehenge definitiv zu einem der beeindruckensten Orte, die ich jemals besucht habe und trotz der ohnehin schon kurzen Zeit in London und des nochmals durch diesen Ausflug verloren gegangenen halben Tag, hat sich der Abstecher nach Stonehenge absolut gelohnt.


Was ist Stonehenge?

Stonehenge ist ein in der Jungsteinzeit errichtetes und mindestens bis in die Bronzezeit genutztes Bauwerk in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, England, etwa 13 Kilometer nördlich von Salisbury. Es besteht aus einer Grabenanlage, die von einer aus mehreren konzentrischen Steinkreisen gebildeten Megalithstruktur umgeben ist. Die beiden auffälligsten Steinkreise sind der äußere Kreis aus von Decksteinen überbrückten Pfeilersteinen sowie die innere hufeisenförmige Struktur aus ursprünglich fünf Trilithen (je zwei Tragsteine, die von einem Deckstein überbrückt werden). Dazwischen befinden sich weitere Strukturen aus kleineren Steinen sowie Löchern im Boden. Weitere Megalithe sowie zwei Hügelgräber finden sich in unmittelbarer Nähe.

Über den Zweck dieser aufwendigen Anlage existieren verschiedene sich widersprechende Theorien: Vom Kult- und Versammlungsplatz über eine religiöse Tempelanlage (Axtsymbole, Muttergottheit etc.) und Begräbnisstätte (einzelne Funde) bis zum astronomischen Observatorium, weil einige Linien nach der Sommersonnenwende ausgerichtet sind.

Die gesamte Anlage ist jedoch vermutlich deutlich älter als bisher angenommen. Demnach stand die Megalithstruktur bereits um 3000 v. Chr. Die weiteren Ausführungen im Artikel beziehen sich auf die bisher angenommene Datierung. Neueste Forschungen legen eine mindestens 11.000 Jahre lange Geschichte der Anlage nahe.

Die UNESCO erklärte die Stonehenge, Avebury and Associated Sites, zu denen Stonehenge gehört, im Jahr 1986 zum Weltkulturerbe.

Quelle: www.wikipedia.de


TIPP: Frühes Buchen der Tickets lohnt sich, da diese im Internet oftmals viel günstiger angeboten werden, als vor Ort. Außerdem ist es ratsam, insbesondere wenn man während der Hauptsaison fährt, so früh wie möglich hin zu fahren, damit man nicht überrannt wird von den Menschenmengen. Obwohl wir außerhalb der Hauptsaison dort waren und auch sehr früh an waren, füllte sich die Sehenswürdigkeit nach einer knappen halben Stunde. Reisebusse und Schulgruppen trafen ein und nahmen den riesigen Platz fast für sich alleine ein. Wären wir ein bisschen später gekommen, hätten wir ganz sicher keine einsamen Fotos von diesem wahnsinnig tollen Bauwerk machen können.


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