Thementage | #LesenGegenRechts – Rassismus im Alltag

Begriffe wie „Flüchtlingspolitik“, „Fremdenhass“ und „Ausländerfeindlichkeit“ sind aufgrund der aktuellen Situation in Deutschland aus den Medien nicht mehr weg zu denken. 

Laut Wikipedia ist Fremdenhass „eine Einstellung, die Menschen aus einem anderen Kulturkreis, aus einem anderen Volk, aus einer anderen Region oder aus einer anderen Gemeinde aggressiv ablehnt. Begründet wird die Ablehnung mit sozialen, religiösen, ökonomischen, kulturellen oder sprachlichen Unterschieden. In diesen Unterschieden wird eine Bedrohung gesehen. Fremdenfeindlichkeit ist oft eine Erscheinungsform von Nationalismus, Rassismus oder Regionalismus. Sie fördert die Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Fremden in der Gesellschaft.“ 

Wir schreiben das Jahr 2019 und doch scheint diese Thematik aktueller zu sein, denn je. Statt einem Schritt vorwärts zu gehen machen wir zwei zurück. Rassismus ist so alltäglich wie Kaffeetrinken am Morgen, dabei bemerken es die wenigsten. Es fließt einfach in unseren Alltag mit ein, sei es aufgrund irgendwelcher Worte oder Handlungen, die teilweise absichtlich, manchmal aber auch einfach unterbewusst geschehen, weil wir uns viel zu wenig Gedanken darüber machen, was wir sagen oder tun. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich selbst, seine Worte und Handlungen zu reflektieren und die Menschen für diese Thematik zu sensibilisieren.

Im Rahmen unserer Thementage zu Der Schuss von Christian Linker und Endland von Martin Schäuble möchte ich euch mit meinem heutigen Post daher versuchen zu verdeutlichen, dass uns das Thema Rassismus sehr wohl alle etwas angeht, und das es in Deutschland ebenso aktuell ist, wie in anderen Ländern dieser Welt. Alltagsrassismus gibt es wirklich und wir sollten schleunigst etwas dagegen unternehmen.

Ich möchte euch von drei Situationen erzählen, die ich mit meinem Freund genau so erlebt habe. Dazu möchte ich kurz anmerken, dass mein Freund afroamerikanischer Abstammung ist, geboren in Deutschland, Mutter deutsch, Vater amerikanisch. Zwar hat er als Kind ungefähr fünf Jahre in den USA gelebt, lebt seit er ungefähr sechs Jahre alt ist allerdings in Deutschland. 

Situation 1

Silvester 2017. Gemeinsam mit zwei Freunden hatten wir uns dazu entschlossen, Silvester in einer Bar/Restaurant in der Stadt zu verbringen. Weit nach Mitternacht, als wir uns entschieden, den Heimweg anzutreten, wurden wir von zwei erwachsenen Männern, schätzungsweise zwischen 40 und 55 Jahren alt, belästigt. Zunächst beschossen sie uns mit kleinen Feuerwerksböllern, die zwischen unseren Füßen explodierten. Was Auslöser hierfür war, wissen wir bis heute nicht. Auf deren Seite war das Gelächter groß, auf unserer Seite eher weniger. Nachdem wir sie darauf ansprachen, ob sie sich nicht im Klaren darüber seien, wie gefährlich es ist, andere Leute mit Böllern zu beschießen, lachten sie nur noch lauter. Es entstand eine hitzige Diskussion. Es fielen Beleidigungen und jede Menge Schimpfwörter. Während ich mich in Rage redete, blieb mein Freund ganz ruhig, die Hände in den Hosentaschen und ein amüsiertes Lachen im Gesicht. Als den beiden Herren scheinbar die Argumente ausgingen, bedienten sie sich an teilweise sehr derben, rassistischen Äußerungen meinem Freund gegenüber, der sich selbst dann noch nichts anmerken ließ, sondern weiterhin ganz gleichgültig den beiden Männern gegenüber stand. Am Ende fiel der Satz: „Geh zurück in den Busch, wo du hin gehörst. Hier gehörst du ganz sicher nicht hin.“ 

1. Mein Freund ist in Deutschland geboren. 
2. Mein Freund hat einen deutschen Pass. 
3. Die Muttersprache meines Freundes ist Deutsch. 

Und jetzt noch mal. Mein Freund gehört hier also nicht hin? Wieso? Wegen seiner Hautfarbe? Weil er schwarz ist? Noch viel zu häufig werden Menschen aufgrund ihres Aussehens und ihrer Herkunft verurteilt; werden in eine Schublade gesteckt, in die sie eigentlich gar nicht hinein gehören.  

Situation 2

Winter 2018: Am Morgen bevor ich zur Arbeit fuhr, erzählte ich meinem Freund, dass mein Tank vom Auto leer sei, ich aber keine Lust habe, tanken zu fahren. Mein Freund wollte mir daraufhin, ohne mein Wissen, eine Freude machen, füllte einen Kanister mit Benzin und kam im Laufe des Morgens zu mir auf die Arbeit, ohne mir jedoch Bescheid zu geben. Er besitzt einen Zweitschlüssel zu meinem Auto. Also parkte er sein Auto auf unserem Firmenparkplatz, nahm den Kanister aus seinem Kofferraum, öffnete mein Auto und betankte es. Dabei wurde er von zwei Frauen „beobachtet“ die zwar nicht in derselben Firma arbeiten wie ich, allerdings im gleichen Gebäude. Meinen Freund, der einen schwarzen Hoodie trug mit Kapuze, da es Winter war und somit kalt, beschlich aufgrund der Art und Weise, wie die beiden Frauen ihn beobachteten, ein merkwürdiges Gefühl. Nachdem er also mein Auto betankt hatte, schrieb er mir eine kurze SMS, in der er mir erzählte, dass er eben mein Auto betankt habe, aber zwei Frauen ihn ganz merkwürdig beobachtet hätten und vielleicht denken, er hätte was „angestellt“ oder Ähnliches. Kurz darauf erzählte mir meine Kollegin, die bei uns an der Zentrale sitzt, dass besagte zwei Frauen die Polizei angerufen hätten. Sie hätten einen „schwarzen, sehr gefährlich aussehenden Mann dabei beobachtet, wie er sich an den Autos auf unserem Parkplatz zu schaffen machte und anschließend einfach weg fuhr“. Sie haben sich sein Nummernschild notiert und es der Polizei gleich durchgegeben.

Ganz ehrlich, als ich das hörte, fiel mir erst einmal die Kinnlade herunter. Das dies eine von Rassismus getriebene Aktion war, ist mehr als deutlich. Ich habe besagte Person sodann aufgefordert, umgehend die Polizei anzurufen und die Sache klarzustellen.  

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wäre mein Freund weiß, niemand einen solchen Aufstand gemacht hätte. Eventuell hätte man sich gewundert (was dennoch in meinen Augen keinen Sinn ergibt, da er einen Schlüssel zu meinem Fahrzeug und ganz klar mein Auto betankt hatte), aber sicherlich hätte man niemals gleich die Polizei angerufen. 

Situation 3

Eine wohl sehr typische Situation, in die ich bisher nicht nur mit meinem Freund, sondern mit anderen schwarzen Freunden geraten bin: Es ist Samstagabend und wir wollen in einen Club; in den größten Club hier bei uns in der Gegend. Wir sind anständig angezogen, haben unseren (deutschen) Ausweis dabei und stellen uns ganz zivilisiert an, um in den Club hinein gelassen zu werden. Als wir bei den Türstehern ankommen, winkt mich der eine von ihnen direkt mit einem anzüglichen Grinsen durch, ohne auch nur nach meinem Ausweis zu fragen. Mein Freund allerdings, der neben mir steht, wird zunächst argwöhnisch beäugt. Dann schüttelt der eine Türsteher den Kopf, der andere versperrt meinem Freund den Weg. „Sorry wir können dich nicht rein lassen.“ Schnell ließ ich meine Blicke schweifen um herauszufinden, woran es lag, vielleicht war mein Freund ja doch nicht „richtig“ für den Club gekleidet, doch nach der Kleidung der anderen zu urteilen (Stoffhose, Turnschuhe) konnte es daran nun wirklich nicht liegen. Wir fragten die Türsteher darauf hin natürlich warum. Eine hitzige Diskussion entbrannte und das Ende vom Lied war, dass uns mitgeteilt wurde, dass der Besitzer keine Schwarzen im Club möchte. Wir wurden also nicht hinein gelassen, aufgrund der Hautfarbe meines Freundes, weil Schwarze angeblich generell immer Ärger machen, sich prügeln, klauen etc. pp. Das war ernsthaft deren Begründung. 

Zugegeben, wir wohnen nicht unbedingt in Berlin oder München, allerdings sollte man doch eigentlich erwarten können, dass es heute, im 21. Jahrhundert, selbst in kleineren Städten bzw. auf Dörfern scheiß egal ist, welche Hautfarbe man hat oder nicht? Wieso werden Schwarze so häufig noch auf ihre Hautfarbe reduziert? Warum werden ihnen Eigenschaften an den Leib gedichtet, die überhaupt nicht stimmen? Schwarze machen ständig Ärger und Weiße nicht? Absolut unbegründet und einfach lächerlich.


Das sind nur drei Beispiele von vielen. Ganz gleich ob es jetzt die alte Dame von nebenan ist, die uns mit einem angewiderten Blick straft, wenn mein Freund und ich Hand in Hand durch die Straße laufen, oder der Kassierer, der behauptet, mein Freund hätte nicht gezahlt oder aber die Mitarbeiter am Flughafen, die ganz zufällig natürlich meinen Freund herauspicken, um ihn komplett zu filzen. Ist ja nicht so, als säßen noch andere hundert Menschen ebenfalls in den Flieger. 

Leider neigen wir dazu, alles was uns unähnlich ist, als gefährlich, falsch oder unnormal abzustempeln. Wir sehen darin eine Bedrohung. Wenn wir nachts unterwegs sind, alleine im Dunkeln, fürchten wir uns mehr, wenn uns ein Schwarzer oder ein Türke entgegenkommt. Wenn aber ein Weißer an uns vorbei kommt, fühlen wir uns sicher? Bullshit. Absoluter Bullshit. Weder verrät die Hautfarbe, noch die Herkunft und schon gar nicht die Religion oder Sexualität etwas über den Menschen, über seine Gefühle, Gedanken, Wünsche und Träume, seine Ängste, etc. pp. 

Um es noch einmal für alle klarzustellen, auch für die, die nach wie vor der Meinung sind, Rassismus wäre in Deutschland kein Thema und dass jeder das „Recht auf seine eigene Meinung hat“: Menschenfeindlichkeit und Rassismus ist keine Meinung. Dies widerspricht in jeder erdenklichen Art und Weise unserer Demokratie; dem freien Leben; der freien Entfaltung. Diese Auffassungen müssen von uns weder toleriert noch akzeptiert werden. 

Keiner hat das Recht, ein Mensch einem anderen unterzuordnen aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Herkunft, seiner Religion, seines Geschlechts, seiner Sexualität oder was weiß ich. „Denn vor Gott sind alle Menschen gleich.“ Alle Nichtgläubigen dürfen gerne das Wörtchen Gott weg lassen, das Zitat stimmt dennoch. Alle Menschen sind gleich.

Und genau deshalb müssen wir laut werden; müssen den Mund auf machen und endlich etwas dagegen tun. 

Wir müssen unsere Reichweite nutzen, um auf Themen wie diese aufmerksam zu machen, sodass sie nicht in den Tiefen des Internets verloren gehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich dieser Hass; diese Menschenfeindlichkeit weiter verbreitet. Wir leben im Jahr 2019 und nicht im 18 Jahrhundert. Wo kommen wir denn hin wenn wir es erlauben, dass Menschen andere angreifen und verletzen, nur weil sie aus einem anderen Land stammen und eben nicht hetero, blond und blauäugig sind?

So aussichtslos es am Anfang vielleicht scheint, gemeinsam können wir viel erreichen; wenn wir nur zusammenhalten, wenn wir uns für das Richtige einsetzen. Wir dürfen das Ganze nicht abtun; verbannt die Gedanken wie „Jemand anderes wird schon was dazu sagen“ und macht selbst den Mund auf. Sagt etwas. Tut etwas.


DIE BÜCHER

Der Schuss – Christian Linker

Der 17-jährige Robin wird in seinem Wohnblock Zeuge des Mords an einem Anhänger der rechtsgerichteten »Deutschen Alternativen Partei«, deren Anführer Fred Kuschinski ein Kindheitsfreund von Robin ist. Die Rechten schieben den Mord dem sogenannten »Intensivtäter« Hakan Topal in die Schuhe und nutzen die Bluttat, um Fremdenhass und Ängste zu schüren. Auch Robins Schwester Mel schließt sich der Bewegung an und besucht die täglichen Mahnwachen. Robin hat sich bislang aus allen Konflikten im Block rausgehalten, jetzt aber weiß er: Wenn er die Wahrheit ans Tageslicht bringen will, ist Wegschauen keine Option. (Quelle)

Der Schuss | Christian Linker | dtv Verlag | 320 Seiten | 08. September 2017 | 14,95 [D] 15,40 [A] | zum Buch

Endland – Martin Schäuble

Der junge Soldat Anton bewacht die Grenzmauer, die Deutschland umschließt. Er ist begeistert von der Nationalen Alternative, der neuen Regierungspartei, und vom Selbstbewusstsein seines Landes. Seinem besten Freund Noah dagegen ist diese Politik verhasst. Er ist weder für Atomkraft und die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, noch findet er es richtig, dass Flüchtlingen kein Schutz geboten wird. Menschen wie Fana, die nach ihrer Flucht aus Äthiopien im letzten Flüchtlingslager Deutschlands auf Anton trifft und sich mit ihm anfreundet. Als Anton einen tödlichen Anschlag ausführen soll, ist er gezwungen, sich zu entscheiden: für eine nationale Ideologie oder für seine Freunde – und ein freies Leben. (Quelle)

Endland | Martin Schäuble | Hanser Literaturverlage | 224 Seiten | 24. Juli 2017 | 15,00 [D] | zum Buch


Gewinnspiel

Und nun habt ihr natürlich auch die Möglichkeit etwas zu gewinnen, und zwar ein Buchpaket bestehend aus Endland von Martin Schäuble und aus Der Schuss von Christian Linker. Alles was ihr dafür tun müsst ist folgende Frage zu beantworten. Um eure Gewinnchancen zu erhöhen, solltet ihr auch auf den unten verlinkten Blogs vorbeischauen und auch deren Gewinnspielfrage beantragen, denn pro Tag könnt ihr ein Los sammeln, was bedeutet, dass ihr – sofern ihr bei allen teilnehmenden Blogs kommentiert – insgesamt neun Lose sammeln könnt – also Augen auf!

Wurdet ihr jemals Zeuge von Alltagsrassismus und wenn ja, wie hat sich dies geäußert?

Teilnahmebedingungen: Es besteht die Möglichkeit, ein Buchpaket, bestehend aus den vorgestellten beiden Büchern, zu gewinnen. Um teilzunehmen muss man 18 Jahre alt sein. Teilnehmen kann jeder, der seinen Wohnsitz in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich hat. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Die Daten werden einmalig für den Versand des Gewinns verwendet und an die beiden Verlage dtv und Hanser weitergegeben. Eine Haftung für den Postweg ist ausgeschlossen. Der Teilnehmer ist damit einverstanden, dass sein Name öffentlich unter diesem Beitrag genannt wird und meldet sich im Falle eines Gewinnes innerhalb von 24 Stunden auf Instagram bei @rainbookworld. Ansonsten wird erneut ausgelost und ein Anspruch besteht nicht. Das Gewinnspiel läuft bis zum 09.02.2019, 23.59. Sodann wird ausgelost und der Gewinner wird unter diesem Beitrag bekanntgegeben.

31. Januar: rainbookworld.de
01. Februar: hellomymedia.wixsite.com
02. Februar: ivybooknerd.com
03. Februar: written-between-the-lines.blogspot.com
04. Februar: renewe.de
05. Februar: szebrabooks.blogspot.com
06. Februar: zeilenfluch.blogspot.com
07. Februar: KleinKillefitz
08. Februar: ausdemlebeneinerbüchersüchtigen.blogspot.com


Der Beitrag wurde durch die Bereitstellung des kostenlosen Rezensionsexemplares gesponsert. Fotos: IvyBooknerd / / Die Rechte an den Covern unterliegen dem jeweiligen Verlag & Designer.

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4 Comments

  • Toller Beitrag. Nur beim Lesen hat sich bereits so eine Wut in mir ausgebreitet – ich will gar nicht wissen wie es dir und vor allem deinen Freund in solchen Momenten geht.
    Tatsächlich habe ich das sogar in der Schule erlebt, als rassistische Witze fielen und die Rechtfertigung war „wir schließen niemanden aus, wir machen über alle Witze“ und das wurde dann mit zustimmenden Nicken abgetan … naja auch als „Witz“ verpackt bleibt Rassismus Rassismus.

  • Ein wahnsinnig wichtiges Thema, welches Du da ansprichst. Mich regt es immer so auf, wenn die Menschen rassistische Äusserungen machen – auch wenn sie “nur” als Spruch dahergesagt werden. Ich musste einmal von einer Empfangsdame hören, dass sie Angst hätte, dass sie sich mit HIV angesteckt haben könnte, weil immer so viele Schwarze zu ihnen ins Büro kommen und es ja auch ab und zu eine Stechmücke gibt. Diese Aussage war auf so vielen Ebenen falsch, dass ich gar nicht wusste, wo ich anfangen sollte…

  • Ich bin schon damit aufgewachsen, dass Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe beurteilt werden sollten. Mir war zwar immer klar, dass es Idioten (sorry für den Ausdruck) gibt, die das nicht wissen, aber gerade die letzten Jahre besorgen mich doch sehr.
    Auch mein Mann ist dunkelhäutig, er kommt aus Mauritius und lebt aber seit 20 Jahren in Paris. Er spricht fließend Französisch und Englisch. Sein Deutsch ist noch sehr gebrochen, als er vor ein paar Jahren in Deutschland zu Besuch war, wurde er beschimpft, dass er doch gefälligst Deutsch zu lernen hat!
    1. Hatte er gar nicht mit dieser Person gesprochen, sodass die nicht wissen konnte, ob er Deutsch kann oder nicht
    2. War er als Urlauber hier und soweit ich weiß lernen wir auch nicht jede Sprache unserer Urlaubsorte

    Eine andere Situation ist, dass meine Eltern gefragt wurden, ob ich jetzt, da wir verheiratet sind, alles machen muss was er sagt. Diese Frage würde wohl nicht aufkommen, wenn mein Mann “weiß” wäre.

    Mich machen auch Kommentare wütend, wie “dein Mann ist ja ok, aber diese anderen Ka….. (ich möchte dieses Wort nicht ausschreiben) sollen gefälligst wieder abhauen” Ich frage mich wo diese Menschen die Grenze machen, dass mein Mann in Ordnung ist, aber andere dagegen nicht.

    Die aktuelle Situation in Deutschland macht mir wirklich Sorge und es muss etwas getan werden, es kann nicht sein, dass es im 21. Jahrhundert noch solche Denkmuster geben kann. Deswegen finde ich diese Aktion absolut unterstützenswert. Wir müssen lauter sein als die Rassisten!

  • Liebe Ivy,

    ein wirklich toller Beitrag zu einer unglaublich wichtigen Aktion!
    Die Situationen, die du geschildert hast machen mich einfach nur wütend und traurig, aber leider überraschen sie mich nicht.
    Mit meinem besten Freund aus Kindheitstagen hatte ich eine furchtbare Situation miterlebt, die ich wohl nie vergessen werde – ganz zu schweigen von ihm: wir waren glaube ich 15/16 und Abends feiern, der Vater einer unserer Freunde hat uns abgeholt und das Gelände der Feier ist neben einer Polizeikaserne. Unser Auto wurde angehalten und von allen 5 Mitfahren musste nur mein Freund mit zur Drogenkontrolle, und ich rede von keinem Bluttest, sondern von Hose runter und…naja, den Rest kannst du dir eventuell denken. Dass er eine dunkle Hautfarbe hat, muss ich wohl trauriger weise nicht mehr erwähnen.
    Danke, dass dir diese Themen so wichtig sind und du immer wieder darauf aufmerksam machst!

    Liebste Grüße
    Jill

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