Warum mir Frühstück mit Elefanten von Gesa Neitzel die Welt bedeutet

Es ist mal wieder so weit, es folgt zwar eine Rezension, aber irgendwie auch keine, sondern eher eine Liebeserklärung. Eine Liebeserklärung an ein Buch; an eine Geschichte und eine Autorin – die mich nicht nur inspiriert, sondern auch bereichert hat.

Es zog mich schon immer in die weite Welt hinaus. Schon mit 16 reiste ich durch Europa, weil ich einfach mehr wollte. Es kitzelte mich in den Füßen und es schien fast so, als würde die ganze Welt dort draußen meinen Namen rufen. Ich war schon immer irgendwie rastlos, jemand der ständig in Bewegung ist. Wenn ich zu lange in diesem schrecklichen Alltag versinke, werde ich unglücklich. Mit noch nicht einmal zwanzig Jahren wurde das Rufen immer lauter und schließlich entschied ich mich, ein Auslandsjahr anzutreten. Gerade 20 Jahre alt machte ich mich für 14 Monate ganz alleine auf den Weg und es war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können. Seither steigt meine Reiselust täglich und macht sich in Form eines schwarzen Lochs bemerkbar, das immer und immer wieder gefüllt werden möchte; gefüllt mit neuen Eindrücken, Erlebnissen, neuen Welten, die erkundet werden möchten und Menschen, die inspirieren und bereichern. Die Sehnsucht frisst mich fast auf. Bücher wie Frühstück mit Elefanten sind fast schon eine Qual, weil dadurch die Sehnsucht in meinem Inneren nur noch stärker wird.

Afrika, insbesondere Orte und Gegenden wie Namibia, Kenia, Kapstadt, Malawi, Kongo, Tansania, etc. pp. stehen schon seit Ewigkeiten auf meiner Bucke List. Afrika hat mich schon immer fasziniert, mit seiner Kultur und all den wundervollen Tieren. Dass Elefanten meine Lieblingstiere sind und ich alles dafür geben würde, endlich einen in freier Wildbahn zu sehen, hat meinen Wunsch, nach Afrika zu reisen, natürlich verstärkt. Dennoch habe ich es bis heute nicht geschafft, dieses Abenteuer anzutreten.

„Ich kriege von nichts genug, aber ich habe von allem zu viel.“

 

Da ich jemand bin, der gerne und oft spontane Entscheidungen trifft, war ich mir unsicher, ob ich das Buch jetzt lesen soll. Jetzt, wo die Sehnsucht ohnehin so groß ist und ich sowieso täglich nach Flügen schaue, Preise vergleiche und mich in meinem Schlaf immer wieder in dieses Land träume. Denn einfach so mal eben ein Ticket runter nach Afrika kaufen wäre mit meiner Arbeit nicht unbedingt vereinbar gewesen. Dennoch konnte ich nicht anders und musste das Buch sofort lesen.

Und jetzt; jetzt wo ich es beendet habe, kann ich nur sagen, dass ich mein neues Lieblingsbuch gefunden habe. Ein Buch, das mich nicht nur berührt, sondern auch inspiriert und bereichert hat. Ein Buch, in dem das wahre Leben förmlich auf jeder einzelnen Seite pulsiert. Nur das wahre Leben schreibt solche Geschichten.

Und bevor ich mich nun in meinen Worten, meinen Gefühlen und meinen Gedanken verliere, möchte ich euch kurz erzählen, wieso dieses Buch es ganz nach oben auf der Liste meiner Lieblingsbücher geschafft hat.

Frühstück mit Elefanten hat mich mitten ins Herz getroffen. Gesa, du sprichst mir aus der Seele, wie oft hätte ich ihr diese Worte gerne gesagt. Das Buch lebt von der Authentizität der Autorin und ist der Beweis dafür, dass es sich immer lohnt, für die eigenen Wünsche und Träume zu kämpfen und sie niemals aus den Augen zu verlieren, ganz gleich wie unmöglich sie auch scheinen. Außerdem ist dieses Buch die ultimative Liebeserklärung an ein Land und an ein Leben, dass unserem wohl unähnlicher nicht sein könnte.

Ich konnte jede einzelne von Gesa Neitzels Emotionen nachempfinden. Die Angst vor dem Aufbruch und dem Abschied, ihre Aufregung für das bevorstehende Abenteuer, ihre innere Unruhe, die Suche nach etwas, das mit den Händen kaum greifbar ist, ihren Respekt vor der Natur und den Tieren, ihre Panik davor, dass etwas schief laufen könnte, ihre Sorge vor der Zukunft – aber auch das wunderbare Gefühl von Gänsehaut und Herzklopfen. So ging es mir auch, als ich damals in mein eigenes, großes Abenteuer aufbrach. Ich denke die Autorin spricht jedem von uns ein Stück weg aus der Seele, sehnen wir uns doch alle nach etwas und träumen von Dingen, die unerreichbar scheinen. Immerwieder findet man ein Stück von sich selbst in Gesa, in ihrem Handeln, in ihrem Denken und man sitzt einfach die ganze Zeit über da, mit einem Grinsen im Gesicht, Tränen in den Augen, Herzklopfen und Kribbeln im Bauch, so intensiv ist Gesa’s Geschichte, an der sie uns alle teilhaben lässt.

Ihr wundervoll emotionaler Schreibstil hat es geschafft, mich vollends mitzureißen; mich mitzunehmen, in die Camps, in die Wüste, auf die Wanderpfade und in die unberührte Wildnis Afrikas. Ich spüre die Sonne auf meiner Haut, die unbändige Hitze, den trockenen Boden unter meinen nackten Füßen und ich rieche den Staub, den Regen, all die Blumen und Pflanzen. Ich sehe mich selbst, in dieser Ranger Uniform, sehe mich Seite an Seite mit Gesa und durchlebe gemeinesam mit ihr ihr wohl größtes Abenteuer.

Was ich an Gesa so schätze ist, dass sie sich nicht nur des Abenteuers wegen auf den Weg nach Afrika gemacht hat, um sich dort als Rangerin ausbilden zu lassen, sondern auch weil sie eine Verbindung spürt zur Natur und zu den Tieren. Das Buch zeigt uns auf, wie viel wir eigentlich haben und wie wenig wir davon brauchen; wie viel glücklicher wir vielleicht in der Wildnis wären und wie unfassbar wichtig und wertvoll ein respektvoller Umgang mit Natur und Tier ist. Gesa Neitzel ist nicht nach Afrika gegangen, weil sie etwas erleben wollte, sondern weil sie sich zugehörig fühlte und in einem Leben feststeckte, dass so gar nicht zu ihr passte und das ist es, was man in jedem einzelnen Wort förmlich spürt.

Und genau so sollten wir alle mit der Natur und den Tieren umgehen; wir haben nur diesen einen Planeten und auch wenn wir nicht irgendwo im Dschungel, mitten in der Wildnis leben, sollten wir lernen, die Natur zu schätzen. Wir sollten sie nicht einfach nur als selbstverständlich hinnehmen; denn sie ist das Wertvollste, das wir haben.

Ihr wundervoller Schreibstil war nur einer der vielen Gründe, weshalb ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen und wieso ich an nichts anderes mehr denken konnte, sobald ich es dann doch mal zur Seite legen musste. Ihre Wortwahl ist so emotional und so ehrlich, es lässt alles so echt erscheinen; mit den Händen greifbar. Auf jeder Seite spürt man das Herzblut, das Gesa in dieses Buch gesteckt hat und die Leidenschaft, die sie für dieses Land hegt. Jede Zeile, jedes Wort ist mit Liebe, Abenteuerlust, Wildnis und Respekt gefüllt. Es ist gefüllt mit Leben und das hatte ich bis dato bei noch fast keinem Buch.

Ich könnte noch ewig so weiter machen, schwärmen und mich verlieren in meiner Liebe zu dieser Geschichte und doch wird es so oder so nur auf das eine hinauslaufen: Ich habe mein neues Lieblingsbuch gefunden und möchte es am liebsten jedem in die Hand drücken, um es zu lesen. Dieses Buch ist ein Muss für jeden von uns, egal ob wir bereits das gefunden haben, wonach wir suchten oder ob wir noch immer auf der Suche sind. Es ist genau das Richtige für uns; die immer mehr wollen, obwohl wir schon viel zu viel haben. Es ist eine Geschichte, die uns den Weg deuten kann; die uns inspirieren und bereichern kann; ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und uns eventuell sogar dabei hilft, bereits seit längerer Zeit aufgeschobene Entscheidungen zu treffen. Es zeigt uns, dass Angst vor dem Unbekannten nicht immer schlecht ist; sie ist ganz normal und etwas Neues bedeutet nicht immer gleich etwas Schlechtes.

Mich hat das Buch so sehr berührt, ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr. Außerdem hat es mich inspiriert, etwas in meinem Leben zu ändern, was ich schon viel zu lange vor mir hergeschoben habe. Doch davon mal ganz abgesehen hat es mein ohnehin chronisches Fernweh angekurbelt und meinen Wunsch, endlich nach Afrika zu reisen und gemeinsam mit Elefanten zu frühstücken nur noch verstärkt.

Gesa Neitzel, danke!


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