When a book destroys you so much it hurts | It ends with us – Colleen Hoover

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Bitte lest diesen Text nur, wenn ihr auch das Buch gelesen habt.
Ganz große Spoilergefahr. (Falls ihr es doch lest, sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.)

 

Als ich mir It Ends With Us auf Anraten einer Freundin hin gekauft habe, hat sie immer wieder betont, ich solle weder den Klappentext, noch eine Rezension zu diesem Buch lesen. Es sei das Beste sich auf dieses Buch einzulassen, ohne auch nur im Entferntesten zu wissen, worum es geht. Das habe ich also getan. Weder habe ich Rezensionen gelesen, noch den Klappentext. Ich habe jede Instagram Story übersprungen, in der es um das Buch ging und habe die Instagram Posts bezüglich dieses Buch geflissentlich ignoriert. Ich habe mich vollkommen von diesem Buch ferngehalten, bis ich dann schließlich selbst die erste Seite aufschlug und anfing zu lesen. Gestern Nacht habe ich es beendet und ich bezweifle, dass ich jemals die richtigen Worte finden werde, um auszudrücken, was mich dieses Buch hat fühlen lassen. Das hier wird also keine normale Rezension, wie ich sie sonst auf meinem Blog schreibe. Es wird vermutlich ein verworrener, sehr emotionaler Text werden, mit dem ich einfach bloß versuche, meine Gefühle und Empfindungen, die mich während des Lesens begleitet haben, deutlich zu machen.

“Just because we didn’t end up on the same wave, doesn’t mean we aren’t still a part of the same ocean.”

Ich liebe dieses Buch. Gleichzeitig hasse ich es. Ich liebe es von ganzem Herzen, hasse es aber gleichzeitig so sehr, wie ich noch kein anderes Buch davor gehasst habe. Ich hasse es nicht, weil es schlecht ist, denn das ist es nicht. Ich hasse es, weil es mich zerstört hat, weil es mich verwirrt hat und mich so viele Dinge hat fühlen lassen, die ich eigentlich gar nicht fühlen wollte, für die ich so nicht bereit war. Es hat mich verrückt gemacht, es hat mich mich verlieben lassen, es hat mich zum weinen gebracht und zwar so sehr, dass ich, nachdem ich das Buch beendet hatte, erst einmal eine halbe Stunde im Badezimmer verbracht habe, weil ich nicht wusste wohin mit meinen Gefühlen und mein Freund schon am schlafen war und ich ihn nicht aufwecken wollte, nur weil ich meine Tränen nicht unter Kontrolle hatte. Dieses Buch tut einfach so weh, doch trotzdem hat es mich all diese Wärme spüren lassen. Mein Herz war voll von Liebe, es fühlte sich an wie ein frischer Sommerregen auf der Haut oder ein Feld voll wunderschöner Blumen.

Ist es nicht einfach beeindruckend, wie perfekt manchmal Cover und Geschichte zusammenpassen? Als ich das Cover dieses Buches zum ersten Mal sah, empfand ich es nicht unbedingt als aussagekräftig. Ich fand es hübsch, keine Frage. Die Farben sind toll, ebenso die Blumen und Blüten, die herumfliegen. Jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe weiß ich, dass man kein besseres Cover für dieses Buch hätte wählen können. Es passt einfach. Es ist perfekt.

 

Ich hätte niemals gedacht, dass ich das mal sage, doch ich bin Colleen Hoover so dankbar, dass sie den Mut gefunden hat, diese Geschichte niederzuschreiben. Dieses Buch ist bei Weitem eines der besten Bücher, die ich jemals in meinem Leben gelesen habe. Wie schon gesagt, ich liebe es über alles, hasse es aber so sehr, dass es schmerzt. Ich möchte schreien. Ich möchte das Buch fest an mich drücken, genau dort, wo mein Herz in meiner Brust schlägt, und einfach nur weinen. Und danach möchte ich noch ein bisschen mehr weinen. Dieses Buch hat mich so viele Dinge fühlen lassen; hat mich Dinge überdenken und in Frage stellen lassen. Außerdem hat es mich dazu gebracht, mich selbst in Frage zu stellen. Es hat mich an mir selbst zweifeln lassen. Ich bin so stolz und glücklich, aber trotzdem traurig und so verwirrt. Wie kann man gleichzeitig tottraurig, aber doch überglücklich sein?

“Instead of helping others, people use the worst-case scenarios to excuse their own selfishness and greed.”

Warum das hier eines der besten Bücher ist, die ich jemals gelesen habe? Vielleicht weil die Charaktere so toll waren, oder einfach weil die Geschichte an sich spannend, aufregend und fesselnd war? Was hat dieses Buch an sich, dass jemand wie ich, der weder Colleen Hoover richtig gerne mag noch sonderlich viel für das New Adult Genre übrig hat (auch wenn ich dieses Buch definitiv nicht als New Adult kategorisieren würde) auf einmal sagt, dieses Buch hätte es ganz nach oben auf die Liste der ganz persönlichen Lieblingsbücher geschafft? Ich werde versuchen es zu erklären, seid mir aber nicht böse, wenn ich scheitere.

“It’s easy when we‘re on the outside to believe that we would walk away without a second thought if a person mistreated us. It’s easy to say we couldn’t continue to love someone who mistreats us when we aren’t the ones feeling the love of that person.”

Ich bin eine Frau. Ich halte mich für eine starke Frau. Ich liebe mein Leben und ich treffe meine eigenen Entscheidungen. Ich entscheide, was das Beste für mich ist, niemand sonst, schon gar kein Mann. Wann immer ich also von Frauen hörte, die von ihren Männern geschlagen und misshandelt wurden, habe ich mich immer gefragt, warum sie nicht einfach gehen. Wieso bleiben sie bei ihren Männern, die sie wie Dreck behandeln? Manchmal ist mir sogar ein Gedanke in den Kopf geschossen, für den ich mich jetzt schäme. Ich dachte immer diese Frauen seien dumm, bei einem Mann zu bleiben, der sie sowohl körperlich, als auch seelisch misshandelt. Wieso gibt es immer wieder Frauen, die bei diesen Männern bleiben? Wieso? Dieses Buch hat mir gezeigt, wieso. Es hat mich dazu gebracht, zu verstehen. Es sind nicht die Frauen, denen man dafür die Schuld geben sollte, dass sie ihren Mann nicht verlassen. Es sind die Männer, die hier die Schuld tragen. Niemand sonst. Kein Mann hat das Recht, eine Frau zu schlagen, sie zu misshandeln. Aber manchmal liebt eine Frau einen solchen Mann eben und es ist nicht leicht, einfach so alles hinter sich zu lassen und zu gehen. Es ist nach wie vor die Person, die man vermutlich mehr liebt als alles andere. Es ist ausgerechnet dieser eine Mensch, der einem körperlichen und seelischen Schaden zufügt. Und dann, wenn er sich entschuldigt, entflammt dieser winzig kleine Funke Hoffnung und man glaubt vielleicht, er könne sich ändern. Für sie; für beide. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht Morgen, aber vielleicht irgendwann. Es ist die Hoffnung und die Liebe, die diese Frauen dazu bringt, bei ihren Männern zu bleiben. Manchmal braucht es eben etwas länger, bis man versteht, dass die Liebe nicht alles heilen kann. Die Liebe wird sie nicht retten. Nur sie selbst können sich retten. Und genau das ist es, was Lily getan hat. Sie hat sich selbst gerettet, in dem sie den Mann verlassen hat, den sie am meisten liebt; der Mann, der sie misshandelt hat. Und genau das ist es, was sie nicht nur zu einem unfassbar starken, fiktiven Charakter aus einem Buch macht, sondern auch zu einer verdammt starken und eigenständigen Frau, ganz gleich ob es mal einen Punkt in ihrem Leben gab, wo sie am Boden war und fast an allem zerbrochen wäre. Fast. Vielleicht hat sie einfach zu sehr geliebt und hat die Augen davor verschlossen, dass Liebe manchmal eben auch kaputt sein kann. Nur weil es Liebe ist, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass es was Gutes ist. Manchmal ist es einfach besser, getrennte Wege zu gehen, bevor es nicht nur das Herz, sondern auch die Seele und im schlimmsten Fall das ganze Leben zerstört.

Ich bin so stolz auf Lily, dass sie den richtigen Weg gegangen ist und ich bin so unfassbar glücklich, dass Colleen Hoover sie den richtigen Weg hat gehen lassen. Ich weiß nicht, wie ich mich gefühlt hätte, hätte sie sich tatsächlich für Ryle entschieden, nach allem, was geschehen war. Ja, sie hat ihn geliebt. Auch ich habe mich in ihn verliebt. Trotz allem hat sie verstanden, dass er einfach nicht gut für sie ist, dass er ihr und ihrem Leben nicht gut tat. Er war nie der Richtige für sie und wird es auch nie sein.

Und ja ich habe es gesagt, auch ich habe mich in Ryle verliebt, ganz am Anfang, vielleicht nicht auf dieselbe Art und Weise wie Lily. Ich hatte von Vorneherein ein schlechtes Gefühl und auch wenn ich die ganze Zeit über hoffte, mit meinem Gefühl falsch zu liegen, lag ich leider mehr als richtig. Dennoch glaube ich nicht, dass Ryle ein schlechter Mensch ist. Er hat sehr viele sehr schlechte Dinge getan; wahrscheinlich sogar das Schlimmste, was man jemals seiner Frau antun kann. Trotzdem glaube ich nicht, dass er ein schlechter Mensch ist und das ist es, was mich einfach so verwirrt. (Nur fürs Protokoll, von Anfang an habe ich Atlas mehr geliebt)

“There’s no such thing as bad people. We’re all just people who sometimes do bad things.”

Das Buch handelt von Liebe und Hoffnung und von Schmerz. Jede Menge Schmerz. Es braucht eine Menge ein solches Buch zu schreiben, insbesondere wenn man sich mal vor Augen führt, dass dieses Buch nicht bloß irgendeine Geschichte erzählt, sondern teilweise die Geschichte von Colleen Hoover’s Mutter. Die Autorin hat eine echte Geschichte geschrieben die teilweise auf wahren Geschehnissen beruht; auf Dingen, die zwischen zwei Personen vorgefallen sind, die sich eigentlich von ganzem Herzen hätten lieben und mit ihrem eigenen Leben beschützten sollen, letztendlich aber in einer ähnlichen Situation wie der von Lily endeten.

Dieses Buch ist so mächtig. So persönlich und ehrlich.

Dieses Buch hat mich so viel fühlen lassen; hat mich Dinge überdenken und in Frage stellen lassen. Es hat mich gelehrt und mir geholfen zu verstehen.

Dieses Buch romantisiert häusliche Gewalt nicht; es zeigt ganz ungeniert, wie es ist. Wie es leider viel zu oft im echten Leben der Fall ist. Und ganz gleich wie sehr eine Frau sich auch wünscht, stark zu sein, manchmal fehlt ihr dazu einfach die Stärke und es dauert eine Weile, bis sie diese Kraft tief in sich gefunden hat.

“… but sometimes the things that matter to you most are also the things that hurt you the most.”

Also bitte, seht dieses Buch nicht als reine Unterhaltung an. Lest es vorsichtig und mit Bedacht. Lest zwischen den Zeilen. Das ist kein Buch, von dem man schwärmen sollte, nur weil man glaubt, Ryle oder Atlas seien sexy und das Ganze wäre eine romantische Liebesgeschichte. Denn das ist es nicht. Es ist nicht romantisch. Es ist traurig und tragisch und schockierend, herzzerreißend und doch so echt und ehrlich.

Dieses Buch hat mich zerstört, mich gleichzeitig aber auch geheilt.

Es hat mich verändert.

Es hat mir geholfen, zu verstehen.

Es hat mich auch in eine komplette Heulsuse verwandelt, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Buch niemals vergessen werde. Dieses Buch wird in meinem Herzen bleiben, für immer.

Ich liebe dieses Buch.

Gleichzeitig hasse ich es aber auch.

“Maybe love isn’t something that comes full circle. It just ebbs and flows, in and out, just like the people in our lives.”

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