Strandfeeling am Plattensee

Letztes Jahr war es der Gardasee, der uns bei dieser Hitze auf unserem Roadtrip zumindest für einen Tag ein wenig Abkühlung bescherte. Dieses Mal entschieden wir uns während unseres Aufenthalts in Budapest zu einem Abstecher zum Plattensee. Ungefähr 1,5 Stunden liegt der größte Binnensee Mitteleuropas von Budapest entfernt, also definitiv einen Besuch wert, wenn man ohnehin mit dem Auto unterwegs ist.

Der Football Coach meines Freundes, der aus Ungarn stammt und zur selben Zeit in seiner Heimat Urlaub machte wie wir, empfahl uns den Ferienort Zamárdi, auf der Südseite des Plattensees, gelegen zwischen den Orten Szantód und Siófok. Diese Siedlung erstreckt sich über fast 10 Kilometer entlang des Plattensees und bietet somit unglaublich viel Platz für Badegäste.

Während wir am Gardasee letztes Jahr förmlich von Touristen überrannt wurden bei dem Versuch, ein kleines, freies Plätzchen in der Sonne zu finden, war dieser Teil des Plattensees fast schon leer.

Das Wasser ist unglaublich warm, auf der Südseite häufig flach abfallend und in Ufernähe unglaulich seicht und ruhig, wahrscheinlich nur ein Grund von vielen, weshalb sich hier viele Familien aufhalten; ist das seichte Wasser perfekt geeignet für kleinere Kinder. Man musste schon ziemlich weit raus schwimmen, um als Erwachsener den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Der Boden des Sees besteht aus Sand und durch ein paar Leitern an verschiedenen Stellen wurde einem der Einstieg ins Wasser erleichtert. Es besteht auch die Möglichkeit Tretboot zu fahren und mit Segelschiffen rauszufahren, ein absolutes Badeparadies und das nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Hier gibt es zwar keinen Sandstrand, aber eine Wiese, auf der man es sich gemütlich machen kann. Die WC’s vor Ort werden ständig gereinigt und sind sehr sauber, überhaupt war es dort allgemein sehr sauber und die Badegäste verhielten sich freundlich und respektvoll, nicht nur den anderen Gästen gegenüber, sondern auch der Natur.

Von der Südseite aus hat man auch einen wunderbaren Ausblick auf die Weinberge am Tafelberg und die Ausläufe des Bakony Gebirges.

Diese Abkühlung hatten wir nach den letzten Tagen wirklich nötig und es war schön, einfach ein paar Stunden am See zu entspannen und das kühle Nass zu genießen und sich zwischendurch ein wenig von der Sonne bräunen zu lassen.

Gegen Nachmittag allerdings zog ein Gewitter auf. Der Himmel verdunkelte sich und am Horizont sah man Blitze, die den Himmel hell aufleuchten ließen, gefolgt von lautem Donnergrollen, das die Menge erschaudern ließ. Das Wasser schlug plötzlich Wellen und starker Wind kam auf. Leider mussten wir unseren Badetag daher etwas früher beenden, als ursprünglich gewollt, dennoch war es eine wunderschöne Zeit und auch wenn das Wasser im Gardasee blauer und etwas klarer ist, muss ich sagen, dass mir am Ende doch der Plattensee ein wenig besser gefallen hat. Hauptsächlich deswegen, weil die Strände nicht so überlaufen waren von all den Touristen.

Im Nachhinein bereue ich es etwas, nicht noch mehr Zeit dort verbracht zu haben. Die Umgebung ist wunderschön, die Menschen freundlich, das Essen unglaublich köstlich und das Wetter einfach perfekt, um am See zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen; einfach mal über nichts nachzudenken und abzutauchen in einem guten Buch. Wäre die Fahrt nicht so unglaublich lang, würde ich gleich noch mal hin fahren.

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